ETOSHA NATIONALPARK

Wir nähern uns dem Ethosha Nationalpark von Süden. Langsam wird der Tierbestand dichter. Auf unserer bisherigen Reise waren die Wildtiere bis auf die Farmen mit eigenem Bestand eher mager. Wen wundert es bei all den vielen Zäunen rund um die ausgedehnten Farmgebiete? Da bleibt nicht viel Raum für Antilopen, Elefanten und Raubkatzen. Wir haben unser Quartier kurz vor dem Südtor des Parks bezogen und machen uns langsam auf den Weg in das heiß ersehnte Gebiet.

Giraffen, Etosha-Nationalpark, Namibia

Giraffen auf der Etosha Safari Lodge

Bereits kurz nachdem wir unser Domizil verlassen haben, muss ich unversehens auf die Bremse treten, denn direkt vor unserem Wagen überqueren drei Giraffen die Straße. Langsam und gemächlich schreiten sie mit ihren langen Beinen dahin. Trotz der vielen Touristen, die hier jährlich vorbeikommen, sind die Tiere sehr schreckhaft und flüchten in die Büsche, wo sie fast nicht mehr zu erkennen sind.

Schon über 100 Jahre Tierschutz

Die Salzpfanne im Norden des heutigen Namibias wurde im Jahre 1851 von den Europäern Francis Galton und Charles Andersson entdeckt. Die beiden waren damals zusammen mit Händlern der Ovambo unterwegs. Von den Ovambo stammt auch der Name, denn Etosha heißt so etwas wie „Großer weißer Ort“. In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich eine rege Handelsroute. Es dauerte nicht lange und es kam zu vereinzelten Konfrontationen zwischen den Europäern und den Ovambo. Denn die Tierpopulation durch die übereifrigen europäischen Großwildjäger bedroht.

Ende des 19. Jahrhunderts besetzten deutsche Truppen die Namutoni-Region und erbauten dort ein Fort. Zwar wurde das ursprüngliche Fort bereits 5 Jahre später völlig von den Ovambo zerstört, aber schon gleich darauf wieder aufgebaut. Noch heute ist dieses Fort einer der markantesten Punkte im Etosha Nationalpark.

Gelbschnabeltoko

Fast wären alle Wildtiere ausgerottet worden

Nachdem der reiche Wildtierbestand durch hemmungslose Großwildjagd bis an den Rand der Ausrottung reduziert war, erklärte der ehemalige Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika am 22. März 1907 rund ein Viertel des heutigen Namibia zum Naturschutzgebiet. Eine dieser drei Regionen schloss die Etosha Salzpfanne ein. Damals hatte der Park ganze 100.000 km² Fläche und war das mit Abstand größte Wildtierreservat weltweit. Im Jahr 1970 erhielt der Etosha Nationalpark seine heutigen Grenzen. Wegen der veränderten politischen Rahmenbedingungen wurde er stark verkleinert. Heute umfasst der Etosha Nationalpark 20.000 km² mit einer Ausdehnung von fast 300 km in Ost-West-Ausrichtung und 110 km in Nord-Süd-Richtung. Mit einer Größe von Hessen ist der Etosha Park das drittgrößte Naturschutzgebiet Afrikas. Nach dem Serengeti-Park findet man hier die höchste Wilddichte.

Ein Rückschlag

In den 1970er und 80er Jahren fiel ein Großteil des Tierbestandes dem Grenzkrieg zwischen Namibia und Angola zum Opfer. Und damit nicht genug, zusätzlich herrschte in diesen Jahren eine extreme Dürre, die kaum Tiere überlebten. Dank der unermüdlichen Naturschutzbemühungen konnte sich die Population in den letzten Jahren aber wieder stark erholen, sodass wir heute bei unserem Besuch wieder eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt bewundern können.

