SIELMANNS NATURLANDSCHAFTEN – HEINZ SIELMANN STIFTUNG

Auf einzigartige Weise hat er vielen von uns die Natur und den Naturschutz näher gebracht. Und zwar nicht mit vielen Worten und erhobenem Zeigefinger, sondern durch seine überzeugenden Filme und Taten, die uns auch heute noch von der Schönheit der Natur überzeugen und die es zu erhalten gilt. 1994 gründete Heinz Sielmann zusammen mit seiner Frau Inge die Heinz-Sielmann-Stiftung.

Heinz Sielmann

1917 bis 2006

Heinz Sielmann wurde 1917 in der Nähe von Mönchengladbach geboren. Als die Familie 1924 nach Königsberg in Ostpreußen in die Heimat seines Vaters zog, begann der junge Heinz durch die Natur vor seiner Haustüre zu streifen. Schon bald weckte die heimische Vogelwelt sein Interesse. Sein Vater fand das plötzliche Interesse weniger lustig, weil sein Sohn wegen seines Hobbys die Schule immer mehr vernachlässigte. In seiner Mutter hingegen fand Heinz Sielmann eine Verbündete. Schon bald schenkte sie ihm eine Spiegelreflex-Kamera, mit der sich ihr Sohn auf die Jagd nach Schnepfen und anderen Vögeln machte, die im hohen Gras von Uferbereichen nisteten.

Den zweiten Weltkrieg verbrachte er als Funker bei der Funknachrichtentruppe. Kurz nach seiner Rückkehr nach Deutschland bekam er den Auftrag vom Niedersächsischen Ministerium, einen Dokumentarfilm über die Auswirkungen des Krieges auf das Artenreichtum zu drehen. Mit dem Film „Lied der Wildbahn“ rief man erstmals in Deutschland dazu auf, sich gemeinsam um den Erhalt der Natur zu bemühen.

1956 nahm Sielmann an der Universität München seine Studien im Schwerpunkt Zoologie und Ornithologie wieder auf. Und auch währenddessen unternahm er unter der Schirmherrschaft zahlreicher Bekanntheiten wie dem belgischen König unzählige Forschungsreisen. Berggorillas, Paradiesvögel und auch die Tiere in der Savanne Afrikas gehörten zu den Hauptdarstellern seiner Forschungen und Dokumentationen. Tiere und Landschaften, über die man damals kaum etwas wusste.

Schon nach kurzer Zeit siedelten sich ein paar Hundert Kraniche am Schlabendorfer See wieder an

Expeditionen ins Tierreich

Die älteren unter uns kennen sie noch: die Sendereihe, die ab den 1960er Jahren in der ARD lief. Folge für Folge brachte Heinz Sielmann mit seinen Expeditionen ins Tierreich bedrohte Tierarten aus aller Welt in unsere Wohnzimmer.

Seine Expeditionen ins Tierreich führten Heinz Sielmann in die entlegensten Winkel unseres Planeten. Der Tierfilmer und Verhaltensforscher hatte stets wildlebende Tiere im Visier, ob Albatrosse in der Antarktis, Berggorillas in Afrika oder auch heimische Tierarten direkt vor der Haustüre. Und diese Tiere nebst ihren typischen Verhaltensweisen hat er einem Millionenpublikum nähergebracht. Denn nur was wir kennen und lieben, sind wir auch bereit zu schützen, war seine Devise.

Damit gehört er wohl zu den ersten Menschen, die sich weltweit für die Naturschutz eingesetzt haben. Und genau diese Lebensaufgabe verfolgte er hartnäckig bis an sein Lebensende 2006. Insgesamt veröffentlichte Heinz Sielmann über 30 Bücher, darunter einen autobiografischen Bildband. Neben seinen Fernsehsendungen und Büchern nutzte er seine Professur an der Uni München sowie zahllose Auftritte in der Öffentlichkeit, um für sein Anliegen zu werben.

