Rundweg zum Kloster Engelberg in Großheubach

Im ehemaligen unterfränkischen Maingau, nur einen Steinwurf von der Stadt Miltenberg im südlichen Ausläufer des Spessarts entfernt, liegt die Gemeinde Großheubach. Von hier führen 612 Stufen, sogenannte Engelsstaffeln, auf einem Kreuzweg in die Höhe zum Kloster Engelberg, das hoch über den Mainauen liegt. Die Highlights in und um Großheubach in Unterfranken sind auf einem 7 Kilometer langen Rundweg zu bewundern.

Alle Details zur Wanderung

Besucherinformationen Kloster Engelberg

Parkplatz am Ende der Mainstraße >>> Tabakwiegehalle >>> Marktplatz und Altes Rathaus >>> Engelsstaffeln >>> Kloster Engelberg >>> Willibaldsruh >>> Oberer Weinbergweg >>> Weinpavillion >>> Wanderparkplatz am Engelberg >>> Schrebergartenanlage in den Seegärten >>> Mainauen >>> Parkplatz

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Rundweg durch die Geschichte und Natur Großheubachs am Main

Großheubach

Durch seine günstige Lage vor den kalten Westwinden geschützt, ist das Gebiet schon früh besiedelt worden, wie Urnenfunde belegen. Und auch die Menschen in der Hallstadtzeit, der Eisenzeit und die Römer haben sich schon hier niedergelassen. Ein Ort namens Heidebah taucht schon im 9. Jahrhundert auf. Amtlich bestätigt ist der Ortsname Grozzenheidbach allerdings erst 1358. Der Name leitet sich vom Heidbach, der heute Heubach genannt wird, ab, der das Dorf in ein Ober- und ein Unterdorf aufteilt.

Bis zum Ende des 12. Jahrhunderts gehörte das Dorf den Schenken von Klingenberg, ab 1270 den Herren von Birckenbach, ab 1291 dem Deutschen Orden. Dieser wurde erst 1484 durch den Kurfürsten von Mainz abgelöst. Zu dieser Zeit muss es über 40 kleine Güter als ritterliche Lehen gegeben haben. Nachdem der Kurstaat Mainz kam Großheubach zum Großherzugtum Frankfurt. Seit 1814 bis heute gehört der Ort zu Bayern.

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Rathaus Großheubach im altfränkischen Fachwerkstil

Altes Rathaus

Kurz vor dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges, und zwar im Jahr 1618, errichtete man das heutige Rathaus in Großheubach. Das Erdgeschoss diente damals als Markthalle. Das bot sich an, denn die Gemeinde war dafür verantwortlich, Maße und Gewichte der Waren zu überprüfen. Wenn nötig, fanden hier auch Gemeindeversammlungen statt. Ebenfalls im Erdgeschoss lag bis 1930 ein Gefängnis für Häftlinge, die sich kleinerer Vergehen schuldig gemacht hatten.

Neben der Landwirtschaft sorgte auch die Bearbeitung des örtlichen roten Sandsteins und das Handwerk des Kupferschmiedes für ein auskommen der hier lebenden Familien. Neben Obst- und Weinbauern fand man hier auch Betriebe, die Seidenraupen züchteten oder Tabak anpflanzten.

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Kloster auf dem Engelberg über Großheubach

Kloster Engelberg

Schon in frühgeschichtlicher Zeit ist der markante Berg, ein südlicher Ausläufer des Spessarts, für kultische Rituale genutzt worden. Sein Name lautete damals noch Rulesberg. Unweit des heutigen Klosters gibt es auf einer Anhöhe noch immer den markanten Felsen mit einer schüsselartigen Einkerbung, an dem Wotan gehuldigt worden sein soll.

Um 1300 hat man dann eine einfache Holzkapelle zu Ehren des Erzengels Michael errichtet. Damals wählte man den Heiligen Michael gerne zum Kirchenpatron an Orten, die ehemals als heidnische Kultstätten gedient hatten – war er doch der Anführer der himmlischen Heerscharen. Als dann auch noch eine Marienstatue hinzukam, die ja als Königin der Engel gilt, hat es nicht lange gedauert, bis der Rulesberg, wie er damals noch genannt wurde, die ersten Pilger anzog und zum Engelberg avancierte. Und als die erste Holzkapelle morsch wurde, ersetzte man sie durch ein erstes Kirchlein.