Streifengnus am Namutoni Camp, Etosha Nationalpark

Die Gnus kehren früh am Morgen zurück zur Wasserstelle, um endlich zu trinken. Die Herde ist sehr vorsichtig, sieht sich immer wieder um, ob Gefahr droht. Zuerst kommen nur wenige Tiere langsam näher, dann folgen die Kühe mit den Kälbern. Jede Bewegung und jedes Geräusch lässt die Tiere aufschrecken. Ich bin besonders früh aufgestanden, um vom Aussichtspunkt die Herden zu beobachten.

Großer, weißer Ort

Die Etosha-Pfanne hat sich wahrscheinlich vor etwa 100 Millionen Jahren gebildet. Früher floss der Kuene Fluss bis Etosha, sodass sich in wasserreichen Zeiten ein riesiger See bildete. Vor etwa 16.000 Jahren haben tektonische Plattenbewegungen den Verlauf des Kuene verändert und ihn Atlantik geleitet. Der See trocknete ohne Wasserzufuhr aus – zurück blieb eine riesige Salzpfanne. In der Regenzeit, vor allem in wasserreichen Jahren, bilden sich in der Pfanne kleine Teiche, die Tausende von Flamingos anziehen. Auch zu Trockenzeiten hat man aus der Ferne das Gefühl, dass in den Weiten der Etosha-Pfanne Wasser steht. Dabei handelt es sich aber nur um Luftspiegelungen.

Auch im Camp den Tieren ganz nah

Im Etosha Nationalpark gibt es fünf Camps. Drei davon sind schon lange etabliert und teilweise über 100 Jahre alt.

Okaukuejo (im Süden am Andersson Tor)

Okaukuejo Camp, Südeingang

Okaukuejo hieß ursprünglich einmal Okakwiya – die Frau, die jedes Jahr ein Kind gebärt. Zur Kolonialzeit gab es hier eine deutsche Polizei- und Militärstation. Heute haben hier nicht nur die Parkverwaltung und das ökologische Institut ihren Sitz, sondern Okaukuejo gehört auch zu einem der fünf Camps im Nationalpark. 1953 wurde in Okaukuejo der erste Wildhüter des Etosha Nationalparks stationiert. Zu dieser Zeit lebten als einzige Menschen Haikom-Buschmänner innerhalb des Parkgeländes. Neben einer Tankstelle, einem Kiosk (mit wirklich guten, selbst gemachten Pasteten), einem Restaurant, einem Postamt und einem Souvenirladen, gibt es auch eine beleuchtete Wasserstelle.

Halali (in der Mitte des Parks zwischen Okaukuejo und Namutoni)

Halali wurde im Jahr 1967 als Camp für Touristen geöffnet. Die Namensgebung stammt aus dem Deutschen und lehnt sich an den Begriff Halali aus der Jägersprache an. Halali signalisiert, dass das Tier erlegt und die Jagd beendet ist. In Bezug auf die Etosha-Region bedeutet dieses Wort, dass hier der Jagd ein Ende gesetzt wurde! Von einem Hügel im Camp kannst du die Tiere im Moringa-Wasserloch beobachten. Auch in Halali gibt es eine Tankstelle, einen kleinen Laden, ein Restaurant, ein Kiosk und eine beleuchtete Wasserstelle.

Namutoni (im Nordosten am Lindguist Tor)

Namutoni ist ebenfalls eine ehemalige Polizei- und Militärstation. Der Name leitet sich ab von dem Hererowort „Omutjamitinada“ und heißt übersetzt: von oben herabfließendes Wasser. Heute wird die Station als Besucherzentrum verwendet. Das Wasserloch im Namutoni-Rastlager wurde nach Francis Galton und John Andersson benannt, die dort 1851 ihre Zelte aufschlugen. Während der Rinderpestepidemie diente Namutoni als Kontrollstelle, später blieb die Station ein Grenzposten, der den Handel im Norden des Landes kontrollierte.

