Eine der schönsten und größten Schauhöhlen in Deutschland – Maximiliansgrotte

Ein Adler, ein Elefant und jede Menge Feenwesen – wo gibt es denn sowas? Ganz einfach, ihr begebt euch ins schöne Mittelfranken. Im Landkreis Nürnberg Land bei Krottensee, einem Ortsteil von Neuhaus an der Pegnitz, liegt ein wahrer Schatz tief unter die Erde. In Abertausenden von Jahren hat die Natur hier in der Maximilianshöhle eine märchenhafte Welt aus Tropfsteinen geschaffen. Das Schöne? Ihr könnt sie bei einer etwa halbstündigen Führung ganz aus der Nähe betrachten und staunen.

Unscheinbar im Berg versteckt

Nur eine kleine Tür im Berghang weist auf die Existenz der Maximiliansgrotte hin. Wanderer laufen vielleicht achtlos an ihr vorbei, ohne zu ahnen, welch mystisches Geheimnis der Berg birgt. Ein über 1200 Meter langes Höhlenlabyrinth befindet sich unter Buchen, Fichten und jede Menge Moos tief im Felsen.

Gleich hinter dem Eingang gehen viele Stufen hinab in den schummrig beleuchteten Bauch des Berges. Dann öffnet sich der schmale Gang zum gewaltigen Leißnerdom, über dem sich der ursprüngliche Zugang zur Höhle befindet. Benannt ist der Leißnerdom übrigens nach dem ersten Höhlenführer: Johann Leißner aus Krottensee. In luftigen 26 Meter Höhe fällt das spärliche Sonnenlicht durch das sogenannte Windloch in die Tropfsteinhalle.

An manchen Stellen schimmert der Tropfstein bläulich oder grün in der schummrigen Umgebung

Die wahren Schätze völlig verkannt

Obwohl zumindest die Einwohner von Krottensee die Höhle ganz bestimmt schon länger kennen, bestehen erst seit 1597 erste schriftliche Zeugnisse über ihre Existenz. Als Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz zur Jagd nach Auerbach kam, hörte er vom Windloch und dem Gerücht, dass darunter in großer Tiefe ein prächtiger Palast mit unglaublichen Schätzen existiere. Ein Jahr später ließ er einen Goldschmied zusammen mit einem Bergmann in die Höhle steigen. Das goldgelbe Material, das sie herausholten, entpuppte sich jedoch nur als Lehm und nicht als das erhoffte Gold. Noch nicht ganz entmutigt, ließ Friedrich daraufhin etliche Stalaktiten abschlagen, um daraus Schießpulver herzustellen. Aber auch das stellte sich als Schuss in den Ofen heraus.

Entstehung der Tropfsteine

Tropfstein in der Form eines Adlers

Vereinfacht kann man sich die Bildung von Tropfsteinen folgendermaßen vorstellen: Das Gestein besteht vorwiegend aus Magnesium- und Calciumcarbonat, also Kalkgestein, das in Wasser nahezu unlöslich ist. Da das Regenwasser sich aber auf dem Weg bis in tiefere Schichten des Bodens mit Kohlendioxid anreichert, hat es durch die so entstehende Kohlensäure einen schwach sauren pH-Wert. Und diese „Säure“ ist in der Lage, den Kalk in geringem Maße aufzulösen, so wie wir das auch vom Entkalken unseres Wasserkochers kennen.

Kleiner Elefant neben dem Adler

Tritt das Wasser dann durch die Höhlendecke, enthält es geringe Mengen an gelöstem Kalk, der sich durch den Kontakt mit der Luft wieder in kristalliner Form abscheidet. Die ersten dieser Kristalle bilden sich beim Herabtropfen des Wassers an der Decke der Höhle. Diese sogenannten Stalaktiten wachsen sehr langsam, nämlich im Durchschnitt einige Millimeter innerhalb von 100 Jahren. Ähnlich sieht es auf dem Boden der Höhle aus. An der Stelle, an der die Wassertropfen auftreffen entstehen innerhalb von vielen, vielen Jahren Stalagmiten in die Höhe.

Hier im Naturpark Fränkische Schweiz und Veldensteiner Forst sind die Voraussetzungen für solche Höhlen perfekt. Es gibt sie überall, wenn auch nicht ganz in den Ausmaßen wie in der Maximiliangrotte. Nur ein paar Kilometer entfernt liegen der Kleine und der Große Lochstein, die Riesenburg oder auch das Quackenschloss, die zu den schönsten Geotopen in Bayern zählen.

