Seit 1985 wurden inzwischen über 3.400 Geotope in Bayern erfasst, die zunächst vom Bayerischen Geologischen Landesamt ausgewählt und im Geotopen-Kataster aufgelistet wurden. Inzwischen führt das Landesamt für Umwelt diese Liste weiter. Ständig kommen neue Stätten hinzu, die Einblicke in etwa 600 Millionen Jahre Erdgeschichte gewähren. Geotope sind nicht nur für Wissenschaftler von Bedeutung, sondern bieten auch Wanderern und naturbegeisterten Menschen wunderbare Highlights am Wegesrand. Die schönsten Geotope haben wir für euch besucht.

Atemberaubende Sehenswürdigkeiten am Wegesrand
Wie viele Geotope es in der Oberpfalz gibt, wissen wir nicht genau. Fakt ist, dass die Liste schier unendlich erscheint und sicherlicht mehrere Hundert kleine und große Aufschlüsse, Höhlen, Vulkane, Moore und so einiges mehr enthält. Und wegen dieser enormen Fülle, werden wir es wohl auch nie schaffen, sie alle bei einer Wanderung zu besichtigen. Wir geben uns aber Mühe, euch so viele wie möglich vorzustellen, damit ihr auch von den schönsten Geotopen profitieren könnt.
Mehr dazu beim LfU Bayern
GEOTOPE NACH REGION
Landkreis Amberg-Sulzbach – Landkreis Cham – Landkreis Neumarkt – Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab – Landkreis Regensburg – Landkreis Schwandorf – Landkreis Tirschenreuth – Weiden
Inhalt
Die schönsten Geotope im Landkreis Amberg-Sulzbach
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Teufelskanzel Illschwang
Illschwang – Lk Amberg-Sulzbach – Mittlere Frankenalb

Inmitten des Mischwaldes auf der Anhöhe bei Illschwang steht ein kanzelartiger Felsturm zusammen mit zwei weiteren Felsentürmen aus Frankendolomit. Hier kann man den für das Gestein typische Verwitterung in Form von kleinen und größeren Löchern erkennen. Wer genau hinsieht, kann in der Teufelskanzel die weißlichen Bänder aus Hornsteinknollen erkennen. Diese Hornsteinknollen sind in dem umliegenden Sandstein entstanden, indem bei der Verfestigung der Sedimente aus den kieselsäurehaltigen Ablagerungen der Kalk durch Siliziumdioxid ersetzt wurde.
KULTURHISTORISCHE HÖHLENWANDERUNG ILLSCHWANG
Details
- Start/Ziel: Wanderparkplatz an der Feuerwehr in Illschwang
- Länge: 5 km
- Dauer: 1,5 Stunden
- Markierung: Nr. 8
- Anstieg: 258 m
- Abstieg: 230 m
- Schwierigkeitsgrad: mäßig (bis auf ein paar steile Stellen)bei Schnee und Nässe schwer begehbar
- Kinderwagen-/Buggy-geeignet: nein
Die schönsten Geotope im Landkreis Neustadt an der Waldnaab
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Steinbruch am Wurmstein
Flossenbürg – Lk Neustadt a.d. Waldnaab – Nördlicher Oberpfälzer Wald

Das Städtchen Flossenbürg ist vor allem für eines bekannt: das ehemalige KZ. Heute ist hier zur Erinnerung an die unzähligen Opfer des Nationalsozialismus eine Gedenkstätte errichtet. Zu ihr gehört auch der Steinbruch am Ortsrand, in dem sich die Arbeiter teils zu Tode schuften mussten. In dem Steinbruch wurde Granit gebrochen – er ist übrigens heute noch aktiv. Dem Charakter-Gestein des Steinwaldes, des Fichtelgebirges und Teilen des Oberpfälzer Waldes ist ein Weg gewidmet, der auch die Ruine der Burg Flossenbürg mit einbezieht.
WEG DES GRANITS IN FLOSSENBÜRG
Details
- Start/Ziel: Parkplatz vor der KZ-Gedenkstätte, Birkenstraße (nähe Hsnr. 21)
- Distanz: 5,5 km
- Dauer: 2 Stunden (ohne Besichtigungen der Ruine und Gedenkstätte)
- Schwierigkgeit: mäßig
- Markierung: Weg des Granits (Bild s.u.)
- Anstieg: 160 m
- Abstieg: 161 m
- nicht für Kinderwagen/Buggy geeignet
- Gedenkstätte: barrierearm
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Burgberg Leuchtenberg
Leuchtenberg – Lk Neustadt a.d. Waldnaab – Nördlicher Oberpfälzer Wald