Fort im Namutoni Camp

Das Fort wurde 1902 erbaut, aber bereits im Folgejahr von den Owambo zerstört. Im Jahr 1906 erbaute man es nach den alten Plänen wieder. Das Fort, das 1950 zum Nationaldenkmal ernannt wurde, gibt es noch heute und wird seit 1957 auch von Touristen besucht. Nicht nur das Fort ist in sehr gutem Zustand und sieht frisch restauriert aus, auch bei den Zimmern haben die Architekten und Designer sehr viel Geschmack bewiesen. Die Camps im Nationalpark sind alle in staatlicher Hand und werden sehr gut gepflegt. Gleich neben den Häusern liegt das Restaurant, in dem wir unser Abendessen eingenommen haben.

Innenansicht Fort im Namutoni Camp

Neue Rastlager

Hinzu sind zwei neue Camps gekommen, Onkoshi und Dolomite im Nordosten des Etosha Nationalparks. Empfehlenswert sind zwei Übernachtungen am oder im Etosha Park, denn es gibt sehr viel zu sehen, der Nationalpark ist recht groß und du darfst nur sehr langsam fahren. Am besten eins im südlichen oder östlichen Teil und ein anderes im Zentrum oder im Osten. Die Vegetation unterscheidet sich in den einzelnen Teilen stark und deshalb sind auch im Süden andere Tiere anzutreffen als im Osten.

Nicht nur zum Baden unverzichtbar

Der Etosha Nationalpark hat sowohl natürliche als auch künstlich angelegte Wasserlöcher. Im Winter liegen die natürlichen Quellen meist trocken, sodass die Tiere die wenigen künstlichen Wasserstellen regelmäßig frequentieren und dabei wunderbar beobachtet werden können. Alle Camps haben ihre eigenen Wasserlöcher, wo die Tiere auch nachts beobachtet werden können.

Überdachte Aussichtsplattform am Wasserloch

Okaukuejo: Direkt neben dem Rest Camp wird das Wasserloch nachts mit einem Flutlicht angestrahlt. Zwischen Juni und Dezember zieht es Spitzmaulnashörner und Elefanten neben zahlreichen anderen Tieren an.

Okondeka: Beste Wasserstelle für Löwenbeobachtungen. Dieses Wasserloch ist natürlichen Ursprungs und liegt ein wenig nördlich von Okaukuejo am Rand der Etosha-Pfanne.

Halali und Goas: Um Leoparden zu beobachten, eignen sich Goas und Halali gut. Beide Wasserlöcher liegen im Zentrum des Etosha Nationalparks. Tagsüber finden sich hier vor allem Impalas und Elefanten, Zebras und Gnus.

Salvadora und Sueda: Bei Rietfontain im Norden der Pfanne befindet sich eines der größten Löcher, das bei Löwen sehr beliebt ist.

Die Tiere an den Wasserlöchern wechseln ständig. Manche Gruppen kommen bereits bei Sonnenaufgang und ziehen dann weiter. Welche Tiere du am Wasserloch antriffst, ist immer eine Mischung aus Zufall und Geduld. Wenn du etwas Zeit mitbringst, den Motor abstellst und einfach abwartest, wirst du oft nach einiger Zeit belohnt. Ich kann auch eine geführte Tour mit einem Guide aus dem Park empfehlen. Wir sind ganz alleine mit Fatimah unterwegs gewesen, weil kein anderer an diesem Tag mitwollte. Sie weiß ganz genau, wann welche Tiere an den einzelnen Wasserlöchern anzutreffen sind. Wir hatten einen wunderbaren Nachmittag mit den wilden Elefanten im Etosha Park – und haben von Fatimah noch das eine oder andere erfahren, was sonst vielleicht nicht jeder erfährt.

Afrikanischer Strauß

Tierwelt

In Etosha Nationalpark findet man bis auf Flusspferde, Krokodile, Wasserböcke und Büffel fast alle Tierarten des südlichen Afrikas. Ganze 114 verschiedene Säugetierarten zählt das Naturschutzgebiet im Norden Namibias. Zu den größten gehören Nashorn, Giraffe, Gnu, Kudu, Zebra und natürlich Elefanten. Hier sind Löwe, Leopard, Gepard, Hyäne, Löffelfuchs und Honigdachs zu Hause.

