Im Nordwesten des Naturparks Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale liegt das beschauliche Städtchen Leutenberg im von Bergbau geprägten Tal der Sormitz. Hier beginnt einer der abenteuerlichen Thüringer Urwaldpfade, nämlich der Urwaldpfad Leutenberg, der über die Goldkuppe hinaufführt, auf der sich der Wald wieder zu einem Urwald von morgen entwickeln darf.
Stadt Leutenberg, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen
Alle Details zur Wanderung findet ihr weiter unten (GPX-Daten, Karte, Beschreibung)
Bahnhof Leutenberg – Unterhütte – Goldkuppe – Abzw. Cronebrunnen – Wandslebhütte – Cronebrunnen – Eichendorffplatz – Save Nature Waldhaus – Miras Garten – Gustav-Fehler-Hütte – Kalkgrubental – Schleifberg – Naturpark-Haus Leutenberg – Mühlgraben – Marktplatz Leutenberg – Bahnhof Leutenberg

Leutenberg
Frühe Geschichte
Bereits im 9. Jahrhundert hat ein slawischer Herrscher auf dem Berg, auf dem heute die Burg steht, eine erste Festung errichtet. Sie diente den Bewohnern in der Gegend als Fluchtort bei Angriffen von den Sorben aus dem Osten. Deutsche und sorbische Menschen lebten hier als Ackerbauern und Viehzüchter nebeneinander, und es gab sicherlich öfter auch schon einmal Streitigkeiten, die ein Schiedsrichter dann schlichten musste. Ab 1000 findet man Belege, dass sich hier oben auf dem Berg ein gräflicher Jagdsitz befunden haben soll.
Durch die Region zogen sich Handelsrouten, die von den ortsansässigen adeligen Gutsherren gesichert werden mussten. Dafür mussten die Händler Zollabgaben leisten. Um schnell eingreifen zu können, bauten sich die Grafen an exponierten Stellen an besonders heiklen Stellen oder Knotenpunkten dieser Handelsstraßen Burgen, um das ganze zu überwachen und im Notfall schnell eingreifen zu können. Deshalb sprießen seit dem 11. Jahrhundert überall in Deutschland die wehrhaften Anlagen wie Pilze aus dem Boden.

Entstehung
Bekannt ist die Ortschaft vor allem durch die 1187 errichtete Burganlage, die nach einem Herrn Luito benannt wurde, der sich seitdem Henricus von Lutenberg nannte, also Berg des Luito. Die Burg liegt nördlich von Leutenberg hoch über dem Tal der Sormitz auf einem günstig gelegenen Bergsporn. Und wie das nun einmal so war, zog die Burg natürlich auch jede Menge Arbeiter und Bedienstete an, die sich zu deren Fuß im Tal niederließen. Dazu trug sicherlich die Tatsache bei, dass durch das Tal eine alte Straße verlief, die zu einer stark frequentierten Handelsstraße führte. Leutenberg heißt bis heute auch die Stadt der sieben Täler. Das sind:
- Hüttengrund (Kiesbachtal)
- Sormitztal
- Lemnitztal
- Ilmtal
- Herschdorfer Tal
- Kalkgrubental
- Hinktal

Die Grafen von Schwarzburg
Unklar ist bis heute, warum die Anlage an die Schwarzburger kam. In den Urkunden steht jedoch beschrieben, dass König Otto IV. die Provinz Saalfeld (wohl auch inklusive Leutenberg) an die Grafen von Schwarzburg zum Reichslehen gab. Die Grafen von Schwarzburg gehörten damals zum Thüringer Hochadel und hatten ihren Stammsitz westlich von Saalfeld im Tal der Schwarza (die zu ihrem Namen führte). Mit der Übersiedlung ins Sormitztal entstand eine neue Linie des Adelsgeschlechts, sie nannten sich fortan Grafen von Schwarzburg-Leutenberg.
Noch im 13. Jahrhundert bekam Leutenberg die Stadtrechte und wurde damit Mittelpunkt der umliegenden Gemeinden. Doch es dauerte noch bis ins 14. Jahrhundert, bis aus der einfachen Festung eine richtige Burg entstand. Die endgültige Gestaltung, so wie wir sie heute kennen, erfolgte um 1500.

