Naturpark Fränkische Schweiz – Faszination Höhle

Die schönsten Wanderhöhlen in der Fränkischen Schweiz

Die Fränkische Schweiz ist ein wahres Mekka für alle, die es gerne schaurig, schummrig und geheimnisvoll mögen. Mit über 1.200 registrierten Höhlen gehört die Fränkische Schweiz zum größten Karstgebiet in ganz Deutschland. Faszinierend – und vielleicht ein wenig schaurig ist es, in die Höhlen hineinzugehen. Nicht nur für ausgesprochene Höhlenfans, sondern auch für Kinder. Hier gibt es womöglich etwas zu entdecken, wenn man in die dunklen Ecken kriecht …

Quackenschloss bei Engelhardsberg

Geschaffen aus dem Meer und saurem Regenwasser

Der Ursprung der vielen Höhlen in der Frankenalb liegt schon über 150 Millionen Jahre zurück. Damals war die Region von einem tropischen Meer bedeckt. Als dieses Meer sich zurückbildete, blieben Unmengen an kalkhaltigen Ablagerungen zurück, die untere Stufe des weißen Jura.

Wir wissen alle, dass Wasser im Normalfall keinen Kalk auflöst, sondern ihn zum Leidwesen aller Tee- und Kaffeetrinker eher noch abscheidet. Enthält das Wasser aber gelöste Kohlensäure, dann ist es in der Lage, das Kalkgestein aufzulösen, das es auf seinem Weg durch den Untergrund vorfindet. Dabei rinnt das Wasser meist sehr langsam, denn es bewegt sich durch engste Ritzen und Spalten durch das Gestein.

Haben sich unterirdische Flüsse gebildet, ist das Wasser auch rein mechanisch in der Lage, den Kalk herauszuschwemmen, wie das beispielsweise bei der Binghöhle in Streitberg der Fall ist. In diesem Fall nennt man die entstandenen Hohlräume Flusshöhlen.

Petershöhle bei Hartenstein

Höhlenforschung in der Fränkischen Schweiz

Wen wundert es bei der Vielfalt der Felsen und Höhlen in der Fränkischen Schweiz, dass einer der ersten Höhlenforscher aus dem fränkischen Uttenreuth bei Erlangen stammt. Der Theologe Johann Friedrich Esper verdiente sich bereits 1770 Lob und Anerkennung über seine Erkentnisse. Nach ihm ist übrigens die Esperhöhle bei Leutzdorf benannt.

Ein neuer Name für ein wunderschönes Fleckchen Erde

Im Veldensteiner Forst liegen der Kleine und die Große Lochstein nahe beieinander

Nach dem Naturpark Altmühltal ist der Naturpark Fränkische Schweiz mit knappen 2.500 Quadratkilometern Fläche der zweitgrößte Naturpark in Bayern. Er wurde 1968 als Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst gegründet, dann aber im Jahr 2018 in Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura umbenannt.

Natürlich gehört auch heute noch das nahezu geschlossene Waldgebiet Veldensteiner Forst dazu. Charakteristisch für das Gebiet mit den romantischen Tälern zwischen den weiten Jurahochflächen sind Felsen, Höhlen und jede Menge Burgen. Teil des Naturparks Fränkische Schweiz sind auch der Norden der Hersbrucker Alb sowie der Oberpfälzer Jura.


Schauhöhlen in der Fränkischen Schweiz

Einige der Höhlen in der Fränkischen Schweiz sind reich an Tropfsteinen, wundersamen Gebilden, die man mit fantasievollen Namen geschmückt hat. Die meisten von ihnen hat man um 1900 herum hinter einem Felsspalt oder einer kleineren Vorhöhle im Inneren der felsigen Berghänge entdeckt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

SOPHIENHÖHLE im Ahorntal

Rabenstein 33
95491 Ahorntal

Ganz in der Nähe der Burg Rabenstein im schönen Ahorntal trifft man auf einen unterirdischen Palast, in dem die Natur ihr Füllhorn reichlich ausgeschüttet hat. Hier findet man eine ungeahnte Vielfalt an verschiedenfarbigen Tropfsteinen: riesige Stalagmiten wie den Millionär bis hin zu meterlangen Sinterfahnen. Je nach Zusammensetzung spielen Ocker-, Rot- und auch Brauntöne zusammen, von der sanften Beleuchtung wirkungsvoll in Szene gesetzt. Ein Naturwunder, das unbemerkt vor unseren Augen stetig weiterwächst und uns immer wieder zum Innehalten und Staunen animiert.

