Geheimnisvolle Gräben, Schluchten und Klammen in Franken

Franken steckt voller Überraschungen. Um ein kleines Abenteuer zu erleben, braucht ihr nicht weit fahren, denn auch vor der eigenen Haustüre gibt es romantische Schluchten und wilde Klammen zu entdecken. Um die Schönheit der Natur im Norden Bayerns zu erkunden, sind keine langen Strecken und keine teure Spezialausrüstung notwendig. Lauft einfach los und macht euch bereit für euer ganz eigenes Familienabenteuer!

Die Teufelskirche bei Altdorf im Winter (Landkreis Nürnberger Land)

Franken-Spezial: Biotop Rhätschlucht

Diese in den Sandstein gespülten Schluchten und Klammen haben eine ganz besondere Eigenart. Auf engstem Raum fällt durch die steilen Wände kaum Licht in die verwinkelten Ecken von Fels, Böschung und Boden. Deshalb finden wir hier eine kleinklimatische Situation, die es sonst kaum irgendwo in Deutschland gibt. Schattige Lage und hohe Luftfeuchtigkeit sorgen dafür, dass Schneereste bis weit in den Frühling erhalten bleiben und es auch im Hochsommer bei anhaltender Hitze sehr kühl bleibt.

In den wild zerküfteten Felswänden aus Sandstein wachsen Moose, Wurm- und Adlerfarn. Dort, wo sich die Schluchten verbreitern, Brombeere und Holunder. Im Frühjahr überziehen nicht selten ganze Teppiche von Buschwindröschen die mit Erlen und Buchen bewaldeten Hänge.

Sandsteinfelsen im Schnittlinger Loch bei Spalt (Landkreis Roth)

Die schönsten Klammen, Gräben und Schluchten in Franken

Der Rand der Frankenalb ist von unzähligen Taleinschnitten zergliedert, die durch die stetige Kraft kleiner Bäche entstanden sind. Hier und dort hat sich das Wasser in den Untergrund gefressen und dabei zerklüftete Sandsteinfelsen freigelegt. Umgestürzte Bäume, kleine Wasserfälle und schmale, wurzelüberwucherte Pfade verstärken den urigen, wild anmutenden Charakter. Im Winter bilden lange Eiszapfen und gefrorene Wasserfälle eine märchenhafte, bizarre Eislandschaft.

Tipp 1

Schwarzachklamm

Schwarzenbruck bei Feucht (Nürnberger Land, Mittelfranken)

Zwischen der Raststätte Feucht an der A9 und Schwarzenbruck hat sich die Schwarzach im Laufe von vielen Tausend Jahren ein tiefes Bett in den Sandstein gegraben und eine wildromantische Klamm geschaffen. Eine solche geologische Besonderheit wie diese Schlucht mag man direkt am südöstlichen Ortsrand von Nürnberg kaum vermuten. Der Wanderweg durch die wildromantische Schwarzachklamm in Schwarzenbruck gilt als eine der schönsten Schluchtenwege in ganz Franken und ist bei Jung und Alt beliebt. An Wochenenden flankieren Familien mit Kinderwagen und Buggy die Schwarzach durch die rund zwei Kilometer lange Klamm bis zum Schwarzach-Durchbruch am Ludwig-Donau-Main-Kanal.

Wandertipp: SCHWARZACHKLAMM UND BRÜCKKANAL

  • Start/Ziel: Schwarzenbruck, Gsteinach oder Brückkanal
  • Länge: 7 km
  • Schwierigkeit: leicht, auch für Anfänger geeignet
  • Dauer: 2 Stunden reine Gehzeit
  • Markierung 1: blaues Schild mit Schwarzachklamm
  • Markierung 2 am Brückkanal: weißes Schild mit blauem Kreuz
  • geeignet für Kinderwagen oder Buggy: ja
  • Steigung: 234 m

Tipp 2

Massendorfer Schlucht

bei Spalt (Landkreis Roth, Mittelfranken)

Nur etwa 30 Kilometer südlich von Nürnberg liegt das Spalter Hügelland. Bekannt ist es vor allem für seinen Hopfenanbau und die zahlreichen Brauereien. Was aber kaum jemand weiß, ist, dass es hier im Fränkischen Seenland auch viele sehenswerte Schluchten gibt, die kleine Bäche in den Burgsandstein gegraben haben. Eine davon ist die wilde Massendorfer Schlucht. Ein etwa fünf Kilometer langer Rundweg führt direkt an der Massendorfer Schlucht vorbei. Ein paar steile Stufen führen hinab in das einzigartige Biotop.

