Loreleiweg Georgensgmünd (Landkreis Roth)

Ein Ausflug in die Natur und Geschichte

Mitten im Fränkischen Seenland mit seiner hügeligen Landschaft findet ihr die Ortschaft Georgensgmünd. Nur knappe 40 km südlich von Nürnberg bietet die kleine Gemeinde, in der sich die Fränkische Rezat und die Schwäbische Rezat zur Rednitz vereinigen, einen guten Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen durch den Landkreis Roth. Einen dieser Wanderwege, nämlich den Loreleiweg von rund 8 Kilometer Länge, haben wir uns heute für einen kleinen Ausflug in die winterliche Landschaft ausgesucht. Eine gute Wahl, wie sich gezeigt hat. Denn wir wandern nicht nur durch die herrliche Natur, sondern begegnen auch der lebendigen Geschichte der Region.

Auf dem Loreleiweg wandern

Als wir aus dem Auto auf dem Parkplatz am Bruckespan in Georgensgmünd aussteigen, hat es knackige -8 Grad. Der Himmel ist stahlblau und die Sonne scheint nach tagelangem Regen und Schnee das erste Mal wieder freudig auf unsere Gesichter. Gleich vom Parkplatz aus haben wir einen wunderbaren Blick auf das Eisenbahnviadukt. Und hätten wir uns nicht schon unsere Route ausgewählt, wäre der Skulpturenpfad entlang der Schwäbischen Rezat sicherlich eine gute Alternative.

Ausblick auf das Eisenbahnviadukt über dem Skulpturenpfad

Wir verwerfen den Gedanken, noch ein wenig auf dem Skulpturenpfad zu wandern. Stattdessen begegnen wir gleich der ersten Sehenswürdigkeit auf unserer Tour.

Das Wasserrad in Georgensgmünd

Direkt gegenüber des Parkplatzes liegt das Wahrzeichen Georgensgmünds: das Wasserrad. Erbaut um 1910 wurde das Wasserrad in den 1980er Jahren an die Gemeinde übergeben. Anlässlich des ersten Wasserradfestes ließ man die inzwischen in die Jahre gekommene Konstruktion restaurieren und an die Stelle im Ortskern stellen, an der sich früher eine alte Papiermühle befand. An der Stelle, an der das Wasserradhäuschen früher stand, errichtete man eines der ersten Elektrizitätswerke. Damals gehörte Georgensgmünd noch zum Landkreis Schwabach.

Das Wasserradhäuschen ist das Wahrzeichen von Georgensgmünd

Mit einem Durchmesser von sechs Metern läuft das Wasserrad mit seinen 44 Schaufeln aus Holz auch heute noch. Wenn ihr nicht gerade bei starken Frösten im Winter nach Georgensgmünd kommt – dann steht das Rad nämlich still – dreht es sich sechs Mal pro Minute im Kreis und liefert eine Leistung von 7 Kilowatt.

Wasserradhäuschen mit interessantem Innenleben

Als wir uns vom Wasserrad am Flussufer losreißen können, wandern wir Richtung Stadtkern. Bevor wir uns jedoch auf den Loreleiweg machen, steht erst einmal ein Besuch der Bäckerei an, um uns noch mit einer kleinen Stärkung und etwas zu trinken zu versorgen. Bekanntlich brauchen wir immer ein wenig länger beim Wandern, weil es überall etwas interessantes zu entdecken gibt. Da fliegt die Zeit nur so dahin – und irgendwie sind wir dann plötzlich total verhungert.

Gut ausgestattet geht es dann endlich an der Ampel links auf der Petersgmünder Straße, die erwartungsgemäß in den gleichnamigen Ortsteil führt. Und gleich fällt unser Blick auf eines der ältesten Gebäude im Ort, das sich etwas hinter den angrenzenden Häusern versteckt.

Das ehemalige Jagdschloss beherbergt heute ein Museum

Markgrafenschlösslein

Im 17. Jahrhundert ließ Markgraf Albrecht V. von Brandenburg-Ansbach nahe am Rezatufer ein kleines Jagdschloss errichten, in dem fortan der markgräfliche Wildmeister residierte. Um das Schlösslein herum gab es kleinere Wohnhäuser für die Arbeiter des Markgrafen und die Eisenschmelzer. Als die Jagdverwaltung bereits Anfang schon knapp 50 Jahre später nach Petersgmünd verlegt wurde, begann eine bewegte Geschichte für das Schloss. Es wurde zum Gasthaus und Wohnhaus umfunktioniert, zeitweilig war sogar der Kindergarten der Gemeinde dort untergebracht. Seit 1995 die Gemeinde das Gebäude restauriert hat, befindet sich ein Museum im historischen Gebäude.