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Aufstieg über die Engelssteigen zum Kloster

Kapuzinerkloster Engelberg

Als sich der Wallfahrtsort auch überregional einer steigenden Beliebtheit erfreute, entschied der Mainzer Erzbischof Anfang des 17. Jahrhunderts dort ein Kloster bauen zu lassen und die Kapuzinermönche aus der Rheinischen Provinz dorthin zu berufen. 1639 war das Kloster bezugsfertig und die Wallfahrtskirche in diesem Zug vergrößert. Zunächst zogen nur wenige Mönche ein, später wurden es mehr und die Anlage vom Hospiz zum Konvent erhoben. Die Marienkapelle und die Ende des 17. Jahrhunderts angefügte Antoniuskapelle erweitern den Grundriss zu einem Kreuz.

Franziskanerkloster Engelberg

Nach der Säkularisation 1803 überstand das Kapuzinerkloster zwar, wurde aber dennoch auf Anweisung von König Ludwig I, nach Aschaffenburg verlegt. Für die Seelsorge der Wallfahrer waren seitdem die Mönche der Fränkischen Franziskanerprovinz, später dann die Bayerische Franziskanerprovinz zuständig.  

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Ausblick vom Kloster auf den Main

Oblaten des heiligen Joseph

Heute sind auch die Franziskaner fortgezogen, denn das Provinzkapitel des Ordens beschloss 2019, das Kloster Engelbert aufzugeben. Seit Ende 2024 sind nun die Oblaten des heiligen Joseph hier tätig. Dies ist die erste Niederlassung der Ordensgemeinschaft in Deutschland. Sie ist ein Orden innerhalb der katholischen Kirche, die 1878 von dem italienischen Bischof Guiseppe Marello gegründet wurde. Neben der Pfarrseelsorge engagiert sich die Ordensgemeinschaft vor allem für die Bildung junger Menschen und in der Jugendarbeit.

Engelsstaffeln zum Engelberg

Schon seit dem 17. Jahrhundert führt ein Wallfahrtsweg mit 612 Stufen aus rotem Sandstein von Großheubach auf den Engelberg hinauf. Diese nichtendenwollende Treppe, die unter den Kapuzinern entstand, nennt man auch Engelsstaffeln oder Himmelssteige, da sie zum Gotteshaus führen, das dem Erzengel Michael geweiht ist. Sechs barocke Kapellen und 14 Stationen aus dem Jahr 1866 flankieren den Kreuzweg auf den Berg hinauf zur Wallfahrtskirche St. Michael hinauf. Noch bis in die 1950er Jahre konnte man dort auf Gläubige treffen, die betend auf ihren Knien den Hang erklommen.

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Die letzten Stufen zum Kloster hinauf – Engelsstaffel

Kirche und Kapellen

Die erste Kapelle aus Holz wurde durch eine aus Stein ersetzt und im Anschluss immer einmal wieder vergrößert. 1697 kam die Antoniuskapelle als Anbau hinzu, nur zwei Jahre später stellte man die Marienkapelle, ebenfalls als Anbau fertig. Doch damit nicht genug. Ein dritter Anbau an die ursprüngliche Kirche oder Kapelle ist im Jahr 1845 erfolgt.

Denn als die Adelsfamilie von Löwenstein in Kleinheubach ein Schloss errichten ließ, benötigte sie eine Familiengruft. Und wo wäre sie besser aufgehoben als an der Kirche auf dem Engelberg? Also: Erweiterung an der linken Seite. Und weil das ganze so asymmetrisch war, entschloss man sich, 1899 eine Votivkapelle auf die rechte Seite zu bauen. Voila: seitdem hat die Kirche einen kreuzförmigen Grundriss.

Das Konventsgebäude

Östlich an die Marienkapelle ist das Gebäude der klösterlichen Gemeinschaft angebaut. Zusammen mit der Kirche bildet die dreiflügelige Anlage ein Quadrat um den Innenhof. Neben dem Wohnbereich der Mönche sind im Konventbau auch die Klosterschänke, Räumlichkeiten für Pilgergruppen und ein wirklich gut bestückter Klosterladen.

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Klostergarten – Franziskusgarten auf dem Engelberg

Klosterbier, erlesener Wein und selbstgebackenes Brot

Obwohl hier in der Region fast überall an den Hängen des Mains Wein angebaut wird, und auch Großheubach mit seinem lokalen Großheubacher Bischofsberg keine Ausnahme darstellt, so hat sich doch das Kloster seine Eigenständigkeit bewahrt.

