NATIONALPARKS IN DEUTSCHLAND

Ganze 16 Gebiete sind in Deutschland unter strengsten Schutz gestellt. In den Nationalparks darf die sich die Natur in weiten Teilen selbstständig entwickeln, ohne dass der Mensch eingreift. Wahrscheinlich kennt kaum jemand von uns wirklich alle von ihnen. Aber wirklich alle von ihnen sind einen Besuch wert. Denn die großflächigen Naturräume, die ungestörte Ruhe und die außergewöhnliche, oft einzigartige Landschaft schaffen beste Voraussetzungen für inspirierende Wanderungen und erlebnisreiche Ausflüge.

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Königssee im Berchtesgadener Land

Atemberaubende Natur vor der Haustüre – unsere Nationalparks

Der Gedanke, die Schönheiten der Natur für nachfolgende Generationen zu erhalten, ist nicht neu. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhundert gab es erste Bestrebungen, einzigartige Wildnisgebiete zu schützen. 1864 wurde dann das erste Schutzgebiet ausgerufen: der Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. Der erste National Park weltweit wurde ebenfalls in den USA gegründet: der Yellowstone National Park. Hier bei uns in Europa wurden die ersten solcher strengen Schutzgebiete 1909 in Schweden und der 1914 in der Schweiz errichtet.

In Deutschland wurde der Begriff Naturschutzgebiet Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführt. Es dauerte allerdings noch viele Jahre, bis dann 1970 tatsächlich der erste Nationalpark entstand: der Nationalpark Bayerischer Wald. Eine zweite „Nationalparkwelle“ schwappte nach der Wiedervereinigung über Deutschland. Ihr haben wir in den 1990er Jahren unzählige weitere NPs im ehemaligen Gebiet der DDR oder auch länderübergreifende Schutzgebiete zu verdanken.

Und der Ruf nach immer neuen Schutzgebieten ebbt nicht ab. Deshalb entstanden auch in jüngerer Zeit weitere Nationalparks: 2014 in Baden-Württemberg der NP Schwarzwald und 2015 der NP Hunsrück-Hochwald, der die Ländergrenzen von Saarland und Rheinland-Pfalz überschreitet.

Nationalparks im Überblick


Unsere Nationalparks in Deutschland


1. NP Bayerischer Wald

  • Bundesland: Bayern
  • gegründet: 1970 (erster Nationalpark in Deutschland)
  • Fläche: 24.000 ha
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Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte Bayern-König Max I. den hohen Wert des urtümlichen Waldes und stellte das Gebiet kurzerhand unter Schutz. Ab 1911 gab es ein Bestreben einen Nationalpark auszurufen. Es dauerte allerdings noch viele Jahre, bis dann endlich 1970 der Bayerische Wald zum ersten deutschen Nationalpark erklärt wurde. Nachdem das Schutzgebiet 1997 erweitert wurde, umfasst es heute rund 24.000 Hektar. Das klingt nicht besonders groß. Wenn man jedoch das Waldgebiet mit dem benachbarten Böhmerwald in Tschechien als eine Einheit betrachtet, so erweitert sich das Ganze zur größten zusammenhängenden Waldfläche in ganz Mitteleuropa.

Eine Besonderheit am NP Bayerischer Wald sind die Hochlagenwälder, in denen es natürlich vorkommende Fichtenwälder gibt. Allerdings wurden hiervon große Bestände in den 1990er Jahren durch den Borkenkäfer zerstört. Damals hat die Nationalparkverwaltung einen weitsichtigen, sehr mutigen Entschluss gefasst – und nichts gegen den Borkenkäfer unternommen. Deswegen bietet sich heute in den Hochlagen an vielen Stellen ein bizarres Bild: die abgestorbenen Fichten ragen nackt wie graue Riesennadeln gen Himmel. Was niemand geglaubt hat: Schon in kurzer Zeit wuchs der Wald wieder nach. Und plötzlich wurde aus dem Fichtenwald ein artenreicher Mischwald. Seltene Tiere wie Luchs, Fischotter und Wildkatzen streifen heute durch den Bayerischer Wald. Und gelegentlich verirrt sich auch ein Elch aus Tschechien hierher.

