Die Oberpfalz ist voller geheimnisvoller Burgen und Ruinen. Das liegt vor allem an der Nähe zur ehemals Böhmischen Grenze, die hier im Osten Bayerns verläuft. Und da musste man seine Gebiete und Handelsstraßen mit wehrhaften Anlagen schützen. Als die Zeit dann für etwas mehr Komfort anbrach, bauten die Herrscher sich dann repräsentative Schlösser. Kommt mit uns auf eine Reise in die mittelalterliche Vergangenheit.

Geheimnisvolle Burgen und prachtvolle Schlösser in der Oberpfalz
Die burgenreichste Region in Deutschland liegt tatsächlich im Oberpfälzer Wald. Der Schwerpunkt liegt hier tatsächlich auf den wehrhaften Anlagen, aber auch Schlösser sind nicht selten. Hier gibt es auf unzähligen Hügeln und Berggipfeln Geschichte aus den früheren Jahrhunderten unserer Heimat zum Anfassen und hautnah selbst erleben.
Überblick
Nach Landkreisen/kreisfreien Städen
Amberg-Sulzbach – Cham – Neumarkt – Neustadt a.d. Waldnaab – Regensburg – Schwandorf – Tirschenreuth – Weiden
Reihenfolge
Landkreis Amberg-Sulzbach
Burgruine Lichtenegg
Lichtenegg (Birgland) – Landkreis Amberg-Sulzbach
Zwischen Hersbruck und Sulzbach Rosenberg in der Oberpfalz liegt das idyllisches Dörfchen Lichtenegg – nur einen Steinwurf von der Grenze zu Mittelfranken entfernt. Unten im Weigental führt die „Goldene Straße“ aus der Zeit Kaiser Karls IV. von Nürnberg Richtung Osten nach Prag. Oben auf dem Berg thront die Ruine der gleichnamigen Burganlage, umringt von einem Dutzend Höfe und Häusern und einem traditionellen Wirtshaus.
- tagsüber frei zugänglich
- Eintritt frei
2. Oberes Schloss Schmidmühlen
Markt Schmidmühlen – Landkreis Amberg-Sulzbach
Es wirkt fast ein wenig vermessen, denn hier tummeln sich auf engstem Raum drei sogenannte Schlösser, die von einer bewegten Geschichte zeugen. Wie ein magisches Dreieck liegen die drei Schlösser im Ortskern von Schmidmühlen: das Obere Schloss, das Zieglerschloss und das Hammerschloss.
An der Stelle des Oberen Schlosses befand sich ursprünglich eine Wasserburg, auf der sich bis 1270 Ministeriale der Hohenburger Grafen tummelten. Anschließend wurde das Anwesen wittelbachisch und um 1353 einem größeren Umbau unterworfen, bei dem das Schloss weitestgehend neu gestaltet wurde. Das heutige Schloss wurde um 1600 erbaut.
- Rathaus (kleines Heimatmuseum enthalten)
Unteres Schloss Schloss Schmidmühlen – Hammerschloss
Markt Schmidmühlen – Landkreis Amberg-Sulzbach
Der Markt Schmidmühlen hat gleich mehrere Schlösser. Neben dem Oberen Schloss und dem Zieglerschloss gibt es noch ein weiteres. Hier in Schmidmühlen befand sich ab 1326 eines der bedeutenden oberpfälzer Hammerwerke, das über viele Jahre die Ortschaft und die ganze Region prägte. Als das Ende der Eisenindustrie und damit des Hammerwerks kam, erwarb Johann Adam von Senglau das Anwesen und gründete eine Papiermühle. Seine Nachfolger errichteten dann um 1700 das Barocke Schloss, das bis heute Hammerschloss oder auch Unteres Schloss genannt wird.