Der Weinanbau vonseiten des Klosters hat gute 100 Jahre Tradition, denn die Franziskaner haben erst nach dem Ersten Weltkrieg damit begonnen, anstelle von Getreide und Gemüse zur Selbstversorgung dort Weinreben anzubauen. Noch heute werden hier in einer verhältnismäßig winzigen Weinlage – übrigens eines der kleinsten in Franken – die Trauben für den Engelberger Klostergarten angebaut. Das seltene Tröpfchen gibt es übrigens im Klosterladen zu kaufen.

Für alle, die lieber Bier statt Wein trinken, hat das Kloster Engelberg natürlich auch was. Soweit wir das verstanden haben, braut das Kloster zwar im Moment nicht selbst, die dunklen Biere kommen aber aus dem Franziskanerkloster Kreuzberg. Und selbst das Brot ist selbstgebacken – und schmeckt richtig gut! Eigentlich ist alles, was es hier zu essen und zu kaufen gibt, direkt aus der Region.

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Eingang zur Klosterschänke und dem Klostergarten Engelberg

Besucherinformationen Kloster Engelberg

Adresse


Kloster Engelberg
Kloster Engelberg 1
63920 Großheubach

Öffnungszeiten
  • Winter: 1. November bis 28. Februar
  • Donnerstag bis Samstag: 11 bis 18 Uhr
  • Sonntag: 10 bis 18 Uhr
  • Montag bis Mittwoch geschlossen
  • Sommer: 1. März bis 31. Oktober
  • Dienstag bis Samstag: 11 bis 18 Uhr
  • Sonn- und Feiertage: 10 bis 18 Uhr
  • Montag: Ruhetag
  • Letzter Ausschank eine halbe Stunde vor Schluss
  • Klosterladen schließt immer eine Stunde vor Ende der Öffnungszeiten
  • Hunde dürfen an der Leine auf das Gelände
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Ballustrade

Schaut man von der Kapelle aus in Richtung Engelsstaffel, so fällt die Balustrade aus Sandstein mit den vier Putten auf. Die Kinderfiguren versinnbildlichen die vier Jahreszeiten. Wer wen darstellt, erkennt man sehr gut, wenn man sich die Figuren einmal etwas näher betrachtet.

Antoniuskapelle

An der 14. Kreuzwegstation, die sich an der Antoniuskapelle befindet, ist ein Steinmonument angebracht. Unter den fünf Kriegsfreiwilligen, die dort genannt werden, ist ein Dr. Richard Deekeen, der um die Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert vom Museum für Naturkunde in Berlin den Auftrag hatte, Exponate für die Ausstellung zusammenzutragen. Deeken hielt sich viele Jahre über auf Samoa und den Marshall-Inseln auf und gründete dann in Miltenberg die Forst- und Kolonialschule.

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Plateau vor der Kirche und dem Eingang zur Schänke

Marienkapelle

Über dem Eingang der Marienkapelle ist eine Tafel aus schwarzem Marmor mit lateinischer Inschrift angebracht. Dabei handelt es sich um den Gedenkstein zu Ehren der Fürstin Christina Polyxena zu Löwenstein-Werheim-Rochefort. Sie war die Gemahlin des Fürsten Dominikus Marquard, der 1721 die Herrschaft Kleinheubach erwarb und dort ein Schloss bauen ließ. Die Gruft der fürstlichen Familie Löwenstein, die an die Kirche angebaut wurde, ist mit 40 Tafeln von Verstorbenen Familienmitgliedern versehen. Tatsächlich begraben sind hier jedoch nur 25.

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Gang mit Weinreben im Kloster

Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg

Es war 1721, als Dominik Marquard Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rochefort die Herrschaft Kleinheubach von den Grafen von Erbach erwarb. Er ließ die alte Georgenburg abreißen und an seiner Stelle ein repräsentatives Schloss nach dem Vorbild von Versailles errichten. Schon vor der Fertigstellung 1732 war das barocke Schloss Hauptsitz der Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg.

Und da gelegentlich natürlich auch jemand aus der Familie starb, wurde ein angemessenes Grabgelege notwendig. Bis 1840 setze man die die Toten in der Klosterkirche Engelberg bei, dann aber ließ man eine separate Gruftkapelle nur für die Löwensteiner bauen.

