Wacholderwanderweg (Landkreis Amberg-Sulzbach)

Zwei Tage entlang der Lauterach in der Oberpfalz

Nur etwa 50 Kilometer östlich von Nürnberg liegt ein wenig bekanntes Kleinod im Landkreis Amberg-Sulzbach: Das Lauterachtal. Und mitten hindurch führt euch der Wacholderwanderweg – häufig direkt durch die Wacholderheide. Unter Eingeweihten ist die Region deshalb auch als die Oberpfälzer Toskana bekannt.

Eine Wanderung durch die Bayerische Toskana

Im Verlauf der etwa 36 Kilometer langen Wanderung zwischen den Gemeinden Schmidmühlen und Kastl begleitet euch die Lauterach, die sich als romantischer Bach durch ihr Bett bis zur Mündung in die Vils schlängelt. Große Teile des Wanderweges führen durch die würzig duftenden Trockenrasen mit ihren Kräutern, Orchideen und Wacholderbüschen, die wie skurrile Skulpturen in den Himmel ragen und fast ein wenig den Eindruck erwecken, man wäre in Italien – der Toskana eben. Die Magerrasen und Trockenstandorte sind sehr sensibel und stehen unter strengem Schutz. Nur so kann diese wunderschöne Landschaft erhalten bleiben.

Markierung Wacholderwanderweg

Rechts und links der Lauterach, die sich still und unscheinbar durch das Tal schlängelt, erheben sich sanfte Hügel mit bemerkenswerten Felsformationen aus dem Weißen Jura. Sie stammen aus längst vergangenen Zeiten, als sich hier noch tropische Schwammriffe in einem längst verschwundenen Ozean befanden. Einfluss auf die heutige Landschaft hatte aber auch der Erzbau im Mittelalter mit seinem stattlichen Holzbedarf. Gerodet und erodiert bietet der Boden in vielen Gebieten großen Bäumen keine Grundlage zum Leben mehr. Deshalb wurden vor allem die Südhänge ein Standort für solche Pflanzen, die nur wenig Nährstoffe und Wasser benötigen. Heute unter Schutz gestellt, bieten diese Trockenstandorte 160 seltenen Pflanzen- und Tierarten eine Heimat.

Wandern auf dem Wacholderwanderweg

Auf dem Wacholderwanderweg zu wandern, bedeutet sich auf einen sehr facettenreichen Ausflug in die Landschaft und die Kulturgeschichte der außergewöhnlichen Region in der Oberpfalz zu begeben, die man hier im Nordosten von Bayern vielleicht gar nicht erwartet hätte  und deshalb immer wieder für eine Überraschung gut ist.

Kurz hinter den Toren von Schmidmühlen Richtung Hirschwald

Langweilig wird es auf der Wanderung durch die Oberpfalz nie. Die Landschaft gestaltet sich sehr abwechslungsreich. Leise gurgelt die Lauterach unten im Tal und glitzert in der Sonne. Wiesen wechseln sich mit Weiden und Trockenrasen mit Wacholderbüschen ab – und nicht zu vergessen: die verschlafenen Ortschaften. Das alles lässt den Alltag vergessen und endlich einmal aufatmen. Und nicht zuletzt sorgt der mächtige Hirschwald als wunderschönes Biotop im Naturpark Hirschwald für angenehme Erfrischung an heißen Tagen.

Start und Ziel

Der Wacholderwanderweg beginnt am Rathaus im Ortskern von Schmidmühlen und verläuft meist über den sonnigen Südhang des Lauterachtals über Hohenburg bis nach Kastl, teilweise auch durch die schattigen Wälder des Naturparks Hirschwald. Ihr könnt die rund 32 Kilometer lange Strecke zwischen Schmidmühlen und Kastl als Zweitageswanderung wandern. Möglich sind wahlweise auch einzelne Etappen als Tagesausflug. Im letzteren Fall könnt ihr entweder von Schmidmühlen bis Hohenburg oder von Hohenburg nach Kastl wandern. Beide Etappen sind knappe 16 Kilometer lang und leicht an einem Tag zu schaffen.

Ganz besonders schön ist auch als Einstimmung oder als krönender Abschluss die Rundwanderung bei Kastl. Hier bekommt ihr schon einmal einen guten Einblick über die Schönheit der Natur im Lauterachtal mit seinen einzigartigen Wacholderheiden und Trockenrasen. Für alle, die einmal hineinschnuppern möchten, lohnt sich der etwa 5 Kilometer lange Rundweg in Verbindung mit einer Besichtigung der Klosterburg Kastl und dem Rathaus auf dem Marktplatz.

