WANDERN FÜR ANFÄNGER

Bewegung in der freien Natur macht nicht nur körperlich fit. Wandern stärkt auch das Herz und den Kreislauf, es regt das Immunsystem und den Stoffwechsel an und kräftigt Muskulatur und Gelenke. Aber Wandern ist deutlich mehr als reine Bewegung: Es ist Balsam für die Seele und baut Stress ab.

Aller Anfang ist nicht schwer

Glücklicherweise hat Wandern eine sehr niedrige Einstiegsbarriere und du brauchst auch keine teure oder aufwendige Ausrüstung.

Fang klein an bei deinen ersten Wandertouren

Die Liste mit den berühmten Wanderstrecken ist lang. Doch wenn ihr gerade erst anfangt, solltest du euch nicht zu viel zumuten. Das gilt auch für Wanderungen mit kleineren Kindern. Um erste Eindrücke zu gewinnen, sind kurze Touren ohne oder mit nur wenigen Steigungen direkt vor der Haustüre oder in unmittelbarer Umgebung perfekt. Schon auf kurzen Strecken könnt ihr testen, ob Wandern überhaupt das Richtige für euch ist und ob auch alles klappt wie geplant.

Jacke, Telefon und Proviant sind am besten in einem bequemen Rucksack aufgehoben

Ausrüstung

Soll es nicht nur einmal um den Häuserblock gehen, brauchst du eine einfache, aber effektive Ausrüstung. Diese muss nicht teuer sein. Die meisten Dinge hast du wahrscheinlich sowieso schon zu Hause. Es kann immer einmal zu Wetterumschwüngen kommen und plötzlich sehr nass oder kalt werden. Nimm deshalb am besten zusätzliche Schutzkleidung mit. Für einen kurzen Spaziergang oder auch eine einfache Wanderung von nur wenigen Kilometern auf gut ausgebauten wegen reichen:

  • leichte Hose
  • feste Schuhe und gute Socken
  • Rucksack
  • Shirt und Jacke (gegen Wind und Regen)
  • Kopfbedeckung
  • Blasenpflaster für alle Fälle
  • Verpflegung (viel zu Trinken, Obst, Sandwiches etc.)
  • Handy
  • Wanderkarte

Natürlich ist es je nach Witterungsverhältnissen angebracht, einen dicken Pullover einzupacken oder gleich überzuziehen. Am wichtigsten ist es, bequeme Schuhe anzuziehen, die auch gute Trittsicherheit bieten. Und vergiss den Sonnenschutz nicht – vor allem für den Kopf. Werden die Strecken länger, braucht ihr auch eine etwas hochwertige Ausrüstung.

Die richtigen Schuhe

Um die vielen Kilometer auch wirklich gut zu überstehen, sind gut sitzende, eingelaufene Wanderschuhe essenziell. Bei unwegsamem Gelände – das meist nicht zu vermeiden ist – ist sowohl eine dicke, rutschfeste Profilsohle als auch ein hoher Schaft zum Schutz eurer Knöchel notwendig. Für kleine Wanderungen auf ebenem, womöglich asphaltiertem oder geschottertem Gehweg reichen normale Sportschuhe in der Regel aus. Auf langen Wanderungen reichen aber definitiv keine Turnschuhe aus.


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TIPP: Egal, was ihr sonst beim Wandern anzieht, am wichtigsten sind bequeme Schuhe, die eine Sohle mit guter Griffigkeit haben. Das müssen nicht unbedingt die klassischen Wanderstiefel sein. Ist das Wetter gut, sind Trekking-Stiefel ideal, weil sie nicht so hart und schwer sind wie Wanderschuhe.


Welcher Schuh unter den vielen im Handel der passende ist, müsst ihr selbst ausprobieren. Ein Gang ins Fachgeschäft ist fast nicht zu vermeiden. Trotz diverser Tests und gutem Einlaufen habe ich heute viele Wanderschuhe im Keller stehen, die mir auf den ersten Wanderungen dann doch Probleme gemacht haben und deshalb – fast neu – nur noch herumstehen. Ob die Wanderschuhe perfekt für deine Füße geeignet sind, ist nicht unbedingt vom Preis abhängig. Andererseits muss ich sagen, dass es wohl kaum einen guten Wanderstiefel für 20 Euro im Discounter gibt. Es nützt also nur testen, testen und noch einmal testen.