Wanderempfehlung

RUNDWANDERUNG VON DER SOPHIENHÖHLE ZUR BURG RABENSTEIN

Höhlenführungen

  • 19. März bis 7. November
  • Die. bis So. + Feiertage: 10:30 bis 17:00 Uhr
  • durchgehend

Eintrittspreise

  • Erwachsene: 7,00 Euro
  • Kinder (4-14): 4,00 Euro

TEUFELSHÖHLE in Pottenstein

Schüttersmühle 5 (B470)
91278 Pottenstein

Eines der bekanntesten Ausflugsziele im Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura ist die Teufelshöhle in Pottenstein. Sie zählt zu den größten Tropfsteinhöhlen Bayerns und führt über drei Ebenen durch große Hallen und enge Bergmannsstollen in die Tiefe. An die 3.000 Meter ist das unterirdische Naturwunder lang, etwa die Hälfte kann auf einer 45-minütigen Führung erkundet werden. Wer schon von dem riesigen Eingang beeindruckt ist, wird im reich geschmückten Barbarossadom und Riesensaal ins Träumen geraten.

Wanderempfehlung

RUNDWANDERUNG VON DER TEUFELSHÖHLE ZUM HASENLOCH

Öffnungszeiten

  • Sommersaison: Mai bis Ende Oktober
  • täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr
  • Führungen: durchgehend
  • Wintersaison: Sonntag
  • Führungen um 11:00, 12:20, 13:40 und 15:00 Uhr

Eintrittspreise

  • Erwachsene (ab 16): 5,00 Euro
  • Kinder (4-15 Jahre): 3,00 Euro
  • Kinder unter 4 Jahren: frei
  • Familienkarte (2 Erw. + max. 3 Kinder): 13,50 Euro

BINGHÖHLE in Streitberg

Schauertal, Ortsteil Streitberg
91346 Wiesenttal

Wer glaubt, dass eine Schauhöhle der anderen gleicht, der ist noch nicht in der Binghöhle in Streitberg gewesen. Das Kleinod in der Fränkischen Schweiz war eigentlich einmal ein mächtiger, unterirdisch verlaufender Fluss. Und dieser prähistorische Fluss hat nicht nur gewaltige Mengen an Wasser durch die Frankenalb befördert, sondern auch den Grundstein für eine der schönsten Galeriehöhlen in Deutschland gelegt. Große Hallen braucht die Binghöhle im Wiesenttal nahe Forchheim nicht, um den Besuchern in ihren märchenhaften Bann zu ziehen. Bei uns zählt die Binghöhle zu dem absoluten Geheimtipps!

Wanderempfehlung

VON DER STREITBURG ZUR BINGHÖHLE

Öffnungszeiten

  • 01. April bis 08. November 2020
  • Dienstag bis Sonntag
  • 10:00 bis 17:00 Uhr
  • montags geschlossen
  • Führungen zur vollen und halben Stunde
  • Dauer: 30 Minuten

Eintrittspreise

  • Erwachsene: 5,00 Euro
  • Kinder (4 bis 14 Jahre): 3,00 Euro
  • Schüler (15 bis 17 mit Schülerausweis): 4,00 Euro
  • Familienkarte (2 Erw. + max. 3 Kinder): 14,00 Euro
  • Aufpreis für Spezialführungen
  • Fotogenehmigung: 1,00 Euro

MAXIMILIANSGROTTE bei Krottensee

Krottensee
91284 Neuhaus an der Pegnitz

Nur eine kleine Tür im Berghang weist auf die Existenz der Maximiliansgrotte hin. Wanderer laufen vielleicht achtlos an ihr vorbei, ohne zu ahnen, welch mystisches Geheimnis der Berg birgt. Ein über 1200 Meter langes Höhlenlabyrinth befindet sich unter Buchen, Fichten und jede Menge Moos tief im Felsen. In der Maximiliansgrotte finden sich Adler, Elefant und jede Menge Feenwesen. Ganz im Süden des Veldensteiner Forstes, einem Teilgebiet Im Landkreis Nürnberg Land bei Krottensee, einem Ortsteil von Neuhaus an der Pegnitz, liegt ein wahrer Schatz tief unter die Erde. In Abertausenden von Jahren hat die Natur hier in der Maximilianshöhle eine märchenhafte Welt aus Tropfsteinen geschaffen. Das Schöne? Ihr könnt sie bei einer etwa halbstündigen Führung ganz aus der Nähe betrachten und staunen.

