Eine der berühmtesten Burgen in Deutschland ist die Wartburg im thüringischen Eisenach. In ihrer knapp 1.000-jährigen Existenz war sie Schauplatz für viele bedeutende geschichtliche Ereignisse. Hier hat Luther das neue Testament geschrieben, die heilige Elisabeth gelebt und auch das berüchtigte Wartburgfest stattgefunden. Und glaubt man den Legenden, noch so einige weitere Vorkommen mehr. Nicht umsonst wird die nahezu perfekt erhaltene Anlage die Steinerne Chronik deutscher Geschichte genannt.

Die Geschichte der Wartburg
Die Ludowiner
Die Anfänge: Ludwig der Springer
Bereits die Entstehung der Wartburg gründet auf eine Legende, nach der Graf Ludwig von Schauenburg aus dem Hause der Ludowinger 1067 bei der Jagd zufällig durch die Baumwipfel den Berg erblickte. Schon seit vielen Jahren hatte die Familie, die auf der etwa einen Tagesmarsch vom Berg entfernten Schauenburg lebte, das Jagdrecht auf dem Wartberg. Und eben bei einem solchen Jagdausflug soll er beim Anblick des Berges gerufen haben: Wart´ Berg, du sollst mir eine Burg tragen. Naja, so einfach war es dann wohl doch nicht, denn der Grund auf dem Berg gehörte Ludwig nicht. Eine Eroberung des Berges kam mit seinen lediglich zwölf Rittern im Gefolge auch nicht infrage.
Damals gab es ein Gesetz, nach dem man eine Burg nur auf Erde bauen durfte, die einem selbst gehörte. Und das nutzte Ludwig für sich aus, um mit einer List eine Burg auf dem Berg bauen zu dürfen. In einer Nacht- und Nebelaktion ließ er deshalb Erde aus seinem eigenen Herrschaftsgebiet auf der Schauenburg – einen Tagesmarsch von dem Berg entfernt – auf den Gipfel des Berges schaffen, auf der er dann die Wartburg baute. Wie es wirklich gewesen ist, weiß natürlich niemand, aber sicher ist, dass Ludwig irgendwie die Gegend um die heutige Stadt Eisenach nebst Wartberg in seinen Besitz brachte.

Der Bau der Burg
Für den Bau der Anlage schaffte es Ludwig, Arbeiter und Hilfskräfte aus dem gesamten Land heranzuziehen. Und so muss die Wartburg wohl einige Jahre später dort errichtet worden sein, denn urkundlich taucht sie tatsächlich im Jahr 1080 erstmalig auf. Und obwohl Ludwig sich 1113 an einem Aufstand gegen Kaiser Heinrich V. beteiligt hatte, deswegen auch ins Gefängnis musste und seine Burg an den Kaiser übergeben musste, findet er sich im November 1116 wieder auf freiem Fuße auf der Wartburg.
Im Laufe der Zeit konnten die Ludowiner ihre Macht und ihr Herrschaftsgebiet weiter ausdehnen. Im Jahr 1131 erhielt der Sohn Ludwigs des Springers namens Ludwig I. vom König die Landgrafschaft Thüringen als Lehen. Nunmehr durften sie sich als Landgrafen von Thüringen titulieren und die entsprechenden Vorzüge genießen. Bis zum Tod des letzten Nachkommen, Heinrich Raspe IV. im Jahr 1247, lebte das Geschlecht auf der Wartburg und konnte seine Titel auf Landgrafen von Thüringen, Pfalzgrafen von Sachsen und Grafen von Hessen erweitern.
Die Wettiner
Nach dem Tod des letzten Ludowiners ohne männliche Erben kam die Landgrafschaft Thüringen und die Pfalzgrafschaft Sachen an einen Neffen, während Hessen an einen Sohn einer Nichte fiel. Bei dem Neffen handelte es sich um Heinrich III. aus dem Hause Wettin, einem der ältesten urkundlich nachgewiesenen Geschlechter aus dem Hochadel. Da die Wettiner aber nicht nur diese beiden Titel innehatten, sondern auch Markgrafen von Meißen und Herren des Osterlandes waren, verlegten sie ihre Regentschaft bald nach Weimar.