Balthasar
Einer der bekanntesten Besitzer aus der Linie Schwarzburg-Leutenberg war Balthasar (1453 bis 1525), der sich trotz seiner häufigen Abwesenheit doch sehr für die Belange seines Besitzes und deren Bewohner einsetzte. So förderte er nicht nur den Bergbau und ließ die verfallene Kirche im Jahr 1512 neu aufbauen, er baute auch ständig an seiner Burganlage herum und stritt mit den Mönchen des ansässigen kleinen Benediktinerklosters über deren verwerflichen Lebenswandel herum.

Balthasar war erst zehn Jahre alt, als sein Vater starb. Die Vormundschaft fiel auf seinen Vetter, der statt seiner die Geschäfte führte. Doch kaum hatte Balthasar das 18. Lebensjahr erreicht, nahm er die Herrschaft selbst in die Hand, denn der Vetter hatte keine gute Arbeit geleistet. Sein ganzes Leben ist ein einziger Kampf und es wurde dem Burgherrn nicht einfach gemacht. Dennoch hat Balthasar sehr viel für seine Untertanen und das heutige Aussehen der Burg getan. Müde und sorgenüberladen übergibt Balthasar 1521 die Herrschaft an seinen Sohn und stirbt 1525.
Der letzte Graf von Leutenberg starb mit nur 24 Jahren. Schon von Geburt an war Phillip nicht mit einer guten Gesundheit gesegnet. Zwar hatte der Graf mit 19 Jahren die 16 Jahre ältere und verwitwete Herzogin von Braunschweig-Grubenhagen geheiratet, doch hatten die beiden keine gemeinsamen Kinder. In den folgenden zwei Jahrhunderten diente die Burg immer wieder als Witwensitz.

Burg (Schloss) Friedensberg
Nachdem die Grafen zu Schwarzburg-Leutenberg ihren Erbstreit mit den Grafen von Orlamünde nach langjähriger Streiterei bereinigt und in Leutenberg besiegelt hatten, wurde die Burg zunächst nur im Volksmund, dann auch offiziell seit etwa 1718 Friedensburg genannt. Diesen Namen trägt sie bis heute. Mit den Orlamündern waren die Leutenberger seit 1342 verbandelt, als der damalige Herrscher Heinrich IX. nach dem Tod seiner ersten Frau ein zweites Mal heiratete. Seine neue Gemahlin war die Tochter des Burggrafen von Nürnberg, die gleichzeitig Witwe Ottos V. von Orlamünde-Lauenstein war, der die Herrschaft über das benachbarte Loquitztal hatte.

Leutenberg in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Nachdem das Anwesen im 16. Und 17. Jahrhundert teilweise als Witwensitz gedient hatte, ging die Burg an die Schwarzburg-Rudolstadt-Linie über. Diese herrschten dort, bis das Land Thüringen den ehemaligen Herrschaftssitz nach einem Brand kaufte, der große Teile des Innenausbaus zerstörte.
Danach hatte die Burg eine sehr wechselhafte Geschichte. Sie war Gasthof, während des Zweiten Weltkriegs Schulungsstätte. Nachdem 1945 zunächst die amerikanischen Truppen einmarschierten, dann die sowjetische Armee, die bis Ende des Jahres blieb. Ab 1949 folgten 40 Jahre Deutsche Demokratische Republik, die hier an dem grenznahen Ort ihre Spuren hinterließen. Die DDR-Regierung nutzte ab 1958 das Schloss als Gästeheim für den Ministerrat, sodass das Anwesen bis zur Wende für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war.
Die Burg heute
Nach der Wende hat das Land Thüringen die Bauten zunächst aufwendig saniert und modernisiert und im Anschluss eine Fachklinik für Dermatologie eingerichtet. Seitdem kommen schwerkranke Menschen mit Schuppenflechte, Allergien und anderen schlimmen Hautleiden hierher, um sich behandeln zu lassen. Aus diesem Grund ist das Schloss auch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Allerdings besteht die Möglichkeit, die Außenanlagen nebst großem Garten anzusehen.