340 Vogelarten gibt es im Etosha Nationalpark, von denen etwa ein Drittel zu den Zugvögeln gehören, die teilweise auch bei uns in Deutschland vorkommen. Zu regenreichen Zeiten gesellen sich weitere Arten dazu. Der größte flugfähige Vogel ist die Riesentrappe. Ein Exemplar ist uns zufällig vor die Kamera gelaufen.

Riesentrappe (etwa 1,2 Meter groß)

Wildtierbeobachtungen

Am besten bekommt man die Tiere natürlich an den Wasserlöchern zu Gesicht, das ist kein Geheimnis. Besonders in der Trockenzeit im Winter sind viele Tiere auf eine permanente Wasserversorgung angewiesen. Bei einigen Wasserreservoirs ziehen größere Gruppen Gnus oder Zebras, Springböcke und Oryxantilopen vorbei. Und immer wieder können auch – zumindest im östlichen Teil – auch Elefantenherden beim Baden beobachtet werden. Der Etosha Nationalpark beherbergt vier der Big Five. Elefanten und Löwen sind recht weit verbreitet, Leoparden schon seltener. Die scheuen Tiere halten sich lieber in dicht bewachsenen Gegenden auf. Ein Wasserloch ist der perfekte Ort, um nach einem vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashorn Ausschau zu halten. Auch Geparden und Schwarznasen-Impalas sind vom Aussterben bedroht. Sie sind vor allem beim Dolomite Camp zu sichten. Im Süden herrschen Prärielandschaften vor, in denen sich Springbock- und Zebraherden tummeln.

Gruppe Schwarznasenimpalas

Pirschfahrten

Wer meint, man könne alles mit dem eigenen Auto erfahren und könne sich eine Pirschfahrt sparen, der irrt gewaltig. Die geschulten Guides kennen sich bestens in ihrem Gebiet aus und wissen ganz genau, wann an welcher Stelle bestimmte Tiere anzutreffen sind. Außerdem musst du nicht gleichzeitig auf die unwegsame Straße gucken und nach Tieren Ausschau halten. Das hat den enormen Vorteil, dass du nicht versehentlich einen Kudu oder andere versteckte Tiere übersiehst. Kudus werden als namibische Geister bezeichnet. Und das mit Recht, denn die Antilopen bleiben einfach zwischen den Büschen stehen und bewegen sich nicht. Und tatsächlich kannst du einen Meter neben ihnen vorbeifahren und siehst sie nicht.

Kudu-Weibchen mit Kälbern

Ganz besonders attraktiv sind nächtliche Pirschfahrten, die seit Neuestem angeboten werden. Viele Raubtiere und auch Spitzmaulnashörner besuchen nach Einbruch der Dunkelheit die Wasserlöcher. Und da du nachts nicht im Park herumfahren darfst, kommen sie dir nicht zu Gesicht. Eine einmalige Gelegenheit, die scheuen Tiere hautnah zu erleben.

Zebra ist nicht gleich Zebra

In Namibia leben sowohl Bergzebras (Hartmann- und Kap-Zebras) als auch Steppenzebras. Das Steppenzebra unterscheidet sich vom Bergzebra durch seine breiten, schokoladenbraunen Streifen zwischen der schwarz-weißen Musterung. Die weißen Zwischenräume sind außerdem schmaler. Besonders gut zu sehen ist die Zeichnung auf dem Hinterteil des Pferdes. Zebras leben meist in Verbänden bis zu 20 Tieren, die aus einem einzigen Leithengst und mehreren Stuten und Fohlen bestehen.