Bei vielen Geotopen in der Oberpfalz und ganz Bayern handelt es sich um Berge oder Erhebungen in der Landschaft, auf deren Gipfel das urzeitliche Gestein freigelegt ist. Sogenannte Felsenburgen nutzen ebendiesen Untergrund, um Kellergeschosse oder Vorratskammern darin anzulegen. Ein solcher Berg ist der Schlossberg oder Burgberg in Leuchtenberg unweit der Grenze zu Tschechien. Von hier aus hat das Geschlecht der Leuchtenberger über Jahrhunderte hinweg große Teile der Region verwaltet. Heute ist die noch relativ gut erhaltene Ruine ein Publikumsmagnet bei Mittelalterfans und Wanderern.
Wer die Burg Leuchtenberg besucht, sollte auch einen Blick auf den Burgfelsen werfen, denn die Gebäude sind hier zum Teil in den sogenannten Leuchtenberger Granit integriert. Dieser recht grobkörnige Granit tritt hier überall an diversen Stellen zutage, insgesamt erstreckt er sich über eine Fläche von ganzen 70 Quadratkilometern.
Details
- Start/Ziel: Parkplatz an der Burg (Hinter der Burg/Hackergasse)
- Alternativer Start: Wanderparkplatz an der B22
- Länge: 5,7 km
- Dauer: 2 Stunden
- Markierung: Wanderweg 1 (schwarze 1 auf rotem Grund)
- Schwierigkeit: mittel
- Höhendifferenz: 135 m
- für Kinderwagen/Buggy geeignet: nein
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Kleiner Kulm
Neustadt am Kulm – Lk Neustadt a.d. Waldnaab – Nördlicher Oberpfälzer Wald

Nicht ganz so spektakulär wie sein großer Bruder der Rauhe Kulm gleich einen Steinwurf entfernt, präsentiert sich das Geotop Kleine Kulm dennoch sehr Aufschlussreich am Ortsrand von Neustadt. Er überragt die Ortschaft nur um etwa 30 Meter und hat ein völlig anderes Erscheinungsbild, denn hier befinden sich keine Blockhalden aus Basaltgestein, sondern ein wirres Gemenge an basaltischem Material zusammen mit sehr ton- und sandhaltigen Gesteinen aus dem Keuper. Wenn ihr genauer hinseht, könnt ihr den Basalt entdecken, der sich durch diese Masse hindurchzwängt. Dieser wurde jedoch im 19./20. Jahrhundert abgebaut, sodass die Erhebung heute wie ein hohler Zahn aussieht.
Adresse
Am Ende der Straße Kleiner Kulm in Neustadt am Kulm
Öffnungszeiten
- jederzeit frei zugänglich
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Felsen Brotlaib am Schellenberg
Georgenberg OT Waldkirch – Lk Neustadt a.d. Waldnaab – Nördlicher Oberpfälzer Wald

Oberhalb der Ruine Schellenberg auf etwa 812 Meter Höhe ragt ein markanter Felsen kurz vor der Grenze nach Tschechien aus dem Bergmassiv heraus. Seinen Namen hat der Brotfelsen aus Flossenbürger Granit von seinem Erscheinungsbild, das wie ein auf die Spitze gestellter Laib Brot aussieht. Er ist etwa acht Meter hoch und an der Basis schlanker als im oberen Bereich und zeigt ausgeprägte Wollsackverwitterung. Der Brotfelsen ist nur auf einer Wanderung erreichbar.
RUNDWEG VON DER RUINE SCHELLENBERG ZUM AUSSICHTSTURM HAVRAN
Details
- Start/Ziel: Wanderparkplatz Planer Höhe an der St2154 zw. Waldkirch und Georgenberg
- Länge: 9 km
- Dauer: 3 bis 3,5 Stunden
- Markierung 1: Wanderweg 2 (und Nurtschweg)
- Markierung 2 (Abstecher zum Aussichtsturm): Wanderweg 1
- Schwierigkeit: mittel
- Höhendifferenz: 245 m
- für Kinderwagen/Buggy geeignet: nein
- das Geotop liegt auf dem Rundweg kurz vor dem Abstecher zum Havran
Die schönsten Geotope im Landkreis Tirschenreuth
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Große Teufelsküche
Tirschenreuth – Kreisstadt – Steinwald

