Mit knapp 500 Meter Höhe ist die Burg Bramberg die höchstgelegene Burganlage der Haßberge. Noch heute bietet sich vom Turm aus ein atemberaubender Rundumblick über das Umland. Errichtet wurde sie damals wahrscheinlich zum Schutz der Hochstraße, dem Rennsteig, der über den Kamm der Haßberge verlief. Ringsum die wundervolle Idylle des Naturparks, durch den jederzeit eine Wanderung lohnt. Wir haben uns die Erlebnistour ausgesucht, die direkt zur Burgruine führt.
Alle Infos zur Erlebnistour Bramberg (Karte, GPX-Daten, Beschreibung)

Vulkane im Naturpark Haßberge
Was heute kaum jemand weiß oder auch nur vermuten würde, ist, dass das Gebiet der Haßberge und das angrenzende südliche Thüringen im Tertiär Schauplatz umfangreichen Vulkanismus war. Das ist noch gar nicht so lange her, denn das Tertiär begann erst vor 65 Millionen Jahren und endete vor etwa drei Millionen Jahren.
Allerdings warfen die Vulkane in den Haßbergen kaum Lava aus, wie etwa die in der Rhön. Sieht man sich heute die geologischen Verhältnisse an, so findet man hier vulkanisches Gestein auf einem Streifen von etwa 70 Kilometer Länge, der sich in nordsüdliche Richtung ausdehnt, Heldburger Gangschar genannt.

Burg Bramberg
Rund 150 Meter überragt der Vulkanschlot Bramberg die gesamte Umgebung. Ein perfekter Ort für die wohl edelfreien Ritter des Hochstifts Bamberg, um hier auf dem Gipfel 1108 eine Burganlage zu errichten. Doch es dauerte nicht lange, da gerieten die Hermann und Stephan von Bramberg, wie sich die Brüder ab sofort nannten, mit dem Hochstift Würzburg in Konflikt, die im Umland ebenfalls mit Gütern ausgestattet waren.
Kaiser Barbarossa tritt in Aktion
Der Streit endete für die Bramberger tragisch, denn die Würzburger hatten beste Kontakte zum Kaiser. Wahrscheinlich war es dem Bischof ein Dorn im Auge, dass die Bramberger keinerlei Abgaben an ihn zu entrichten hatten. Und weil ihm sonst nichts Besseres einfiel, beschuldigte der Würzburger Bischof Erhold die Bramberger des Raubrittertums und des Todschlags von Untertanen. Inwieweit diese Behauptungen stimmen, kann nur gemutmaßt werden.
Der Kaiser jedenfalls glaubte ihm. Und so kam es, dass Friedrich I. Barbarossa 1168 höchstpersönlich seine Heerschar schickte und die Burg Bramberg eroberte. Im Anschluss wurde sie dem Erdboden gleichgemacht und die Ländereien nebst geschleifter Burganlage an die Würzburger übergeben.
Die Brambergischen Herren, ihreszeichens Bamberger Dienstmannen, haben daraufhin ihre Sachen gepackt und eine Veste auf einem benachbarten Berg, dem Haubeberg errichtet: die Burg Raueneck.
Der verbotene Wiederaufbau
Eigentlich waren geschleifte Burgen mit dem Verbot belegt, sie wieder aufzubauen. Das interessierte die Würzburger jedoch herzlich wenig. Zwar ließen sie einige Zeit verstreichen, um 1250 einige Bauten instantsetzen zu lassen. Zunächst errichteten sie wohl ein Haus und eine Kemenate oberhalb des ehemaligen Tores der Anlage, um hier ein kleines Amt zu beherbergen.

Die Anlage im 15. Jahrhundert
Anscheinend ist dann doch wieder mehr aufgebaut worden als nur ein kleines Häuschen, denn im 15. Jahrhundert spricht man davon, dass die Burganlage Bramberg im Bauernkrieg größeren Schaden nahm. Zu dieser Zeit gab es in der Anlage verschiedene Bauten. Diese reichten ursprünglich deutlich weiter nach Süden, als die heutige Burgruine es ahnen lässt.
Als Amtmänner sind im 15. Und 16. Jahrhundert die Herren von Bibra genannt, einem bedeutenden Adelsgeschlecht dieser Zeit. Diese Amtmänner erledigten Verwaltungsaufgaben und rechneten Ein- und Ausgaben ab. Das endgültige Aus der Burg kam 1560. Denn als das Doppelamt Bramberg-Raueneck ins Leben gerufen wurde, das seinen Hauptsitz in Raueneck hatte, wurde die Burg Bramberg nicht länger benötigt.
Nach dem Verlassen der Anlage verfiel diese zusehends über Jahrhunderte hinweg. Bis schließlich in den 1970er Jahren die verbliebenen Mauerreste gesichert wurden.