Burggrafen auf der Wartburg
Schon unter den Ludowinern hatte sich das Herrschaftsgebiet immer weiter ausgedehnt. Das führte unweigerlich dazu, dass die jeweiligen Regenten häufig mit Abwesenheit glänzten, weil sie irgendwo in ihrem Reich unterwegs waren. Und so war es notwendig, einen Bevollmächtigten zu ernennen, der die Verwaltung der Burg, ihre Sicherung und notwendige Baumaßnahmen stellvertretend für sie übernahm.
Dieser Stellvertreter des Landgrafen hatte das Amt eines Burggrafen inne. Zum Einsatz kamen ab dem frühen 13. Jahrhundert hier auf der Wartburg und der benachbarten Brandenburg eine Seitenlinie der Grafen von Bielstein, die nicht mit den Ludowingern verwandt waren.

Historische Ereingisse und berühmte Personen auf der Wartburg
Schauplatz der Sängerkriegslegende
Taucht man in die Geschichte der Wartburg ein, so ist manchmal aus den alten Überlieferungen nicht ganz klar, was sich nun tatsächlich abgespielt hat und was Legende ist. Zu diesen zweifelhaften Vorkommnissen gehört auch der Sängerkrieg, von dem man bis heute berichtet. Denn dieser Sängerkrieg, an dem auch Walter von der Vogelweide oder Wolfram von Eschenbach teilgenommen haben sollen, ist erfunden.
Aber worum geht es hier eigentlich? Es heißt, dass der damalige Burgherr Landgraf Hermann von Thüringen der Kunst zugetan war und 1206 aus dem ganzen Land die berühmtesten Minnesänger zur Wartburg eingeladen hatte, um einen Wettstreit zu veranstalten, wer das schönste Lied singen könne. Einer nach dem anderen trat vor die geladene Gesellschaft, um den Landgrafen mit einem Loblied auf ihn und die Schönheit seiner Frau zu erfreuen, das ein jeder extra zu diesem Anlass gedichtet hatten.
Und wie sollte es auch anders sein, gab es einen, der sich nicht an diese Etikette hielt. Heinrich von Ofterdingen widmete sein Lied seinem Gönner, dem Herzog Leopold von Österreich. Deshalb wundert es nicht, dass Landgraf, Gäste und die anderen Sänger heftig protestierten und Heinrich den letzten Platz im Wettsingen belegte. Jetzt war es aber so, dass es eine Regel gab, nach der der Verlierer noch an Ort und Stelle hingerichtet werden sollte.
Doch die Landgräfin nahm den Minnesänger unter ihren Schutz und konnte ein Jahr Aufschub der Hinrichtung erwirken, um den Meister Klingsor aus Siebenbürgen als Schiedsrichter zu gewinnen. Klingsor war damals als bester Sänger und Sterndeuter bekannt, seinem Urteil wollte man sich beugen.
Am Jahresende fand man sich wieder auf der Wartburg ein, um den unterbrochenen Sängerwettbewerb fortzusetzen und das Urteil zu sprechen. Doch bevor es losging, verkündete Meister Klingsor, dass er eine frohe Botschaft zu verkünden habe: Dem König von Ungarn solle diese Nacht eine Tochter geboren werden, die die Gemahlin des Landgrafensohnes werden sollte und mit ihrer Milde als Heilige in die Geschichte der Christenheit eingehen würde. Letztlich blieb der abtrünnige Heinrich dann doch am Leben und der Sängerkrieg fand ein gütliches Ende.