Stadtkirche Maria Magdalena
Die Kirche findet im Jahr 1512 erstmals Erwähnung und war bis 1920 Sitz des Superintendenten, der für das Fürstentums Schwarzburg Rudolstadt zuständig war. Ein Superintendent hat als leitender Geistlicher eines evangelischen Kirchenamtes so etwas wie eine Aufseherfunktion in einem Kirchenbezirk oder Diözese. Das Amt entstand erstmals 1527 in Kursachsen, als der Kurfürst die Verordnung erließ, „Pfarrer der vornehmsten Städte zu Superintendenten und Aufsehern einzusetzen“. Früher konnten diese Intendenten weitgehend selbstständig agieren und waren nur noch dem zuständigen Landes- oder Generalsuperintendenten, meist durch einen Bischof vertreten, unterstellt.
Der Stadtbrand
Bei einem verheerenden Stadtbrand im Frühjahr 1800 fielen nicht nur 150 Wohnhäuser, sondern auch das Rathaus, das Amtsthaus, die Schule und die Pfarrkirche innerhalb von nur drei Stunden den Flammen zum Opfer. Und weil es ohne Kirche nun mal nicht ging, errichtete man ab 1812 die heutige Stadtkirche Maria Magdalena im klassizistischen Stil dort, wo schon die alte gestanden hatte, nämlich leicht oberhalb des Ortes. In den letzten 100 Jahren wurde die Kirche ganze dreimal saniert, zuletzt wurden die Stahlglocken von 1922 ersetzt, das Dach neu eingedeckt und die Orgel restauriert.

Thüringer Urwaldpfade
In den waldreichen Höhenzügen Thüringens finden sich so manche Waldwildnisgebiete, in denen seit vielen Jahren die Natur wieder sie selbst sein darf. Hier ruht die Säge und der Mensch greift nur noch im Notfall ein. Urwälder von Morgen nennen sie sich, die urwüchsigen Wälder, die hier bei uns in Deutschland so selten geworden sind.
Meist gibt es sie nur noch in den Kernzonen von Nationalparks – in Thüringen hingegen breiten sie sich langsam auch an anderer Stelle aus. Wegen ihres enormen Artenreichtums nennt man sie auch Urwaldperlen. Im Unterschied zu den vielen forstwirtschaftlich genutzten Wäldern, in denen die alten und kranken Bäume gefällt werden, dürfen diese bei den Naturwäldern stehen oder liegen bleiben.
Einige der Tiere und Pflanzen benötigen aber genau solche Habitate, um sich anzusiedeln. Und eben diese seltene Flora und Fauna ist es, die den Wald zu einem gesunden Ökosystem macht. Und genau aus diesem Grund hat das Land Thüringen sich vorgenommen, fünf Prozent seiner Wälder, das sind um die 25.000 Hektar, aus der forstwirtschaftlichen Nutzung herauszunehmen und verwildern zu lassen.
Urwaldpfad Leutenberg
Im Jahr 2021 wurde der Urwaldpfad in Leutenberg ausgewiesen. Er führt durch einen reichen Mischwald, in dem man heute noch hohe Tannen und alte Buchenbestände findet. Hier kann man den Wandel vom Fichtenforst zu einem stabilen Mischwald hautnah erleben. Zwischendurch hat man immer wieder einen schönen Blick auf die Stadt und das Sormitztal. Der Urwaldpfad Leutenberg gehört zu den insgesamt gut ein Dutzend Urwaldpfaden im Freistaat, Tendenz steigend.
Offiziell beginnt der Leutenberger Urwaldpfad am Bahnof, hier hat 2021 auch die feierliche Eröffnung stattgefunden. Einen zweiten Einstieg in den Rundweg gibt es am Naturparkhaus. Beide Einstiege sind mit Infotafeln ausgestattet, zusätzlich sorgt ein Biotopbaum für Aufmerksamkeit. Biotopbäume oder auch Habitatbäume nennt man solche Exemplare, die ganz besondere Lebensräume für andere Lebewesen bieten.
Dafür muss der Baum nicht einmal leben. Auch – oder vor allem – tote Bäume schaffen Lebensräume für viele seltene Tiere, egal ob Tiere, Pflanzen oder Pilze. Dazu benötigen sie Höhlen, Risse in der Rinde oder dem Stamm und eben Totholz. Und genau die gibt es in den Urwäldern von morgen in Thüringen.