Gebäude auf der Burg
Die ältesten Teile der Burg, die heute noch bestehen, sind sicherlich die mächtigen Hals- und Ringgräben. Sie stammen – zumindest in Teilen – noch aus Zeiten vor dem Niederbrennen durch Kaiser Barbarossa 1168.
Leider ist heute kaum noch belegbar, wie diese frühe Burganlage ansonsten ausgesehen haben mag. Bekannt ist, dass im 13. Jahrhundert die Vorburg im Norden der Hauptburg errichtet wurde und dass das aktuelle Burgtor aus dem 15. Bis 16. Jahrhundert stammt. Die Kernburg aus dem 14 Jahrhundert wird durch einen angebauten Torturm aus dem 16. Jahrhundert geschmückt. Heute können Besucher über eine Stahlwendeltreppe hinauf auf die Aussichtsplattform steigen.

Dort, wo heute der Hauptbau steht, befand sich damals anscheinend eine Art Vorhof oder Vorburg mit hölzernen Wirtschaftsgebäuden und einem einfachen Tor hinter einem gewaltigen Halsgraben. Ein neues Tor wurde um 1430 gebaut, indem man die Wand des Hauptgebäudes durchbrach und ein Fallgitter einbaute, auf das heute noch die klauenförmigen Steine hinweisen.
Am Torturm gelangt man durch ein weiteres Tor in die Kernburg, in der sich in den unteren Bereichen wohl Lager- und Verwaltungsräume mit Gewölbedecke befanden. Im ersten Stock lagen die Repräsentationsräume und der Wohnbereich der Burgbewohner. Sieht man etwas genauer hin, so fällt auf, dass alle Seiten der Hauptburg von Gebäuden gebildet werden. Solch eine Burg nennt man im Fachjargon Randhausburg. Einen Bergfried sucht man hier vergebens.
Das Kirchendorf Bramberg
Doch mit zwei Kilometern vom Bramberg recht weit entfernt liegt das zugehörige Kirchendorf einer Talmulde. 1108 wurde das Dorf erstmals urkundlich im Zusammenhang mit der auf dem Berg liegenden Burganlage erwäht. Seinen Namen haben Berg und Dorf von dem althochdeutschen Wort Bräma, was eine Brombeere bezeichnet – wahrscheinlich die dominierende Pflanze damals auf dem Berghang.
Der Bramberg
Zu den etwas größeren Vulkanen der Heldburger Gangschar gehört der Bramberg, der vor etwa 16 Millionen Jahren entstand, als Lava aus dem Inneren der Erde aufstieg und kurz vor der Oberfläche erstarrte. Was wir heute dort vorfinden, ist kein Auswurfgestein, sondern lediglich die Füllung des Förderschlotes aus dem damaligen Vulkan. Am Zeilberg bei Maroldsweisach wird heute noch Basalt abgebaut.

Basaltsteinbruch
Charakteristisch für den vulkanischen Basalt am Bramberg ist die grünliche Farbe, die von Olivin-Einschlüssen herrührt. Sieht man sich den Steinbruch genauer an – das ist heute wieder gut möglich, da die wildwüchsige Vegetation entfernt wurde – so findet man hier den Basalt nur im mittleren bis höheren Teil des Steinbruchs. Und weil dieser Steinbruch ein wunderbares Fenster in die Erdgeschichte ist, wurde er in die Liste der Geotope in Bayern aufgenommen.
Er ist leicht an seiner säulenförmigen, eckigen Gestalt erkennbar. Ringsum findet man Unmengen an mitgerissenem Nebengestein, hauptsächlich Ton und Schluffe, also Sedimentgestein. Der Basalt hier am Bramberg wurde bis Mitte des 20. Jahrhundert abgebaut. Die Steine aus zwei Steinbrüchen fanden vor allem in Straßenbau Verwendung. Der südliche Steinbruch hat die ehemaligen Bauten und Mauern der Anlage leider völlig eleminiert. Früher war die Burg in diese Richtung deutlich größer.
Bedrohung der Burg Bramberg im 20. Jahrhundert
Insofern möglich, wurden im Mittelalter die Steine, die zum Bau der Burg benötigt wurden, vor Ort abgebaut. Das war auch um 1100 hier in den Haßbergen auf Bramberg nicht anders. Man schlug tiefe Gräben aus dem Felsen oder schlug die Hänge ab, sodass sich ein steileres Gefälle bildete. Beide Maßnahmen waren gleichzeitig zusätzliche Sicherungsmaßnahmen der Anlage.
Als man um 1930 den basalthaltigen Vulkankegel erneut als Steinbruch nutzte und dabei gleich von zwei Seiten her den Basalt unterhalb der Burg abtrug, drohte die Ruine instabil zu werden und abzustürzen. Dank massiver Proteste einer Bürgerinitiative und des Amts für Denkmalschutz wurden daraufhin die Steinbrüche aufgegeben.