Steppenzebra

Die Familien bleiben über viele Jahre zusammen. Zeitweise schließen sich einzelne Familien zu großen Herden zusammen, manchmal leben Zebras auch mit Gnus in einem Lebensraum gemeinsam. Bemerkenswert ist das Sozialverhalten von Zebras: Geht ein Tier verloren, sucht die Gruppe oft tagelang nach ihm. Das Streifenmuster ist bei jedem Zebra unterschiedlich, sodass sich die einzelnen Mitglieder eines Verbandes an der Zeichnung erkennen können. Außerdem sind die Zebras durch die Streifen nicht nur gut vor Fressfeinden getarnt. Neueste Forschungen zeigen, dass sie auch einen besonders guten Hitzeschutz bieten. Steppenzebras kommen in Namibia vor allem im Etosha Nationalpark vor, während die Bergzebras bevorzugt in gebirgigen Hochebenen wie im Naukluft Nationalpark oder in privaten Reservaten leben. Leider gehören sie zu den bedrohten Tierarten.

Gruppe Steppenzebras mit Fohlen

Namibias Nationaltier

Die Oryxantilope ist das Nationaltier Namibias und gleich in zweifacher Ausführung im Wappen des Staates enthalten. Die Oryxantilope ist typisch für die Halbwüstenregionen des Landes und symbolisiert Eleganz, Stolz und Mut. Mit einer Schulterhöhe von 1,2 Metern ist die Oryxantilope, die genau wie das Zebra mit den Pferden verwandt ist, eine der größten Antilopenarten. Beide Geschlechter tragen lange, scharfe Hörner, die bis zu 1,5 Meter lang werden können.

Oryxantilopen am Wasserloch

Zwar fressen Oryxantilopen Gras, allerdings nehmen sie auch Sukkulenten zu sich und graben Wurzeln aus. In Dürrezeiten verzehren sie sogar das hochgiftige aber wasser- und nährstoffreiche Wolfsmilchgewächs Euphorbia damarana. Zwar trinken die Tiere auch Wasser, prinzipiell sind sie aber von Oberflächenwasser unabhängig. Kämpfe zwischen rivalisierenden Männchen sehen zwar sehr gefährlich aus, sie sind aber stark ritualisiert und fast niemals wirklich ernsthaft. Der Bestand alleine in Namibia wird auf fast 400.000 Tiere geschätzt. Es gibt sie nicht nur im Etosha-Nationalpark, sondern trifft auch in den unwirtlichen Sanddünen der Namib auf die kräftige Antilope.

Springbock ist gleich Springbok

Auch in Namibia heißt der Springbock Springbok. Er wird nur anders geschrieben. Man mag es gar nicht glauben, aber heute kommen Springböcke ausschließlich im südlichen Afrika vor. Der Name Springbock stammt von den steil senkrechten Sprüngen, die die Tiere aus dem Stand bis zu einer Höhe von 3,5 Metern absolvieren. Beim sogenannte „Prunken“ bleiben die Beine steif, während der Rücken stark nach außen gewölbt wird. Warum Springböcke diese Prellsprünge vollführen, ist umstritten, wird aber immer in Zusammenhang mit Raubtieren gebracht (Warnung von Artgenossen oder dem Raubtier selbst).

Springböcke

Immer mit nötigem Respekt

Im Nationalpark musst du sehr langsam und immer mit der nötigen Voraussicht fahren. Aussteigen ist wegen der Wildtiere tabu, lediglich auf den ausgewiesenen Plätzen mit Toilette darfst du mal kurz den Wagen verlassen, nachdem du dich vergewissert hast, dass kein Löwe oder Elefant hinter dem Häuschen steht. Ich selbst habe mich lieber etwas beeilt!

Gerade im östlichen Teil ist die Sicht teilweise durch Bäume und Sträucher verdeckt. So kann es nicht nur passieren, dass plötzlich Tiere vors Auto laufen, sondern auch, dass ihr euch ohne Vorwarnung in einer Gruppe Elefanten wiederfindet. Das ist ziemlich gefährlich, denn Elefantenmütter reagieren sehr empfindlich auf Eindringlinge in ihre Gruppe. Schaut also lieber zu, dass ihr euch langsam rückwärts aus der Gruppe heraus bewegt, am besten so frühzeitig wie möglich.