Die Sormitztalbahn
Schon länger hegte man den Gedanken, eine Verbindungsstrecke zwischen der Strecke Triptis/Blankenstein und der Frankenwald–Bahn zu bauen. Doch das Unterfangen gestaltete sich gar nicht so einfach. Letztendlich entschied sich die Preußische Staatseisenbahn für eine günstige Variante, die Hockeroda durch das Sormitztal mit Unterlemnitz verband. Der Aufwand war enorm, denn die vielen benötigten Arbeiter konnten nicht aus der direkten Umgebung angeheuert werden, sodass man auf Gastarbeiter aus anderen Ländern zurückgriff.
Um diese Menschen alle unterzubringen, reichte natürlich die Kapazität der Gasthöfe nicht aus, also baute man auf die Schnelle Kantinen, die auch als Unterkünfte dienten. Im Dezember 1907 war die Teilstrecke Hockeroda-Wurzbach fertiggestellt, nur drei Monate später folgte dann der Abschnitt Wurzbach-Unterlemnitz. Zu dieser Zeit entstand auch das Bahnhofsgebäude in Leutenbach. Heute verbindet die Sormitztalbahn Saalfeld, Bad Lobenstein und Blankenstein (RB32).

Bergbau rings um Leutenberg
Der Bergbau hat in Thüringen eine lange Tradition. Schon vor über 1000 Jahren war man auf der Suche nach Erzen, die Eisen oder Kupfer enthalten. Der Bergbau beschränkte sich aber nicht nur auf die zwei Metalle, es wurden auch Farberze, Steinkohle und natürlich der berühmte Thüringer Schiefer abgebaut.
Das Thüringer Schiefergebirge ist einer der wenigen Standorte in Deutschland, in denen man Gold gefunden hat. Bis ins 13. Jahrhundert gab es an der Schwarza eine Goldwäscherei. Wie auch beim Zinn war diese Methode technisch deutlich einfacher als die Gewinnung im Bergbau. Heute zeugen noch einige Ortsnamen in der Region von diesen Vorkommen. Um aus dem Erz Eisen zu gewinnen, musste es in Hochöfen verhüttet werden. Einer dieser Öfen, die Unmengen an Holz zum heizen benötigten, stand damals im benachbarten Rosental.

Schiefergrube Blaues Glück
Jahrhunderte lang lebten die Menschen hier im Sormitztal von Ackerbau und Viehzucht, bis dann im Mittelalter der Bergbau zu einem der größten Erwerbsquellen hinzukam. Eines der bekanntesten Bergwerke ist das Schieferbergwerk im Hirschbachtal, das sich nahe des Nachbarortes Roda befindet. Mit dem Abbau des feinen blauen Schiefers wird um 1870 begonnen, wahrscheinlich zunächst nur in geringem Umfang. So richtig los ging es dann um 1880, als der Tagebau vom Rodaer Gastwirt als Besitzer an Carl Grosser überging. Der Name des Bruchs: Blaues Glück.
Zunächst wir der Schiefer nur oberirdisch gebrochen. Ab der Jahrhundertwende geht man in die Tiefe. Der Schieferbruch übersteht mit einer kurzen Unterbrechung auch den Krieg, 1913 geht man mit der 3. Sohle noch weiter hinab. Das erweist sich als Glücksfall, denn diese ist deutlich ergiebiger als die ersten beiden, sodass für die kommenden 20 Jahre ein gutes Einkommen gesichert ist. Als die Arbeiter dann schließlich auf anderes Gestein trifft, entschließt man sich, noch einmal um fast 30 Meter in die Tiefe zu graben.
In seinen produktivsten Jahren um 1936 werden aus dem Schiefer des Blauen Glücks rund 700 Tonnen Dach- und Wandschiefer jährlich produziert. Doch dann kommt der Krieg dazwischen. Zunächst beschlagnahmt man die Lastwagen der Gebrüder Grosser, dann werden die Arbeiter eingezogen. Im Krieg überlegt man, auch hier ein Waffendepot einzurichten. Doch der Plan wird wegen des erschwerten Zuwegs schnell verworfen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kommt die Produktion wegen der fehlenden Arbeiter nicht mehr richtig in Gang. Die noch übrigen Männer arbeiten lieber in den größeren Betrieben in Lehesten und Umgebung. Und so kommt es, dass das Blaue Glück bald ein Standort des VEB Schiefergruben Lehesten wird. 1962 wird der Betrieb dann gänzlich eingestellt.

