Vulkane, Moore und Granit – Die schönsten Geotope in der Oberpfalz

Die Oberpfalz ist wahrscheinlich die am wenigsten vom Massentouristmus erschlossene Region in Bayern. Dabei hat sie ihre ganz besonderen Eigenheiten, die sonst nirgendwo zu finden sind. Und: ihre ganz speziellen Geotope. Sie alle spiegeln die charakteristischen geologischen Besonderheiten der einzelnen Regionen wider. Geht doch einfach mal mit uns auf Entdeckungsreise durch Millionen von Jahren in der Erdgeschichte!

Geologische Schönheiten in der Oberpfalz

Die Oberpfalz ist landschaftlich sehr abwechslungsreich und deshalb vor allem für Wanderer sehr interessant. In den Westen reichen noch Ausläufer der Fränkischen Alb mit ihren zahlreichen Trockentälern und Hochebenen befinden. Es schließt das Vils- und Naabtaal mit den Städten Amberg, Schwandorf und Weiden an, in denen sich jede Menge Burgen auf den Hügelkuppen aneinanderreihen. Und während sich im Nordosten das Fichtelgebirge an die Grenze nach Tschechien schmiegt, reicht die Oberpfalz im Süden über den Steinwald und den Oberpfälzer Wald bis in den Bayerischen Wald.

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Die Oberpfalz aus einer anderen Sichtweise

Betrachtet man die Oberpfalz einmal aus geologischer Sicht, gliedert sie sich in drei Teilgebiete. Jedes dieser Teile ist von unterschiedlichen Gesteinsarten geprägt.

Das Grundgebirge

Der östliche Teil mit seinen Mittelgebirgslandschaften südliches Fichtelgebirge und Steinwald, Oberpfälzer Wald, Naabgebirge, Regensburger Wald und nördlicher Bayerischer Wald bildet das Grundgebirge. Hier findet man die ältesten Gesteine, die sich hier aus unterschiedlichen Gneisen zusammensetzen. Sie entstanden vor über 300 Millionen Jahren in großer Tiefe, als sich das Gebirge als Folge der Kontinentalkollision im jüngeren Erdzeitalter auffaltete und dabei großer Druck und hohe Temperaturen auftraten. Diese Regionen zählen zu den Randgebieten des ehemaligen Großkontinents Gondwana.

In Teilbereichen drangen Schmelzen aus dem Erdmantel in die Erdkruste. Als diese Schmelzen zum Teil in mehreren Kilometern Tiefe erstarrten, entstanden Granite, die vor allem die nordöstliche Region, vor allem das Fichtelgebirge und den Steinwald prägen. An die Oberfläche gelangten sie im Laufe von Jahrmillionen durch die Hebung des Geländes und Erosionsvorgänge.

Das Deckgebirge

Westlich davon – also im mittleren Bereich der Oberpfalz bauen erdgeschichtlich sehr viel jüngere Gesteine, die aus teilweise Kohle enthaltenen, sandigen Sedimenten entstanden sind, eine Art Deckschicht oder Deckgebirge auf. Hierzu gehören beispielsweise die Brandschiefer, die früher bei Erbendorf bergmännisch abgebaut wurden. Die Schachtelhalm und Farne enthaltenen Brandschiefer lassen sich zeitlich in etwa mit den Kohlevorkommen im Ruhrgebiet vergleichen.

Frankenalb

Ganz im Westen der Oberpfalz liegen die Ausläufer der Frankenalb. Für dieses Gebiet sind die Schichtstufen des Juras charakteristisch. Das tropische Meer, das große Teile Frankens vor vielen Millionen Jahren bedeckte, stieß zum Teil auch in die heutige Oberpfalz vor. Es hinterließ zunächst sandige und tonhaltige Ablagerungen. Im Oberen Jura entstanden schließlich mächtige Kalk- und Dolomitgesteine, die  heute so charakteristisch für die Frankenalb sind. Zu ihnen gehören die bekannten Buntsandsteine.

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Auch Moore können zu den Geotopen in Bayern zählen

2007 bereits 666 Geotope allein in der Oberpfalz erfasst

Bis zum Sommer 2007 wurden im Geotopenkataster Bayern bereits 666 Geotope in der Oberpfalz erfasst. Tendenz steigend. Auch heute noch gehen laufend Vorschläge für Neuaufnahmen bei Landesamt für Umwelt ein. Bei den bereits erfassten Geotopen ist der Bestand leider nicht gleichbleibend. Der Zustand der Geotope ändert sich permanent. Das kann auf natürliche Weise passieren, wie beispielsweise durch Pflanzenbewuchs oder Verwitterung, aber auch durch den Eingriff des Menschen.

Gibt es eine Nutzungsänderung im betreffenden Geotopbereich oder wird ein Steinbruch stillgelegt, hat das schwerwiegende Folgen. Etwa die Hälfte der oberpfälzischen Geotope weisen einen Schutzstatus nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz auf. Das betrifft vor allem all jene, die in Naturschutzgebieten liegen oder als Naturdenkmal gelten. Und fast 30 Prozent der Geotope sind ebenfalls als Biotop geschützt.

Ergänzend sollte man vielleicht auch noch die fast 700 Höhlen erwähnen, die sich innerhalb der oberpfälzischen Grenzen befinden. Fast alle davon liegen in der Frankenalb und sind im Höhlenkataster Fränkische Alb verzeichnet. Ihr seht also, dass auch in der Oberpfalz ganz schön was geboten ist, was geologische Besonderheiten angeht.

