STICHWORTVERZEICHNIS – WOHNMOBIL KANADA

Sowohl bei der Vorbereitung, als auch im Verlauf der Wohnmobiltour in Kanada begegnen euch eine ganze Menge Begriffe, die euch wahrscheinlich wenig vertraut vorkommen. Das gilt vor allem deshalb, weil neben dem Fachvokabular auch noch eine fremde Sprache hinzukommt.

Um euch die Reisevorbereitungen ein wenig zu erleichtern, haben wir euch ein Stichwortverzeichnis zu den häufig verwendeten Camping-Begriffen zusammengestellt. Hier könnt ihr nachschlagen, was ihr noch nicht kennt, und fit werden für das Abenteuer Wohnmobil in Kanada. Auf diesem Weg erhaltet ihr einen schnellen Überblick über die Begriffe, die euch auf der Reise oder dem Campingplatz begegnen werden. Gleichzeitig werdet ihr vielleicht schon zu Beginn der Planung auf den einen oder anderen Punkt hingewiesen, den es zu beachten gilt.

Glossar

Abwasser

Was Abwasser wird in einem Wohnmobil in einem fest installierten oder auch gelegentlich in mobilen Tanks gesammelt. Beim Abwasser unterscheidet man grundsätzlich zwischen Blackwater und Greywater.

Alkoven

Ein Alkoven ist eine Bettnische, die als kleiner Nebenraum zur Wohneinheit des Wohnmobils zu verstehen ist. Diese relativ große Liegefläche befindet sich über der Fahrerkabine und ist schon von außen als „Nase“ erkennbar. In der Regel befindet sich im Alkoven Platz für zwei Personen. Während der Fahrt ist der Alkoven bei den meisten Fahrzeugen nicht zu benutzen. Im Vordergrund steht dafür vor allem die fehlende Sicherheit.

Arctic/Polar Package

Wohnmobile, die über ein Arctic Paggage verfügen, sind mindestens mit isolierten und beheizbaren Tank für Frisch- und Abwasser sowie die Leitungen ausgestattet, um das Einfrieren zu verhindern. In der Regel ist die Außenhaut des Wohnmobils zusätzlich isoliert und teilweise mit doppelt verglasten Fenstern und einer stärkeren Heizung versehen.

Blackwater

Als Blackwater oder Black Water wird das Schmutzwasser aus der Toilette des Campers bezeichnet. Dieser Wasserkreislauf ist vom Greywater getrennt.

Campervan

Der Campervan, auch Camper Van, Van Conversion oder Camping Van genannt, ist ein umgebauter Van. Das erhöhte Dach bietet mehr Kopffreiheit. Ein solches Fahrzeug ist sehr kompakt und ermöglicht das Befahren von Straßen und Wegen, die für normale Wohnmobile nicht zugänglich sind. Durch die vergleichsweise schlechten Platzverhältnisse und Ausstattung sind diese Campervans jedoch nicht für eine längere Reise zu empfehlen.

Caravan

Ein Caravan ist nichts anderes als ein Wohnwagen. Er verfügt im Gegensatz zu einem Motorhome oder Wohnmobil keinen eigenen Motor und ist deshalb auf eine Zugmaschine angewiesen. Ganz im Gegensatz zu europäischen Straßen und Campingplätzen sind Wohnwagen in Kanada nicht besonders verbreitet.

Class-A-Motorhome

Die wohl komfortabelste Reiseform bei Wohnmobilen bieten Class-A-Motorhomes. Es handelt sich um busähnliche Fahrzeuge, die in der Regel sehr gut ausgestattet sind. Die Größe dieser Wohnmobile beginnt bei etwa 24 Fuß (um die 7 Meter) und können über 10 Meter lang sein (40 Fuß). Damit bieten sie allen erdenklichen Komfort. Andererseits verlangen sie etwas Erfahrung und Geschick beim Rangieren und Navigieren.