Wanderempfehlung

KARSTKUNDLICHER WANDERPFAD

Öffnungszeiten

  • April bis 1. November
  • Mittwoch bis Samstag
  • 10:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 17:00 Uhr
  • zur vollen Stunde
  • Sonntag: 10:00 bis 17:00 Uhr durchgehend

Eintrittspreise

  • Erwachsene: 5,00 Euro
  • Kinder: 3,50 Euro


Weitere sehenswerte Höhlen in der Fränkischen Schweiz

Es heißt, rund zweihundert der Höhlen in der Fränkischen Schweiz sind es wert, angesehen zu werden. Dazu gehören nicht nur die bekannten Tropfsteinhöhlen, die jährlich tausende von Besuchern in ihren Bann ziehen, sondern auch die eine oder andere Schönheit am Wegesrand bei einer erlebnisreichen Wanderung durch die Fränkische Schweiz.

Bitte denkt daran, dass zwischen dem 01.10. und 31.03. viele Höhlen nicht betreten werden dürfen, um die Fledermäuse nicht bei ihrer Winterruhe zu stören.

RIESENBURG bei Engelhardsberg

Forchheimer Str. 8 (St2191)
91346 Wiesenttal

Bevor die Fränkische Schweiz als Ausflugsziel entdeckt wurde, hieß die Höhle bei Doos Geißkirche nach den dort weidenden Ziegen und Schafen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde sie zum Symbol der Romantik schlechthin. Graf Franz Erwin von Schönborn ließ Wege und Treppen bauen, als der bayerische König Ludwig I. mit seiner Gemahlin 1830 das Wiesenttal besuchte. Für eine ansprechende Umgebung pflanzte er Bäume auf die kahlen Felsen. Damit erinnert die Riesenburg ein wenig an den Felsengarten Sanspareil bei Bayreuth. Eine Taschenlampe ist bei der Höhlenbesichtigung nicht nötig, da durch die eingestürzte Decke ausreichend Licht in alle Winkel kommt.

Wanderempfehlung

VON DER RIESENBURG ZUM QUACKENSCHLOSS

Öffnungszeiten

  • jederzeit frei zugänglich


GROSSES HASENLOCH bei Pottenstein

nahe Finkenleite 1 (Parkplatz Aussichtsturm Himmelsleite)
91278 Pottenstein

Schon vor fast 10.000 Jahren während der letzten Eiszeit haben die Menschen das Große Hasenloch als Schutz vor Wind und Wetter zu scätzen gewusst und dort kampiert, wenn sie auf der Jagd waren. Bis weit ins 19. Jahrhundert wurde die Höhle noch als Station für Jäger genutzt. Neben zahlreichen Knochen fand man im Inneren der Höhle an die 500 Feuersteine und andere Werkzeuge. So ganz ungefährlich war es früher im Großen Hasenloch aber nicht, denn Knochenfunde belegen, dass sie auch bei Höhlenbären, Nashörnern und Höhlenlöwen beliebt war. Die Höhle ist sehr geräumig und gut begehbar. Nehmt aber lieber eine Taschenlampe mit, weil sie im hinteren Bereich doch etwas dunkel ist.

Wanderempfehlung

VON DER TEUFELSHÖHLE ZUM HASENLOCH

Öffnungszeiten

  • 01.04. bis 30.09. jederzeit (Fledermausschutz im Winter)


GROSSER LOCHSTEIN im Veldensteiner Forst

nahe Forsthaus, Hufeisen 1
91257 Pegnitz

Im Veldensteiner Forst ragen mitten im Wald nahe dem Wildgehege Hufeisen bei Pegnitz zwei besonders skurrile Felsnadeln aus dem Boden, die im unteren Bereich ausgehöhlt sind, sodass man durch die Höhlen hindurchgehen kann: der Kleine und die Große Lochstein. Solche Höhlensysteme nennt man Durchgangshöhlen. Hier können auch schon Familien mit kleinen Kindern ein wenig Abenteuerluft schnuppern.