Die Goldkuppe
Kurz hinter dem Einstieg in den Urwaldpfad biegt der Wanderweg nach links und führt auf die Goldkuppe hinauf. Hier am Berg findet man Vorkommen von Magnetkies, einer Verbindung aus Eisen und Schwefel, die aber in ihrer typisch hexagonalen Form und graubraunen bis schwarzen Farbe sehr häufig bei uns anzutreffen ist. Früher hat man es beispielsweise in den Saalfelder Alaunhütten mitverwendet.
Während des Krieges hat man hier einen Antimonerzgang auf der Goldkuppe abgebaut. Das Erz heißt Zinkenit. Auch wenn in dem Namen Zink vorkommt, so hat das Erz damit doch rein gar nichts zu tun. Es besteht aus Blei, Antimon und Schwefel. Es wird auch als Antimonglanz bezeichnet, was die feinen glänzenden grauen Nadeln viel besser beschreibt. Das Vorkommen war allerdings schnell erschöpft. Heute sieht man noch verschiedene Stolleneingänge auf der Goldkuppe, man sollte aber auf keinen Fall in diese Stollen hineinkriechen, da sie nicht mehr betrieben werden und einsturzgefährdet sind.

Wandslebhütte
Über einen Abstecher-Rundweg erreichen wir nach einem recht steilen und schmalen Anstieg einen Vorsprung auf dem Gipfel des Berges, auf dem sich eine großzügig angelegte Schutzhütte befindet, die den Namen Wandslebhütte trägt. Sie bietet neben einigen Sitzplätzen drinnen und draußen einen wunderbaren Blick auf die Stadt Leutenberg. Der kurze Aufstieg lohnt sich auf jeden Fall.
Die Hütte ist nach Albert Ludwig Wandsleb benannt, der von 1893 bis 1902 die Stelle des Oberförsters besetzte. Wandsleb wurde 1830 in Rudolstadt geboren und verlor schon im frühen Kindesalter seine Mutter. Als sein Vater dann auch noch starb als er 15 war, musste er selbst für seinen Lebensunterhalt auskommen. Und so entschied er sich, die Jägerei und die Forstwirtschaft in Rudolstadt zu erlernen. Zunächst wurde er in verschiedenen Gebieten in der Umgebung eingesetzt, bis er 1857 in den Hofdienst beim Fürsten Günther antrat und bis 1893 Förster in Leutenberg wurde.
Für seine hervorragende Arbeit wurde er zum Oberförster ernannt und zu seinem 50. Dienstjubiläum mit dem Fürstlich Schwarzburgischen Ehrenkreuz ausgezeichnet. Als Alfred 1902 in den Ruhestand ging, setzte er sich nicht wirklich zur Ruhe, sondern blieb weiterhin sehr aktiv. Neben der Verwaltung eines Rittergutes in Löhma förderte er den einsetzenden Tourismus, indem er seine ehemaligen als Förster betreuten Bergwälder mit Wegen für die Besucher erschloss. Ihm zu Ehren wurde 1927 die Wandsleb-Hütte auf dem Goldberg eingeweiht. Sein Grab befindet sich übrigens auf dem Leutenberger Friedhof.
- Stempelstelle 356