Mit dem Fahrrad unterwegs

Für alle, die die Gegend lieber auf dem Drahtesel erkunden, empfiehlt sich der Radweg zwischen Schmidmühlen und Kastl an der Lauterach entlang.

Typischer Südhang im Lauterachtal mit Wacholderbüschen und Magerrasen

Zweitagestour in der Oberpfälzer Toskana – Der Wacholderwanderweg

Wir haben uns für die zweitägige Tour mit einer Übernachtung in Hohenburg entschieden, das in etwa in der Mitte des Wacholderwanderweges liegt. Aufgeteilt ist unsere Wanderung in zwei Etappen. Der erste Tag beginnt in Schmidmühlen und geht rund 16 Kilometer über den Wacholderwanderweg nach Hohenburg. Der zweite Tag führt uns weitere 15 Kilometer von Hohenburg nach Kastl. Von Schmidmühlen nach Hohenburg

Etappe 1 (16 km): von Schmidmühlen nach Hohenburg

Etappe 2 (15 km): von Hohenburg nach Kastl

Etappe 3 (5 km): Rundweg bei Kastl

Und natürlich haben wir uns in den beschaulichen Orten am Wegesrand ein wenig umgesehen und ein paar tolle Sehenswürdigkeiten entdeckt!

 

 

 

 

 

Ideal für Einsteiger: Fernwanderweg für Anfänger – der Wacholderwanderweg

Wer einmal damit angefangen hat, kann schwer nur wieder aufhören. Die Rede ist vom Wandern. Ich kann mir inzwischen gar nicht mehr vorstellen, meine Wochenenden und jede sich bietende Gelegenheit wahrzunehmen und auf eine Tour zu gehen. Nichtsdestotrotz wagen sich nur wenige – vor allem als Frau alleine oder mit Kind – auf einen Fernwanderweg. Mir ist es da nicht anders ergangen. Dabei gibt es so viele wunderschöne Fernwanderwege in Deutschland.

Zunächst geht es ein paar Hundert Meter an der Vils entlang nach Norden

Erprobte Fernwanderer werden mich jetzt vielleicht etwas belächeln. Zwei Etappen, nur knapp über 30 Kilometer: Das ist ja nicht einmal ein  richtiger Fernwanderweg. Doch der Schritt von einer normalen Wanderung zum Trekking schüchtert mich dann doch etwas ein. Schließlich möchte und kann ich nicht alles mitnehmen, was ich auf einer mehrtägigen Tour womöglich alles so brauchen könnte und gerne mit dabei hätte.

Tipp: Vergesst auf keinen Fall eure Wanderkarte. Wer noch nie nach Karte gewandert ist, sollte sich im Vorfeld unbedingt ein paar Grundkenntnisse im Kartenlesen aneignen.

Aufgeregt hinein ins Abenteuer

Wie vielleicht viele von euch, war auch ich absoluter Neuling. Die Tageskilometer beeindruckten mich nur wenig, schließlich sind viele meiner Touren über 15 Kilometer lang. Und an große, unheimliche Männer, die genau auf mich hinter einem Busch warten, um mich zu überfallen, glaube ich nicht.

Mein ganzes Gepäck (bis auf die Kamera)

Die Herausforderung lag vor allem im Gepäck. Ich wollte auf keinen Fall eine organisierte Tour, auf der mein Gepäck von Unterkunft zu Unterkunft transportiert wird, sondern alles ganz alleine machen. Da ich aber bereits 2006 eine Operation an der Bandscheibe hatte, kann ich nicht wirklich viel Gepäck mit mir herumschleppen. Klamotten für zwei Tage sind gerade noch drin. Bei längeren Touren wird es schwierig. Ich beschränke mich also wirklich auf das Nötigste: kein Make-up oder Ersatzschuhe!

 Das ist meine (kurze) Liste fürs Gepäck:

  • Kamera mit Ladekabel
  • GPS-Gerät mit Ersatzbatterien
  • Geldbeutel
  • Unterwäsche
  • spezielle Wandersocken
  • zwei Ersatz-T-Shirts
  • Regenjacke
  • Zahnbürste, Zahnpasta
  • Bürste
  • Shampoo (in einer Miniflasche, auch zum Duschen)
  • Stift und Papier
  • Mobiltelefon mit Ladekabel
  • Kartenmaterial und Adressen der Unterkünfte
  • ein paar Müsliriegel und zwei Flaschen Wasser
  • Elektrolytpulver für das Wasser
  • Blasenpflaster (noch nie gebraucht aber immer mit dabei)
  • Sonnenschutz und Kappe
  • meine geliebten, leichten Wanderstiefel (gut eingelaufen und bewährt)

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Immer mit dabei:

meine Lieblingswanderschuhe!