Jugendlicher Elefant

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Malaria

Es gibt immer wieder Diskussionen, ob der Etosha Nationalpark in Namibia zu den Malaria-Risikogebieten gehört oder nicht. Deshalb möchte ich euch ein paar Informationen über dieses Thema geben, damit ihr euch optimal vorbereiten könnt.

  • Wintermonate: Die Wintermonate (also bei uns in den Sommermonaten) gilt die Etosha-Pfanne als malariafrei. Trotzdem ist es nicht verkehrt, auch in dieser Zeit ein gutes Insektenspray zu benutzen. Da die Malariamücken zum Brüten stehendes Wasser benötigen, ist das Risiko jedoch verschwindend gering. Auch wir haben uns nicht mit Malaria-Präparaten ausgestattet und übrigens auch keine einzige Mücke während unseres Road-Trips zu Gesicht bekommen.
  • November bis Juni: Die meisten Gesundheitsorganisationen raten, in dieser Zeitspanne eine Malariaprophylaxe einzunehmen, um absolut sicher zu sein. Lokale Mediziner sind sich jedoch einig, dass die Wahrscheinlichkeit, an Malaria zu erkranken, ganzjährig sehr gering ist. Es gibt nur sehr sporadische Malariafälle – und diese beziehen sich nahezu ausnahmslos auf die Caprivi-Region im Norden des Landes.

Für Gäste, die nicht in den Caprivi-Streifen reisen, wird aufgrund der geringen Nebenwirkungen das Prophylaxe-Medikament Malarone empfohlen. Es muss einmal täglich eingenommen werden, und zwar erst einen Tag, bevor du in das Malariagebiet reist und sieben Tagen nach der Abreise weitergenommen werden. Doxycyline und Lariam sind wegen der geringeren Kosten für längere Aufenthalte in Risikogebieten besser geeignet. Allerdings haben beide Medikamente stärkere Nebenwirkungen und müssen bereits längere Zeit vor und auch länger nach einem Aufenthalt im Malariagebiet eingenommen werden.

Du solltest aber auf jeden Fall vor deiner Reise deinen Hausarzt aufsuchen, um dir genauere Informationen einzuholen. Abgesehen von einer Prophylaxe solltet ihr aber in Gegenden mit vielen Moskitos immer folgende Grundregeln beherzigen:

  • nach Einbruch der Dämmerung immer lange Kleidung tragen
  • alle Stellen, die nicht mit Kleidung bedeckt sind, mit Insektenspray einsprühen

Infotafeln im Etosha-Park (eine der wenigen Stellen, an denen man aus dem Wagen aussteigen darf)

Infos

Öffnungszeiten

  • richtet sich nach den Jahreszeiten und dem Sonnenlicht
  • geöffnet ab Sonnenaufgang (ab etwa 06:00 bis 07:00 Uhr)
  • bis kurz vor Sonnenuntergang (ca. 17:30 bis 19:30 Uhr)

Eintrittspreise (müssen am Tor bzw. im Okaukuejo Camp gezahlt werden)

  • Erwachsene: 80 NAD pro Tag
  • Kinder unter 16: Frei
  • Auto: 30 NAD pro Tag

Bei der Einfahrt müsst ihr durch ein Desinfektionsbad fahren. Wundere dich nicht, wenn man euch auffordert, auszusteigen und über eine Matte mit Desinfektionsmittel zu laufen. Im Park bricht immer wieder Tollwut aus und man möchte damit verhindern, dass Besucher irgendwelche Erreger mit einschleppen, die die Tiere gefährden könnten.

Fazit

Ich hätte gerne noch etwas mehr Zeit gehabt, um in Ruhe an den Wasserstellen zu verweilen und die Tiere zu beobachten. Mir persönlich hat die Gegend um Namutoni besser gefallen, da im dichten Unterholz einfach mehr Tiere anzutreffen sind als auf den weiten Ebenen im Süden.


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