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Hier hat Pater Willibald sehr viel Zeit verbracht

Willibaldsruhe

Richten wir einmal unsere Aufmerksamkeit nicht auf das stattliche Klostergebäude und die hübsche Kapelle, sondern auf die Menschen, die hier im Laufe der Zeit gelebt haben. Einer, der eine ganz besondere Beziehung zum Engelberg hatte und noch bis heute einer der bekanntesten Persönlichkeiten des Franziskanerordens ist, war Willibald Karfreitag.

Geht man außen an den hohen Klostermauern entlang, so trifft man auf der gegenüberliegenden Seite der Kapelle an der Ecke im Südosten auf die sogenannte Willibaldsruhe. Sie ist nach Pater Willibald Karfreitag benannt, der viele Jahre hier im Kloster verbrachte. Sein Lieblingsplatz war eben diese hintere Ecke an der Mauer, denn hier hatte er einen wunderbaren Ausblick über die Weinberge ins Tal. Inzwischen sind schon über 70 Jahre vergangen und heute sind zum Teil an dieser Stelle schon hohe Bäume gewachsen, sodass die Aussicht nicht mehr ganz so spektakulär ist.

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Willibald Karfreitag wurde 1856 in Flochberg im Ries geboren, das heute zur Gemeinde Bopfingen in Baden-Württemberg gehört. Nach seiner Priesterweihe 1884 in München hat er war er beispielsweise im Franziskanerkloster Vierzehnheiligen oder auch in Ingolstadt. In der Zeit von 1909 bis 1915 war er Superior in Engelberg. Nach neun Jahren kam er jedoch zum Engelberg zurück und blieb dort bis zu seinem Tod im Jahr 1950.

Pater Willibald war ein eifriger Schriftsteller. Über 100 kirchliche wie weltliche Liedtexte gehen auf ihn zurück, von denen 25 vertont wurden. Sein Lebenswerk waren jedoch eine Chronik über die Wallfahrt und das Kloster Engelberg. In seinen insgesamt 35 Jahren auf dem Engelberg war der Pater als eifriger Seelsorger wegen seiner offenen und herzlichen Art sehr beliebt.

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Blick auf den Engelberg

Er ließ während des Ersten Weltkriegs drei Kreuzwege errichten. Davon befindet sich einer an der Maria-Hilf-Kapelle. Da dort schon ein Kreuzweg existierte, versetzte man die 14 nicht mehr benötigten Kreuzwegstationen, die der Pfarrer Klimmer aus Rüdenau 1880 hatte aufstellen lassen, kurzerhand an den Waldweg vom Klotzenhof zum Engelberg.

Der dritte und bekannteste der Kreuzwege befindet sich an den Engelsstaffeln und zwar als Kriegskreuzweg. Pater Willibald starb 1950 nach einem erfüllten und sehr langen Leben hier im Kloster. Sein Grab findet man gleich neben der Klosterkirche.

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Blick über den Main auf Kleinheubach

Die Mainauen und der Weinbau

Über Jahrhunderte hinweg war der Main Lebensader für den Handel und den Weinanbau. Regelmäßig trat der Main über die Ufer und schuf damit Auenlandschaften mit fruchtbaren Böden, die sich perfekt für die landwirtschaftliche Nutzung eigneten. Eine einschneidende Veränderung in diesen Abläufen kam mit der Staustufe Heubach. Ein Projekt, das die Schiffbarkeit des Mains verbessern und gleichzeitig Energie liefern sollte. Der Bau der Staustufe mit Schleuse nebst Kraftwerk um 1930 hatte jedoch enorme Auswirkungen auf den Wasserstand und damit auf die Auen, die nun nicht mehr regelmäßig unter Wasser standen.

Hinter der flachen Auenlandschaft erheben sich die steilen Hänge, an denen sich von Großheubach über Klingenberg bis Erlenbach am Main ein altes Weinbaugebiet erstreckte, das aber größtenteils aufgegeben wurde, sodass sich dort seit der Jahrhundertwende eine vielfältige Sukzessionsfläche befand. Ab den 1980er Jahren entflammte das Interesse wieder, die Steilhänge mit Weinreben zu bepflanzen.

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Mainauen in Großheubach am Main

Eigentlich standen die Trockenbiotope an den ehemaligen Weinbergen unter Schutz – und durften daher nicht bepflanzt werden. Schließlich einigte man sich jedoch, Ersatzflächen zu finden, damit hier wieder Weinreben wachsen dürfen. Da man allerdings keine Trockenflächen als Ausgleich fand, ging man hier einen ganz anderen Weg.

