Massendorfer Schlucht bei Spalt (Lk Roth)

Nur etwa 30 Kilometer südlich von Nürnberg liegt das Spalter Hügelland. Bekannt ist es vor allem für seinen Hopfenanbau und die zahlreichen Brauereien. Was aber kaum jemand weiß, ist, dass es hier im Fränkischen Seenland auch viele sehenswerte Schluchten gibt, die kleine Bäche in den Burgsandstein gegraben haben. Eine davon ist die wilde Massendorfer Schlucht. Ein etwa fünf Kilometer langer Rundweg führt direkt an der Massendorfer Schlucht vorbei. Ein paar steile Stufen führen hinab in das einzigartige Biotop.

Wild und abenteuerlich ist es in der Sandsteinschlucht bei Massendorf

Wandern im Spalter Hügelland

Wandern im Spalter Hügelland hat einen ganz besonderen Reiz. Inzwischen gibt es rund 14 gut ausgeschilderte Wanderwege mit abwechslungsreichen Landschaften. Kirschgärten, offene Fluren und lichtdurchflutete Wälder, in denen sich einzigartige Schluchten versteckt halten.

Hopfenstadt Spalt

Hopfen, Bier und Spalt – schon seit Jahrhunderten sind diese Begriffe wie selbstverständlich miteinander verknüpft. Wenn man vom Hopfen spricht, kommt man um das Spalter Hügelland nicht herum. Und auch wenn die kleine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Roth nur rund 5000 Einwohner zählt, so ist sie doch über die Region hinaus bis in alle Welt bekannt.

Dass der Hopfen hier in Mittelfranken so dominant ist, liegt vor allen an den Böden hier in der Region. Denn beste Ergebnisse liefern tiefgründige, lehmige Sandböden. Und genau die gibt es hier. Schon 1120 wurde der Hopfen im Spalter Land urkundlich erwähnt. Als erste Gemeinde erhielt Spalt als erste Gemeinde in Deutschland und unbestrittenes Hopfenzentrum im Jahr 1538 ein eigenes Hopfensiegel.

HopfenBierGut

Die Geschichte der Stadt Spalt lässt sich auf das Kloster St. Salvador zurückführen, das bereits 810 erstmals urkundlich erwähnt wird. Wer Lust hat, kann die Tour erweitern, indem er die Güsseldorfer Straße Richtung Ortsmitte geht.

Dort findet ihr nicht nur zahlreiche Häuser, die mit ihren hohen Speichern unter dem Dach an die Hochzeit des Hopfenanbaus erinnert, sondern auch das HopfenBierGut – das Museum im alten Kornhaus.

Gabrieliplatz 1
91174 Spalt

Öffnungszeiten:

  • Dienstag bis Sonntag
  • 10 bis 17 Uhr

Eintritt:

  • Erwachsene: 7,00 Euro
  • Schüler (ab 10): 3,00 Euro
  • Familien: 16:00 Euro

Frühlingserwachen im Spalter Hügelland

Von Spalt aus geht es zum höchsten Punkt unserer Wanderung, dem bewaldeten Gipfel des Massenbergs.

Massendorfer Schlucht

Der Burgsandstein entstand vor über 200 Millionen Jahren im Oberen Trias. In Deutschland ist diese geologische Formation weiter verbreitet als jede andere. Das Klima war damals sehr trocken und glich schon fast einem Wüstenklima. Die Erosion war wegen der spärlichen Vegetation entsprechend groß. Periodisch anschwellende Flussläufe schwemmten enorme Mengen an Sand und Schlamm an. Später wurde dieser Sand zu Sandstein verfestigt. Aus dem Schlamm entstanden Tongesteine.

Nur schmale Stege führen über den Bach, der Weg ist rutschig und unwegsam

Abenteuerlich und geheimnisvoll

Eine der eindrucksvollsten Schluchten im Spalter Hügelland, ist die Massendorfer Schlucht. Hier liegen die Felsbrocken wild getürmt auf dem Boden herum. Wir betreten die etwa 30 Meter breite Schlucht von unten herauf. Je weiter es hinaufgeht, umso schmaler und unwegsamer wird es. Der Einstieg erfordert Trittsicherheit und gutes Schuhwerk.

Bemooste Sandsteinfelsen

Rund 300 Meter lang und 50 Meter breit ist sie, die Massendorfer Schlucht. Nicht besonders groß, dafür aber wild und abenteuerlich. Ein kleiner, zu Sommerzeiten unscheinbarer Bach hat sich im Laufe der Zeit 20 Meter tief in den Burgsandstein eingegraben. An der einen oder anderen Stelle sind die roten und beigefarbenen Sandsteinfelsen unterspült, sodass Halbhöhlen entstanden sind.