Heilige Elisabeth
Der Ururenkel von Ludwig dem Springer, der die Wartburg errichten ließ, heiratete im frühen 13. Jahrhundert tatsächlich, wie von Meister Klingsor prophezeit, die ungarische Königstochter Elisabeth. Elisabeth wurde schon im frühen Kindesalter dem ältesten Sohn des Landgrafen von Thüringen als Ehefrau versprochen, um den Einfluss der beiden mächtigen Adelsfamilien weiter auszubauen.
Und weil es damals üblich war, die jungen Mädchen gleich in der Familie des zukünftigen Ehemannes aufwachsen zu lassen, kam Elisabeth im zarten Alter von nur vier Jahren in die Familie. Doch unter den Ratgebern und Verwandten des Landgrafen war sie nicht besonders beliebt. Diese machten sie bei ihrem zukünftigen Gemahl ständig schlecht und forderten ihre Verstoßung, weil ihnen die Mitgift zu gering erschien. So wurde Elisabeth schon früh damit konfrontiert, dass ihr Wert als Mensch einzig in Geld aufgewogen wurde.
Heirat
Da wundert es nicht, dass das Mädchen den Prunk auf der Wartburg ablehnte und sich in Gott zuwandte, was immer wieder zu Reibereien mit der künftigen Schwiegermutter führte. Mit ihrem Ehemann hatte die damals 14-jährige Elisabeth mehr Glück. Anscheinend unterschied sich der junge Ehemann doch sehr durch sein Feingefühl und die Treue, die er seiner Frau gegenüber an den Tag legte, von den meisten seiner Standesgenossen.
Und so nahm er Elisabeth auch auf viele seiner Reisen mit und unterstützte ihre wohltätige Hilfe für bedürftige und kranke Menschen. Die beiden gründeten zusammen ein erstes Hospital in Gotha und statteten es reichlich aus. Doch mit der finanziellen Hilfe war es für Elisabeth nicht getan. Sie unterstützte die Armen mit Kleidung und Essen, wusch Verstorbene und sorgte für ihre Beerdigung. Als eine Hungersnot auch vor ihren Untertanen nicht Halt machte, ließ sie die landgräflichen Kornkammern öffnen, um das Getreide an die Hungernden zu verteilen.

Als Witwe
Als ihr Mann 1227 in den Krieg zog, verblieb Elisabeth unter der Obhut ihres Beichtvaters. Bei dem Beichtvater handelte es sich um Konrad von Marburg, der für seine strenge Askese und als unbarmherziger Inquisitor bekannt war. Und so wurden bald einige Regeln von Konrad aufgestellt, denen sich Elisabeth beugen musste. Die mit ihrem dritten Kind schwangere Elisabeth stand sehr unter seinem Einfluss, sie aß kaum noch etwas und begann, in großem Stil Kleidung, Mobiliar und andere prunkvolle Dinge zu verkaufen. Den Erlös bekamen die Armen.
Der Landgraf verstarb 1227 auf dem Kreuzzug an einer Infektion. Und so war Elisabeth vollends dem Wohlwollen des Schwagers, der die Amtsgeschäfte übernahm, und den Launen ihres Beichtvaters ausgesetzt. Es begann eine wirklich schwere Zeit für die junge Frau, denn beide waren ihr nicht unbedingt wohlgesonnen. Es dauerte nicht lange, da ließ sich Konrad von Marburg an höchster Stelle als Vormund für die erst zwanzigjährige Elisabeth einsetzen und gelangte so die komplette Kontrolle über all ihren Besitz und ihr ganzes Leben.
Im Winter 1227/28 verließ die junge Frau mit ihren Dienerinnen die Wartburg und ging nach Eisenach. Dort wollte sie aber niemand aufnehmen, sodass sie den Winter in einem alten Schuppen und anderen ärmlichen Behausungen zusammen mit ihren drei Kindern, die ihr schnell nachgebracht wurden, verbringen musste. Im April wurde sie dann gegen ihren Willen zu ihrem Onkel auf die Burg Pottenstein in Oberfranken gebracht. Als dieser sie aber unbedingt wieder verheiraten wollte, flüchtete sie wieder zurück zu Konrad von Marburg.
Dort widmete sie ihr Leben kranken Kindern und ertrug die Demütigungen von Konrad und seinem Gefolge. Am 17. November 1231 in noch sehr jungem Alter von nur 24 Jahren starb Elisabeth dann plötzlich, wahrscheinlich hatte sie sich mit einer Krankheit angesteckt. Aber obwohl ihr Beichtvater Konrad sie Zeitlebens tyrannisierte, trieb er nach dem Tod von Elisabeth schnell ihre Heiligsprechung voran. Das Verfahren zog sich jedoch hin, über 600 Zeugen wurden befragt und dutzende von Wundern protokolliert. Konrad selbst erlebte die Heiligsprechung Elisabeths drei Jahre später nicht mehr. Noch vor der Heiligsprechung wurde ihr Grab in Weimar zu einem überregionalen Wallfahrtsort.