Eine starke Frau an seiner Seite: Inge Sielmann

Bei einer Filmvorführung beim NDR lernte Heinz seine Frau kennen, die dort als Volontärin arbeitete. Als Inge ihm 1951 das Ja-Wort gab, war der jungen Frau noch nicht bewusst, wie oft sie in Zukunft alleine sein würde, weil ihr Mann mit aller Kraft seine Ziele in der ganzen Welt verfolgte.

Nach der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes 1954 unterstützte sie Heinz Sielmann bei den Vorbereitungen zu seinen Filmarbeiten und begleitete ihn auch mehrere Monate bei seinen Dreharbeiten für den Film Herrscher des Urwalds“. Als sich ihr Mann mit der Sielmann-Produktion selbstständig machte, übernahm Inge Sielmann Sichtung und Grobschnitt des Filmmaterials, koordinierte Termine und betreute die Produktion und alles was damit zusammenhing von München aus.

Auch nach dem Tod ihres Mannes trat sie weiterhin für ihre gemeinsame Lebensaufgabe ein. Leider ist auch Inge Sielmann im Jahr 2019 verstorben. Ihr Lebenswerk lebt und wirkt aber auch nach dem Tod der beiden weiter: in der Sielmann-Stiftung.

Die Natur für nachfolgende Generationen erhalten

Sein ganzes Leben lang setzte sich Sielmann für den Naturschutz ein. Aus seinem Engagement an der innerdeutschen Grenze heraus entstand die Idee, eine Stiftung zu gründen. Da die beiden 1978 ihren einzigen Sohn bei einem Unfall verloren und damit keine Erben hatten, sollte ihre ganze Energie und Kapital in die Stiftung fließen, um Kindern und Jugendlichen einen positiven Umgang mit der Natur zu vermitteln. Neben den Sielmann-Naturlandschaften, gibt es zahlreiche Projekte deutschlandweit, bei denen die Stiftung unterstützend mitwirkt, Biotope zu erhalten oder zu schaffen.

Der Lieblingsplatz von Inge Sielmann: Bank am ehemaligen Tagebau Wanninchen

Sielmann-Stiftung

Einen Tag vor seinem 77. Geburtstag (1994) stellte Heinz Sielmann die Stiftung der Öffentlichkeit vor – mit überwältigender Resonanz. Ihr Ziel: Der Ankauf und die Pflege von Biotopen, um Lebensräume und letzte Zufluchtsorte für bedrohte Tierarten zu schaffen und auch die Öffentlichkeit für den Schutz der Natur zu sensibilisieren. Die Stiftung betreibt und unterstützt eine Vielzahl von Projekten zum Biotop- und Artenschutz und erwirbt auch selbst größere Landstriche, um sie dauerhaft für den Naturschutz zu erhalten. Seitdem hat sich viel getan.

Um den ehemaligen Truppenübungsplatz in der heutigen Naturlandschaft Döberitzer Heide führt ein 22 km langer Rundweg

Sielmanns Naturlandschaften:

Die Naturlandschaften der Sielmann-Stiftung liegen alle in Brandenburg, teilweise nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Wir haben bereits drei dieser bezaubernden Naturlandschaften besucht. Klickt einfach auf die blaue Schrift, dann kommt ihr zu unserem ausführlichen Bericht mit vielen Bildern. Vielleicht plant ihr in euren nächsten Urlaub ein, ein paar davon zu besuchen. Es lohnt sich!

Sielmanns Biotopverbünde

  • Biotopverbund Bodensee (Baden-Württemberg)
  • Biotopverbund Ravensburg (Baden-Württemberg)
  • Biotopverbund Nettetal (Niedersachsen)
  • Biotopverbund und Naturschutzgroßprojekt grünes Band Eichsfeld-Werratal (Thüringen, Niedersachsen, Hessen)

Ausstellungsräume der Sielmann Stiftung auf dem Geländer der Fischerei Köllnitz am Groß Schauener See

Weitere wichtige Projekte der Sielmann-Stiftung:

