SCHLOSS SCHILLINGSFÜRST

Einer der schönsten Regionen in Mittelfranken ist der Landkreis Ansbach. Durch ihn zieht sich die Romantische Straße durch sanfte Hügel und grüne Täler. Und überall finden wir mittelalterliche Städtchen – weltbekannte und auch weniger bekannte. Schlösser, Burgen, Klöster und Ruinen säumen überall den Weg und  spicken eine Wanderung oder einen Ausflug mit ein wenig Geschichte. So auch das trutzige Barockschloss Schillingsfürst und der fürstliche Falkenhof mit Greifvogelflugschau.

Wahrzeichen von Schillingsfürst: das Barockschloss

Über eine Brücke und ein eisernes Tor gelangen wir zum Schloss. Drei Flügel umrahmen den stattlichen Innenhof und lassen das Schloss fast ein wenig wie ein trutziges Bollwerk auf den Besucher wirken. Hier und da sind noch verspielte Elemente aus längst vergangenen Zeiten zu erkennen, die den hohen Fassaden ein ganz besonderes Flair verleihen.  Das Schloss Schillingsfürst ist auf dem höchsten Punkt der Frankenhöhe erbaut und bereits der vierte Bau an ein und demselben Platz. Bereits seit dem 14. Jahrhundert gehört das Anwesen der Familie Hohenlohe-Schillingsfürst.

Einer der wenigen Verzierungen an der Fassade ist das hübsche Geländer am Balkon

Heute ist das Schloss im Besitz des Fürsten Constantin von Hohenlohe-Schillingsfürst. Nacheinander standen hier drei Burgen, die allerdings – obwohl sie als uneinnehmbar galten – immer wieder durch kriegerische Ereignisse zerstört wurden.

Das heutige Schloss ließ Philipp Ernst zu Hohenlohe-Schillingsfürst von 1723 bis 1750 im spanischen Barockstil bauen. Im rechten Flügel befindet sich im Erdgeschoss das

Schlossmuseum Schillingsfürst

Im Erdgeschoss des rechten Schlossflügels ist eine Ausstellung zum Thema Falknerei und das Französische Fremdenlegionär Museum untergebracht.

Historisches Treppenhaus im Museum Schloss Schillingsfürst

Durch das Treppenhaus mit prächtigen Stuckarbeiten aus der Zeit der Schlosserbauung um 1730 gelangt man vom Eingangsbereich des Museums in die erste Etage mit den ehemaligen Wohnräumen, die im Rahmen einer Führung besichtigt werden können. Eine Führung im Schloss lohnt sich besonders, da das Schloss Schillingsfürst eines der wenigen Schlösser in Deutschland ist, das noch viele Originale aufzuweisen hat. Kaum irgendwo anders wird die wilhelminische Zeit so lebendig dargestellt wie  hier.

Durch den Nordgang mit Jagdgewehren und Trophäen von früheren Familienmitgliedern gelangen wir in die Ahnengalerie im Westgang. Neben Königen brachte das Haus Hohenlohe-Schillingsfürst  auch den einen oder anderen deutschen Staatsmann wie den Staatskanzler unter Kaiser Wilhelm – Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst (1894-1900) hervor.

Innenhof des dreiflügeligen Schlosses der Familie Hohenlohe-Schillingsfürst

Im Salon für die Herren (Roter Salon) befinden sich neben einem Original-Kachelofen aus der Porzellanmanufaktur Nymphenburg auch 150 Jahre alte, mit Blattgold vergoldete Prunkspiegel. Der Damensalon ist natürlich in Altrosa gehalten. Wie sollte es auch anders sein, die Dame, die das Zimmer eingerichtet hat, hieß nämlich Rosa.

Der schönste Raum im Schloss Schillingsfürst ist sicherlich der Empfangssalon sowie das kleine Arbeitszimmer des Fürsten Chlodwig von Hohenzollern-Schillingsfürst. In beiden Räumen befinden sich wunderschöne Intarsienböden aus dem frühen 18. Jahrhundert von einem berühmten Nürnberger Schreiner. Um die kunstvollen Holzböden vor der Zerstörung zu bewahren, bekommt ihr vor dem Betreten der Salons ein paar riesige Filzpantoffeln über die Schuhe gestülpt. Besonders für Kinder ein unvergessliches Erlebnis.

