Schnittlinger Loch bei Spalt (Landkreis Roth)

Bayerns Geotope hautnah – Schnittlinger Loch

Im Spalter Hügelland bei Fünfbronn, nur ein paar Kilometer westlich der Stadt Spalt im Landkreis Roth liegt zwischen den Ortschaften Fünfbronn und Schnittling das Schnittlinger Loch – eine wildromantische Schlucht, die in tausenden von Jahren aus dem Sandstein herausgewaschen wurde. Vom Wanderparkplatz aus ist das Geotop über einen steilen Pfad aus über 100 Treppenstufen erreichbar. Wir haben die Schlucht gleich in eine kleine Rundwanderung eingebunden. Ein ideales Ziel für einen Ausflug.

Sanfte Hügel rund um Fünfbronn

Spalter Hügelland

Die fränkische Stadt Spalt ist als Hopfenmetropole bekannt. Sie liegt in einem abwechslungsreichen Hügelland mit herrlichen Ausblicken. Charakteristisch für die Region Hopfengärten, Obstbaumwiesen und Wälder mit versteckten Schluchten wie dem Schnittlinger- und Zigeunerloch oder auch der Massendorfer Schlucht, die gleich in der Nähe liegt.

Teich bei Fünfbronn im Landkreis Roth, Mittelfranken

Wer mit dem Auto oder Motorrad durch das Spalter Hopfenland fährt, fährt womöglich an den wahren Schätzen der Region vorbei. Es lohnt sich, einmal auszusteigen und die Wanderschuhe anzuziehen. Ihr müsst nicht weit laufen, wenn ihr nur kurze Ausflüge machen möchtet. Die Region bietet sich aber auch für mehrtägige Touren an.

Fünfbronn

Mit seinen bescheidenen rund 100 Einwohnern gehört Fünfbronn eher zu den unbekannten, keinen Ortschaften im Landkreis Roth in Mittelfranken. Nichtsdestotrotz hat das Dorf eine eigene Pfarrkirche, die einen sehr hübschen und gepflegten Eindruck macht.

Pfarrkirche Fünfbronn

Kirschblüte im Spalter Hopfenland

Verlässt man das beschauliche Dorf über die Straße links neben der Kirche, bietet sich ein herrliches Panorama: Kein Hopfen, sondern Obstbaumwiesen erstrecken sich über die hügelige Landschaft. Wir sind zur Zeit der Kirschblüte unterwegs, die sich jetzt im Mai fast schon dem Ende entgegen neigt.

Wiese mit blühenden Kirschbäumen am Ortsrand

Schnittlinger Loch

Das imposante Naturdenkmal ist durch Unterwaschungen und Ausspülungen des für die Umgebung von Spalt typischen Burgsandsteins entstanden. Es handelt sich dabei um Halbhöhlen und Felsen mit Höhen von bis zu 15 Metern und einer Länge von rund 50 Metern. In dem rötlichen Sandstein befinden sich nicht nur sichtbare Sedimentstrukturen, sondern auch eine Reihe von Einritzungen jüngeren und älteren Datums. Der im Schnittlinger Loch entspringende Hatzelbach mündet schließlich bei Spalt in die fränkische Rezat.

Sandsteinfelsen und Brücke im Schnittlinger Loch

Felsen, Schluchten und Höhlen auf kleinstem Raum

Schon immer wurde beim Anblick von Felsen und Schluchten die Fantasie von Menschen beflügelt. Legenden ranken sich um diese Orte, häufig handelt sie vom Teufel, Hexen oder anderen Sagengestalten. Tatsächlich aber war im Schnittlinger Loch keine Hexe am Werk, sondern einer der fünf Quellbäche, denen Fünfbronn seinen Namen verdankt. Unermüdlich war der Hatzelbach am Werk, trug den Sandstein ab, Korn für Korn, immer tiefer in das rötliche Gestein. Es mussten Tausende von Jahren vergehen, damit sich die Schlucht in heutigem Zustand bilden konnte und vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Naturdenkmal und Geotop ausgewiesen wurde.

Sandsteinfelsen im Schnittlinger Loch

Spielplatz an der Alten Eiche

Wer mit kleineren Kindern unterwegs ist, kann gleich hinter dem Parkplatz einen Abstecher – vor oder nach der kleinen Wanderung – zum Spielplatz machen. Hier ist es auch an heißen Tagen wunderbar kühl und schattig. Bänke laden zu einem kleinen Picknick ein.

