Schwarzachtal und Brückkanal

Zwischen der Raststätte Feucht an der A9 und Schwarzenbruck hat sich die Schwarzach im Laufe von vielen Tausend Jahren ein tiefes Bett in den Sandstein gegraben und eine wildromantische Klamm geschaffen. Eine solche geologische Besonderheit mag man direkt am südöstlichen Ortsrand von Nürnberg kaum vermuten.

Wildromantische Wandertour entlang der Schwarzach

Als Ausgangspunkt kann entweder die Waldschänke Brückkanal bei Feucht gewählt werden, denn hier sind reichlich Parkplätze vorhanden. Wir haben uns den schönen Biergarten etwa für die Hälfte der Strecke aufbewahrt und unser Auto auf dem abgelegenen Parkplatz an der Schwarzach in Gsteinach (am Ende der Hammerwerkstraße) abgestellt.

Brücke über die Schwarzach

Geheimnisvolles Geotop

Ich verspreche euch nicht zu viel, wenn ich sage, dass sich ein Ausflug oder eine Wanderung in dieses wunderbare, urzeitliche Geotop lohnt! In der engen Klamm, ragen rechts und links der Schwarzach ausgespülte, merkwürdig anmutende Felsformationen nach oben, an die sich Bäume mit ihrem dicken Wurzelwerk klammern, um immer weiter in den Himmel zu wachsen. Im Laufe von Jahrmillionen hat sich die Schwarzach einen geheimnisvollen Weg durch den Burgsandstein gebahnt und dabei eine mystische Landschaft hinterlassen.

Die Schwarzachklamm fällt vor allem durch ihre bizarren Sandsteinformationen auf. Teils wirken die Felsen wie Gesichter, die stumm und unauffällig die vorbeiziehenden Wanderer beobachten. Erst dann, wenn sich der naturbegeisterte Wanderfreund ein wenig Zeit nimmt, werden die geheimnisvollen Züge sichtbar. Seit 1938 ist die Schwarzachklamm Naturschutzgebiet.

Gustav-Adolf-Höhle

Folgt ihr dem Weg von Gsteinach durch die Schwarzachklamm flussabwärts, öffnet sich hinter einer Wegbiegung plötzlich rechts eine Höhle, die tief in den Berg hineinragt. Durch das dichte Blätterdach der Bäume blinzelt an einigen Stellen die Sonne und trifft auf den dunkelbraunen, erdigen Waldboden. Die Bank ist ein idealer Platz, um sich für eine kurze Rast niederzulassen und die herrliche Umgebung und beeindruckende Stimmung in Ruhe zu genießen.

Auf diese Idee ist übrigens auch schon der Schwedenkönig Gustav II. Adolf gekommen. Er soll 1632 nach einem siegreichen Gefecht hier einen Feldgottesdienst abgehalten haben. Aus diesem Grund heißt die Sandsteinhöhle an der Schwarzach auch Gustav-Adolf-Höhle.

Karlshöhle

Bereits nach kurzer Wanderung trifft man auf die Karlshöhe. Sie liegt direkt unterhalb des berühmten Teufelsbackofens. Auch hier findet man einen Ort (mit eigener Quelle), an dem man sich wunderbar niederlassen kann, um die Stimmung in der Schwarzachschlucht auf sich wirken zu lassen.

Einkehr: Waldschänke Brückkanal

Die Waldschänke ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Fahrradfahrer und am Wochenende gut besucht. Das Restaurant mit großem Biergarten ist von der Rastanlage Feucht nicht direkt erreichbar. Von der A73 aus fährst du am besten Richtung McDonalds und suchst dann nach den Wegweisern zur Waldschänke.

Öffnungszeiten

  • täglich von 10:00 bis 22:00 Uhr
  • Montag ist Ruhetag
  • Biergartenbetrieb in den Sommermonaten
  • Homepage: Waldschänke Brückkanal

Ludwig-Donau-Main-Kanal

Bauwerk der besonderen Art

Der historische Ludwig-Donau-Main-Kanal überquert direkt bei der Waldschänke Brückkanal die Schwarzach auf einer beeindruckenden Kanalbrücke. Schon früher zog es die Nürnberger an schönen Sommertagen in Scharen zum Brückkanal hinaus. Das lag nicht allein am Biergarten, sondern wohl auch an einem Bauwerk der besonderen Art: die gewaltige Kanalbrücke. Mithilfe dieser Brücke wurde der Ludwig-Donau-Main-Kanal über die Schwarzachschlucht geführt. Das Bauwerk mit 90 Meter Länge, 6 Meter Breite und einer Bogenhöhe von 17 Metern fasziniert auch heute noch Ausflügler aller Art. Der Brückkanal über die Schwarzach wurde hauptsächlich aus dem Gestein der Röthenbacher Steinbrüche gebaut. Die Steine sind ohne Zement, sondern nur mit Kalk und Sand gemauert.

Historische Kanalbrücke Ludwig-Main-Donau-Kanal

„Alter Kanal“

Früher gehörte die Landschaft in Süddeutschland zu den schwer zugänglichen Regionen. Für die ersten Siedler waren die Flussläufe von Altmühl und Regnitz oft die einzigen Durchgangswege durch die Wildnis. Die Idee, eine schiffbare Verbindung zwischen Rhein, Main und Donau zu bauen, entstand erstmals in der Zeit des Fränkischen Reiches.

Theorien besagen, dass Karl der Große im Jahr 793 den Karlsgraben (Fossa Carolina) errichten ließ. Statt Schleusen wurden damals Dämme und Rollen genutzt, um Schiffe von der Altmühl zur Schwäbischen Rezat zu bringen. Das Projekt wurde jedoch bereits kurz nach seinem Bau wieder aufgegeben.

