Von Höhlen, Schluchten und markanten Felsen – Die schönsten Geotope in Oberfranken

Riesenburg, Quackenschloss, Sophienhöhle – ungeheure Kräfte fluteten, pressten und falteten Bayerns Landschaft im Laufe von Jahrmillionen zu oft meterhohen, massiven Felsschichten und -türmen. Mit seinen Gesteinsfindungen aus dem Fichtelgebirge und dem Frankenwald ist Oberfranken ein einzigartiges Archiv der Erdgeschichte. Und das nicht in irgendeinem verstaubten Museum, sondern mitten in der lebendigen Natur. Zum Hinschauen, Anfassen und Entdecken. Diese herrlichen Geotope sind immer einen Besuch wert – am besten auf einer kleinen oder größeren Wanderung.

Geotope: In Meilenstiefeln durch die Erdgeschichte

Überall auf der Welt finden sich Spuren katastrophaler Ereignisse wieder. Meteoriten-Einschläge, Vulkanausbrüche oder Erdrutsche verändern die Landschaft plötzlich und nachhaltig. Gezeichnet haben sie aber auch die vielen kleinen und unscheinbaren Prozesse, die über Tausende oder  gar Millionen von Jahren ebenso zur Entstehung oder auch Zerstörung mächtiger Gesteinsformationen ihren Beitrag geleistet haben. Das ist hier in Oberfranken auch so. Anders ist jedoch, dass in Bayern selbst kleine Biotope, die Seltenheitswert haben, unter Schutz stehen und auf einer Liste für jedermann zu finden sind: Liste der Geotope in Bayern genannt. Einige der schönsten Geotope in Oberfranken haben wir schon besucht und mit einer kleinen Wanderung verbunden.

Hoch über dem Landkreis Lichtenfels thront der Staffelberg als geologische Schönheit im Norden Bayerns

Die wahren Schätze direkt vor der eigenen Haustüre

Und da diese Naturschöpfungen vor der Zerstörung bewahrt werden sollen, hat die Bayerische Staatsregierung seit 1985 einige dieser Geotope unter Schutz gestellt. Solche Geotope, die uns besonders eindrucksvolle Einblicke in die Erdgeschichte liefern, sollen nicht nur Studienobjekte für Geowissenschaftler sein, sondern jedermann die Abläufe begreifen lassen. Spektakulär sind die Geotope, ob in Oberfranken oder sonstwo in Bayern oft erst auf den zweiten Blick. Und manchmal muss man schon ganz genau hinsehen. Also erwartet nicht den Grand Canyon oder den Mount Everest in Bayern, sondern lasst euch auf das kleine Abenteuer vor der eigenen Haustüre ein.

Wandern an spektakulären Felswänden

Und damit die Geotope auch für Familien mit Kindern verständlich und interessant werden, ist eine Vielzahl mit verständlich formulierten Informationstafeln ausgestattet. Oft sogar ein Geo-Lehrpfad durch die markanten Felsen und geheimnisvollen Höhlen angelegt.

Die schönsten Geotope im Stadtgebiet und Landkreis Bayreuth

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Sandsteinschlucht Salamandertal bei Eckersdorf

Versteckt am Ortsrand von Eckersdorf, gleich neben dem viel besuchten Schlossgarten Fantaisie liegt eine der schönsten Sandsteinschluchten im Landkreis Bayreuth: das Salamandertal. Nur an die 100 Meter ist sie lang, dafür bietet die Schlucht durch ihr einzigartiges Mikroklima zahlreichen seltenen Pflanzen und Tieren Unterschlupf. Dazu gehört – wie der Name schon andeutet – auch der Salamander. An feuchten oder regnerischen Tagen kann man ihn hier zwischen den abgestürzten Sandsteinblöcken und hohen Felswänden beobachten. WANDERN IM SALAMANDERTAL

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Großer Lochstein bei Horlach im Veldensteiner Forst