- die Scheune ist heute eine beliebte Hochzeitslocation
Zieglerschloss Schmidmühlen
Markt Schmidmühlen – Landkreis Amberg-Sulzbach
Das jüngste der drei Schlösser im Markt Schmidmühlen ist das Zieglerschloss. Es wurde um 1757 von Josef Georg Felsner im Bereich einer ehemaligen gemeindeeignen Ziegelei nach dem Vorbild eines französischen Landschlosses gebaut und ist damit eigentlich kein Schloss im landläufigen Sinne, da es sich um keinen Adelssitz handelt. Dennoch finden wir, das der ehemalige Wohnsitz des Tabakdosen-Fabrikanten erwähnenswert ist.
- Privatbesitz
Klosterburg Kastl
Markt Kastl – Landkreis Amberg-Sulzbach
Schmuckstück und markantes Wahrzeichen des Marktes Kastl ist sicherlich die ehemalige Klosterburg obern auf dem Berg. Vor über 900 Jahren standen hier ursprünglich einmal ganze drei Burgen, die die Herren von Sulzbach errichtet hatten. Um 1100 kamen diese dann auf die Idee, hier ein Kloster einzurichten. Gesagt, getan. Nachdem der Papst seine Zustimmung gegeben hatte, machte man sich ans Werk. Zunächst wurde eine Kirche und die Unterkünfte für die Mönche gebaut, dann kamen weitere Gebäude hinzu, bis das Kloster schließlich eines der mächtigsten Klöster des damaligen Reiches wurde.
Nach Plünderung und Brand kam die Anlage in die Hände der Jesuiten, dann des Malteserordens. Ab dem frühen 19. Jahrhundert fungierte das Kloster dann als ungarisches Gymnasium. Heute befindet sich nach umfangreichen Umbaumaßnahmen eine Polizeihochschule in der Klosterburg.
- die Klosterkirche ist weiterhin die aktuelle Pfarrkirche
- frei zugänglich
- hier befindet sich die Mumie der Prinzessin Anna
Burg Breitenstein
Königstein OT Breitenstein – Landkreis Amberg-Sulzbach

Adresse
Breitenstein 3, 92289 Königstein
Einst stand hier auf dem Felsen in Breitenstein auf 612 Meter Höhe eine stattliche Burganlage. Erbaut wurde sie um 1100 von den Herren von Breitenstein. Als das Geschlecht ohne männlichen Nachfolger 1666 ausstarb, fiel die Höhenburg an das Herzogtum Sulzbach, die sie dann anscheinend nicht mehr instand hielten. Allerdings ließ die Frau des damaligen Herzogs und Pfalzgrafen 1713 die Burgkapelle aus dem 12. Jahrhundert renovieren. Im 18. Jahrhundert plünderte man die Burg, indem man ihre Burgmauern als Steinbruch nutzte. Erhalten ist heute deshalb lediglich die romanische Burgkapelle, eine zweigeschossige Kapelle, die der Heiligen Dreifaltigkeit und dem heiligen Johannes Nepomuk geweiht ist. Heute stellt sie eine Besonderheit dar, denn sie ist die einzige zweigeschossige Doppelkapelle in der ganzen Oberpfalz.
- tagsüber frei zugänglich
- Eintritt frei
Landkreis und Stadt Neumarkt
Burgruine Wolfstein
Neumarkt
Während im Sommer die wunderschönen Parkanlagen der pompösen Schlösser locken, ziehen uns im Winter und an kalten Tagen die Ruinen von alten Burgen immer wieder in ihren Bann. An einem nebligen Tag haben wir uns nach Neumarkt in der Oberpfalz aufgemacht, um die Burgruine Wolfstein am Rande der Kreisstadt zu besuchen. Und was soll ich sagen? Mystisch und geheimnisvoll, einfach herrlich! Die Stimmung ändert sich rapide mit den Wetter. Bei Nebel erscheint sie besonders geheimnisvoll und mystisch.
- frei zugänglich
- Eintritt frei
Klosterruine Gnadenberg
Gnandenberg – Landkreis Neumarkt
Die Oberpfalz gilt als Land der Burgen und Schlösser. Neben den vielen bekannten gibt es auch weniger bekannte. Ein ganz besonderes Schätzchen, das noch weithin als Geheimtipp gilt, liegt in der Nähe von Berg bei Neumarkt. Hier steht die Ruine des ersten Birgittenklosters in Gnadenberg an der Grenze zum Nürnberger Land – keinen halben Kilometer vor den Toren Altdorfs.
