KÖRPERLICHE UND GEISTIGE VORAUSSETZUNGEN BEI KINDERN

Voraussetzungen bei Kindern für Wandertouren

Da Kinder vom Säugling bis zum Ende der Pubertät in mehreren Stufen nahezu seine gesamte körperliche und geistige Entwicklung durchschreitet, kann eine Wanderung mit Kindern nicht für alle Altersstufen verallgemeinert werden. Schon allein die sich wandelnden körperlichen Voraussetzungen bei Kindern beeinflussen die Tourenplanung – selbst solche, die noch in einer Rückentrage sitzen.

Körperliche Entwicklung

Kinder haben durchaus schon genügend Kraft für längere Touren, aber ihnen fehlt das adäquate Maß, sie auch einzusetzen. Die Muskelentwicklung setzt erst maßgeblich nach dem Vorschulalter ein. Zu kurzzeitigen Kraftanstrengungen sind Kinder kurzfristig gut in der Lage und meist auch gerne bereit.

Besonders viel Energie erfordert jedoch die noch mangelnde Bewegungskoordination. Das führt zu raschen Ermüdungserscheinungen, was durch häufige Erholungspausen ausgeglichen werden sollte. Danach sind die meisten Kinder sehr schnell wieder fit.

Leistung & Ausdauer

Ausdauer ist die Fähigkeit, gegen Ermüdungserscheinungen Widerstand leisten zu können. Sie entwickelt sich erst mit zunehmendem Alter, wenn eine gewisse geistige Reife zu Beginn des Schulalters erreicht ist. Möchtest du die eine oder andere Wanderung machen, bei der ein wenig Langzeitausdauer vonnöten ist, kann eine motivierende Einstimmung durch hilfreich sein.

Diese Leistung kann auch durch sinnvolle Erholungspausen gefördert werden. Zu hohe Anforderungen an Kinder, denen sie eventuell nicht gerecht werden können, rauben die Lust an Bewegung und dem eigenen Körper. Hast du eine längere Wandertour vor, gehst du am besten bereits schon zu Hause die eine oder andere kleine Tour mit deinen Kindern. So kannst du herausfinden, was du dir und den Kleinen zumuten kannst. Dann kommt es nicht erst im Urlaub zu einer Kraft- und Zerreißprobe.

Auch die geistige Entwicklung von Kindern ist Voraussetzung fürs Wandern

Genau wie die körperliche Entwicklung, ist auch die geistige Entwicklung unserer Kinder ein lebendiger Prozess und damit kaum vorherbestimmbar oder verallgemeinerbar. Das Denken, Fühlen und auch das konkrete Handeln ist in sehr hohem Maße umweltabhängig, also von äußeren Bedingungen geprägt.

In hohem Maße entscheidend sind beispielsweise die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander.  Mütter oder Väter, die ihren Kindern etwas zutrauen, lassen sie „an der langen Leine“ laufen, womit gezielt die Eigeninitiative gefördert wird.

Das richtige Maß an Loslassen und Grenzen setzen

Allerdings erfordert dies bei den Eltern oder Begleitern Kompetenz bei der Gefahrenabschätzung. Kinder können nämlich in fremder Umgebung und in außergewöhnlichen Situationen Gefahren nicht adäquat einschätzen. Deshalb kann es auf einer Wanderung notwendig sein, den Kindern Grenzen aufzuzeigen und auf deren Einhaltung – vielleicht auch das eine oder andere Mal gegen ihren Willen, aber zu ihrem eigenen Schutz – durchzusetzen.


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