Zu den wohl eindrucksvollsten Felsgebilden im Veldensteiner Forst gehört der Große Lochstein. Der mächtige Felsturm aus Dolomit wird an der Basis von einer geräumigen Durchgangshöhle durchzogen. Auf der flachen Kuppe wachsen inzwischen Bäume. Da den Bäumen aber hier die Erde und die Nährstoffe fehlen, wachsen sie gerade einmal zu Miniaturausgaben oder Bonsai-Versionen der ursprünglich meterhohen Baumarten heran. Fast erinnert der Große Lochstein an Tolkiens Herr der Ringe oder Fantasie-Märchen aus einer anderen Welt. WANDERUNG ZUM GROSSEN LOCHSTEIN

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Sophienhöhle bei Rabenstein (Schauhöhle)

Sophienhöhle bei Rabenstein (Schauhöhle)

Über Jahrtausende haben traumhafte Tropfsteine in der Sophienhöhle einen verborgenen Palast bei Burg Rabenstein im Ailsbachtal gebildet. Je nach der Zusammensetzung spielen sie mit Ocker-, Braun- oder Rottönen. Und um den magischen Effekt noch zu verstärken, werden sie aus verschiedenen Winkeln angeleuchtet und in Szene gesetzt. Hier findet ihr den riesigen Millionär und meterlange Sintherfahnen. Und in einer alten, schaurigen Höhle darf natürlich auch das Skelett eines Höhlenbären nicht fehlen. Begrüßte Benno früher die Besucher stehend zusammengegipst am Eingang, liegt er seit 2011 zusammengerollt in Schlafstellung im Sand der Höhle.

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Sandsteinblöcke im Schlossgarten Fantaisie in Eckersdorf

Heute liegen sie verwittert und mit stattlichen Bäumen bewachsen im Schlossgarten Fantaisie an der Erdoberfläche. Die meisten Besucher schlendern unter dem lichten Blätterdach der Buchen einfach an ihnen vorbei, ohne zu ahnen, dass die Felsen aus dem Schwarzen Jura schon fast 200 Millionen Jahre auf dem Buckel haben. Insgesamt sind vier Felsformationen im Schlosspark Fantasie in die Liste der Geotope in Bayern aufgenommen worden, einige von ihnen dienten als Kultstätte und haben sicherlich so manches skurrile Spektakel miterlebt. Sie alle bestehen aus Sandstein. Und weil sie nach wie vor der Witterung ausgesetzt sind, verändern sie ihre Form langsam, aber sicher, bis nichts mehr von ihnen übrig ist. FAMILIENAUSFLUG SCHLOSS FANTAISIE

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Felsburg Tüchersfeld (Pottenstein)

Hoch über dem Ort Tüchersfeld thront eine ganz besondere Burg, die von der Natur geschaffen wurde

Hoch oben über dem kleinen Örtchen Tüchersfeld bei Pottenstein ragen die schroffen Zinnen einer ganz besonderen Burg in den Himmel. Die Felsburg ist nicht von Menschenhand, sondern von der Natur selbst geschaffen, denn die Felsspitzen sind die Reste eines Riffes, das vor Millionen von Jahren in einem tropischen Meer wuchs. Direkt an ihrer Flanke liegt die sogenannte Judenhof, in dem heute das Fränkische-Schweiz-Museum untergebracht ist.

Die schönsten Geotope im Landkreis Forchheim

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Höhlenruine Riesenburg bei Engelhardsberg

Bevor die Fränkische Schweiz als Ausflugsziel entdeckt wurde, hieß die Höhle bei Doos Geißkirche nach den dort weidenden Ziegen und Schafen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde sie zusammen mit dem Quackenschloss zum Symbol der Romantik schlechthin. Der damalige Besitzer Graf Franz Erwin von Schönborn ließ das Gelände durch Wege und Treppen ausbauen, als der bayerische König Ludwig I. mit seiner Gemahlin Therese 1830 die Burg Rabenstein besuchte. Damit auch die Umgebung entsprechend aussah, pflanzte er für eine wildromantische Szenerie auf die kahlen Felsen Bäume. Damit erinnert die Riesenburg fast ein wenig an den Felsengarten Sanspareil bei Bayreuth. WANDERUNG RIESENBURG

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Dolomitfelsnadeln Adlerstein bei Engelhardsberg