Eichendorff-Platz
Der Platz im Wald mit den zwei Bänken ist dem deutschen Lyriker und Romantiker Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff gewidmet. Eichendorff wurde 1788 in Oberschlesien geboren und studierte zunächst in Halle und Heidelberg das Rechtswesen. An der Uni Heidelberg entdeckte er die Romantik und die Poesie für sich. Hier veröffentlichte er bereits erste Werke.
Nachdem er zunächst Anstellungen als Regierungsrat für katholische Kirchen- und Schulsachen in Breslau und Danzig hatte, kam er als Rat in das Kultusministerium Berlin. Als er sich mit dem Minister zerstritt, kam es zur Entlassung. Danach lebte er bei verschiedenen Familienmitgliedern und wechselte immer wieder seinen Wohnort. Während der ganzen Zeit schrieb und veröffentlichte er seine Dichtungen, in denen er sein tiefes, träumerisches Naturgefühl in wohlklingenden Worten Ausdruck verleiht. Von Joseph von Eichendorff stammt übrigens die Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts, die ihr vielleicht in der Schule gelesen habt.

Cronebrunnen
Am Fuße des Berges lädt der Cronebrunnen zu einer kurzen Rast ein. Der in Stein gefasste Brunnen wurde nach Robert Crone benannt. Er war von 1904 bis 1926 Bürgermeister von Leutenberg und hat sich in vielfacher Weise um die Stadt verdient gemacht. Unter anderem hat er eine umfassende Dokumentation über die Gemeindeangelegenheiten und deren Vereine und Ausschüsse aufgezeichnet. Diese wichtigen historischen Belege existieren heute noch und befinden sich im Heimatmuseum der Stadt.
Adresse
Heimatmuseum Leutenberg
Herrngarten 7
07338 Leutenberg
Öffnungszeiten
- April bis Oktober
- jeden ersten Sonntag im Monat
- 14:0 bis 17:30 Uhr
- aktuelle Infos
Kaiser Friedrich Turm
Zu Zeiten des Oberförsters Wandsleben, der sich in seinen reiferen Jahren dafür einsetzte, dass sich hier im Schiefergebirge bei Leutenberg die Gäste wohlfühlten und ihnen auch etwas geboten wurde, gründete sich der Verschönerungsverein, der sich darum bemühte, Wege anzulegen, Bänke aufzustellen und an Plätzen mit schöner Aussicht Schutzhütten zu errichten. Zu den besonderen Attraktionen aus dieser Zeit stammt der Kaiser-Friedrich-Turm, der heute leider nicht mehr steht.
Der deutsche Kaiser und König von Preußen regierte nur 99 Tage als Kaiser, weil er kurz nach der Krönung an einer Krankheit verstarb. In Gedenken an den Kaiser muss man vom Kalkgrubental 99 Stufen erklimmen, um zu der Hütte zu gelangen, an deren Stelle bis 1960 der Turm stand, bevor er abgerissen wurde. Als der Urwaldpfad entstand, wurde an der Stelle, an der der Turm stand, eine überdachte Sitzgruppe mit einer Infotafel aufgestellt.
- Stempelstelle 358

Naturparkhaus Leutenberg
Das Naturparkhaus vereint eine Informationsstelle zum Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale und dem Geopark Schieferland. Der Außenbereich mit zwei Spielplätzen und Elementen zum Thema NaturParkWelten ist durchgehend geöffnet. Im Haus befinden sich Ausstellungen über die Geologie, die Geschichte und Sehenswertes im Naturpark und jede Menge funkelnde Mineralien. Ihr könnt hier übrigens auch übernachten!
Adresse
Naturparkhaus Leutenberg
Wurzbacher Str. 16, 07338 Leutenberg
Öffnungszeiten
NaturParkWelten (Außenanlagen)-
- immer geöffnet
Naturpark-Haus
- drei Ausstellungsbereichen
- Montag bis Donnerstag: 8:00 bis 16:00 Uhr
- Freitag: 8:00 bis 13:00 Uhr
- Von Mai bis September zusätzlich Sonntag 14:00 bis 18:00 Uhr
- aktuelle Informationen
Unser Tipp: Flyer Naturpark und Faltblatt WWF Leutenberg