Die schönsten Geotope im Landkreis Amberg-Sulzbach

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Türkenfelsen bei Ammernried

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Zwischen Lichtenegg und Ammernried wächst eine Formation aus Felsennadeln zu einer hohen Mauer aus dem Waldboden. Der Türkenfelsen besteht aus dem typischen löchrigen Frankendolomit, der charakteristisch für den Norden Bayerns ist. Fast in der Mitte liegt ein markanter Felsendurchbruch, daneben weitere natürliche Felstore. Der Türkenfelsen ist als Kletterfelsen hier im Birgland beliebt und weit über die Grenzen der Oberpfalz bekannt. Auf dem Zauberwald-Orchideen-Weg lauft ihr direkt am Türkenfelsen vorbei. WANDERN AUF DEM ZAUBERWALD-ORCHIDEENWEG


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Steinerne Stadt im Wellucker Wald 

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Die Steinerne Stadt auf der Bergkuppe nähe Krottensee besteht aus zahlreichen Felstümen unterschiedlicher Größe und Form. Mit ein wenig Fantasie erscheinen sie wie die Gebäude einer richtigen (kleinen) Stadt mitten im bezaubernden Mischwald. Bekannt sind vor allem die zwei Pilzfelsen am Eingang zur Steinernen Stadt, die Zwei Brüder. Unter Kletterbegeisterten sind neben den Zwei Brüdern auch der Spitze Turm und der Waldkopf eine Herausforderung. Auf dem Karstkundlichen Wanderpfad lauft ihr mitten durch das wunderschöne Geotop. WANDERN AUF DEM KARSTKUNDLICHEN WANDERPFAD


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Vogelherdgrotte

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Bei der Vogelherdgrotte handelt es sich nicht um einen Durchgang zwischen zwei Felsen, sondern um eine Höhle mit zwei Ausgängen, durch die ihr hindurchgehen könnt. Für die Durchquerung dieser Durchgangshöhle braucht ihr keine Taschenlampe, auch wenn es im mittleren Bereich etwas dämmrig wird. Auch sie liegt – neben einigen weiteren Geotopen – auf dem Karstkundlichen Wanderpfad, die Tour ist also ein echtes Highlight für Fans von Höhlen, Grotten und skurrilen Felsformationen. MEHR ZUM KARSTKUNDLICHEN WANDERWEG


Landkreis Neustadt an der Waldnaab

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Basaltkegel Hoher Parkstein

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Tatsächlich gibt es auch Vulkane in der Oberpfalz. Ein prächtiges, wenn auch nicht besonders hohes in den Himmel aufragendes Exemplar ist der Hohe Parkstein. Vor langer Zeit ist Magma aus der Tiefe nach oben gedrungen und in der Erde erstarrt. In dem ehemaligen Förderschlot haben sich beim Erkalten wunderschöne Basaltsäulen gebildet, wie wir sie beispielsweise auch aus der Rhön kennen. Weiter südlich sind sie jedoch sehr selten. Und weil das Ganze nicht nur ein Zeugnis der bewegten Erdgeschichte ist, sondern einfach auch optisch eine echte Attraktion im Nordosten Bayerns ist, wurde der Basaltkegel Hoher Parkstein natürlich auch mit in die Liste der schönsten Geotope Bayerns mit aufgenommen.


Landkreis Schwandorf

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Prackendorfer und Kulzer Moos

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Das Prackendorfer und Kulzer Moos ist ein Beispiel von vielen Feuchtgebieten im Oberpfälzer Wald. Das Moorgebiet in der Nähe von Thanstein geht wahrscheinlich auf einen verlandeten See aus der letzten Eiszeit zurück. Die unregelmäßige Bodenform ist die Folge des intensiven Torfstiches aus früheren Jahren, die inzwischen bereits wieder stark verwachsen sind. Heute ist das Kulzer Moos als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Ein Naturlehrpfad führt durch das Areal. MOORLEHRPFAD KULZER MOOS


Landkreis Tirschenreuth

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Saubadfelsen und Blockhalde bei Erbendorf

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Auf dem Gipfel des Hohen Saubades im südlichen Fichtelgebirge befindet sich auf 858 Metern eine steile Blockhalde aus schroffem Granitfels, die langsam aber sicher aus dem Gipfel herauswittert und abstürzt. Als steinerner Gletscher wächst dieses Blockmeer langsam in Richtung Tal. Der Waldhistorische Lehrpfad ist einer der regionalen Wanderwege, die direkt zum Saubadfelsen hinführen, ihr könnt das wunderschöne Bauwerk der Natur also gar nicht verfehlen. WANDERN AUF DEM WALDHISTORISCHEN LEHRPFAD


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Burgruine Weißenstein

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Bildquelle: Steinwald-Allianz

Zwischen Erbendorf und Waldershof trifft die Vergangenheit auf die Gegenwart, ist die Ewigkeit dem Verfall ausgeliefert. Die Rede ist vom 858 Meter hoch gelegenen Wahrzeichen des Steinwaldes, der Burgruine Weißenstein. Einst schützte die trutzige Anlage perfekt vor Angreifern. Ihre Blütezeit ist längst vorbei, heute gehört die Burgruine Weißenstein zu einer der spektakulärsten Ruinen und schönsten Geotopen der Oberpfalz und bietet eine grandiose Kulisse für kulturelle Veranstaltungen im Steinwald. MEHR ZUM STEINWALD



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