Maximiliansgrotte – eine der schönsten und größten Schauhöhlen Deutschlands

Erst im Jahr 1853 erhielt die Maximiliansgrotte ihren heutigen Namen. Benannt wurde sie nach König Maximilian II., der damals in Bayern regierte. Rund 25 Jahre später wurde die Tropfsteinhöhle für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Früher wandelten die Höhlenbesucher im Schein von Carbid-Lampen und Fackeln durch die unterirdische Märchenwelt. Dabei hinterließen die rußenden Lampen eine dicke schwarze Schicht auf so manchem einst beige-weißen Sintherstein. Erst im Jahr 1994 brachte man dann eine Beleuchtung mit speziellem Kaltlicht an, das nicht nur den Algenwuchs eindämmt, sondern auch die Feldermäuse weniger stört. Rund 20 Fledermausarten überwintern in der Maximiliansgrotte, in der ganzjährig eine konstante Temperatur von 8 Grad herrscht.

Auf unzähligen Treppenstufen geht es tief hinein in die Maximiliansgrotte

Adlergrotte

Über einige Stufen bergauf gelangt ihr in die Adlergrotte. In einem großen Stück der Versinterung an der Wand kann man unzählige Tiere und andere Formen erkennen. Ein Teil ähnelt einem Adler mit ausgebreiteten Schwingen, links daneben steht ein kleiner Elefant.

Der Eisberg – Deutschlands größter Tropfstein

Eisberg

Die größten Tropfsteine in der Maximiliansgrotte sind mehrere Meter hoch. Es ist kaum vorstellbar, wie lange sie für die heutige Größe gebraucht haben. In einer Seitenkammer liegt der Eisberg. Der Eisberg ist ganze sechs Meter hoch und hat einen Durchmesser von drei Metern. Er ist nicht nur der größte Tropfstein in der Maximiliansgrotte, sondern der größte Tropfstein in ganz Deutschland.

Weiter geht es über einen künstlich erweiterten Durchgang zur Orgelgrotte. Der Name stammt von den orgelpfeifenähnlichen Versinterungen an der Wand. Tritt der Fall ein, dass sich herabhängender Stalaktit mit dem nach oben anwachsenden Stalagmiten zusammentreffen, bildet sich zunächst eine sanduhrförmige und später eine zylindrische Form. Wenn viele dieser Zylinder nebeneinanderliegen, spricht man von sogenannten Orgeln, wie sie in der Orgelhalle der Maximiliansgrotte zu bewundern sind.

Am Ausgang der Orgelgrotte liegt auf der rechten Seite eine völlig andere Form von Kalkausscheidung. Das Sinterbecken hat etwa 50 Zentimeter Durchmesser und trägt wegen der Form den Namen Taufbecken.

Aus der Geschichte der Maximiliansgrotte

Loch in der Höhlendecke

Der einzige natürliche Zugang zur Maximilianhöhle, der heute noch existiert ist das Windloch hoch über dem Leißnerdom. Durch dieses Loch hat man nach der Schlacht zwischen Bayern und Österreich, dem sogenannten Spanischen Erbfolgekrieg, im Jahr 1703 gefallene Soldaten entsorgt und damit ein Massengrab in der Höhle geschaffen. Beim Ausbau des Weges für öffentliche Führungen wurden hier neben Skelettresten auch Ausrüstungsgegenstände und Uniformknöpfe gefunden. Die meisten Knochen sind heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg ausgestellt. Ein paar der Knochen und auch Knochenfunde von Höhlenbären sind am Ausgang aufgebahrt.

Man berichtet auch von einer angeblich geistig verwirrten Frau aus Krottensee namens Anna Maria Friedl, die das Loch im Waldboden beim Pilzesammeln übersehen haben soll und hinabstürzte. Erst nach fünf Tagen wurde sie gefunden: lebendig und angeblich kaum verletzt. Fast ein Wunder bei der Sturzhöhe von fast 30 Metern in die Tiefe! Herausgeholt hat man sie mit einem Seil, denn damals gab es noch keinen seitlichen Eingang. Und damit das heute nicht nochmal passiert, hat man das Windloch mit einem stabilen Gitter verschlossen.

Ausgang

Der Hinterausgang der Maximiliangrotte liegt gut versteckt im Wald

Von der Schwarzen Halle und den Knochenfunden verlässt man die Grotte durch einen erst 1926 erschlossenen Ausgang. Das ist wahrscheinlich auch der Weg, auf dem die Bären damals in die Höhle gelangten. Auf dem Rückweg zur Schutzhütte kommt ihr an der Schachtöffnung des Windlochs vorbei: heute vergittert und umzäunt, damit ja kein Besucher dort hineinfällt. So viel Glück wie Anna wird wohl kein Zweiter haben.