Beliebte Sehenswürdigkeiten im und um den NP Bayerischer Wald

2. NP Berchtesgaden

  • Bundesland: Bayern
  • gegründet: 1978
  • Fläche: 20.800 ha
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Wie aus einem Gemälde entsprungen präsentiert sich Deutschlands einziger Alpennationalpark. Unter den deutschen Ferienregionen rangiert der 1978 gegründete NP Berchtesgaden ganz oben  auf der Beliebtheitsskala. Und das nicht ohne Grund. Über 400 Kilometer perfekt erschlossene Wanderwege führen durch die atemberaubende Berglandschaft, vorbei an Almen und glasklaren Bergseen. Immer mit einem traumhaften Panoramaausblick auf die schroffen Berghänge der Alpen.

Gämsen, Steinböcke und Rehe leben in der unwirtlichen Landschaft – und sogar Steinadler könnt ihr rings um Berchtesgaden antreffen. Mit ein wenig Glück begleitet euch das Pfeifen der Murmeltiere durch den drittgrößten Schutzgebiet unserer Heimat. Allerdings sollten sich nur erfahrene Bergwanderer in die faszinierenden, aber unwegsamen hochalpinen Regionen wagen. Die magische Bergwelt an der Grenze zu Österreich unterliegt wie kaum eine andere Region ständiger Veränderung. Wind und Wetter sorgen dafür, dass die so massiv und unzerstörbar wirkende, aber dennoch sehr fragile Schönheit im ständigen Wandel ist.

Beliebte Sehenswürdigkeiten im und um den NP Berchtesgaden



3. NP Eifel

  • Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • gegründet: 2024
  • Fläche: 11.000 ha
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Noch als Entwicklungs-Nationalpark gilt der 2004 gegründete NP Eifel. Innerhalb von 30 Jahren hat das Schutzgebiet nun Zeit, mindestens drei Viertel ihrer Fläche verwildern zu lassen. Das bedeutet, dass der Mensch nicht mehr in die Entwicklung der Natur eingreifen darf. In den neu entstandenen Lebensräumen siedeln sich nun langsam aber stetig bedrohte Tier- und Pflanzenarten an. Schwarzstorch, Uhu und Luchs haben bereits diese Urwälder von morgen als Heimat auserkoren.

Nordrhein-Westfalen ist das Bundesland mit der höchsten Einwohnerdichte in Deutschland – umso schöner, dass es jetzt auch hier ein solch großes Schutzgebiet gibt, das die Menschen einlädt, der Natur dabei zuzuschauen, wie sie sich wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückentwickeln darf. Eine Besonderheit des NP Eifel ist sicherlich die vulkanische Entstehungsgeschichte mit den atemberaubenden Maaren und weiten Offenflächen. Daneben sorgen die ausgedehnten Buchen- und Eichenwälder für Abwechslung.

Sehenswürdigkeiten in und um den NP Eifel


4. NP Hainich

  • Bundesland: Thüringen
  • gegründet: 1997
  • Fläche: 7.500 ha
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Einer der jüngeren Nationalparks in Deutschland ist der 1997 gegründete Nationalpark Hainich zwischen Eisenach und Bad Langensalza. Das etwa 75 Quadratkilometer große Schutzgebiet in Thüringen ist vor allem wegen seines Baumwipfelpfades und der Wildkatzen bekannt und berühmt. Seit rund 50 Jahren bleibt die Natur im Nationalpark praktisch sich selbst überlassen, damit sie sich wieder zu einem Urwald zurückentwickeln kann, zumindest soweit, wie das hier bei uns in Deutschland nur irgend möglich ist.

Es sind die Rotbuchen, die jetzt schon den Wald dominieren, ihm ein zartes Flüstern und Rauschen entlocken, das man bei einer Wanderung überall vernimmt. Das grüne Meer an Baumkronen gehört zum UNESCO Weltnaturerbe Alte Buchenwälder Deutschlands. Viele von ihnen sind deutlich älter als 100 Jahre. Unter den weiten Baumkronen schleichen Fuchs, Dachs und Wildkatze durch das Unterholz. In den Alten Buchenwäldern fühlen sich obendrein an die 2.000 unterschiedliche Käferarten wohl.