Gegensätzlich kann eine Wanderung kaum sein

Wer von der Schwarzachklamm kommt und an der Kanalbrücke nach links in Richtung „altem Kanal“ abbiegt, wird sich vielleicht wundern, wie stark sich die Landschaft plötzlich verändert. Ob ihr vor oder hinter dem Kanal nach links abbiegt, ist egal. Denn es gibt in Abständen immer wieder die Möglichkeit, die Seite zu wechseln.

Im Gegensatz zum unberührten, natürlichen Flusslauf der Schwarzach steht der künstliche Kanal, der 1836 bis 1846 unter König Ludwig I. erbaut wurde, für eine technische Meisterleistung der damaligen Zeit. Rund 100 Schleusen überwinden die 172 Kilometer lange Strecke mit einem Höhenunterschied von der Donau (80m) auf den Scheitelpunkt bei 183 Metern und wieder hinunter Richtung Bamberg.

An den ehemaligen Schleusentoren hat inzwischen der Zahn der Zeit genagt. Heute wachsen im Kanal Sumpfdotterblumen und Schlingpflanzen. In zierlichen Wasserfällen plätschert das Wasser von einer zur nächsten Kanalstufe hinunter. Langsam holt sich die Natur zurück, was der Mensch ihr genommen hat. Im 20. Jahrhundert wurde der „alte Kanal“ zum Biotop und Kunstdenkmal deklariert, die ehemaligen Treidelwege zu Rad- und Wanderwegen umgewidmet. Nur noch zwei der vielen Abschnitte des alten Kanals sind heute noch schiffbar.

Schleusenwärter

Am Alten Kanal standen 69 Schleusen und die dazugehörigen Kanalwärterhäuschen, die nach einem bestimmten Muster erbaut wurden und dem Gelände angepasst werden konnten. Die Schleusenhäuser wurden zwar nach einem Plan für einstöckige Gebäude entworfen, mussten danach allerdings noch durch den Baukunstausschuss. Nur Häuser, die „einen freundlichen und gefälligen Anblick“ boten, kamen zur Genehmigung.

Zu den Kanalwärterhäusern gehörten Grundstücke, die zum Gemüseanbau und zur Tierhaltung der Schleusenwärter vorgesehen waren. Ein Schleusenwärter und seine Gehilfen waren im Durchschnitt für drei Schleusen zuständig, und zwar sowohl für deren Bedienung als auch für die Instandhaltung und Pflege. Entlang des Kanals stehen immer noch verschiedene dieser Häuser, die auch heute noch bewohnt werden.

Stilllegung

Im Zweiten Weltkrieg wurden auch der Kanal und seine Bauwerke nicht verschont. Vor allem im Bereich von Fürth gab es einige Treffer der Allliierten. Die Schäden wurden nach Kriegsende aber schnell beseitigt, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war, wie es mit dem Ludwigskanal weitergehen sollte. Teilweise fuhren Transportschiffe zu diesem Zeitpunkt mit Schutt und Baumaterial über die künstliche Wasserstraße. 1950 Wurde der Kanal dann endgültig aufgegeben und zum Teil trockengelegt. Zwischen Nürnberg und Bamberg wurde er abgetragen und überbaut. Seit den 60er Jahren verläuft in weiten Teilen des Kanalbettes die Autobahn A73.

Rundwanderweg

Ihr könnt den Rundwanderweg an verschiedenen Stellen beginnen. Sowohl in Schwarzenbruck, als auch in Gsteinach sowie an der Waldschänke Brückkanal sind Parkmöglichkeiten für Wanderer. Von dort aus kommt ihr direkt auf den Rundwanderweg. Die Schwarzachklamm ist mit zwei Wanderern auf blauem Grund ausgeschildert. Ab dem Brückkanal folgt man dann dem blauen Kreuz auf weißem Grund zurück.


Rundwanderung Schwarzachklamm-Brückkanal

Hier noch einmal alle Daten und Fakten, sowie die Karte und die Beschreibung des Weges (Download als pdf siehe Details). Viel Spaß bei eurem Ausflug!

Route

Rundwanderweg Schwarzachklamm und Ludwigskanal

Höhenprofil

Details

  • Start/Ziel: Schwarzenbruck, Gsteinach oder Brückkanal
  • Länge: 7 km
  • Schwierigkeit: leicht, auch für Anfänger geeignet
  • Dauer: 2 Stunden reine Gehzeit
  • Markierung 1: blaues Schild mit Schwarzachklamm
  • Markierung 2 am Brückkanal: weißes Schild mit blauem Kreuz
  • Steigung: 234 m
  • Gefälle: 244 m
  • DOWNLOAD Karte als pdf: Karte-Schwarzachtal-Brückkanal
  • DOWNLOAD Wegbeschreibung als pdf: Beschreibung-Schwarzachklamm-Brückkanal

Jetzt neu: PLANDATEN FÜR GPS-GERÄTE

So funktioniert´s: Auf den Link klicken, dann wird euch die Datei angezeigt. Mit der rechten Maustaste irgendwo in den Text klicken. „Speichern unter“ auswählen und an beliebiger Stelle (auf dem Smartphone, PC oder dem mobilen GPS-Gerät) speichern. 

Fazit

Nur ein paar Kilometer von Nürnberg entfernt gibt es einen der bedeutenden geologischen Höhepunkte der Region. Die Wandertour beginnt an der wildromantischen Schwarzach, die sich inmitten von bizarren Sandsteinformationen durch den dichten Wald schlängelt. Am Brückkanal ändert sich die Szenerie abrupt. Ab jetzt geht der Weg am nicht weniger beeindruckenden Ludwig-Donau-Main-Kanal und seinen schmucken Schleusenwärterhäuschen vorbei.

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