Class-B-Motorhome

siehe Campervan


Class-C-Motorhome

Ein Motorhome der Klasse C wird meist auf ein Chassis von Vans oder Pickups gebaut. Im Gegensatz zum Class-A-Motorhome bleibt jedoch die Fahrerkabine erhalten. Zwischen der Fahrerkabine und der Wohneinheit ist ein Durchgang. Über der Fahrerkabine ist ein Alkoven aufgebaut, der normalerweise eine Liegefläche für zwei Personen enthält. Diese Klasse von Fahrzeugen sind die klassischen Motorhomes, die wir auch als Wohnmobile auf unseren Straßen kennen.

Dinette

Die Sitzecke in einem Wohnmobil wird als Dinette bezeichnet. Meist besteht sie aus zwei gegenüberliegenden Bänken. Je nach Größe und Ausstattung des Wohnmobils kann auch eine Rundbank angelegt sein. Kleine Motorhomes haben oft nur eine Sitzbank, weitere Sitzgelegenheiten kommen durch das Umdrehen der Sitze im Fahrerhaus dazu. Durch die Entfernung des Tisches sowie das Umklappen der Bänke lässt sich die Dinette bei vielen Wohnmobilen in ein weiteres Bett umwandeln.

Dumping

Dumping oder Dumpen bezeichnet das Entsorgen des Schmutzwassers. Dabei wird zwischen Blackwater und Greywater unterschieden. Je nach Dump-Station werden entweder beide Arten von Abwasser getrennt oder gemeinsam entsorgt. An einigen Stationen in Kanada darf nur das Greywater abgelassen werden. Je nach Ausstattung des Campingplatzes ist es möglich, direkt auf dem Stellplatz zu dumpen. Das ist natürlich sehr bequem. Andere Plätze haben eine zentrale Dumping-Station. Das kann insbesondere am Morgen und Abend zu größeren Warteschlangen führen. Vor allem Campingplätze in den Nationalparks bieten keine Möglichkeit zum Dumpen an.

Auf längeren Fahrten solltet ihr jede Gelegenheit zum Dumping nutzen. Normalerweise findet man immer eine Möglichkeit, da auch Gemeinden oder Tankstellen Dump-Stations (Sani-Dumps) anbieten. Teilweise ist das Dumpen kostenlos, teilweise wird eine geringe Gebühr erhoben. Die Anlagen unterscheiden dabei natürlich meist zwischen den Kunden und anderen, die nur den Dumping-Service nutzen. Füllt beim Dumpen auch gleich immer den Frischwassertank auf.

eTA (Electronic Travel Authorization)

Seit 2016 unterliegt die Einreise nach Kanada einer Einreiseerlaubnis. Hat man davor die Formalitäten einfach bei der Ankunft am Flughafen abgewickelt, muss jetzt vor dem Abflug die elektronische Autorisierung beantragt werden.

FCFS

FCFS ist eine Abkürzung für „first come, first served“. Wer also zuerst kommt, wird zuerst bedient. Auf manchen Campingplätzen erfolgt die Vergabe der Campsites nach dem FCFS-Prinzip. Dabei werden die zur Verfügung stehenden Stellplätze in der Reihenfolge des Eintreffens vergeben. Diese mit FCFS gekennzeichneten Campingplätze können im Vorfeld nicht reserviert werden. Außerdem dürfen sie oft nur für einen oder zwei Tage belegt werden. Für alle Camper, die ihre Route gern spontan angehen, sind diese Campgrounds sehr willkommen.

Feuerstelle

Fast alle Plätze (Sites) auf einem Campingplatz in Kanada sind mit einer Feuerstelle ausgestattet. Es ist möglich, ein Feuer zu entzünden, das neben dem romantischen und wärmenden Effekt auch zum Grillen oder Kochen verwendet werden kann. Je nach Campground sind die Regelungen für die Nutzung unterschiedlich und sollten peinlich befolgt werden. Vor allem, wenn wegen einer akuten Waldbrandgefahr das Entfachen von offenem Feuer strikt verboten ist. Bei vielen Campsites darf die Feuerstelle kostenlos genutzt werden. Zum Teil wird auch Feuerholz zum Verkauf angeboten. Andere Campingplätze verlangen ein Fire Permit (Gebühr). Dafür könnt ihr aber dann kostenlos Holz von bestimmten Ablageorten, einem sogenannten „Wood Pit“ holen. Übrigens ist die Mitnahme von Feuerholz in Kanada verboten, weil es die Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen fördern könnte.