Überall kann man in der Maximiliansgrotte unterschiedliche Tropfsteinformationen bestaunen

Führungen

Nur ein kleiner, aber dennoch sehr beeindruckender Teil von etwa 200 Meter der insgesamt über einen Kilometer langen Maximiliansgrotte ist als Schauhöhle erschlossen. Die Führung dauert etwa eine halbe Stunde und startet durch den Eingang direkt neben der Schutzhütte, in der ihr übrigens jede Menge Informationen zur Höhle selbst und der Fränkischen Schweiz erhaltet.

Adresse

Maximiliansgrotte

Krottensee
91284 Neuhaus an der Pegnitz

Öffnungszeiten

Die Maximiliansgrotte ist zwischen November und März für Besucher geschlossen, da zu diesem Zeitpunkt unzählige unter Naturschutz stehende Fledermäuse überwintern.

  • April bis 01. November
  • Mittwoch bis Sonntag

Führungen

  • Mittwoch bis Samstag
  • 10:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 17:00 Uhr
  • zur vollen Stunde
  • Sonntag: 10:00 bis 17:00 Uhr durchgehend
  • Montag und Dienstag: Ruhetag

Eintrittspreise

  • Erwachsene: 5,00 Euro
  • Kinder: 3,50 Euro

Gleich hinter dem Eingang geht es über Treppenstufen hinab in die Höhle

Essen und trinken

Direkt gegenüber der Maximiliansgrotte auf der anderen Seite der Straße liegt das Gasthaus Grottenhof. Hier bekommt ihr alles Erdenkliche für das leibliche Wohl in rustikal-gemütlichem Ambiente. Geführt wird die Gastwirtschaft und Pension von der Familie Lohner, die auch für die Führungen in der Maximiliansgrotte zuständig ist. An schönen Tagen könnt ihr es euch auf der großen Terrasse im Freien gemütlich machen. Schweinebraten, Karpfen, Pilzgericht und natürlich hausgemachter Kuchen und Brotzeiten sind nur einige wenige der Köstlichkeiten, die ihr auf der Speisekarte – die hier Grottenzeitung genannt wird – findet.

Original Grottenkäse

Der Gasthof Grottenhof macht seinen Grottenkäse, einen Hartkäse aus Kuhmilch selbst. Der Käse wird geräuchert und reift mindestens zehn Wochen in der Maximiliansgrotte. Probiert doch mal! Ihr bekommt ihm Restaurant oder auch im Grotten-Hof-Laden neben anderen Spezialitäten zu kaufen.

Gasthof Grottenhof im Veldensteiner Winkl

Familie Lohner

91284 Neuhaus/Krottensee

Homepage: grottenhof.de

Öffnungszeiten

  • März bis 01. November 2020
  • Mittwoch bis Sonntag
  • 12:00 bis 21:00 Uhr
  • warme Küche bis 20:00 Uhr

Reste der menschlichen Knochenfunde – unten: Bärenknochen

Wandern rund um die Maximiliansgrotte

Bei schönem Wetter bietet sich eine erlebnisreiche Rundwanderung an, denn rings um die Höhle gibt es noch weitere geologische Besonderheiten zu entdecken. Am besten geht das auf dem Karstkundlichen Wanderpfad. Auf rund 13 Kilometern könnt ihr noch mehr Höhlen und tolle Felsen erkunden.

Anfahrt: Wie komme ich zur Maximiliansgrotte?

Am besten kommt ihr über die A9 Berlin-Nürnberg zur Maximiliansgrotte, wenn ihr die Ausfahrt Plech nehmt und Richtung Neuhaus an der Pegnitz fahrt. In Neuhaus ist Krottensee und der Grottenhof/Maximiliansgrotte bereits gut ausgeschildert.

Parken

Direkt vor der Grotte und dem Gasthaus ist eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen vorhanden.

Ich hätte noch viel mehr Zeit in der Maximiliansgrotte verbringen können, um alles zu bestaunen

Fazit

Vergesst im Sommer nicht, eine Jacke oder einen dicken Pullover mitzunehmen, den ihr euch überziehen könnt. In der Maximiliansgrotte ist es ganzjährig um die acht Grad. Während das an kühlen Tagen angenehm warm erscheint, ist der Temperatursturz an heißen Sommertagen doch enorm, vor allem, wenn ihr vom Wandern verschwitzt seid. Wir empfehlen eine Kombination mit dem Karstkundlichen Wanderweg und anschließender Einkehr in den Grottenhof. Plant also am besten gleich einen ganzen Tag für euren Ausflug ein!

 


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