Von der Klosterkirche stehen zwar noch die Umfassungsmauern, mit ihren beeindruckenden Fensterbögen haben die Reste des Sakralbaus aber dennoch eine unglaubliche Wirkung. Nebenan im ehemaligen Konvent berichtet seit ein paar Jahren eine Ausstellung über das Leben der Heiligen Birgitta und die Klostergeschichte.
- Ruine mit Innenhof frei zugänglich
- Museum
Burgruine Velburg
Velburg – Landkreis Neumarkt
Als erster Burgherr von Velburg steht der Edelfreie Kuno in den Urkunden, der als Vogt des Bistums Bamberg hier als hoher Beamter fungierte. Die Burg ging im Laufe ihrer Geschichte durch viele Hände, seien es die Grafen von Sulzbach, das österreichische Grafengeschlecht von Clamm oder auch die Wittelsbacher. Nach dem Dreißigjährigen Krieg, in dem die Burg nur leicht beschädigt wurde, ließ der damalige Pfleger die Dächer entfernen und läutete damit den Untergang der Anlage ein. Auch hier wurden im 18. Jahrhundert die Steine der ehemaligen Gebäude und Mauern für Neubauten im Ort verwendet. Heute befindet sich die Ruine im Besitz der Gemeinde.
- öffentlich frei zugänglich
- Eintritt frei
Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab
Burgruine Flossenbürg
Flossenbürg – Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab
Auf dem 732 Meter hohen Granitfelsen liegt eine der schönsten Burgruinen der Oberpfalz, die Ruine der Burg Flossenbürg. Sie wurde von Graf Berengar von Sulzbach um 1100 herum errichtet und überlebte unzählige ihrer Besitzer. Einer davon war Friedrich Barbarossa, der als erster Staufer zum Kaiser ernannt wurde. Leider wurde die Anlage im Dreißigjährigen Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut.
- frei zugänglich
- Eintritt frei
Burgruine auf dem Hohen Parkstein
Parkstein – Landkreis Neustadt an der Waldnaab
Einst krönte den Hohen Parkstein eine prächtige Burg aus dem 11. Jahrhundert. Sieht man sich heute die Ruinen an, mag man gar nicht glauben, dass die Burganlage eine der größten in der Oberpfalz war. Bereits im 11. Jahrhundert war von einer Veste auf dem Basaltkegel die Rede, die zu diesem Zeitpunkt wohl abgebrannt ist oder wurde. Sicher ist, dass nach ihrem Wiederaufbau die Ministerialen der Grafen von Sulzbach ihren Sitz als Herren von Parkstein auf dem Vulkankegel hatten. Später kamen weitere Prominente auf die Liste der Burgherren. Im 13. Jahrhundert Friedrich Barbarossa, später dann Herzog Otto II. von Bayern.
- jederzeit frei zugänglich
- Eintritt frei
Burgruine Schellenberg
Georgenberg OT Waldkirch – Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab
Im Oberpfälzerwald, nahe der Grenze zu Tschechien – liegt auf dem bewaldeten Bergrücken der Anhöhe versteckt die geheimnisvolle Burgruine Schellenberg. Ursprünglich wurde sie errichtet, um die Region vor den Angriffen der Böhmen zu schützen. Und so wurde sie in der Mitte des 14. Jahrhunderts hier mitten in das dünn besiedelte Gebiet gebaut. Und obwohl die Anlage schon seit 1498 nicht mehr ganz so gut in Schuss war, verließ sie der letzte Bewohner erst 1865. Von der Burg ist heute nicht mehr allzuviel zu sehen, wäre da nicht die Holzbrücke, die die einzelnen Teile der Anlage auf den beiden einzel stehenden Felsen mitander verbindet. Auf der gegenüberliegenden Seite steht heute der Aussichtsturm.