Wanderung auf dem Urwaldpfad Leutenberg
Beschreibung
Der Urwaldpfad Leutenberg beginnt am Bahnhof in Leutenberg. Von hier aus geht ihr die Bahnhofstraße nach rechts und biegt hinter dem Parkplatz auf der rechten Seite nach rechts in die Rosenthaler Straße (K161) ab. Diese überquert die Gleise, macht im Anschluss eine Rechtskurve und verläuft dann parallel der Bahngleise auf der anderen Seite des Bahnhofs vorbei.
Nach etwa 400 m biegen wir nach links und folgen der K162 an der Ostthüringer Gleitschirmschule mit einem Teich vorbei. Nach weiteren 400 m biegt ein unscheinbarer Pfad nach links in den Wald (beschriftet mit Urwaldpfad). Ab hier geht es im Zickzackkurs den Hang des Goldberges hinauf, vorbei am Mundlos Stollen mit Infotafeln. Etwa auf halber Höhe überqueren wir die Kreuzung geradeaus und gehen im Anschluss weiter auf dem Pfad einmal halb um den Berg herum.
Dort treffen wir auf den Abzweig zum Cronebrunnen nach links. Wir gehen aber zunächst noch geradeaus weiter, nach etwa 50 m macht der Weg eine scharfe Rechtskurve. An der folgenden Gabelung halten wir uns links, dann an der T-Kreuzung rechts und kommen durch das Unterholz hinauf zum Gipfel mit der Wandslebhütte hinauf.
Wir gehen auf der anderen Seite weiter und kommen über einen steil abfallenden Zickzackpfad wieder am Ausgangspunkt an. Hier gehen wir links den Pfad wieder nach unten bis zur Abzweigung zum Cronebrunnen, der nach rechts abbiegt. Wenn wir dem Weg folgen, kommen wir nach etwa 50 m hangabwärts zu einer kleinen Lichtung, auf dem der Cronebrunnen mit einer Bank steht.
Wir gehen den Pfad weiter geradeaus und treffen nach etwa 200 m auf einen kleinen Stichweg nach rechts zum Eichendorffplatz. Weiter geht es durch den Wald immer geradeaus. Hinter der Save Nature Waldhütte mit Infotafeln zum Lehrpfad geht es der Beschilderung Urwaldpfad folgend nach links weiter und dann gleich wieder links an einem kleinen Teich vorbei zum Miras Garten, in dem ein Pavillon aus Holz steht.

Wir queren die Gustav-Fehler-Höhe und kommen nach einem Rechtsknick im Weg zu den Häusern im Kalkgrubental an. Wir gehen das kurze Stück Straße an den Häusern geradeaus vorbei Richtung Wald. Ein paar Meter weiter links befindet sich der Aufstieg zum Kaiser-Friedrich-Turm (Beschildert mit Urwaldpfad Leutenberg und Sieben-Täler-Ausblick). Wir gehen den Fußpfad den Hang empor, der über 99 Stufen zu dem überdachten Sitzplatz mit Ausblick auf Leutenberg und die Burg Leutenberg im Hintergrund.
Wir gehen an der Hütte vorbei und folgen dem Weg immer geradeaus bis zu einer Kreuzung im Wald (etwa 500 m), an der wir scharf nach links abbiegen und bis zu den Bahngleisen weitergehen. An den Gleisen biegen wir nach rechts ab. Kurz hinter Garkochs Teich überqueren wir die Gleise und gehen nach links weiter.
Hinter der Kurve liegt das Natur-Erlebnis-Zentrum des Naturparks. Geradeaus treffen wir auf die B90, hier biegen wir nach links ab, überqueren hinter dem Parkplatz die Straße, um nun auf deren rechten Seite weiterzuwandern. Bei nächster Gelegenheit halten wir uns rechts und wandern den unbefestigten Forstweg am Mühlgraben entlang weiter. Dieser führt uns hinter den Häusern entlang an der Infotafel über den ehemaligen Pranger vorbei und mündet dann in der asphaltierten Straße Mühlgraben.
An deren Ende biegen wir nach rechts und folgen der Hauptstraße durch den Ort hindurch immer geradeaus am Rathaus und der Kirche vorbei bis zur Straße Am Ilmbach. Hier biegen wir gleich hinter den Häusern nach links ab und gehen zwischen den Häusern und den Bäumen bis zum Kreisverkehr weiter. Der Fußweg neben der Straße leitet uns geradeaus (zweite Ausfahrt) auf die Rosenthaler Straße. Wenn wir die nächste Straße (Bahnhofstr.) nach rechts abbiegen, kommen wir wieder am Parkplatz bzw. am Bahnhof aus, von dem wir den Urwaldpfad Leutenberg begonnen haben.
Route