Fire Permit

Ein Fire Permit ist die Erlaubnis, die Feuerstelle auf dem Stellplatz nutzen zu dürfen. Auf einigen Campingplätzen wir diese Erlaubnis tageweise zusätzlich zur Gebühr für den Stellplatz verkauft.

Full Hook-up

Als Full Hook-up werden Stellplätze auf einem Campingplatz bezeichnet, die vollständig mit diversen Anschlüssen ausgestattet sind. Hierzu gehören Strom-, Frischwasser- und Abwasseranschluss. In der Regel sind solche Stellplätze mit Vollausstattung deutlich teurer als weniger gut ausgestattete Sites. Manch ein privater Campingplatz bietet sogar Satellitenfernsehen und Zugang zum Internet an.

Greywater

Das gesammelte Schmutzwasser aus den verschiedenen Abflüssen in einem Camper wird als Greywater bezeichnet. Damit ist das Abwasser aus dem Spülbecken, dem Waschbecken und der Dusche gemeint. Das Abwasser aus der Toilette (Blackwater) wird getrennt vom Greywater gesammelt. Beide Arten von Schmutzwasser werden beim Dumpen an einer Dump-Station entsorg – meist getrennt, manchmal auch gemeinsam.

Motorhome

Die geläufige Bezeichnung für ein Wohnmobil ist Motorhome. In der Regel wird ein bestimmter Typ dieser Fahrzeuge so genannt. Und zwar solche, bei denen der Innenraum nicht nur durch eine Außentür, sondern auch direkt von der Fahrerkabine aus betreten werden kann. Ein Motorhome wird außerdem RV oder Camper genannt. Ein Motorhome bietet je nach Größe und Ausstattung weitestgehende Unabhängigkeit.

Motorhomes sind meist mit einer kleinen (aber vollständigen) Küche ausgestattet. Neben einem Spülbecken, einem Gasherd mit mehreren Platten findest du hier einen Kühlschrank. Häufig auch eine Mikrowelle, einen Backofen und einen Gefrierschrank. Dazu kommt eine Dinette, die sich zu einem weiteren Bett umbauen lässt. Die Sanitäreinheit enthält neben einer Toilette ein Waschbecken und manchmal eine Dusche. Die Ausstattung ist vor allem von der Größe des Fahrzeugs abhängig. Dennoch erweisen sich auch kleine Motorhomes als praktische Platzwunder.

Pull-through Site

Ein Stellplatz auf einem Campingplatz, der so angeordnet ist, dass du mit dem Fahrzeug vorwärts hinein und auch vorwärts wieder herausfahren kannst, wird als Pull-thru oder Pull-through bezeichnet. Diese Art von Site ist sehr angenehm für alle ungeübten Fahrer, da kein Rückwärts-Rangieren mit dem Wohnmobil nötig ist. Oft sind solche Campgrounds jedoch recht eintönig gestaltet, weil die Stellplätze in langen Reihen parallel angeordneter Plätze verlaufen.

RV

RV ist die Abkürzung für Recreational Vehicle. In Nordamerika werden alle Arten von Freizeitfahrzeugen als RV bezeichnet.

Slide-Out

Bei Wohnmobilen mit Slide-Out lässt sich die Dinette seitlich ausfahren, wenn das Fahrzeug steht. Dadurch entsteht ein großzügiges Platzangebot, was gerade bei einer Wohnmobiltour mit einer größeren Familie willkommen ist. Ein solcher Slide-Out vergrößert die Breite des Fahrzeugs um etwa 50 cm. Das klingt vielleicht wenig, ist im Innenraum jedoch deutlich zu spüren. Große Wohnmobile verfügen teilweise über mehrere dieser Slide-Outs, beispielsweise für ein Bett oder eine Sitzecke (Dinette).

Trailer

Trailer ist die klassische Bezeichnung für einen Wohnwagen, der von einem Fahrzeug gezogen wird.

Truck Camper

Die Wohneinheit sitzt bei einem Truck Camper auf der Ladefläche. Prinzipiell ist es bei diesen Fahrzeugen möglich, die Wohneinheit abzusatteln. Aus versicherungstechnischen Gründen ist das bei Mietfahrzeugen aber nicht erlaubt.


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