- jederzeit frei zugänglich
- kostenlos
Burgruine Leuchtenberg
Leuchtenberg – Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab

Adresse
Burgweg, 92705 Leuchtenberg
Im Mittelalter regierten hier in weitem Umkreis das Geschlecht der Leuchtenberger. Sie waren es auch, die Anfang des 12. Jahrhunderts auf den 585 Meter hohen Berg hier eine wehrhafte Burganlage bauten, die im Laufe der Zeit immer wieder vergrößert wurde. Noch heute kann man die bemerkenswert gut erhaltene Anlage mitsamt ihrem Rittersaal und der Burgkapelle besichtigen.
- in den Sommermonaten geöffet
Landkreis Tirschenreuth
Burgruine Waldeck
Kemnath OT Waldeck – Landkreis Tirschenreuth
Auf dem 641 m hohen Basaltkegel des Waldecker Schlossberges finden sich heute noch die Überreste einer alten Gipfelburg. Die Burg Waldeck stammt aus dem frühen 12. Jahrhundert und zählt zu den ältesten Anlagen der Oberpfalz. Sie gilt als der Geburtsort der Mutter von Otto von Wittelsbach und wurde im 15. Jahrhundert zu einer Festung ausgebaut. Nach ihrer Zerstörung im Spanischen Erbfolgekrieg 1703 wurde die Burg zwar wieder aufgebaut, es dauerte jedoch keine 100 Jahre, bis ihr ein verheerendes Feuer endgültig den Garaus machte, bei dem auch die Ortschaft stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.
- jederzeit frei zugänglich
- Eintritt frei
Burgruine Weissenstein
Waldershof – Landkreis Tirschenreuth
Eine der beliebtesten Ausflugsziele in der Oberpfalz ist sicherlich die Ruine Weißenstein im Naturpark Steinwald. Erstmals erwähnt wurde die Burg Weißenstein 1279 als „Wisstenstein“. Erbauer waren die Weißensteiner. Nach ihnen kamen die Nothaffter – und dann ging es auch schon bald mit ihr dahin. Es heißt, gegen 1560 wurde sie aufgegeben, weil die Adelsfamilie es lieber etwas komfortabler haben wollte. Das Leben hier auf dem Berg im Steinwald war ihnen dann doch etwas zu beschwerlich.
- jederzeit frei zugänglich
- Eintritt frei
Burg Falkenberg
Falkenberg – Landkreis Tirschenreuth
Eine der beeindruckendsten Burganlagen im Stiftland ist sicherlich die Burg Falkenberg in gleichnamigem Ort. Auf einem steilen Felsen thront das heute zu einem Hotel und Museum ausgebaute Prachtstück, das auf der anderen Seite von der Waldnaab umflossen wird. Im Dreißigjährigen Krieg hatten es die Schweden besetzt. Und damit das nicht noch einmal passierte, hat sie der Kurfürst dem Verfall preisgegeben. Den Wiederaufbau 1936 bis 1939 verdanken wir Friedrich Werner Graf von der Schulenburg. Leider konnte er sein Werk nicht vollenden, weil er 1944 von der Gestapo hingerichtet wurde. Seit 2008 gehört die Burg dem Markt Falkenberg, der sie umfassend saniert hat.
- Hotel
- Museum (es gibt gelegentlich auch Führungen)
Burgruine Liebenstein
Plößberg OT Liebenstein – Landkreis Tirschenreuth
Von der einst wohl stattlichen Burganlage aus dem 12. Jahrhundert auf dem etwa 530 Meter hohen Berg aus Eisgranit am Ortsrand von Liebenstein bei Plößberg sind leider nur noch ein paar Grundmauern erhalten. Und das nicht nur, weil sie seit dem frühen 17. Jahrhundert nicht mehr bewohnt war und langsam verfiel. Gleich unterhalb der Anlage befanden sich mehrere Steinbrüche in den 1950er Jahren und die Steine wurden auch zum Bau der Häuser im Ort verwendet.
- frei zugänglich
- Eintritt frei






