Besucherinformationen
Nach Abwenden der Gefahr durch die Steinbrucharbeiten wurde der ehemalige Adels- und Amtssitz in den 1970er Jahren saniert und gesichter und ist seitdem für Besucher frei zugänglich. 2021 wurde im Torturm eine elf Meter hohe Wendeltreppe eingesetzt, über die man auf eine Aussichtsplattform gelangt.
Adresse
Burgruine Bramberg
Bramberg-Hohnhausen
96103 Ebern
Öffnungszeiten
- jederzeit frei zugänglich
- Eintritt frei
- Hunde erlaubt

Wanderung Erlebnistour oder alternativ nur zur Burgruine
Wegbeschreibung Erlebnistour
Vom Wanderparkplatz aus gehen wir den Forstweg weiter den Hang empor, immer der Markierung Erlebnistour Bramberg (rote Burg) folgend. Nach etwa 600 m biegen wir an der Gabelung nach links und an der drauffolgenden Gabelung wieder links ab. Nach einiger Zeit windet sich der Forstweg in rechter Richtung um den Gipfel entlang empor.
Kurz vor dem Gipfel treffen wir auf eine Infotafel zum aufgelassenen Basaltsteinbruch, der über einen kurzen Stichweg besichtigt werden kann. Im Anschluss wandern wir den Forstweg weiter, bis wir an dessen Ende auf die Ruine der Burg Bramberg treffen, die man ausgiebig erkunden kann.
Anschließend gehen wir denselben Weg ein Stück zurück. Etwa nach halber Umrundung des Gipfels biegt nach rechts ein unscheinbarer Trampelpfad in den Wald (Beschilderung rote Burg). Wir folgen dem Pfad durch den Wald leicht bergab. Dieser macht nach einigen hundert Metern einen Linksknick und trifft dann weitere 200 m später auf eine Kreuzung, die wir geradeaus passieren.
Gut 200 Meter weiter stoßen wir auf eine T-Kreuzung mit einem breiteren Weg. Hier biegen wir nach links ab und folgen gut 100 Meter später dem geschotterten Weg nach links (Markierung rote Burg) an einer Art Bauwagen vorbei (Förstereiwagen).
Dieser führt uns fast kerzengerade am Hang des Bramberges entlang zu einer T-Kreuzung am Waldrand. Wir biegen nach links ab und wandern weiter, bis wir auf der linken Seite an einer Kreuzung eine überdachte Bank in einem kleinen Gebüsch. Hier wartet eine kleine Überraschung: Wenn ihr in Richtung Bank schaut, ist rechts daneben unter den Sträuchern im Boden eine Kiste eingelassen, in der ihr gegen einen kleinen Obolus ein relativ kühles Getränk entnehmen könnt. (Bitte lasst die Pfandflasche dort!)

An der Kreuzung führt die eigentliche Erlebnistour nach rechts über den Ort Bramberg wieder zurück zum Ausgangsort. Wir haben die Tour (wegen der Hitze) abgekürzt und wandern an der Getränkestation den Feldweg nach links weiter.
Dort, wo der Weg eine leichte Rechtskurve beschreibt, biegen wir (etwa 50 Meter vor der Straße) nach links auf den schmalen Trampelpfad ab, der uns etwas später hinter einer Rechtskurve zur HAS.60 leitet. Dort biegen wir nach links ab und halten uns gleich wieder links am Hang empor in den Wald hinein. Dort treffen wir auf den Zufahrtsweg zum Wanderparkplatz, an dem wir nach links abbiegen und nach kurzer Strecke wieder am Ausgangspunkt ankommen.
Route