 

 

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Meine Trekking-Hose ist ziemlich unempfindlich, und beschließe, dass sie auch mal zwei Tage durchhalten muss, um Gepäck zu sparen. Trotz minimalistischer Ausstattung ist der Rucksack durch die zwei Wasserflaschen ganz schön schwer. Auf Getränke solltest du aber auf keinen Fall verzichten. Vor allem dann nicht, wenn du wie ich im Hochsommer 2018 bei über 35 Grad unterwegs bist.

Da mich mein Sohn dieses Mal nicht bei der Wanderung begleiten möchte, bin ich ganz alleine unterwegs. Die Gegend ist nur schwach besiedelt und ich freue mich auf ein paar Tage Stille und Natur.

Alter Steinbruch im Naturpark Hirschwald nördlich von Schmidmühlen

Mit Kindern auf dem Wacholderwanderweg

Der Wacholderwanderweg empfiehlt sich für Kinder ab dem schulpflichtigen Alter. Wer keine Probleme mit dem Rücken hat, kann die Strecke auch problemlos mit seinem Winzling in der Bauch- oder Rückentrage bewältigen. Wem die Tagesetappen mit einem jüngeren Kind zu lang sind, dem empfehle ich, in den Dörfern auf dem Weg nach einer Übernachtungsmöglichkeit suchen und einfach die Tour an drei oder vier Tagen bewältigen. Schließlich  müsst ihr hier keine Rekorde in Sachen Zeit brechen.

Um den Wacholderwanderweg zu bewältigen, ist weniger Kondition und eine aufwändige Ausrüstung wichtig, als vor allem die mentale Einstellung. Du musst dir den Weg zutrauen, dann klappt es auch! Ich bin selbst auch überhaupt nicht sportlich und habe keinerlei Probleme gehabt (nur schrecklichen Durst, weil die zwei Flaschen Wasser nicht gereicht haben bei der extremen Hitze). Die Strecke hat glücklicherweise keine nennenswerte Steigungen und ist daher auch für Anfänger gut zu bewältigen.

Trotzdem sollten völlig ungeübte Wanderer im Vorfeld schon einmal ein wenig üben und an den Wochenenden vorher ein paar kleinere Tagestouren unternehmen, damit ihr wisst, worauf ihr euch einlasst und auch keinen schlimmen Muskelkater bekommt. Die Strecken, die ihr zu Hause schon bewältigt habt, sollten mindestens an die 10 km lang sein. Übersteht ihr diese Wanderungen problemlos, schafft ihr auch den Wacholderwanderweg.

Aber auch bei geübten Wanderern kann sich am zweiten Tag ein Muskelkater einstellen, schließlich muss sich der Körper erst daran gewöhnen, das Wandern als normalen Bewegungsablauf zu akzeptieren. Meist geht das Ziehen in den Beinen aber nach ein paar Kilometern von ganz alleine weg, wenn die Muskeln wieder aufgewärmt sind. Ein wenig mehr Bewegung im Alltag tut als zusätzliche Vorbereitung gut. Kinder haben übrigens im Normalfall wenig Probleme mit einem Muskelkater, da sie sich von Natur aus noch deutlich mehr bewegen als wir Erwachsene.

Tipp: Macht euch keine Gedanken, dass ihr euch verlauft. Der Wacholderwanderweg ist wirklich sehr gut ausgeschildert und alle Abzweigungen leicht zu finden.

Eine kleine Runde zum Eingewöhnen oder als krönender Abschluss – Rundwanderweg in Kastl

Unterkünfte

Auf der gesamten Strecke sind in fast allen Ortschaften Übernachtungen in Pensionen oder kleineren Hotels möglich. Etwas entfernt von Trubel und der Infrastruktur der Großstadt halten sich auch die Preise für die Unterkünfte in Grenzen und sind auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich.