Wandertipp: RUNDWEG MASSENDORFER SCHLUCHT BEI SPALT

  • Start/Ziel: Wanderparkplatz an der Verbindungsstraße Spalt/Massendorf
  • Länge: 5 km
  • Dauer: etwa 1,5 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mäßig
  • Markierung: Brombachsee 24
  • Anstieg:  216 m
  • nicht für Kinderwagen/Buggy geeignet

Tipp 3

Tiefenthalschlucht

bei Staffelstein (Landkreis Lichtenfels, Oberfranken)

Unser Geheimtipp ist die Tiefenthalschlucht in der Nähe von Staffelstein im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels. Vom Juraplateau ganz im Norden der Fränkischen Schweiz mit dem markanten Hohlen Stein geht es hinab in die frische kühle Waldluft der Tiefenthalschlucht. Wenn es geregnet hat, ist hier – wie in fast allen Schluchten – gutes Schuhwerk gefragt. Unten im Tal fließt der Tiefenthalbach, flankiert von teils steilen Hängen mit moosüberwucherten Felsen. Je nach Witterung und Jahreszeit erzeugt die Tiefenthalschlucht eine märchenhafte oder gar eigentümlich bizarre Stimmung. ALLE INFOS ZUM KELTENWEG H

Wandertipp: KELTENWEG H

  • Start/Ziel: Wanderparkplatz Schwalbthal
  • Länge: 13 km
  • Dauer: 3,5 bis 4 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Markierung: Keltenweg H
  • Anstieg: 235 m
  • nicht mit Kinderwagen/Buggy befahrbar

Tipp 4

Schnittlinger Loch

bei Spalt (Landkreis Roth, Mittelfranken)

Im Spalter Hügelland bei Fünfbronn, nur ein paar Kilometer westlich der Stadt Spalt im Landkreis Roth liegt zwischen den Ortschaften Fünfbronn und Schnittling das Schnittlinger Loch – eine wildromantische Schlucht, die in tausenden von Jahren aus dem Sandstein herausgewaschen wurde. Vom Wanderparkplatz aus ist das Geotop über einen steilen Pfad aus über 100 Treppenstufen erreichbar. Wir haben die Schlucht gleich in eine kleine Rundwanderung von 7 Kilometer Länge eingebunden.

Wandertipp: SCHNITTLINGER LOCH

  • Start/Ziel: Wanderparkplatz zwischen Schnittling und Fünfbronn
  • Länge: 7 km
  • Schwierigkeit: mäßig
  • nicht für Kinderwagen oder Buggy geeignet
  • Dauer: ca. 1,5 bis 2 Stunden
  • Markierung: Brombachsee 17
  • Aufstieg: 214 m

Tipp 5

Teufelskirche

Grünsberg bei Altdorf (Nürnberger Land, Mittelfranken)

Hinter dem etwas schaurigen Namen versteckt sich eine kleine, wildromantische Schlucht aus Rhätsandstein, der für diese Region so typisch ist. Ihr findet sie östlich von Schloss Grünsberg bei Altdorf mitten im Wald. Der kleine Bach, der durch die Schlucht fließt wird rechts und links von ausgewaschenen Felsformationen flankiert. Durch die Teufelskirche verläuft ein markierter Wanderpfad, der von zahlreichen Quellaustritten im oberen Bereich eigentlich ständig überrieselt wird. Entsprechend feucht ist das Klima, sodass hier überall Farne und Moose wachsen.