Die Flugshow findet zweimal täglich gleich unterhalb der Schlossanlage statt

Adresse

Schloss Schillingsfürst

Am Wall 14
91583 Schillingsfürst

Homepage: schloss-schillingsfuerst.de

Öffnungszeiten

  • Saisonzeitraum: März bis Oktober
  • Montag Ruhetag (außer an Feiertagen)
  • 10:30 bis 17:00 Uhr
  • Führungen: jeweils um 12:00, 14:00 und 16:00 Uhr

Eintrittspreise

Schlossmuseum und Falkenhof

  • Erwachsene: 8,50 Euro
  • Kinder (zwischen 6 und 16): 5,50 Euro
  • Familienkarte (Eltern plus eigene Kinder): 20 Euro

Nur Schlossmuseum

  • Erwachsene: 5,00 Euro
  • Kinder (6-16): 4,00 Euro
  • Familien (Eltern plus eigene Kinder): 12,00 Euro

Nur Jagdfalkenhof

  • Erwachsene: 4,00 Euro
  • Kinder (zwischen 6 und 16): 2,50 Euro

Mehrfach im Jahr könnt ihr euch auf einem Mittelaltermarkt im Schloss vergnügen und in vergangenen Zeiten schwelgen. Die aktuellen Veranstaltungen auf Schloss Schillingsfürst findet ihr im Event-Kalender.

Auch diese junge Schleiereule nimmt bereits an der Flugvorführung teil

Fürstlicher Jagdfalkenhof

Um noch mehr Besucher anzulocken, wurde die fürstliche Falknerei im Burghof ins Leben gerufen. Über 30 verschiedene Vögel gibt es in der Falknerei. Darunter Eulen, Adler, Bussarde, Geier und natürlich Falken. Bei der Flugshow erfahrt ihr unglaublich viel über diese Vögel und kommt ihnen das eine oder andere Mal auch sehr nah. Auch Iltisse nehmen an der Show teil. Und um nicht zu viel zu verraten: Sie überleben die Show und werden nicht von den Greifvögeln gefressen.

  • Flugvorführungen: März bis Oktober
  • 11:00 Uhr und 15:00 Uhr

Kardinalsgarten

Aussicht vom Kardinalsgarten auf Schloss Schillingsfürst ins Romantische Franken

Kunstvoll arrangierte Blumenbeete sucht man hier im Kardinalsgarten vergeblich. Stattdessen erfreuen weite Rasenflächen und ein alter Baumbestand alle, die einen kleinen Rundgang wagen. Direkt am Eingang können sich die Kinder auf einem Spielplatz austoben.

Als Zeichen  der Freundschaft mit Franz Liszt ließ Kardinal Karl Gustav 1884 dem berühmten Komponisten und Klaviervirtuosen schon zu Lebzeiten ein Denkmal im Kardinalsgarten errichten. Vor ein paar Jahren wurde in Schillingsfürst die Liszt-Akademie gegründet, eine Stiftung, in der jedes Jahr junge Talente in sogenannten „Meisterkursen“ unterrichtet werden.

Mausoleum

Im Kardinalsgarten finden wir hinter hohen Bäumen versteckt den Familienfriedhof. Sofort ins Auge sticht das pitoreske Mausoleum, das inmitten der Grabstätten auf dem Friedhof steht. Das Mausoleum wurde 1891 erbaut und ist seit 1901 die letzte Ruhestätte der bedeutendsten Persönlichkeit der des alten Adelgeschlechtes: Fürst Chlodwig.

Mausoleum auf dem privaten Friedhof der Familie Hohenlohe-Schillingsfürst

Schillingsfürst – der Ort

Obwohl Schillingsfürst nicht einmal 3000 Einwohner zählt, wurden der damaligen Markt 1959 die Stadtrechte verliehen. Urkundlich erwähnt ist „Xillingesfirst“ bereits im Jahr 1000. Und seitdem ist in dem beschaulichen Ort mitten im Romatischen Franken immer etwas los. Um 1300 war Schillingsfürst ein Teil von Hohenlohe. Erst durch das Dazutun von Napoleon gelangte es in das Königreich Bayern.