Die Gemeinde Großheubach erklärte sich zugunsten der Winzer bereit, eine 10 Hektar große Fläche in der Mainaue zur Verfügung zu stellen, auf der Auenwälder neu geschaffen werden sollten. Und damit die Flächen auch regelmäßig vom Hochwasser des Mains überflutet würden, senkte man sie 2002 um zwei bis drei Meter bis auf den Grundwasserspiegel ab. Die wertvolle Naturlandschaft ist heute gleichzeitig Biotop, Hochwasserschutz, Erholungsgebiet und Teil des Freizeitangebots im Ort.

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Marienstatue in der Kapelle im Franziskusgarten

Wanderung von Großheubach zum Kloster Engelberg und den Mainauen

Wir starten unseren Rundweg auf dem Parkplatz am Mainufer am Ende der Mainstraße in Großheubach. Von hier aus geht es über die Mainstraße zurück bis zum Marktplatz mit dem historischen Rathaus auf der linken Seite. An der Hauptstraße biegen wir nach rechts ab, es geht vorbei an weiteren Fachwerkhäusern. An der zweiten Abzweigung nach links biegen wir am Gasthaus Zur Krone in die Schafsgasse und dann gleich nach rechts in den Engelbergweg.

Am Waldrand erwarten uns, wenn wir geradeaus weitergehen, die 612 Stufen der Engelssteige. Da wir den Weg auch wieder zurückgehen, nehmen wir für den Aufstieg den alternativen Zickzackkurs direkt neben den Stufen bis zum Kloster Engelberg. Nach der Besichtigung der Anlage wandern wir außen einmal um die Klosteranlage herum, treffen an der südöstlichen Ecke auf die Willibaldsruh mit Bank. Von hier aus gehen wir bis zur Ecke zurück und nehmen dann den Trampelpfad nach rechts, der uns unterhalb der Klostermauer an einer Grotte vorbei wieder zu den Engelsstaffeln führt.

Diese gehen wir nun entspannt hinunter, rechts und links flankieren Kapellen und die Kreuzwegstationen den Weg. Unten angekommen wenden wir uns nach links und folgen dem Oberen Weinbergweg bis wir auf der rechten Seite den Pavillon erkennen. Hier führt ein schmaler, unwegsamer Pfad nach unten. Wir folgen dem Weg immer geradeaus bis zu einem breiten Weg, der uns über eine leichte Linkskurve talwärts zu einem kleinen Wanderparkplatz leitet.

Hier biegen wir nach rechts ab und folgen dem Wegverlauf bis zum Kreisverkehr am Ortsrand, an dem wir die zweite Ausfahrt nehmen und Richtung Mainbrücke gehen. Die erste Straße rechts (In den Seegärten) wander wir weiter bis zu einem asphaltierten Fußgängerweg hinter der Hausnummer 16, in dem sich das Turmuhrenmuseum befindet, auf der linken Seite. Dort biegen wir ab und wenden uns an der ersten Abzweigung auf dem Feldweg nach rechts durch die Kleingartenkolonie des Ortes.

An der nächsten Abzweigung biegen wir nach links und folgen dem Wegverlauf durch die S-Kurve am Sportplatz vorbei bis zur Staatsstraße. Vor den Brückenpfeilern biegen wir nach rechts am Biotop Mainauen mit dem Auenwald ab und umrunden dies, indem wir vor dem Fluss wieder nach rechts abbiegen. Von hier aus geht es immer am Mainufer entlang, auf der gegenüberliegenden Seite begrüßt uns der Kirchturm von Kleinheubach. Nach knapp 700 m kommen wir wieder am Ausgangspunkt, dem Parkplatz, an.

Route

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Höhenprofil

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Details

  • Start/Ziel: Parkplatz am Ende der Mainstraße
  • Länge: 7,3 km
  • Dauer: 2,5 Stunden
  • Markierung 1: keine einheitliche Markierung
  • Schwierigkeit: mittel
  • Höhendifferenz: 165 m
  • für Kinderwagen/Buggy geeignet: nein
  • DOWNLOAD Karte als pdf: Grossheubach-Kloster.pdf
  • DOWNLOAD Wegbeschreibung als pdf: Grossheubach-Kloster-Wegbeschreibung.pdf

GPS-DOWNLOAD FÜR GPS-GERÄTE UND WANDER-APPS


So funktioniert´s: Anleitung zum Download und Importieren in eine Wander-App oder ein mobiles GPS-Gerät 

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Idyllischer Weg durch Großheubach

Essen und trinken

Wir empfehlen einen deftigen Eintopf, eine Brotzeit oder auch Kaffee und Kuchen in der Klosterschänke. Sollte diese geschlossen sein oder es euch auf etwas anderes gelüsten, habt ihr in Großheubach eine große Auswahl an Gaststätten.