Meine Unterkünfte habe ich ein paar Tage telefonisch gebucht, schließlich möchte ich nach der Anstrengenden Wanderung nicht noch nach einem Zimmer suchen – und womöglich sind alle Pensionen restlos ausgebucht. Zuerst habe ich im Internet bei den Hotelportalen gesucht, was es so alles gibt. Dann habe ich mir die Telefonnummern rausgesucht und angerufen – mit überraschendem Erfolg.

Was zunächst recht unscheinbar anmutet, entpuppt sich oft als wahres Paradies

Auch laut Hotelportal ausgebuchte Unterkünfte hatten noch etwas frei. Und: Obwohl einige Portale den günstigsten Preis garantieren, habe ich auf meiner Suche nach einem Zimmer die Nacht auf meiner Wanderung durchaus neue Erfahrungen machen können. Eine Anfrage bei der Unterkunft direkt empfiehlt sich immer. Oft fällt der Preis auch noch deutlich niedriger aus als auf einem Hotelportal. Es kann natürlich auch umgekehrt sein. Trotzdem kann eine E-Mail oder ein Anruf auf keinen Fall schaden. Wenn ihr Glück habt, bekommt ihr genau die Pension, die ihr euch ausgesucht habt und spart auch noch jede Menge Geld.

Trotz aller Natur ist auch ein wenig Kultur und Geschichte angesagt: Klosterkirche in Kastl

Essen und Trinken

Für die Tour solltet ihr euch auf jeden Fall gut mit Getränken und einem Snack für zwischendurch eindecken. Ein Frühstück gibt es in der Unterkunft und ihr könnt problemlos ein Lunchpaket für ein kleines Picknick auf dem Weg einpacken. Abends lohnt sich der Besuch in einem der vielen kleinen Gaststätten, die nicht nur deftige, regionale Küche bieten, sondern obendrein das eine oder andere Schmankerl für all jene, die keine Lust auf Fleisch haben. Und auch ein Biohof mit eigenem Restaurant liegt auf dem Weg. Verhungern müsst ihr also nicht!

Restaurant, Biohof & Café Hammermühle an der Lauterach in Hohenburg

Wacholderwanderweg Landkreis Amberg-Sulzbach

Südlich von Amberg in der schönen Oberpfalz verläuft der Wacholderwanderweg zwischen Schmidmühlen und Kastl über eine Strecke von etwas über 30 Kilometern. Zwar ist die Wanderung für geübte Fernwanderer auch an einem Tag zu schaffen, euch entgehen dann aber die schönen Städtchen und Dörfer am Wegesrand, in denen es auch so viel zu entdecken und zu bestaunen gibt.

Ich empfehle, insgesamt vier Tage einzuplanen. Am ersten Tag könnt ihr Schmidmühlen erkunden, um dann am zweiten Tag ausgeruht für die erste Tagestour zu sein. Eine Übernachtung in Hohenburg bietet sich an, da ihr unbedingt das Fledermaushaus ansehen müsst. Am dritten Tag geht es dann nach Kastl. Und am vierten Tag könnt ihr zur Klosterkirche auf den Berg gehen und den darüber liegenden Rundweg durch die Oberpfälzer Toskana als krönenden Abschluss machen. Es lohnt sich, also nehmt euch viel Zeit!

Höhenprofil

Details

  • Distanz: 36,4 km (inklusive Rundweg in Kastl)
  • Erste Teiletappe Schmidmühlen – Hohenburg: 16,3 km
  • Zweite Teiletappe Hohenburg – Kastl: 15,4 km
  • Dritte Etappe/Rundwanderweg Kastl: 4,8 km
  • Zeitbedarf pro Tag: je nach Kondition zwischen 5 und 7 Stunden
  • Markierung: Rundes Schild mit einem grünen Wacholderbusch (Wacholderwanderweg)
  • Schwierigkeit: mittel (nur mäßig lange Steigungen)
  • Anstieg: 1000 m (hört sich schlimmer an, als es tatsächlich ist)
  • Abstieg: 972 m
  • DOWNLOAD Gesamtstrecke: Wacholderwanderweg-Karte-Gesamtstrecke

Jetzt neu: PLANDATEN FÜR GPS-GERÄTE

So funktioniert´s: Auf den Link klicken, dann wird euch die Datei angezeigt. Mit der rechten Maustaste irgendwo in den Text klicken. „Speichern unter“ auswählen und an beliebiger Stelle (auf dem Smartphone, PC oder dem mobilen GPS-Gerät) speichern.