Sehenswürdigkeiten in und um den NP Hainich


5. NP Hamburgisches Wattenmeer

  • Bundesland: Hamburg
  • gegründet: 1990
  • Fläche: 13.750 ha
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In den 1980er Jahren haben sich die Bürger Hamburgs zusammengetan und beschlossen, das Gebiet in der Elbmündung in Hamburg unter besonderen Schutz zu stellen. Der Beschluss wurde am 9. April 1990 gefasst, sodass im Anschluss das Gebiet zum Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer umgewidmet wurde. Zweimal am Tag zieht sich das Wasser der Nordsee bei Hamburg zurück und legt eine riesige Fläche an Meeresboden frei, der über 10.000 Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bildet.

Hier im Norden Deutschlands befindet sich das größte zusammenhängende Schlick- und Sandwattgebiet auf der ganzen Welt. Für seine Bewohner ist das Wattenmeer ein Lebensraum der Extreme, denn sie müssen mit wechselnden Wasserständen und damit Salzgehalten, Temperaturen und starken Winden zurechtkommen. Im Schlick leben unzählige Würmer, Muscheln, Krebse und Schnecken. Und jedes Jahr steuern über 12 Millionen Zugvögel das Wattenmeer an, um sich kurz auszuruhen und die Reserven aufzufüllen.

Sehenswürdigkeiten in und um den NP Hamburgisches Wattenmeer



6. NP Harz

  • Bundesland: Niedersachsen, Sachsen-Anhalt
  • gegründet: 2006
  • Fläche: 24.800 ha
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Erst in diesem Jahrtausend wurde der Nationalpark Harz aus einem Zusammenschluss des niedersächsischen Teils und dem Hochharz in Sachsen-Anhalt gegründet. Heute ist er fast 25.000 Hektar groß und damit einer der größten Waldnationalparke in Deutschland. An die 97 Prozent der Fläche ist mit Wäldern bedeckt. Die einst von Menschenhand geschaffenen Monokulturen dürfen sich heute wieder zurück zum Urwald zurückverwandeln. Und das tun sie auch mit erstaunlicher Geschwindigkeit, die niemand in der kurzen Zeit für möglich gehalten hätte.

Die Besonderheiten im Harz sind sicherlich neben den wunderschönen Buchenwäldern und den – zum Teil stark vom Borkenkäfer geschädigten – Fichtenhochwäldern die wertvollen und selten gewordenen Hochmoore. Durch den Schutzstatus und die Renaturierung großer Gebiete haben sich in den letzten Jahren zahlreiche vom aussterben bedrohte Tierarten wieder angesiedelt, unter ihnen Luchs und Wildkatze.

Sehenswürdigkeiten und Wandertouren in und um den NP Hainich


7. NP Hunsrück-Hochwald

  • Bundesland: Rheinland-Pfalz/Saarland
  • gegründet: 2015 (jüngster NP)
  • Fläche: 10.000 ha
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Gleich über zwei Bundesländer, nämlich Rheinland-Pfalz und Saarland, erstreckt sich einer der jüngeren Nationalparks mit über 10.000 Hektar Fläche. Die schier unendlichen Waldflächen im Hunsrück bestehen zu einem großen Teil aus artenreichen Buchenwäldern, in denen die Rotbuche dominiert. Bekannt ist der NP auch wegen seiner Quarzit-Blockhalden und den Hangmooren. Eine Besonderheit in der Pflanzenwelt ist die Flechte „Verrucaria hunsrueckensis“, die nur hier zu finden ist und deshalb auch den entsprechenden Namen erhalten hat.

Höchster Berg in den Höhenlagen des Nationalparks ist der Erbeskopf mit 816 Metern. Er ist gleichzeitig auch der höchste Berg westlich des Rheins. Hier befindet sich auch das Hunsrückhaus des Nationalparktores Erbeskopf mit interaktiver Ausstellung. Rund ein Viertel der Bäume sind älter als 120 Jahre, das kann nicht jedes Waldgebiet von sich behaupten. So bekommt man einen guten Einblick, wie es früher einmal hier ausgesehen haben könnte.