  • Bayern: Landkreis Freising – Quellschutz am Ampertal
  • Bayern: Naturpark Steinwald – Wiederansiedlung des Habichtkauzes
  • Baden-Württemberg: Überlingen – Wiederansiedlung des Waldrapps
  • Brandenburg: Döberitzer Heide – Erforschung von Wisent und Przewalski-Pferden
  • Hessen: Main-Kinzig-Kreis – Vorfahrt für den Fischotter
  • Niedersachsen: Wildbienen im Schulwald
  • Niedersachsen: Melle – Blühwiesenanlage Blumiges Melle
  • Sachsen: Radebeul – Igelhilfe
  • Sachsen-Anhalt: Elbe und Elbauen bei Lutherstadt Wittenberg: Projekt Mittelelbe-Schwarze Elster
  • Schleswig-Holstein: Eckernförde – Internationales Naturfilmreservat Green Screen
  • Schleswig-Holstein: Wildpark Eekholt – Vogelpflegestation
  • Thüringen: Kuppenrhön – Schutz von Trockenrasen und Fließgewässern

Kaum zu glauben – Artenvielfalt in Deutschland

Wer genau hinsieht, kann überall etwas Spannendes entdecken in den Naturlandschaften der Sielmann Stiftung

Wer hätte gedacht, dass Deutschland Lebensraum für fast 50.000 Tierarten ist? Pflanzen und Pilze sind rund die Hälfte, also 25.000 verschiedene Arten bei uns heimisch. Und viele davon kommen vorwiegend in Mitteleuropa vor, einige davon sogar nur hier in Deutschland.

Leider sind viele dieser Arten inzwischen selten geworden. Durch das Eingreifen von uns Menschen einige sogar ausgestorben. Für unsere Ökosysteme bedeutet das einen unwiederbringlichen Verlust wichtiger Bestandteile der Biodiversität. Und genau deshalb hat es sich die Sielmann-Stiftung zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt zu leisten. Denn auch zukünftige Generationen sollen eine intakte Umwelt erleben dürfen.

Kleine Naturführer über die heimische Tier- und Pflanzenwelt zum DOWNLOAD von der Sielmann Stiftung gibt es kostenlos für alle Interessierten.

Auf dem Naturlehrpfad sind Infotafeln aufgestellt, die über die heimische Flora und Fauna berichten

Umweltbildungszentrum Gut Herbigshagen

Im südlichen Niedersachsen liegt der charmante Gutshof Herbigshagen. Er ist nicht nur regionales Umweltbildungszentrum, sondern auch gleichzeitig die Stiftungszentrale der Sielmann-Stiftung. Auf dem Gutshof könnt ihr an einer Führung teilnehmen oder auch im Alleingang auf Entdeckungsreise gehen, um die regionale Flora und Fauna besser kennenzulernen. Auf dem Ökobauerhof leben seltene Haus- und Nutztierrassen, von denen ihr vielleicht schon einmal etwas gehört, die ihr aber wahrscheinlich noch nie gesehen habt.

Neben einem Bienenhaus gibt es natürlich auch einen Naturlehrpfad mit Bauerngarten zum lernen und anfassen. Auf dem Gelände findet ihr außerdem ein Damwild-Gehege und ein Feuchtbiotop. Mehr verraten wir hier noch nicht, damit noch ein wenig Spannung übrig bleibt. Zum Umweltprogramm der Sielmann Stiftung gehören unter anderem tolle Programme für Kinder und Schulausflüge und auch ein hofeigenes Café mit regionalen und natürlich Produkten aus eigener Herstellung. Und für alle, die gar nicht genug bekommen können, gibt es auch Ferienhäuser.

Überall zirpt, summt oder quakt es im Naturschutzgebiet – und jedes hat seine eigenen typischen Tier- und Pflanzenarten

Heinz Sielmann Stiftung Natur-Erlebniszentrum
Gut Herbigshagen
Sielmann-Weg 1
37115 Duderstadt

Homepage: sielmann-stiftung.de

Öffnungszeiten Natur-Erlebniszentrum

  • täglich
  • 11:00 – 17:00 Uhr
  • barrierefrei

Sielmanns Naturlandschaften hautnah erleben

Ein paar der wunderschönen Biotope der Sielmann Stiftung haben wir bereits besucht. Kommt doch einfach mit uns auf Entdeckungsreise:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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