Wandertipp: VON DER SOPHIENQUELLE ZUR TEUFELSKIRCHE

  • Start/Ziel: Wanderparkplatz beim Anubis-Tierfriedhof (Grünsberger Str.)
  • Länge 10 km
  • Dauer: rund 3 Stunden
  • kinderwagengeeignet: nein
  • Aufstieg: 248 m
  • Schwierigkeitsgrad: mittel bis schwierig (in der Teufelkirche ist gute Trittsicherheit notwendig)

Tipp 6

Salamandertal

Eckersdorf (Landkreis Bayreuth, Oberfranken)

Wer hätte gedacht, dass direkt neben dem Schlosspark Fantaisie in Eckersdorf ein solch wundersames Kleinod liegt? Mitten in der Ortschaft, aber dennoch ganz versteckt, vermittelt das scheinbar abgeschiedene Refugium dem Naturliebhaber, fernab der Zivilisation in freier Natur zu sein. Kein Wunder, dass die kleine aber spektakuläre Salamanderschlucht mit ihren bizarren Sandsteinfelsen heute zu den geschützten Geotopen am Rande des Naturparks Fränkische Schweiz im Landkreis Bayreuth gehört. Die Wanderung auf dem Salamanderweg ist nur 1,8 Kilometer lang, hat es dafür aber in sich, denn es gibt unglaublich viel zu entdecken!

Wandertipp: KLEINER RUNDWEG DURCH DAS SALAMANDERTAL

  • Start/Ziel: Parkplatz am Schloss Fantaisie
  • Länge: 1,8 km
  • Dauer: etwa 1 Stunde
  • Aufstieg: 46 m
  • Schwierigkeitsgrad: einfach (nur eine leichte Steigung)
  • nicht für Kinderwagen geeignet

Tipp 7

Bitterbachschlucht

Lauf (Nürnberger Land, Mittelfranken)

Ohne seinen Oberlauf, den Teufelsgraben, ist der Bitterbach bei Lauf nur knapp über drei Kilometer lang. Deutlich beeindruckender als seine Länge sind jedoch die rötlichen Sandsteinfelsen, in die sich das Flussbett des Bitterbaches hineingegraben und eine wunderschöne Schlucht geschaffen hat: die Bitterbachklamm. Romantisch ist sie – und auch ein wenig wild, denn zum Teil geht es über Baumwurzeln und schmale Stege am Ufer entlang.

Wandertipp: GEOÖKOLOGISCHER LEHRPFAD BITTERBACHSCHLUCHT

  • Start/Ziel: Parkplatz Hardtstraße, Lauf
  • Markierung: keine
  • Länge: 4 km
  • Dauer: etwa 1,5 Stunden
  • Schwierigkeit: mäßig
  • Höhendifferenz: 130 m
  • für Kinderwagen/Buggy geeignet: nein

Tipp 8

Ritterschlucht

Eschenbach bei Hersbruck (Nürnberger Land, Mittelfranken)

Direkt am Ortsrand von Eschenbach bei Hersbruck im Landkreis Nürnberger Land liegt der Wengleinpark. Der nur etwa 500 Einwohner zählende Luftkurort bildet das Eingangstor zum Hirschbachtal mitten in der Fränkischen – beziehungsweise der Hersbrucker Schweiz. Und hier versteckt sich ein Park, der nicht mit seiner Größe glänzt, sondern mit seiner Vielfalt an seltenen Pflanzen und Tieren. Mittendrin liegt auch die kleine, aber wilde Ritterschlucht mit ihren schroffen Felsen.

Wandertipp: WENGLEINPARK

  • Start/Ziel: Parkplatz am Ortseingang Eschenbach
  • Länge: 4,9 km
  • Schwierigkeit: mittel (einige etwas steilere Anstiege)
  • Dauer: 2 Stunden reine Gehzeit
  • Markierung 1: Salamanderweg
  • Markierung 2: blauer Schäfer
  • Markierung 3: grüner Balken auf weißem Grund
  • Aufstieg: 263 m
  • nicht für Buggys geeignet

Tipp 9

Wilde Röthenbachklamm (Rumpelbachschlucht)

Röthenbach bei Altdorf (Nürnberger Land, Mittelfranken)

Nordöstlich von Altdorf im Waldgebiet Fürstenschlag entsteht der Röthenbach und mäandert auf rund 21 Kilometer durch das Nürnberger Land, um dann in Röthenbach in die Pegnitz zu münden. Der erste Teil des Bachverlaufes gestaltet sich recht urig, an den Prallhängen hat sich das Wasser des Röthenbaches, auch Rumpelbachschlucht genannt, tief in die Sandsteinfelsen eingegraben und damit eine einzigartige Landschaft erschaffen. Eine Wanderung entlang der Klamm ist deshalb auch sehr abenteuerlich, teilweise quert der schmale Pfad den Bachverlauf. Auf rutschigen Steinen im Flussbett ist es gar nicht so einfach, trockenen Fußes auf die gegenüberliegende Seite zu kommen. An anderer Stelle müssen Wanderer über einen Baumstamm balancieren, um das gegenüberliegende Ufer zu erreichen.