Sehenswürdigkeiten und Wandertouren im NP Hunsrück-Hochwald


8. NP Jasmund

  • Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
  • gegründet: 1990
  • Fläche: 3.000 ha
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Ein Zwerg unter den nationalen Schutzgebieten ist der drei Quadratkilometer kleine Nationalpark Jasmund auf der Halbinsel im Nordosten von Rügen. Er liegt nördlich der Stadt Sassnitz und verläuft bis zu den berühmten, in Deutschland einzigartigen Kreidefelsen und dem Aussichtspunkt am Nationalparkzentrum am Königsstuhl. Bis zu 118 Meter Höhe erreichen diese Kreideklippen, die immer wieder von der Erosion betroffen sind und einfach in die Ostsee abrutschen.

Der NP schützt den größten zusammenhängenden Buchenwald an der deutschen Ostseeküste, der hier auf dem kreidehaltigen Untergrund wächst. Ein ganz besonderer Lebensraum und unschätzbares Biotop sind auch die so genannten Kesselmoore auf Rügen. In ihnen finden sich neben Schwarzerlen, Elsbeeren und Eiben auch Wildäpfel und Wildbirnen. Nicht zu vergessen: die zahlreichen Orchideenarten wie beispielsweise der Frauenschuh. In dem kleinen Paradies im Nordosten Deutschlands fischen blauglitzernde Eisvögel. Ein ganz seltener Bewohner ist die Kreideeule, ein unscheinbarer hellbeiger Nachtfalter, dessen Flügel wie mit Kreide bestäubt aussehen und der nur hier in Jasmund und an der Südwestküste Englands vorkommt.

Ausflugsziele und Wanderungen im NP Jasmund


9. NP Kellerwald-Edersee

  • Bundesland: Hessen
  • gegründet: 2004
  • Fläche: 7.700 ha
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Beim Kellerwald-Edersee-NP verschlägt es uns in die Mitte Deutschlands, genauer gesagt in die Region etwa 40 Kilometer südwestlich der Stadt Kassel, das Mittelgebirge Kellerwald. Schon seit den 1980er Jahren gab es in Hessen das Bestreben, einen Buchenwald-Nationalpark auszuweisen. Das Bundesland liegt nicht nur im Zentrum des Verbreitungsgebietes der Rotbuche. Genau hier befinden sich heute auch die größten zusammenhängenden Buchenbestände in ganz Europa, wobei die ältesten Exemplare auf dem höchsten Berg, dem 626 Meter hohen Traddelkopf wachsen.

Es dauerte dann allerdings noch viele Jahre, bis dann im kurz zuvor gegründeten gleichnamigen Naturpark, dann die Kernzone zum NP ausgewiesen wurde. Luchs und Wolf haben den Kellerwald-Edersee noch nicht erreicht, aber es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis sich hier auch die großen Beutegreifer einfinden. Zwar gehört der Edersee, der als künstlicher Stausee angelegt wurde, selbst nicht zum NP, aber er ist quasi von ihm umringt und bildet deshalb so etwas wie sein Zentrum.

Ausflugsziele und Wanderungen im NP Kellerwald-Edersee


10. NP Müritz

  • Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
  • gegründet: 1990
  • Fläche: 32.000 ha
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Neben dem NP Jasmund hat das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern einen zweiten Nationalpark. Der 1990 gegründete Nationalpark Müritz ist in zwei Teilgebiete aufgeteilt. Mit 322 Quadratkilometer Fläche ist er der größte Nationalpark in Deutschland. Das Teilgebiet Müritz beinhaltet das östliche Hinterland der Müritz, während das zweite, kleinere Teilgebiet Serrahn im Übergang zwischen Mecklenburger Seenplatte und Feldberger Seenlandschaft liegt. An schönen Tagen spiegeln sich die Wolken in den vielen Gewässern und der Himmel scheint zum Greifen nah.

Die wildromantische Landschaft zwischen dem zweitgrößten Binnensee Deutschlands und Neutstrelitz ist durchsetzt von Buchen- und Erlenwäldern. Daneben Moore, Sümpfe und Feuchtwiesen. Etwa ein Drittel des Schutzgebietes sind für Fischotter, Eisvogel und Rotbauchunke reserviert. Im kleineren Teil bei Serrahn bekommt ihr einen Einblick in die Wälder, wie sie ohne Dazutun des Menschen heute überall bei uns vorkommen würden. Die urwüchsigen Buchenwälder sind seit 2011 Teil des UNESCO Weltnaturerbes Alte Buchenwälder Deutschlands. Im Herbst sorgen Kraniche auf dem Weg in ihr Winterquartier für einen spektakulären Höhepunkt. Doch davon lassen sich die Seeadler, die hier ganzjährig leben, nicht im geringsten stören.