Auf den Wacholderwanderweg aufmerksam geworden bin ich durch eine liebe Freundin, die in einem der Nachbarorte ihre Kindheit verbracht hat – und die den Wanderweg, obwohl direkt in ihrer Nähe, erst jetzt entdeckt und mir gleich den Flyer besorgt hat. Ein herzliches Dankeschön dafür!

Ihr könnt euch den Flyer vom Wacholderwanderweg direkt herunterladen unter:

Info-Prospekt mit Beschreibung vom Landkreis Amberg-Sulzbach

Skulpturenpfad am Wiesengrund in Schmidmühlen mit Blick auf das Zieglerschloss

Alles, ganz entspannt:

Verlängertes Wochenende auf dem Wacholderwanderweg

Wer wirklich alles sehen möchte, sollte ein verlängertes Wochenende einplanen:

  • Tag 1: Anreise nachmittags nach Schmidmühlen mit Stadtrundgang
  • Tag 2: Früh raus, 1. Etappe nach Hohenburg, abends Fledermaushaus
  • Tag 3: Früh raus, 2. Etappe nach Kastl
  • Tag 4: Rundwanderweg bei Kastl und Besichtigung der Klosterburg, Abreise

Und wie kommt Ihr wieder zurück?

Bei Rundwanderwegen stellt sich die Frage nicht, wie ihr wieder zum Ausgangsort zurück kommt. Bei Fernwanderwegen oder anderen Zielwanderwegen muss man sich natürlich vor Antritt der Wanderung darüber informieren, welche Möglichkeiten es gibt, wieder nach Hause oder zum geparkten Auto zurück zu kommen. Beim Wacholderwanderweg gibt es grundsätzlich verschiedene Alternativen.

An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Je nachdem, von wo ihr kommt, empfiehlt sich zunächst der Zielbahnhof Amberg. Die Verbindung mit dem Bus nach Schmidmühlen ist unter der Woche gut und startet bereits ab etwa 6:00 Uhr am Morgen bis etwa 19:30 Uhr am Abend. Die Linie 54 der Verkehrgemeinschaft Amberg-Sulzbach (beziehungsweise 454 bei Bussen der VGN) Amberg-Schmidmühlen-Emhof fahren mindestens im stündlichen Takt und benötigen eine gute halbe Stunde bis nach Schmidmühlen. An Samstagen kommt ihr laut aktueller Fahrplanauskunft nur einmal gleich am Morgen nach Schmidmühlen und sonntags gibt es zur Zeit überhaupt keine Verbindungen.

Von Kastl aus kommt ihr zu ähnlichen Zeiten mit der Buslinie 460 nach Amberg. Für die Fahrt braucht ihr rund 40 Minuten. Auch hier sieht es am Wochenende mau aus. Plant eure Wanderung deshalb am besten so, dass ihr euer An- und Abreisetag auf einen Werktag fällt.

Cappucino Station im Ortskern von Kastl – im Hintergrund die Klosterburg

An- und Abreise mit dem eigenen PKW

Ich habe mein Auto auf dem Parkplatz beim Rathaus in Schmidmühlen geparkt und es dort stehen lassen. Von Kastl aus wieder mit öffentlichen Verkehrsmittel dorthin zurückzukommen, ist nicht so einfach. Prinzipiell müsstet ihr zuerst von Kastl aus nach Amberg und dann wieder nach Schmidmühlen. Das dauert etwa zwei Stunden mit Umstieg. Ein Taxi würde auch erst aus Amberg kommen und ist dementsprechend teuer.

Trotzdem ist es kein Problem, wenn ihr in Kastl eine Unterkunft gebucht habt. Ich habe einfach im Hotel mein Dilemma beschrieben und siehe da: Ein netter Mitarbeiter hat mich für einen (im Gegensatz zum Taxi günstigen Preis) von 20 Euro nach Schmidmühlen gefahren. Wenn ihr zu mehreren Personen seid, ist der Obolus pro Person gar nicht mehr so üppig. Fragt aber unbedingt im Vorfeld bei der Unterkunft nach. Man kennt dort den Notstand mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und ist euch bestimmt gerne behilflich.

Pferde auf dem Harschhof bei Schmidmühlen

Pauschalangebot

Wer sich nicht selbst um alles kümmern möchte, kann auch das Pauschalangebot inklusive Transfer und einer Übernachtung in Hohenburg bei der Pension Stauber in Hohenburg wahrnehmen.