Damit es den Liebhabern skurriler Felsformationen nicht langweilig wird, hat die Natur auf der Hochebene bei Engelhardsberg den Adlerstein platziert. Über eine schmale Eisentreppe könnt ihr hinaufsteigen. Diese Treppe gibt es erst seit 1905. Bevor sie der Verein Fränkische Schweiz anbringen ließ, hielt ein ansässiger Bauer für alle, die den Adlerstein erklimmen wollten, gegen einen Obolus eine Leiter bereit. Erinnert euch daran, wenn ihr die stabile Treppe hochsteigt und von oben einen fantastischen Rundumblick auf die nördliche Fränkische Schweiz erhascht. Aber trotz stabiler Stufen ist Vorsicht geboten. Haltet eure kleinen Kinder gut fest, denn die Stufen sind doch sehr steil. RUNDWANDERUNG RUND UM DEN ADLERSTEIN

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Quackenburg mit Quackenschloss bei Engelhardsberg

Vom Wanderpfad zweig ein schmaler Pfad ab, der steil zum Massiv des Quackenschlosses hinaufführt. Vom Vorplatz aus erreicht man die Durchgangshöhle, die nur von einem Mittelpfeiler geteilt wird. Ein Motiv, das nicht nur die Maler in der Romantik begeisterte. Beim Quackenschloss handelt es sich um die Resten eines uralten Höhlensystems, das sich durch stetige Auswaschung im Fels gebildet hat. Die Höhlenruine ist fast zwanzig Meter lang und in der Mitte etwa drei Meter hoch. WANDERUNG VON DER RIESENBURG ZUM QUACKENSCHLOSS

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Felsen mit Konstantinengrotte bei Behringersmühle

Felsen mit Konstantinengrotte bei Behringersmühle

Fast ein wenig unscheinbar und kaum bekannt ist die Konstantinengrotte direkt oberhalb der Ortschaft Behringersmühle. Heute wird die geräumige Grotte für Feste genutzt.

Die schönsten Geotope im Landkreis Lichtenfels

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Staffelberg bei Staffelstein

Als markanter Vorposten der Frankenalb ist der Staffelberg bei Staffelstein bekannt. Die Schichtfolgen im Gestein  reichen bis in den Mittleren Jura zurück, also über 150 Millionen Jahre. Die Hänge des Staffelberges weisen besonders ausgeprägte Schichtstufen aus, sogenannte Staffeln, die dem Berg auch ihren Namen verliehen haben. Besonders markant sind die Gipfelfelsen. Sie bestehen aus Riffkalk und Riffdolomit, die gelegentlich Einschlüsse von Fossilien, also versteinerte Reste von Tieren und Pflanzen, aufweisen. Ob auf dem geologisch-archäologischen Lehrpfad oder auch auf dem einfachen Rundweg von Romansthal aus lässt sich der Staffelberg wunderbar erkunden.

Die schönsten Geotope im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge

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Felsenlabyrinth Luisenburg bei Wunsiedel

Das Felsenlabyrinth Luisenburg entführt euch in eine Welt 300 Millionen Jahre alter Granitblöcke. Einige davon türmen sich zu mystisch anmutenden Granitmonstern umrandet von Höhlen auf. Andere bilden nur skurrile Steinhaufen in der einzigartigen Landschaftskulisse. Einst betrachteten die Menschen das Felsenmeer mit Angst und Schrecken. Heute lockt es unzählige Besucher von Nah und Fern an. Das Felsenlabyrinth Luisenburg hat jede Menge Facetten. Und auch wer den Landschaftsgarten bereits zu kennen glaubt, wird immer wieder Neues entdecken. Je nach Tages- und Jahreszeit wirken die örtlichen Gegebenheiten mal romantisch, mal mystisch. FAMILIENAUSFLUG ZUM FELSENLABYRINTH LUISENBURG

Fazit

Natürlich gibt es noch jede Menge andere atemberaubende Geotope in Oberfranken. Wir haben schon einige besucht und planen weitere, die dann auch hier mit aufgenommen werden.


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Alle unsere Ausflüge und Wanderungen in BAYERN mit interaktiver Karte zum Suchen und Finden gibt es HIER

 

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