Saazer Heimatmuseum

Markgräfliches Schlösslein

Bahnhofstr. 1
91166 Georgensgmünd

Öffnungszeiten

  • nach telefonischer Vereinbarung
  • 09172 – 474 93 63 (Hermann Wurdinger jun., Museumsleiter)

Rast- und Picknickmöglichkeit am Ortsrand 

Nachdem wir einen kleinen Tunnel hinter uns gelassen haben, passieren wir links die Sportanlage und die Brücke über die Schwäbische Rezat. An der zweiten Abzweigung nach rechts wandern wir eine kurze Strecke auf dem Stöckachweg und biegen dann auf den Heimatweg Richtung Wald.

Tipp: Wer die Abzweigung verpasst, kann auch den Heimatweg nach rechts abbiegen. Der Loreleiweg führt ohnehin später auf den Heimatweg.

Schon nach kurzer Strecke haben wir einen guten Blick auf die Schwäbische Rezat, die rechts unten im Tal langsam vor sich hin mäandert. Nach rund 100 Metern biegt der Loreleiweg links in den Wald. Wir wandern den steilen Weg den Hügel empor und bekommen rechts wieder eine herrliche Aussicht auf die Schwäbische Rezat und den Loreleifelsen.

Ihr könnt auf halbem Weg nach oben auch auf einem Trampelpfad nach rechts zum Flusstal hinabsteigen. Es ist dort ziemlich steil, deshalb passt beim Hinuntergehen auf, vor allem, wenn es etwas nass ist oder Schnee liegt. Dafür habt ihr eine herrliche Sicht über den Fluss und die Wiesen. Jetzt im Winter ist es dort wegen des hohen Wasserstandes sehr schlammig.

Wiesen an der Schwäbischen Rezat

Wir wandern weiter durch den Wald, dann geht es nach rechts durch hohe Ginsterbüsche Richtung Stromleitungen.

Kurz vor der Staatsstraße St2223 knickt der Loreleiweg nach rechts ab und führt entlang der Straße bis zu einer Unterführung. Wir gehen durch die Unterführung und halten uns auf der anderen Seite der Staatsstraße gleich wieder links. Nach wenigen Metern biegen wir wieder rechts in den Wald. An der nächsten Kreuzung wandern wir nach rechts und kommen nach einigen Hundert Metern an den Ortsrand von Niedermauk. Wir gehen geradeaus über den kleinen Steg, der über den flachen Maukbach führt.

Die Natur trotzt mit kräftigem Grün den winterlichen Temperaturen

St. Sebastianskirche Niedermauk

Das Herzstück des kleinen Dorfes ist eine kleine Kirche, die etwas erhöht auf einem sogenannten Kirchenbuck liegt. Dieses Kleinod aus dem Mittelalter ist dem Schutzpatron gegen die Pest geweiht und wird daher auch als Pestkirche bezeichnet. Die Niedermauker Bürger lieben ihr Kirchlein und pflegen es entsprechend.

Zwar wohnen nur rund 125 Einwohner in Niedermauk, dafür sind die Bürger umso engagierter: der ganze Ort wird ausschließlich von den „Maiglern“, also den Einwohnern des Ortes gepflegt. Das zeigt nicht nur eine große Verbundenheit mit der Heimat, sondern verdient auch  unseren Respekt.

St. Sebastian Kirche in Niedermauk bei Georgensgmünd

An der hübschen kleinen Pestkirche St. Sebastian im Ortskern von Niedermauk halten wir uns rechts und wandern auf der Hauptstraße wieder über die Schwäbische Rezat. Auf der rechten Seite können wir schon von Weitem ein schlankes, hohes Travohaus erkennen. Gleich hinter dem Travohaus biegen wir wieder nach rechts auf den zunächst geschotterten Weg, der im späteren Verlauf durch Pflastersteine befestigt den Hang emporführt.

Wieder an der Staatsstraße St2223 angekommen geht es durch die Unterführung und gleich am Kreisverkehr nach rechts Richtung Georgensgmünd ab.

Der heilige Georg und der Drache

Vor uns steht das acht Meter hohe und sechs Meter breite Kunstwerk aus Jurakalkstein und Stahl. Es zeigt den heiligen Georg – Namensgeber der Gemeinde – mutig auf dem Rücken eines Drachens, den er zu bezwingen beabsichtigt. Wer liebt sie nicht, die Mythen und Sagen – die Gemeinde Georgensgmünd hat dem heiligen Georg gleich einen exoponierten Platz auf der Insel im Kreisverkehr am südlichen Ortseingang eingeräumt.