Höhenprofil

Details
- Start/Ziel: Bahnhof Leutenberg, Bahnhofstr. (oder die dortigen Parkplätze)
- Länge: 7,4 km
- Dauer: 2,5 Stunden (reine Gehzeit)
- Markierung: Urwaldpfad Leutenberg (stilisiertes Buchenblatt mit Käfer in sw)
- Schwierigkeit: mittel bis fortgeschritten
- Anstieg: 248 m
- Abstieg: 233 m
- Für Kinderwagen/Buggy geeignet: nein
- DOWNLOAD Karte als pdf: Urwaldpfad-Leutenberg-Karte.pdf
- DOWNLOAD Beschreibung als pdf: Urwaldpfad-Leutenberg-Beschreibung.pdf
TOURENDATEN FÜR GPS-GERÄTE UND WANDER-APPS
So funktioniert´s: Anleitung zum Download und Importieren in eine Wander-App oder ein mobiles GPS-Gerät
Essen und trinken
In Leutenberg gibt es noch zahlreiche Gaststätten, die allerdings unterschiedliche Öffnungszeiten haben. Wenn ihr also einplant, irgendwo einzukehren, erkundigt euch bitte im Vorfeld über die jeweiligen Zeiten, damit ihr nicht vor verschlossenen Türen steht.
- Caré Gute Quelle, Am Ilmbach 17
- Hotel Schwarzenburger Hof, Markt 8
- Bayerische Bierstube Leutenberg, Hauptstraße 64
- Restaurant Garküche, Hauptstr. 29
- Pension zum Weißen Lamm, Hauptstraße 30
- Feinbäckerei Guder, Hauptstr. 37
In Hockeroda (Nachbarort)
- Gaststätte Zum Sormitztal, Hockeroda 7
Anfahrt: Wie komme ich nach Leutenberg?
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Von Saalfeld oder Blankenstein mit der Sormitztalbahn (RB 32)
Mit dem Pkw, Motorrad oder Wohnmobil
Über die A9
Wenn ihr aus Richtung Hermsdorfer Kreuz kommt, fahrt ihr in Triptis von der A9 ab. Von hier aus geht es weiter auf der B281 über Neustadt und Pößneck. Aus dem Süden kommend fahrt ihr auf der A9 Abfahrt Bad Lobenstein ab und dann die B90 bis Leutenberg.
Über die A4 und A71
Wenn ihr aus Richtung Eisenach anreist, fahrt ihr am Erfurter Kreuz von der A4 auf die A71. Dann wechselt ihr an der Ausfahrt Saalfeld/Rudolstadt auf die B90 über Rudolstadt und die B85 über Saalfeld und Kaulsdorf nach Leutenberg.
Parken
In der Bahnhofstraße befinden sich mehrere kostenlose Parkplätze, auf denen man auch mit dem Wohnmobil einen Platz findet.

Fazit
Der Rundweg ist zwar nur etwa 7 Kilometer lang, hat es aber in sich. Dazu tragen nicht nur die drei etwas steileren Anstiege bei, sondern auch, dass das Naturschutzgebiet nicht bewirtschaftet wird. Die naturnahen Pfade sind auch wirklich naturnah: teilweise etwas zugewuchert, gelegentlich von einem umgefallenen Baum versperrt, den ihr dann irgendwie überklettern müsst und auch ansonsten an der einen oder anderen Stelle etwas unwegsam – allerdings zu keiner Zeit irgendwie gefährlich! Ihr solltet deshalb den Rundweg unbedingt in der beschriebenen Richtung gegen den Urzeigersinn gehen und gute Wanderschuhe tragen. Bei Schnee und Eisglätte ist der Rundweg nicht zu empfehlen.



