Spielplatz an der alten Schnittlinger Eiche in Fünfbronn

Das älteste Exemplar der Eichen rund um Fünfbronn ist bereits über 300 Jahre alt und hat einen Stammumfang von stattlichen sechs Metern. Die Schnittlinger Eiche ist ein kleines Ökosystem für sich: Sie beherbergt unzählige Tiere und auch Pflanzen und Pilze – nebst Geschichten unserer Kultur.

Wandertour zum Schnittlinger Loch

Beschilderung vom Parkplatz aus

Unsere Tour beginnt auf dem Wanderparkplatz kurz vor dem Ortseingang von Fünfbronn. Wir folgen zunächst der Beschilderung zum Zigeunerloch, beziehungsweise dem Richtungspfeil des Wanderweges „Brombachsee 17“.

Rechter Hand liegt der Kinderspielplatz und die Schnittlinger Eiche. Wir folgen dem Weg in den Wald. An der Kreuzung mit einem breiten Fahrweg geht es rechts zum Zigeunerloch, links führt uns die Wanderung weiter über die Felder Richtung Fünfbronn.

Neben der Kirche führt links der Wanderweg vorbei bis zu den Obstbaumwiesen. Dort biegen wir nach links ab. Der Weg macht eine weite Rechtskurve um die Obstbaumwiesen herum und führt, nachdem wir die Teiche auf der rechten Seite passiert haben in den Wald  hinein.

Der Weg endet auf der Hauptstraße in K. Hier halten wir uns links und gehen die asphaltierte Straße durch den ganzen Ort. Kurz nach dem Ortsausgang erreichen wir eine Kreuzung mit der Keilberger Kapelle. Der Wanderweg geht noch ein Stück weiter geradeaus an der Kapelle vorbei und biegt dann links in den Wald (Beschilderung Schnittlinger Loch).

Wir folgen der Beschilderung und erreichen nach kurzer Strecke durch den Wald die Stufen hinauf zur Schlucht. Direkt nach den Burgsandsteinfelsen geht es links die Stufen hinauf (Achtung, kann leicht übersehen werden). Oben erreichen wir wieder den Parkplatz.

Keilberger Kapelle am Ortsausgang

Route

Wir haben den Ausflug zum Schnittlinger Loch gleich mit einer kleinen Wanderung rund um und durch Fünfbronn verbunden.

Höhenprofil

Details

  • Start/Ziel: Wanderparkplatz zwischen Schnittling und Fünfbronn (bei Spalt)
  • Alternative Startpunkte: Pfarrkirche Fünfbronn
  • Länge: 7,2 km (inklusive kleiner Abstecher)
  • Schwierigkeit: mäßig (ein paar Steigungen mit Stufen)
  • nicht für Kinderwagen oder Buggy geeignet
  • Dauer: ca. 1,5 bis 2 Stunden
  • Markierung: Brombachsee 17
  • Aufstieg: 214 m
  • Abstieg: 203 m
  • DOWNLOAD Karte als pdf: Schnittlinger-Loch-Karte
  • DOWNLOAD Wegbeschreibung als pdf: Beschreibung-Schnittlinger-Loch

Essen und Trinken

Im Ortskern von Fünfbronn gibt es ein Cafe, in dem ihr einkehren könnt. Ansonsten ist es sinnvoll, genügend Getränke mitzunehmen und vielleicht ein kleines Picknick auf dem Spielplatz oder am Schnittlinger Loch zu machen.

Gruschdl Café  

Hausgemachte Kuchen und Torten. Romantischer Innenhof mit Außenbestuhlung an schönen Tagen. Der Kaffee kommt aus der Privatrösterei in Cadolzburg bei Fürth. Und: Näharbeiten zum Bewundern und kaufen!

  • Gruschdl Cafe (Karin Krauter)
  • Fünfbronn 23
  • 91175 Spalt-Fünfbronn
  • Telefon: 09175 908 712
  • Homepage: gruschdl-cafe.de

Öffnungszeiten:

  • Donnerstag bis Montag: 13:00 bis 18:00 Uhr
  • Feiertage: 13:00 bis 18:00 Uhr
  • Ruhetage: Dienstag und Mittwoch

Fazit

Hier im Spalter Hopfenland geht es noch beschaulich zu. Die Landschaft verbirgt ungeahnte Schätze und die Dörfer warten mit liebevoll betriebener Gastronomie auf. Eine tolle Idee für einen Ausflug in den Ferien, an Feiertage oder am Wochenende.


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