Besonders groß ist Schillingsfürst zwar nicht, dafür gibt es aber noch eine ganze Reihe wunderschöner Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Nicht nur das Schloss mit seiner Falknerei, sondern auch der Ort selbst mit seinen wunderschönen, alten Häusern, Museen und nicht zuletzt dem schmucken Wasserturm, sind einen Ausflug wert.

Überall im Ort finden sich noch wunderschöne alte Häuser und Höfe

Ludwigs-Doerfler-Museum

Im Kunst- und Heimatmuseum werden die Werke des Malers Ludwig Doerfler, der hier in Schillingsfürst lebte und starb, ausgestellt. Bereits zu seinen Lebzeiten (1905-1992) konnte der Künstler mit seinen impressionistischen Bildern begeistern. Zudem beherbergt das Museum auch kostbare alte Stücke aus dem Ort sowie der direkten Umgebung wie Waffen, Teppiche und Trachten.

Adresse

Neue Gasse 1
91583 Schillingsfürst

Homepage: ludwig-doerfler-museum.de

Das Ludwig-Doerfler-Museum stellt viele Werke des berühmten Impressionisten aus

Historischer Wasserturm

Kommt man über die Ansbacher Straße nach Schillingsfürst, hat man das Gefühl, plötzlich an die Nord- oder Ostsee teleportiert zu sein. Wer über die Ansbacher Straße nach Schillingsfürst kommt, trifft unweigerlich auf den 1902 erbauten Wasserturm. Bis in die 1970er Jahre diente der Wasserturm im Stil eines Leuchtturmes der Wasserversorgung der Stadt. Heute ist der hübsche Turm nicht mehr in seiner ursprünglichen Funktion. In seinem Inneren führt eine Wendeltreppe nach oben, vorbei an Kunstwerken des Malers Michel Leroux. Auf Anfrage kann der Wasserturm besichtigt werden.

Der leuchtturmähnliche Wasserturm beherbergt heute eine Ausstellung

Essen und Trinken

Nach den vielen Eindrücken braucht ihr womöglich eine kleine Stärkung.

Schlosscafé und Restaurant

Das Café befindet sich direkt neben dem Schlossparkplatz im ehemaligen Quartier Französischen Fremdenlegion.

Direkt am Parkplatz von Schloss Schillingsfürst liegt das Schlosscafé

Schlosscafé Schillingsfürst mit Biergarten

Wer noch keine Schneeballen probiert hat, sollte das unbedingt bei einer Tasse Kaffee oder einem Tee im Café nachholen. Alle Kuchen, Torten und das Gebäck kommen aus der eigenen Konditorei.  Wen es eher nach etwas Deftigem gelüstet, kann es sich mit Bratwürsten oder anderen fränkischen Schmankerln bei einem kühlen Bier schmecken lassen. Vom Biergarten vor dem Haus habt ihr einen herrlichen Ausblick auf die Umgebung.

Adresse

Am Wall 10
91583 Schillingsfürst

Homepage: schlosscafe-schillingsfuerst.de

Öffnungszeiten

  • 10:00 bis 24:00 Uhr
  • Montag Ruhetag

Fazit

Direkt am Schloss Schillingsfürst stehen kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Fahrt einfach immer in Richtung Burg, kurz vorher sind die Parkplätze bereits ausgeschildert. Es lohnt sich nicht nur ein kurzer Ausflug in den Landkreis Ansbach. Hier gibt es so viele Sehenswürdigkeiten und tolle Möglichkeiten zum Wandern, dass ihr gleich einen ganzen Urlaub damit füllen könnt und immer noch nicht alles gesehen habt. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, kann für wenig Geld am Ortsrand auf dem Campingplatz Frankenhöhe mit Waschsalon und Restaurant nächtigen.

 


Das könnte dich auch interessieren:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Und hier findest du alle unsere Wandertouren, Burgen, Schlösser, Ruinen, Wildparks oder auch wunderschöne Gärten in Bayern:

 

 

 

 

 

 


 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.