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Main zwischen Großheubach und Kleinheubach

Anfahrt: Wie komme ich nach Großheubach?

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Von Miltenberg:

Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Miltenberg und Kleinheubach. Von hier aus geht es entweder zu Fuß oder mit dem Bus weiter.

  • Linie 80
  • Linie 83 (Miltenberg – Wertheim)
  • Linie 81 (Miltenberg – Eschau)

Von Würzburg

  • Linie 911 (Würzburg – Miltenberg)

Mit dem Pkw, Motorrad oder Wohnmobil

Über die A3

Wenn ihr aus Richtung Nürnberg/Würzburg oder Frankfurt kommt, nehmt ihr die Ausfahrt 65 Richtung Marktheidenfeld/Wertheim und fahrt über die St2315 bis Kreuzwertheim, überquert auf der Spessartbrücke den Main und fahrt dann auf der L2310 durch Stadtprozelten und Freudenberg hindurch bis Miltenberg. Hier überquert ihr den Main ein zweites Mal Richtung Großheubach/Klingenberg.

Parken

Die Tour kann an vielen Stellen begonnen werden. Parkplätze direkt an der Strecke findet ihr:

  • Direkt am Kloster Engelberg sind drei große Parkplätze vorhanden, Kloster Engelberg 1, Tagesticket 1,50 Euro
  • Parkplatz an der Ampel, Ecke An den Seegärten/Miltenberger Straße, Parkscheinpflicht
  • Parkplatz am Main auf Höhe des Biergartens, Mainstraße 17
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Parkplatz am Kloster Engelberg in Großheubach

Fazit

Ein absoluter Traum: Eine Mischung aus Idylle pur und historischem Ambiente am Ufer des Mains. Der Rundweg ist zu jeder Jahreszeit machbar, wenn es sehr nass sein sollte, kann der Abschnitt über die Weinberge ein wenig rutschig sein. Mit dem Kinderwagen und Buggy ist der Rundweg leider nicht machbar, ihr könnt aber problemlos einen Ausflug zum Kloster machen (Parken auf dem Klosterparkplatz) und im Anschluss in den Ort hinunterfahren und dort eine Runde drehen. Denkt bitte daran, euch im Vorfeld kurz zu informieren, ob die Klosterschänke geöffnet hat, wenn ihr dort einkehren möchtet!



Unser Tipp:

Eine richtig gute Initiative des Aschaffenburg Miltenberg Nahverkehrs-GmbH

Für alle, die mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zum Wandern fahren möchten!

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Seit dem 12. März 2026 ist es endlich soweit: die Aschaffenburg Miltenberg Nahverkehrs-GmbH (AMINA) hat die die finale Fassung ihres neuen digitalen Wanderführers online gestellt.

Die Broschüre stellt ausgewählte Wanderungen im Spessart und am Bayerischen Untermain vor, die bequem mit Bus und Bahn erreichbar sind. Ziel des Wanderführers ist es, Gästen und Einheimischen attraktive Naturerlebnisse zu ermöglichen und gleichzeitig eine nachhaltige An- und Abreise mit dem öffentlichen Nahverkehr zu fördern.

Jede Tour enthält eine ausführliche Routenbeschreibung, Hinweise zu besonderen Highlights entlang der Strecke sowie praktische Informationen zur An- und Abreise mit dem ÖPNV im Verkehrsverbund VAB. Klickt einfach auf das Bild, wir haben es mit dem Flyer verlinkt!



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2 thoughts on “Rundweg zum Kloster Engelberg in Großheubach”

  1. Ein wirklich wunderschöner Beitrag – man bekommt direkt Lust, die Wanderschuhe anzuziehen!
    Die Kombination aus Natur, Geschichte und den beeindruckenden 612 Engelsstaffeln hinauf zum Kloster Engelberg ist einfach etwas ganz Besonderes. Gerade solche Touren zeigen, wie vielfältig und erlebbar unsere Region ist.

    Besonders toll finde ich, wie detailliert die Route beschrieben ist – das macht es auch für Familien und Ausflügler super einfach, die Tour nachzuwandern. ‍♂️

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