Der heilige Georg kämpft mit dem Drachen

Die Drachenlegende Georgs entstand im 12. Jahrhundert zu Zeiten der Kreuzzüge. Georg soll die jungfräuliche Königstochter vor einem Drachen gerettet haben. In der Stadt zurück, heiratet Georg die Prinzessin nicht, sondern bringt den König und das Volk dazu, sich taufen zu lassen.

Das rote Kreuz auf weißem Grund ist deshalb auch neben dem Zusammenfluss der Fränkischen und Schwäbischen Rezat zur Rednitz und dem Hopfen, der die Region um Spalt prägt, auf dem Wappen der Gemeinde abgebildet.

An der nächsten Abzweigung wandern wir nach rechts Richtung Gewerbegebiet Papiermühle (An der Papiermühle). Hier müsst ihr für ein paar Hundert Meter auf der Straße laufen. Rechts begleitet euch das Waldgebiet, auf der linken Seite zahlreiche Firmengelände, die teils noch an die 1970er Jahre erinnern.

An einer älteren Villa auf der rechten Seite macht die Straße einen Bogen nach links und führt am Hallenbad Georgensgmünd vorbei. Ihr wandert jetzt auf der Wiesenstraße, in deren Verlauf links der Bahnhof, rechts eine Tennisanlage liegt.

Am Wegesrand liegen wunderschöne Fachwerkhäuser

Gegenüber von der Schule biegt ihr nach links ab. Nach der Unterführung gelangt ihr auf die Bahnhofstraße, an der ihr nach rechts weiter geht. Vorbei an einem Friseurladen und der Pizzeria Romana erreicht ihr nach kurzer Strecke das Bürgerhaus Krone. An der Ampel geht ihr weiter geradeaus zurück zum Parkplatz am Bruckenspan.

Tipp: Wenn ihr Lust habt, könnt ihr natürlich noch eine Runde auf dem Skulpturenpfad drehen (etwa 2,5 km)

An der Bahnhofstraße gibt es jede Menge schicker Häuser

Gemeindeverwaltung Georgensgmünd

Bahnhofstr. 4
91166 Georgensgmünd

Tel.: 09172 703-0

Homepage: georgensgmuend.de

Wandern in Georgensgmünd – der Loreleiweg

Von Georgensgmünd aus geht es zunächst nach Petersgmünd. Von dort aus geht es durch den Wald nach Niedermauk und an der Papiermühle und dem Hallenbad wieder zurück zum Ausgangspunkt. Ihr seid je nach Kondition für die knappen 8 Kilometer etwa 1,5 bis 2 Stunden unterwegs.

Route

Höhenprofil

Details

  • Start/Ziel: Parkplatz am Bruckespan
  • alternativer Startpunkt: Bahnhof Georgensgmünd
  • Markierung: Loreleiweg Nr. 3 (Georgensgmünd 3)
  • Länge: 7,8 km
  • Dauer: 1,5 bis 2 Stunden
  • Aufstieg: 117 m
  • Abstieg: 117 m
  • Schwierigkeitsgrad: mäßig (meist flach, ein paar steile Stellen)
  • DOWNLOAD Karte als pdf: Loreleiweg-Georgensgmuend-Karte
  • DOWNLOAD Wegbeschreibung als pdf: Beschreibung-Loreleiweg

Jetzt neu: PLANDATEN FÜR GPS-GERÄTE

So funktioniert´s: Auf den Link klicken, dann wird euch die Datei angezeigt. Mit der rechten Maustaste irgendwo in den Text klicken. „Speichern unter“ auswählen und an beliebiger Stelle (auf dem Smartphone, PC oder dem mobilen GPS-Gerät) speichern. 

Fazit

Wer in durch die einzigartige Hügellandschaft im Fränkischen Seenland und der Spalter Hopfenregion wandert, sollte nicht achtlos an den vielen kleinen Dörfern und Ortschaften vorbeigehen. Bei näherer Betrachtung findet sich überall ein Hinweis auf die bewegte Geschichte der Region und ihr erfahrt viel Neues aus eurer Heimat oder auch Urlaubsregion.

Übrigens: In Georgensgmünd gibt es jede Menge toller Wanderwege. Es lohnt sich also ein Ausflug dorthin!

Essen und trinken

Verhungern und verdursten müsst ihr auf der Wanderung oder auch danach nicht. Überall in Georgensgmünd und auf dem Weg gibt es tolle Gastwirte, Bäcker und Metzger, die euch mit fränkischen, italienischen oder anderen Köstlichkeiten verwöhnen. Ihr müsst nur die Augen offen halten.


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