Vor allem bei nasser Witterung und Schnee ist die Schlucht sehr schwer begehbar. Normales City-Schuhwerk ist deshalb tabu. Zwar führen kleine Stege über das Wasser, allerdings müsst ihr auch über Baumwurzeln, Geröll und matschigen Untergrund laufen. Die Massendorfer Schlucht ist ganzjährig frei zugänglich, aber nicht bei jeder Witterung auch wirklich begehbar. Im Winter, wenn der Einstieg besonders schwierig erscheint, belohnt das Biotop den Abenteurer mit wunderschönen Kaskaden aus Eiszapfen, die durch das herabrinnende Wasser an den Felsen entstehen.

Momentan führt der Bach nur wenig Wasser, aber das kann sich schnell ändern

Und noch ein paar nette Begegnungen

Das schöne Wetter im April lockt schon um die frühe Uhrzeit andere Wanderer aus dem Bett. Als ich auf den Stufen vor der Massendorfer Schlucht sitze, um meine Breze genüsslich zu essen – eine Bank gibt es hier leider nicht – kommen von oben drei Damen in meinem Alter vorsichtig die rutschigen Stufen herunter. Dass auch ein Hund dabei ist, registriere ich erst, als mir eine warme Hundeschnauze über die Schulter schaut und neugierig an meinem Frühstück schnuppert.

Immer wieder muss man über Baumstämme und Wurzeln klettern

Nach einem netten Gespräch verabschieden sich die Damen und ein älterer Herr, der mit Tochter und Enkelkindern unterwegs ist, gesellt sich auf einen kurzen Plausch zu mir. Von oben naht ein älteres Paar die Stufen hinunter. Auch sie haben sichtlich Schwierigkeiten mit der dicken Laubschicht. Darunter liegen haufenweise Eicheln, die einem motivierten Wanderer schnell die Füße wegziehen können.

Wir unterhalten uns kurz, machen ein paar Witze und ich bekomme doch tatsächlich ein Schokoladenosterei als Nachtisch überreicht! Anscheinend sind heute alle in bester Laune. Herrlich! Dann plötzlich sind wieder alle verschwunden und ich bin für den Rest der Wanderung wieder völlig alleine unterwegs.

Wandern auf dem Rundweg Brombachsee 24 durch die Massendorfer Schlucht

Der nur 5 Kilometer lange Rundwanderweg kann alternativ auf dem Wanderparkplatz oder in der Altstadt von Spalt begonnen werden. Die Wanderung führt euch durch das sanfte Hügelland um Spalt, vorbei an den typischen

Route

Höhenprofil

Details

  • Länge: 5 km
  • Dauer: etwa 1,5 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mäßig (nur leichte Anstiege, teilweise schmale Wege)
  • Mindestalter für Kinder: ca. 6 bis 7
  • Markierung: blaues Schild mit Brombachsee 24
  • Anstieg:  216 m
  • Abstieg: 232 m
  • Start/Ziel: Wanderparkplatz an der Verbindungsstraße Spalt/Massendorf
  • DOWNLOAD Karte als pdf: Wanderkarte-Massendorfer-Schlucht
  • DOWNLOAD Beschreibung als pdf: Beschreibung-Massendorfer-Schlucht-Spalt

Jetzt neu: PLANDATEN FÜR GPS-GERÄTE

So funktioniert´s: Auf den Link klicken, dann wird euch die Datei angezeigt. Mit der rechten Maustaste irgendwo in den Text klicken. „Speichern unter“ auswählen und an beliebiger Stelle (auf dem Smartphone, PC oder dem mobilen GPS-Gerät) speichern. 

Kurz hinter dem Ortsausgang von Spalt geht es in den Wald

Fazit

Der Rundweg ist mit 5 Kilometern nicht besonders lang und deshalb perfekt für einen kleinen Ausflug am Wochenende. Wer etwas mehr Zeit hat, sollte sich die Altstadt von Spalt ansehen und das Museum im Kornhaus besuchen. Überall in der Stadt gibt es urige Gasthäuser, in denen ein Bier aus einer der vielen kleinen oder größeren Brauereien aus der Region schon fast Pflicht ist, schließlich seid ihr in der Hopfenhochburg Deutschlands!


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