Gut versteckt im Wald bei Tirschenreuth wachsen die Felsen in einem urigen Tal nur so aus dem Boden. Hier befindet sich die Große Teufelsküche, die auch einen kleinen Bruder in der Nähe hat. Hier lohnt es sich ein wenig mehr Zeit zu verbringen und die einzelnen Felsen in dem Felsenlabyrinth genauer zu erkunden. Die Granitfelsen sind hier ebenfalls in der typischen Wollsackverwitterung erodiert, sodass sie wie aufeinandergestapelte Matratzen aussehen. Auf den Blöcken und um sie herum wächst ein wunderschöner Schluchtenwald. Die Teufelsküche ist nicht nur als Naturdenkmal ausgewiesen, sondern zählt auch zu den schönsten Geotopen in der Oberpfalz.
Details
- Start/Ziel: Wanderparkplatz Rothenbürger Straße (etwa 500 m hinter der Schirmer Kapelle)
- Länge: 6,7 km
- Dauer: 3 Stunden
- Markierung: Wandertour 1 Teufelsküche
- Schwierigkeit: mittel
- Höhendifferenz: 145 m
- für Kinderwagen/Buggy geeignet: nein
- das Geotop liegt kurz vor dem Ende des Stichwegs
- Achtung: Es gilt auf dem Weg einen kleinen Bachlauf ohne Brücke zu überqueren (siehe Markierung)
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Schlossberg Ruine Waldeck
Kemnath OT Waldeck – Lk Tirschenreuth – Steinwald

Einer der 20 Basaltdurchbrüche im Vorland der Fränkischen Linie bei Kemnath in der Oberpfalz ist der Schlossberg, auf dem die Ruine der mittelalterlichen Burg Waldeck steht. Neben dem Rauhen Kulm und dem Hohen Parkstein ist dieser Berg vulkanischen Ursprungs sicherlich einer der bemerkenswertesten im ganzen Umland. Zwar wurde die Burganlage 1707 zerstört, jedoch wunderschön restauriert, sodass sie heute in neuem Glanz auf den freiliegenden Felsen des Basalts Besuchern ihre spannende Geschichte erzählen kann.
ÜBER DEN EWILPA-PFAD ZUR RUINE WALDECK
Details
- Start/Ziel: Parkplatz am Sportplatz, Am Sportplatz, Kemnath OT Waldeck
- Länge: 5,2 km
- Dauer: 2 Stunden
- Markierung: EWILPA
- Schwierigkeit: leicht (nur Auf- und Abstieg zur Burg etwas anstrengender)
- Höhendifferenz: 161 m
- geeignet für Kinderwagen/Buggy: ja, über Alternativroute (geht über den Abstieg der Tour hinauf und wieder hinunter)
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Burgberg Falkenberg
Falkenberg – Lk Tirschenreuth – Nördlicher Oberpfälzer Wald

Der Felsen, auf dem die Burg Falkenberg steht, ist ein Paradebeispiel für die Wollsackverwitterung des Granits. Hier handelt es sich um den Falkenberger Granit, eine feinporige Form des Granits, das eben nach dem Burgberg in Falkenberg benannt ist. Dieses sogenannte porphyrische Granit ist eines der ältesten Granitarten, das entstanden ist, als vor etwa 300 Millionen Jahren aus dem Erdkern Magma aufgestiegen ist und noch im Erdmantel erstarrte. An die Oberfläche gelangte es durch Hebungen an der Erdkruste und natürlich Erosion des Deckmaterials.
Details
- Start/Ziel: Parkplatz oberhalb der Burg am Graf-Schulenberg-Weg
- Länge: 1,3 km
- Dauer: 1 Stunde
- Markierung: Graf-von-Schulenberg-Rundweg
- Schwierigkeit: mittel (steiler, schmaler Pfad)
- Höhendifferenz: 21 m
- geeignet für Kinderwagen/Buggy: nein
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Armesberg
Kulmain – Lk Tirschenreuth – Steinwald

Einer der vielen Basaltkegeln, die auf den ehemaligen Vulkanismus in der Oberpfalz hinweisen, ist der Armesberg bei Kulmain nördlich von Kemnath. Seit vielen Jahren ist der Hügel bekannt für seine Wallfahrtskirche. Die erste Wallfahrtskirche wurde bei einem Gewitter 1819 zerstört. Die heutige Rundkapelle wurde in den folgenden Jahren auf den Grundmauern der alten Kapelle errichtet.
Dass gleich hinter der Kapelle ein kleiner Stichweg zum einem verborgenen Schatz des Armesberges führt, weiß kaum jemand. Denn hier befindet sich der eigentliche Gipfel des Berges mit dem freigelegten Basalt. Ein großer Teil des ehemaligen Gipfelbereichs ist jedoch irgendwann abgerutscht und liegt nun als Blockhalde am Hang. Sie ist in die Liste der Geotope in der Oberpfalz aufgenommen. Gleich daneben befindet sich übrigens die Gaststätte Mesnerhaus, die ihr in euren Ausflug an einem Sonntag in den Sommermonaten – an dem hier auch Gottesdienste stattfinden, mit einplanen könnt.
Adresse
Wallfahrtskirche Zur Heiligen Dreifaltigkeit
Armesberg 1, 95508 Kulmain
- von Mai bis Oktober finden sonntags in der Kirche Gottesdienste statt