Ausflugsziele und Wanderungen in und um den NP Müritz


11. NP Niedersächsisches Wattenmeer

  • Bundesland: Niedersachsen
  • gegründet: 1986
  • Fläche: 345.800 ha
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Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer umschließt die Ostfriesischen Inseln von der Grenze zu Holland im Westen bis zur Außenelbe-Fahrrinne im Osten und ist der größte der drei Wattenmeernationalparks. Zusammen mit dem niederländischen Teil erstreckt sich das Wattenmeer über rund 500 Kilometer an der Südküste der Nordsee entlang und hat fast überall einen Schutzstatus.

Die Nordseeküste ist unglaublich flach. Sie fällt hier teilweise nur wenige Zentimeter pro Kilometer ab und ist dem stetigen Gezeitenstrom ausgesetzt. Dabei schwemmt die Nordsee feinste Teilchen (Ton, Schluff und Sand) an die Küste. Kaum jemand weiß jedoch, dass das Wattenmeer bezüglich seiner Biomasse das Ökosystem ist, das gleich nach dem tropischen Regenwald am produktivsten ist. Hier leben Unmengen an Kieselalgen, Wattwürmern, Muscheln, Krebse und andere 4.000 Tier- und Pflanzenarten, die zum Teil hochspezialisiert sind und ausschließlich in diesem Ökosystem vorkommen.

Ausflugsziele und Wanderungen in und um den NP Niedersächsisches Wattenmeer


12. NP Sächsische Schweiz

  • Bundesland: Sachsen
  • gegründet: 1990
  • Fläche: 9.350 ha
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Die Sächsische Schweiz – ein Nationalpark, in dem so manches anders ist. Völlig untypisch für ein Mittelgebirge sind nicht nur die skurrilen Nadeln, Wände und Terrassen aus Felsen, sondern auch die klimatischen Verhältnisse. Dass es oben in der Höhe warm und unten in den Schluchten kühl ist, sieht man besonders gut am Aufbau des Waldes im Elbsandsteingesbirge. Er baut sich einfach anders herum auf als üblich. Die einzigartige Schönheit, die die Natur hier ganz im Osten unserer Heimat geschaffen hat, sieht am eindrucksvollsten aus, wenn der Nebel durch die Felsnadeln zieht und die Landschaft in eine Welt aus Geistern und Mythen verwandelt.

Die Sächsische Schweiz, übrigens Deutschlands einziger Felsen-Nationalpark, wurde im Jahr 1990 gegründet. Zusammen mit der Böhmischen Schweiz, die den tschechischen Teil des Elbsandsteingebirges bildet, ist das Schutzgebiet ganze 710 Quadratkilometer groß. Der Nationalpark ist ein Eldorado der Artenvielfalt, Schwarzstorch und Hermelin fühlen sich hier wohl. Im Hinteren Teil schleicht sogar der Luchs durch den Wald.

Ausflugsziele und Wanderungen in und um den NP Sächsische Schweiz


13. Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

  • Bundesland: Schleswig-Holstein
  • gegründet: 1985
  • Fläche: 438.000 ha
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Schon im Jahr 1969 reichte der damalige Landesjagdverband beim Landwirtschaftsminister den Vorschlag ein, aus dem Nordfriesischen Wattenmeer einen Nationalpark zu machen. Es ging vor allem um den Schutz der Vogelwelt und der Natur, denn es war im Gespräch, dass die Bundeswehr tatsächlich hier Übungen abhalten wollte. Es dauerte nur ein Jahr, bis eine Entscheidung fiel, allerdings wurde das Wattenmeer lediglich zum Landschaftsschutzgebiet deklariert.