Reformator Martin Luther
Martin Luther wurde 1483 in dem Städtchen Eisleben im heutigen Sachsen-Anhalt geboren und sollte nach Wunsch seines Vaters eigentlich Rechtswissenschaften studieren. Doch als er 1505 in eine Lebenskrise geriet, trat er kurzerhand in den Orden der Augustiner-Eremiten in Erfurt ein. Dort promovierte er zum Doktor der Theologie. Wer weiß, was aus dem lebensfrohen jungen Mann geworden wäre, wenn er nicht die katholische Kirche aufs Schärfste kritisiert hätte.
Als gläubiger Christ und gottesfürchtiger Mensch konnte er so gar nicht nachvollziehen, was die Kirchenfürsten da so trieben. Doch statt im kleinen Kreise zu schimpfen, ging er mit seiner Kritik in großem Stil an die Öffentlichkeit. Ende 1517 veröffentlichte Luther seine berühmten 95 Thesen, in denen er sich vor allem gegen die Ablassbriefe aussprach, die die Kirche eingeführt hatte, um sich damit von Sünden freizukaufen. Die wahre Reue müsse von innen heraus kommen und kein Priester oder Papst könne die Sünden vergeben, sondern einzig und allein Gott, schrieb Luther.
Die Veröffentlichung löste bis in die höchsten Kreise eine Welle der Empörung aus, sodass man ihn in einer Anhörung vor dem Kaiser in Worms (Wormser Reichstag 1521) aufforderte, seine Thesen zu widerrufen. Als Luther sich weigerte, hat man ihn exkommuniziert und für vogelfrei erklärt. Zudem stand es unter Strafe, ihm zu helfen oder ihn zu beherbergen. Aber Luther hatte auch seine Anhänger. Unter ihnen der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise. Um nicht selbst in Gefahr zu geraten, ließ ihn der Kurfürst auf dem Rückweg von Worms heimlich entführen und auf die nahegelegene Wartburg bringen.
Dort lebte Luther dann mit langem Bart und Haupthaar unter dem Decknamen Junker Jörg fast ein Jahr lang unentdeckt von seinen Widersachern. Und weil Martin Luther ein schlaues Köpfchen war und er auf der Wartburg unendlich viel Zeit hatte, griff er zur Feder und übersetzte mal auf die Schnelle das Neue Testament. Zu dieser Zeit gab es die Bibel in der Regel nur in lateinischer Sprache, sodass sie nur Mönche und andere gebildete Menschen lesen konnten.
Durch Luther gab es das Neue Testament nach lediglich zehn Wochen harter Arbeit nun auch in deutscher Sprache. Er hatte die Bibel allerdings nicht aus dem Lateinischen, sondern aus dem Griechischen übersetzt. Nicht zuletzt wegen ihrer Bedeutung für die Reformation ist die Wartburg heute eine der bekanntesten Burgen in Deutschland. Seit einigen Jahren wurde die Wartburg mit ihrer bedeutenden Geschichte als Steinerne Bibliothek ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