Auch der schönste Wanderweg kann ohne gute Ausrüstung beschwerlich sein

Genauso wichtig wie die Schuhe: Wandersocken

Auch das teuerste Paar Wanderschuhe taugt nichts ohne gute Socken. Normale Baumwollsocken oder auch Synthetiksocken sorgen nicht nur schnell für nasse Füße ohne Regen, sondern bieten auch keinerlei Schutz vor Scheuern durch die Schuhe. Seitdem ich spezielle Wandersocken trage, halten sich die wunden Füße und Blasen doch sehr in Grenzen. Wandersocken sind in der Regel aus einem Gemisch aus Baumwolle und Synthetikanteil hergestellt und an den Fersen sowie im Zehen-Ballenbereich verstärkt. Wandersocken sind zwar etwas teurer als normale Socken, die Investition lohnt sich jedoch – und zwar nicht nur für Profis. Wandesocken bieten sehr viel mehr Komfort als dünne Strümpfe und meist ist dann auch gar kein Blasenpflaster mehr nötig. Es gibt es übrigens auch schon für Kinder.

Schütze die Füße gegen Blasen!

Zieh niemals völlig neue Schuhe für eine Wanderung an! Und sei sie auch noch so kurz und die neuen Schuhe wunderschön. Bevor du zu deiner ersten Wanderung aufbrichst, müssen deine Schuhe bereits gut eingelaufen sein. Am besten trägst du sie schon vorher bei längeren Spaziergängen oder beim Einkaufen.

Die passende Hose

Wer nicht viel oder weit wandert, kann sich natürlich auch in einer ganz normalen, bequemen Hose auf den Weg machen. Für weitere Touren oder alle Vielwanderer lohnt sich die Anschaffung einer speziellen Treckinghose. Diese Hosen sind nicht nur sehr leicht und schützen in gewissem Maße gegen Wind und ein wenig Regen, sie sind auch atmungsaktiv und – was ich besonders daran schätze: dehnbar. Je nach Ausführung gibt es Stoffe, die nur in eine Richtung oder sowohl nach oben und unten als auch zur Seite nachgeben. Ich bevorzuge letztere. Außerdem haben Treckinghosen Taschen mit Reißverschlüssen, die nicht beim Gehen reiben aber dafür enorm praktisch sind.

Nicht nur Marienkäfer sind gut auf der hellen Treckinghose sichtbar, sondern auch Zecken

Weniger schnell schmutzig werden dunkle Farben wie Grün, Blau oder Schwarz. Da ich viel in hohem Gras oder im Wald herumlaufe, ist es mir wichtig, Zecken zu erkennen, bevor sie sich festsetzen. Deshalb bevorzuge ich beige, da man die schwarzen Tierchen besonders gut auf dem Stoff erkennt und sie gleich entfernen kann. Empfindlich sind die hellen Ausführungen nicht. Sie nehmen den Schmutz genauso wenig an wie dunkle Wanderhosen. Ist der Schmutz getrocknet, kann man ihn einfach abbürsten (oder natürlich waschen, wenn man zu Hause ist).

Lauf besser nicht einfach ins Blaue

Plane eure Wanderroute im Vorfeld. Wenn du ganz alleine mit deinem Nachwuchs losziehst und dich in der Gegend nicht auskennst, solltest du entweder einen zertifizierten Wanderweg von einem der vielen Wanderverbände aussuchen, der gut beschildert ist. Oder du besorgst dir eine gute Wanderkarte beziehungsweise lädst dir eine Route auf dein Wander-Navigationsgerät herunter. Zertifizierte Wanderwege haben den enormen Vorteil, dass der Weg tatsächlich auch von vorne bis hinten lückenlos einheitlich markiert ist. Das ist nicht bei allen Wanderwegen der Fall, wir haben uns schon mehr als einmal verirrt, weil plötzlich irgendwo ein Schild gefehlt hat, bei dem wir hätten abbiegen müssen.

 

 

 

 

 

 

 

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