Doch dann setzte sich der Zoologe und Naturschützer Bernhard Grzimek, der damals das Amt des Naturschutzbeauftragten für den Vorschlag ein. Und tatsächlich schafften es die Naturschützer dann, dass 1973 ein Entwurf für ein Gesetz in Deutschland auf den Weg gebracht wurde. Doch jeder hatte etwas zu meckern. Als 1977 in Schleswig-Holstein das erste Naturschutzgesetz verabschiedet wurde, waren endlich die Weichen gestellt. Allerdings dauerte es dann noch bis 1984, bis endlich der Startschuss für den ersten Wattennationalpark gegeben wurde.

Ausflugsziele und Wanderungen im NP Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer


14. NP Schwarzwald

  • Bundesland: Baden-Württemberg
  • gegründet: 2014
  • Fläche: 11,3 ha
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Auch Baden-Württemberg hat sein kurzem einen Nationalpark, der sich über eine der bekanntesten Waldlandschaften Deutschlands erstreckt: den Schwarzwald. Er ist ganz klar der Tannennationalpark unserer Heimat, denn hier kommen die weihnachtlich anmutenden Bäume zu knapp einem Viertel der gesamten Baumbestände vor. Der NP mit seinen drei eiszeitlichen Karseen, zwei Hochmooren und seltenen Feuchtheiden ist bis 2025 in zwei Teile aufgeteilt gewesen. Zum 1. Januar 2026 ist er jetzt durch eine umfassende Erweiterung endlich vereint.

Dabei ist das 1.200 ha große Gebiet zwischen den beiden ehemaligen Kernzonen zunächst noch als Entwicklungszone deklariert, und es wird auch noch Jahre dauern, bis man die Veränderung auch tatsächlich sehen kann. Dennoch ist diese Erweiterung ein klarer Schritt in die richtige Richtung.

Ausflugsziele und Wanderungen im NP Schwarzwald


15. NP Unteres Odertal

  • Bundesland: Brandenburg
  • gegründet: 1995
  • Fläche: 10.300 ha
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Mit der Wiederveinigung Deutschlands brach auch für das Untere Odertal eine neue Ära an. Obwohl der Lauf der Oder längst reguliert wurde, regional Industrie ansässig ist und intensive Landwirtschaft betrieben wird, konnte eine für den mitteleuropäischen Raum seltene Natur erhalten werden. Die weitläufige Auenlandschaft des Unteren Odertals wird auch heute noch regelmäßig überschwemmt und darf sich seit 1995 als Nationalpark weitestgehend ungestört entwickeln.

Deutschlands einziger Flussauen-Nationalpark ist auch europaweit eine Rarität, denn inzwischen gibt es bei uns kaum noch intakte Flussauenlandschaften. In dem hügeligen, weitestgehend baumfreien NP herrscht eine unglaubliche Ruhe. Zu hören ist nur das leise Plätschern des Wassers, das eine oder andere Mal von Vogelgezwitscher unterbrochen.

Ausflugsziele und Wanderungen in und um den NP Unteres Odertal


16. NP Vorpommersche Boddenlandschaft

  • Bundesland: Brandenburg
  • gegründet: 1995
  • Fläche: 10.300 ha
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An einem Stück der Küste Deutschlands trifft die ungebändigte Ostsee auf eine ausgedehnte Lagunenlandschaft, dem sogenannten Bodden. Das tosende Wasser formt dabei die Inselwelt mit Stränden, an denen sich Dünen mit Küstenheiden und Mooren abwechseln, immer wieder neu. Der Nationalpark ist von zwei großen Boddenbereichen geprägt. Das ist zum einen die Darß-Zingster-Boddenkette, die durch die Insel Darß-Zingst von der Ostsee getrennt ist, zum anderen der Westrügensche Bodden. Bei ihm bilden die Insel Hiddensee die Barriere zur offenen See.

Die Bezeichnung Bodden stammt von dem Wort für Boden oder Grund ab. Hier ist die Wassertiefe nur sehr gering und der Salzgehalt deutlich niedriger als im Meer selbst. Das liegt daran, dass sich in der Bucht sogenanntes Brackwasser befindet, also eine Mischung aus Salzwasser und Süßwasser aus den Flüssen. Seegang gibt es hier so gut wie keinen und auch der Nährstoffgehalt ist deutlich erhöht. Perfekte Bedingungen für eine Vielzahl von Lebewesen.

Ausflugsziele und Wandertouren im NP Vorpommersche Boddenlandschaft


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