Wartburgfest 1817
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts formte sich eine studentische Bewegung ausgehend von den Studenten, die in den Befreiungskriegen 1813 bis 1815 gegen Napoleon gekämpft hatten. Die erste dieser Burschenschaften wurde 1815 in Jena gegründet und stand im krassen Gegensatz zu den bisherigen elitären Studentenverbindungen, da sie nicht nur eine Gemeinschaft aller Studierenden anstrebte, sondern auch völlig gegensätzliche Ideale verkörperte.
Ihre Devise: Ehre, Freiheit, Vaterland. Ihr größtes Ziel: die vielen Kleinstaaten, die Deutschland prägten, zu einem Nationalstaat zu vereinen. Der Feudalismus sollte ein Ende haben, eine demokratische Verfassung her. Forderungen, die in der damaligen, vom Adel beherrschten Gesellschaft gar nicht so einfach durchzusetzen waren.
Mit ihrer freiheitlichen Nationalbewegung waren die Burschenschaften nicht alleine. Viele ihrer Professoren unterstützten sie. Und auch der unkonventionelle Landesfürst, Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach, kam dem ganzen durch seine Toleranz entgegen. Und so erlaubte er ihnen auch, ein Fest auf der Wartburg zu feiern, weil ihm klar war, dass ein Verbot zu Konflikten führen würde.
Die Burschenschaft wählte den Termin mit Bedacht. Der 18. Oktober 1817 war in mehrfacher Hinsicht ein perfekter Termin, denn an diesem Tag jährte sich der Thesenanschlag Martin Luthers zum 300. Mal und die Völkerschlacht von Leipzig feierte ihren vierten Jahrestag. Um die 500 Studenten aus 13 evangelischen Universitäten in Deutschland kamen auf der Wartburg zu einer Protestkundgebung gegen die rückständige Politik. Unter ihnen auch einige Professoren.

Das Fest lief zunächst gesittet ab, Reden wurden gehalten und nach dem Abschlussgottesdienst traf man sich zu einem Festessen. Als die Protestler dann aber in einem Fackelzug auf den Wartenberg zu den dort entzündeten Feuern zum Gedenken an die Völkerschlacht zogen, endete dies mit dem symbolischen Verbrennen von Büchern, die ihren Forderungen zuwider standen wie frankreichfreundliche Schriften oder solche, die die Kleinstaaterei guthießen.
Von der Jenaer Burschenschaft wurde zu dem Anlass eine rot-schwarz-rote Fahne mit goldenem Eichenzweig mitgeführt, die auf die Uniformfarben des Lützowschen Freikorps zurückgeht. Seitdem gilt die Burschenschaft als Begründer der Farben für unsere schwarz-rot-goldene Deutschlandflagge. Die Obrigkeit war über dieses Gebaren natürlich nicht besonders amüsiert. Zunächst wollte man gleich die ganze Universität in Jena schließen oder studentische Verbindungen im Allgemeinen zu verbieten. Zwei Jahre später einigte man sich dann darauf, einfach alle Burschenschaften zu untersagen und die Universitäten unter staatliche Aufsicht zu stellen.

Bauten auf der Wartburg
Die Wartburg wurde in ihrer 1.000-jährigen Geschichte nie erobert, denn sie war perfekt gesichert. An drei Seiten steht sie auf einem steil abfallenden Bergmassiv, die Zugangsseite ist durch einen Halsgraben geschützt. Das Innere der Wartburg ist in verschiedene Bereiche aufgegliedert.
Zugbrücke und Halsgraben
Damals wie heute gewährt das Torhaus den Zugang zur mittelalterlichen Burganlage. Über den Halsgraben führt eine Zugbrücke. Sie wurde im 19. Jahrhundert erneuert, konnte danach dann aber nicht mehr hochgezogen werden. Erst seit der umfangreichen Sanierung 2013 ist das wieder möglich. Es ist schon einiges an Kraft nötig, um die über vier Tonnen schwere Zugbrücke hochzuziehen.

Erster Burghof
Torhaus
In das massive Tor ist eine Schlupftür eingearbeitet, die Passanten hinein- und hinauslassen kann. Durch diese dürfte auch Martin Luther in aller Heimlichkeit am 04. Mai 1521 in die Burg gebracht worden sein, denn sie wurde wahrscheinlich um 1500 dort eingebaut. Am Ende des Ganges ist ein zweites Tor angebracht.
Margaretengang und Elisabethengang
Die Vogtei wird von zwei schmaleren Gängen flankiert. Der eine davon wird als Margaretengang, der Fachwerkkorridor auf der anderen Seite als Elisabethengang bezeichnet. Der Elisabethengang ist nach der ungarischen Königstocher benannt und führt vom Torhaus zum Palas.