Höhenprofil

Details
- Start/Ziel: Wanderparkplatz Burgruine Bramberg
- Markierung: Erlebnistour (rote Burg)
- Länge Erlebnistour: 4,6 km
- Dauer: 2 bis 2,5 Stunden
- Schwierigkeit: mäßig bis mittel
- für Kinderwagen/Buggy geeignet: nein
- Aufstieg: 143 m (immer mal wieder ein kurzes Stückchen)
- DOWNLOAD KARTE als pdf: Erlebnistour-Bramberg.pdf
- DOWNLOAD Wegbeschreibung als pdf: Erlebnistour-Bramberg.pdf
TOURENDATEN FÜR GPS-GERÄTE UND WANDER-APPS
So funktioniert´s: Anleitung zum Download und Importieren in eine Wander-App oder ein mobiles GPS-Gerät

Wanderung nur zur Burgruine und wieder zurück
Im Gegensatz zur Erlebnistour Bramberg ist die kurze Route nur zur Burg und wieder zurück zum Parkplatz recht gut begehbar und ausgebaut. Hier könnt ihr auch mit dem Kinderwagen oder Buggy hinauf auf den Gipfel mit der Burgruine Bramberg.
Route

Höhenprofil

Details
- Länge nur zur Burgruine und wieder zurück: 1,9 km
- Dauer: etwa 1 Stunde
- mäßig schwierig
- Kinderwagen/Buggy-geeignet: ja
- DOWNLOAD KARTE als pdf: Ruine-Bramberg.pdf
Essen und trinken
In und um die Burgruine gibt es keine Einkehrmöglichkeiten. Wir empfehlen, ein kleines Picknick in den Rucksack zu packen und oben auf der Burg etwas zu essen. Hierfür stehen Bänke und Tische zur Verfügung.
Einkehren könnt ihr natürlich in Ebern, oder in einem der kleineren Ortschaften ringsum:
- Gastwirtschaft Anja und Max Kundmüller, Am Weinberg 2, 96106 Ebern OT Bischwind
- Gasthaus Zum Grünen Tal, Birkach 4, 97496 Burgpreppach OT Birkach
- Kleines Hof-Café, Birkach 3, 97496 Burgpreppach OT Birkach
Anfahrt: Wie komme ich zur Burgruine Bramberg?
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Die Anreise ist mit der Bahn ist über die Haltestelle Ebern möglich. Von hier aus geht es mit öffentlichen Bussen nach Bramberg.
Mit dem Auto, Motorrad oder Wohnmobil
Über die A73
Wenn ihr aus dem Norden oder Süden über die A73 anreist (Nürnberg-Suhl), nehmt ihr die Ausfahrt Breitengrüßach und haltet euch auf der B4 Richtung Rattelsdorf/Ebern. Ab hier haltet ihr euch immer an die Wegweiser nach Ebern und ab Ebern Richtung Bramberg/Vorbach zunächst durch Unterpreppach und Gemünd, dann an Jesserndorf vorbei nach Bramberg. Bei Bramberg folgt ihr der Beschilderung Burg Bramber auf der Hauptstraße Richtung Hohnhausen.
Über die A70
Wer über die Autobahn A70 anreist, verlässt diese über die Ausfahrt 12 und fährt über die ST2278 nach Bramberg und weiter in Richtung Hohnhausen.

Parken
Unterhalb der Burgruine befindet sich ein Parkplatz, der auf der Staatsstraße zwischen Bramberg und Hohnhausen ausgeschildet ist. (Achtung, die Zufahrt liegt direkt in einer Linkskurve kurz hinter dem Waldanfang von Bramberg aus kommend links). Der eigentliche Parkplatz ist etwa 300 m von der Hauptstraße entfernt und die Zufahrt gut befahrbar. Hier kommt ihr auch mit einem gängigen Wohnmobil hinauf. Vom Parkplatz aus braucht führt ein Fußweg hinauf zur Burg (ungefähr 15 Minuten).
Fazit
Der Besuch der Burgruine Bramberg ist ganzjährig ein tolles Erlebnis für die ganze Familie. Wir empfehlen bei guten Witterungsverhältnissen den oben beschriebenen Rundweg. Wer nicht ganz so viel Zeit oder Lust hat, kann auch nur die Ruine besichtigen und auf demselben Weg wieder zurück zum Parkplatz wandern.