Wanderempfehlung

AUERHAHN-RUNDWEG IM VELDENSTEINER FORST

Öffnungszeiten

  • jederzeit zugänglich


QUERKELESHÖHLE am Staffelberg

Staffelbergplateau
96231 Bad Staffelstein

In der Querkeleshöhle wohnten einst kleine, hilfreiche Wesen, die Querkel. Sie galten als angesehene Gäste, da sie bei so mancher Arbeit halfen und Rat bei Krankheiten wussten. Am allerliebsten kamen die Querkel ins Dorf, wenn die Bäuerinnen Klöße kochten, denn die Kartoffelklöße gehörten zur Leibspeise der kleinen Gesellen. Wenn die Wichte einmal den einen oder anderen Kloß direkt aus dem Kochtopf stibitzten, so sagte niemand etwas. Als eine besonders geizige Bauersfrau den Querkeln die Klöße nicht gönnte und diese abzählte, merkten diese das sogleich und hielten sich von da an nicht nur von den Dörfern fern, sondern verließen mit Sack und Pack den Staffelberg und waren daraufhin nie wieder gesehen.

Wanderempfehlung

WANDERUNG AUF DEN BERG DER FRANKEN, DEN STAFFELBERG

Öffnungszeiten

  • jederzeit frei zugänglich


PETERSHÖHLE bei Hartenstein

91235 Hartenstein

Noch vor Hundert Jahren sind Wanderer mit Sicherheit an der Viehtrifthöhle, so wurde die Petershöhle damals genannt,  vorbeigelaufen. Und auch heute noch ist die versteckte Höhle auf den ersten Blick nicht ohne Weiteres zu erkennen. Denn ihr kommt über den Pfad genau auf dem Dach der Petershöhle an und der Weg hinab ist steil und unwegsam. Die Petershöhle besteht aus mehreren Kammern. Um sie genauer zu erkunden, ist eine wirklich gute Lampe notwendig.

Wanderempfehlung

VON VELDEN ZUR PETERSHÖHLE UND BURG HARTENSTEIN

Öffnungszeiten

  • jederzeit frei zugänglich (Betretungsverbot wg. Fledermausschutz im Winter beachten)


VOGELHERDGROTTE bei Neuhaus a.d. Pegnitz

nahe Maximilansgrotte Krottensee
91284 Neuhaus an der Pegnitz

Eine Besonderheit ist es in der Fänkischen Schweiz, dass ihr auf eurer Wanderung nicht nur an Höhlen vorbeikommt, sondern auch durch sie hindurchlaufen könnt. Eine solche Durchgangshöhle mit mehreren Ausgängen ist die Vogelherdgrotte bei Neuhaus an der Pegnitz. Sie ist nur eine der vielen Höhlen und wunderbaren Felsformationen, die der Karstkundliche Wanderpfad miteinander verbindet. Also ein echter Höhlenwanderweg!

Wanderempfehlung

KARSTKUNDLICHER WANDERWEG

Öffnungszeiten

  • jederzeit frei zugänglich


LUDWIGSHÖHLE im Ahorntal

Rabenstein 33 (Parkplatz Sophienhöhle)
95491 Ahorntal

Von der Sophienhöhle im Ahorntal hat wahrscheinlich jeder schon einmal gehört, oder sie gar schon einmal besucht. Aber habt ihr vom Parkplatz aus auch schon einmal die andere Richtung erkundet. Direkt hinter der Brücke über den Ailsbach liegt im Berghang versteckt die Ludwigshöhle. Früher wurde die Durchgangshöhle als Kühloch oder Rabenloch bezeichnet. Ihren heutigen Namen bekam die Ludwigshöhle 1830, als der Bayerische König Ludwig I. das Ailsbachtal besuchte. Für ein Festmahl wurde der Boden damals planiert und ein Schild mit Ludwigshöhle anbringen.

Wanderempfehlung

VON DER SOPHIENHÖHLE ZUR BURG RABENSTEIN

Öffnungszeiten

  • jederzeit frei zugänglich


QUACKENSCHLOSS bei Engelhardsberg

nahe Engelhardsberg
91346 Wiesenttal

Es gibt nicht nur Burgruinen, sondern auch Höhlenruinen. Zu den wirklich sehenswerten Exemplaren gehört sicherlich auch das Quackenschloss bei Engelhardsberg. Das Quackenschloss ist nicht nur deshalb etwas Besonderes, weil die Höhle zwei Ausgänge hat, sondern weil sie auch mit 505 Metern sehr hoch liegt und damit zu den ältesten Höhlensystemen in der Fränkischen Schweiz zählt.

Wanderempfehlung

VON DER RIESENBURG ZUM QUACKENSCHLOSS

Öffnungszeiten

  • jederzeit frei zugänglich


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2 Gedanken zu „Naturpark Fränkische Schweiz – Faszination Höhle“

  1. Eine tolle und gelungene Zusammenstellung, die wirklich Lust macht wieder mal die Unterwelt der Fränkischen zu erkunden. Vielen Dank!!!

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