Vierte Alternative

Ganz ohne lästige Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt ihr natürlich aus, wenn ihr aus der Tour eine Rundwanderung macht. Ihr müsst dafür nicht den Wacholderwanderweg zurücklaufen, sondern könnt auf dem Fahrradweg, der an der Lauterach entlang führt, nehmen. Der Weg liegt sehr idyllisch und ist besonders einfach, da es kaum nennenswerte Steigungen gibt. So bekommt ihr noch mehr wunderbare Eindrücke vom Lauterachtal. Außerdem  habt ihr so die Möglichkeit, noch ein paar Sehenswürdigkeiten anzusehen, für die ihr auf der Wanderung auf dem Wacholderwanderweg keine Zeit hattet. In Kastl lohnt sich ein Besuch der Klosterburg und eine kleine Zusatztour des Wacholderwanderweges oben auf dem Berg. Hier gibt es übrigens auch einen informativen Naturlehrpfad im Wald.

Fazit

Ich habe zwar schon immer mit einer mehrtägigen Wandertour geliebäugelt, mich aber bisher nie gewagt, eine solche Tour zu unternehmen. Jetzt, nachdem ich diese einmalige Erfahrung gemacht habe, kann ich gar nicht mehr genug davon bekommen. Ich kann nur empfehlen, euch viel Zeit zu nehmen, denn unter Druck lässt sich die Wanderung nicht genießen und ihr verpasst jede Menge Sehenswertes am Wegesrand und in den angrenzenden Orten.

Für das kommende Jahr habe ich mir bereits eine etwas längere Fernwandertour ausgesucht. Das nächste Mal nehme ich mir eine ganze Woche Zeit, die fünf Etappen auf dem Vilstalwanderweg von der Quelle bis zur Mündung zu erwandern – wahrscheinlich leiste ich mir dann aber den Luxus, mein Gepäck transportieren zu lassen, da bei fünf Wandertagen das Ganze dann doch etwas überhand nimmt.

Übrigens führt auch ein Teil des Jurasteiges durch das Lauterachtal (auf der gleichen Strecke wie der Wacholderwanderweg). Wenn ihr also lieber etwas mehr Strecke wandern wollt, könnt ihr auch auf dieser Wanderung die Schönheiten des Naturparks Hirschwald genießen.


Wacholderwanderweg: Etappe 1

Mein Blick schweift von der Bäckerei Grosser zur Rechten hinüber zu den rosaroten Gebäuden der Metzgerei Spies und des Gasthofes Goldener Ochse bis zum sonnengelben Haus mit dem Marktcafé. Ich sitze auf einer bequemen Bank vor der Pfarrkirche Ägidius auf dem weitläufigen Marktplatz in Schmidmühlen, der auf einer Halbinsel liegt, eingebettet von den beiden Flussläufen der Markt: Vils und Lauterach. Ich trinke noch einen letzten Latte Macchiato, bevor ich mich endgültig auf den Weg mache. MEHR LESEN

Wacholderwanderweg: Etappe 3 (Rundweg über das Hochholz)

Zu den attraktivsten Wanderwegen im Jura zählt der Oberpfälzer Wacholderwanderweg zwischen Schmidmühlen und Kastl. Hier könnt ihr die einzigartige Natur im Naturpark Hirschwald – dem grünen Herzen der Oberpfalz – mit seinen wunderschönen Wacholderheiden erwandern. Doch bei Kastl ist noch nicht Schluss. Ein etwa 5 Kilometer langer Rundweg führt über das Hochholz. Mit herrlicher Aussicht über das Lauterachtal. Der Rundweg ist perfekt zur Einstimmung oder auch als krönender Abschluss auf dem Wacholderwanderweg zu empfehlen! MEHR LESEN

 


Bist du auch schon auf einem Fernwanderweg unterwegs gewesen? Welche Erfahrungen hast du  gemacht und welche Wege kannst du empfehlen? Schreib uns, denn wir sind immer auf der Suche nach neuen Anregungen!


Alle unsere Ausflüge und Wanderungen in Bayern

Überall in Bayern gibt es wundervolle Wanderwege, auf denen man immer wieder anderen Kulturräumen und Landschaften begegnet. Einige davon – vor allem im Raum Franken und Oberpfalz – also im Norden Bayerns – haben wir uns herausgepickt und sie getestet. Natürlich besuchen wir auch Wildparks, Schlösser, Burgen und Parks & Gärten, die uns besonders attraktiv erscheinen. Holt euch doch einfach ein paar Anregungen!

 

 

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