Wandertipp: DURCH DIE WILDE RÖTHENBACHKLAMM

  • Start/Ziel: Wohngebiet Zur Röthenbachklamm, Röthenbach bei Altdorf
  • Länge: 5,7 km
  • Dauer: 1,5 Stunden
  • Markierung: keine
  • Schwierigkeit: mittel
  • für Buggy geeignet: nein

Tipp 10

Romantische Röthenbachschlucht

Röthenbach (Nürnberger Land, Mittelfranken)

Nachdem die ersten Kilometer entlang des Röthenbachs steil und steinig sind, verändert sich die Umgebung stetig. Ab Ungelstetten sind die Hänge weniger steil, der Bach wird breiter. Zu einem großen Teil des Jahres sind angrenzende Wald- und Wiesenflächen überschwemmt, sodass sich spezielle Feuchtgebiete mit einer ganz eigenen moorähnlichen Vegetation gebildet haben. Zwar fehlen in diesem Abschnitt die markanten Felsen am Ufer der Röthenbachschlucht, dafür bezaubert eine Wanderung mit einer Fülle an seltenen Pflanzen und Tieren, die sich in den Feuchtgebieten wohlfühlen.

Wandertipp: VOM BIRKENSEE DURCH DIE RÖTHENBACHSCHLUCHT

  • Start/Ziel: Parkplatz Birkensee
  • Länge: 10 km
  • Dauer: 3,5 Stunden
  • Markierung: keine durchgängige Beschilderung
  • Schwierigkeit: mäßig
  • Höhendifferenz: 325 m
  • für Kinderwagen/Buggy geeignet: nein
  • Weg in der Länge variabel, auch kürzere oder längere Strecken möglich

Tipp 11

Teufelsgraben

Langenzenn (Landkreis Fürth, Mittelfranken)

Wer hätte gedacht, dass auch der Landkreis Fürth mit einer Schlucht aufwarten kann. Nahezu unbekannt und völlig versteckt am nordöstlichen Ortsrand von Langenzenn liegt der Teufelsgraben, den der Kettenbach in den Untergrund gefräst hat. Lange nicht so spektakulär wie die Schwarzachklamm, dennoch ein ganz besonderes Kleinod, das ihr auf einer kleinen Wanderung auf dem Geoökologischen Waldlehrpfad Teufelsgraben der Stadt Langenzenn bewundern könnt.

Wandertipp: GEOÖKOLOGISCHER WALDLEHRPFAD TEUFELSGRABEN

  • Start/Ziel: Wohngebiet Adlerstraße, Langenzenn
  • Länge: 4 km
  • Dauer: 1,5 Stunden
  • Schwierigkeit: mäßig
  • Höhenunterschied: 133 m
  • für Kinderwagen/Buggy geeignet: nein

Tipp 12

Thanngraben

Schwarzenbruck-Altenthann (Nürnberger Land, Mittelfranken)

Eine weitere Rhätsandsteinschlucht im Nürnberger Land beginnt bei Altenthann und endet am Fröschauer Weiher bei Rummelsberg. Ein kleiner, unbedeutender Bach, der bei der St.-Veit-Kirche in Altenthann entspringt, gab der Schlucht ihren Namen. Überall münden kleinere Quellen in den Bach, der schon nach einem knappen Kilometer in Höhenbach umbenannt ist.

Wandertipp: DURCH DEN THANNGRABEN ZUM SCHWARZACHTAL

  • Start/Ziel: Wanderparkplatz Fröschauweiher, Schwarzenbruck
  • Länge: 7,8 km
  • Dauer: 2 Stunden
  • Schwierigkeit: mäßig bis mittel
  • Höhenunterschied: 222 m
  • Kinderwagen/Buggy-geeignet: nein

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3 Gedanken zu „Geheimnisvolle Gräben, Schluchten und Klammen in Franken“

  1. Super Artikel – herzlichen Dank.
    Ich habe bald vor in die Gegend zu fahren und einen kleinen Kurzurlaub zu machen.
    Und ich liebe Wandern
    Perfektes Timing. 🙂

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