Vogtei
Auf der rechten Seite steht die alte Vogtei aus Fachwerk. An der hinteren Giebelseite schmückt sie der Nürnberger Erker, der seinen Namen von seiner Herkunft hat. Tatsächlich war er zuvor an einem Haus in der Adlerstraße 9 in Nürnberg angebracht. Als dieses Haus abgerissen wurde, brachte man den Erker nach Eisenach und montierte ihn 1872 an das Vogteigebäude der Burg.
Eine Vogtei bezeichnete im Mittelalter sowohl eine administrative Einteilung eines Herrschaftsgebietes als auch das Gebäude, von dem die Macht ausgeübt wurde. Der jeweilige Landgraf von Thüringen delegierte seine Befugnisse über die Verwaltung sowie über seine steuerlichen und oft auch militärischen Belange an den Vogt, der damit eine hohe Schlüsselposition in der Hierarchie besetzte und sehr viel Macht hatte.

Zweiter Burghof: die Hofburg
Der erste Burghof ist vom zweiten Burghof durch ein inneres Tor getrennt, das es übrigens erst seit 1866 gibt. Er ist das Herzstück der Anlage, in dem sich Palas und Bergfried befinden.
Bergfried
Bei dem Bergfried handelt es sich nicht mehr um das Originalgebäude, sondern um eine Rekonstruktion aus dem 19. Jahrhundert. An seinem historischen Charme tut das allerdings keinen Abbruch. Er fügt sich perfekt ins Ambiente ein.
Palas
Der Wohn- und Residenzbau, auch Landgrafenhaus oder Palas genannt, wurde ursprünglich im 12. Jahrhundert als zweigeschossiger Bau aus Stein errichtet und später aufgestockt. Im 19. Jahrhundert wurde er zwar saniert, hat aber immer noch seine ursprüngliche Form und Eleganz erhalten. Der Palas zählt heute zu den schönsten romanischen Bauten Deutschlands und kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden.
Im ersten Geschoss befinden sich Rittersaal, Speisesaal und die Kemenate der Landgräfin Elisabeth. Der Landgraf selbst hatte seine Gemächer im zweiten Geschoss. Dort liegen ebenfalls die Kapelle und der Sängersaal, in dem angeblich der Sängerstreit stattgefunden hat. In der oberen Etage ist noch einmal ein Festsaal untergebracht.

Ritterbad
Südlich an den Palas grenzt das sogenannte Ritterbad an, das erst im 19. Jahrhundert dort errichtet wurde. Dass auch die Reichsfürsten im Mittelalter standesgemäß gebadet haben, steht wohl außer Frage. Doch auf den meisten Burgen sind hiervon keine Überreste mehr zu finden. Als der Architekt Hugo von Ritgen die Anlage in den 1840er Jahren grundlegend sanierte, entdeckte er bei Grabungen Reste eines alten Bäderbaus und nutzte die Gelegenheit, den Palas an dieser Stelle um ein neues Badehaus in romanischem Stil zu erweitern.
Südturm
Der aus dem 14. Jahrhundert stammende Südturm diente einst als Gefängnis. Durch das sogenannte Angstloch wurde die Gefangenen in das Verlies hinabgelassen. Heute können Besucher über die überdachte Holzaußentreppe auf die Aussichtsplattform hinaufgehen. Von dort oben hat man eine wunderbare Aussicht über das Mariental, in den sich Drachenschlucht und Landgrafenschlucht befinden, und große Teile des Thüringer Waldes.

Besucherinformationen
Adresse
Wartburg-Stiftung
Auf der Wartburg 1
99817 Eisenach
Öffnungszeiten Außenanlagen
- 365 Tage im Jahr
- April bis 01. November: 8:00 bis 20:00 Uhr
- 02. November bis März: 10:00 bis 16:30
- Eintritt frei
Führungen
- April bis 01. November: 10:00 bis 17:00 Uhr
- 02. November bis März: 9:30 bis 15:00 Uhr
- In der Regel zur vollen Stunde
Eintrittspreise (Stand 2026)
- Erwachsene: 13,00 Euro
- Schüler (6 bis 18 Jahre): 5,00 Euro
- Kinder bis 6 Jahre: frei
- Familie (2 Erw. + max. 5 Kinder): 31,00 Euro
- Minifamilie (1 Erw. + max. 5 Kinder): 22,00 Euro
- Fotoerlaubnis: 2,00 Euro
- Eintritt Südturm: 1,00 Euro
- Kostenpflichtiges Burg-Shuttle vom Parkplatz zur Burg

Essen und trinken
Burgcafé Zucker & Zimt
Im Erdgeschoss des ehemaligen hat das Café mit dem geschmackvollen Namen Zucker & Zimt für die Gäste der Wartburg geöffnet. In der angrenzenden kleinen Parkanlage, dem sogenannten Kommandantengarten mit schattigen Bäumen und ein paar historischen Kanonen befindet sich der Biergarten. Die Speisekarte reicht von Kuchen und Getränken bis hin zu deftigen Gerichten, die wann immer möglich direkt aus der Region stammen.
Öffnungszeiten
- April bis Oktober: täglich 10:00 bis 17:00 Uhr
- November bis März: täglich 10:00 bis 16:00 Uhr
- Aktuelle Informationen und Speisekarte

Anreise: Wie komme ich zur Wartburg?
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Der Hauptbahnhof Eisenach ist gut zu erreichen, auch mit dem ICE. Von hier aus fährt die Buslinie 3 zum Wartburg-Parkplatz.
Über die A4
Aus Richtung Jena/Erfurt oder Bad Hersfeld aus fahrt ihr über die A4 bis Eisenach, dann über die B19 in den Süden von Eisenach.
Über die A71
Wer über die A71 aus Schweinfurth im Süden anreist, fährt bei Meiningen auf die B19 und folgt deren Verlauf bis Eisenach.
Aus der näheren Umgebung
Eisenach ist über die B7, B19 und B84 erreichbar.

Parken
Direkt unterhalb der Wartburg im Süden von Eisenach befindet sich ein großer, kostenpflichtiger Parkplatz. Von hier aus könnt ihr entweder den kurzen Weg mit vielen Treppenstufen oder den leichten Weg über die Zufahrt hinaufgehen. Für alle, die nicht so gut zu Fuß sind, ist ein kostenpflichtiger Shuttle-Service eingerichtet.
Die Gebühr wird über euer Kennzeichen erfasst. Ihr könnt also zuerst in Ruhe die Burg besichtigen und dann je nach Zeitaufwand entweder stundenweise bezahlen oder ein Tagesticket kaufen. Die Ticket-Automaten befinden sich im Kassenhaus am Eingang zum Parkplatz.
Parkgebühren
Stundentarif:
- 6 bis 17 Uhr: 3,00 Euro je angefangene Stunde
- 17 bis 6 Uhr: 1,50 Euro je angefangene Stunde
Tageskarte:
- Pkw: 7,00 Euro
- Motorrad: 3,00 Euro
- Wohnmobil: 12,00 Euro je angefangener Kalendertag
Vom Parkplatz auf die Wartburg
Es gibt drei Möglichkeiten, vom Parkplatz auf die Wartburg zu kommen:
- mit dem Shuttle
- über die Treppenstufen
- über den Fußweg entlang der Auffahrt
Route

Höhenprofil

Details
- Höhenunterschied: etwa 50 m
- Fahrweg: flacher Anstieg, dafür länger – ca. 450 m
- Treppe: kurzer, steilerer Aufstieg – ca. 200 m

Fazit
Ein Erlebnis der ganz besonderen Art ist die Wartburg bei Eisenach. Die geschichtsträchtige Anlage hat ganzjährig geöffnet. Tagsüber ist der Außenbereich frei zugänglich und ihr dürft auch euren Hund mitnehmen. In die Gebäude darf er bei einer Führung allerdings nicht mit. Wem der Weg vom Parkplatz zur Burg zu anstrengend ist, kann sich für ein paar Euro mit dem Shuttle hinauffahren lassen. Da wir mit Hund unterwegs waren, konnten wir leider die Innenräume nicht besichtigen. Trotzdem finden wir, die Wartburg ist ein Absolutes Muss bei einem Ausflug in Thüringen. Unser Tipp: Im Erlebnisportal Thüringen erfahrt ihr so einiges über die Region (auf der Karte oben die Schleife links gehen).
















