Der Nordosten von Bayern ist für die meisten Wanderer noch ein unbeschriebenes Blatt. Dabei hat es die Oberpfalz in sich. Highlights in der Natur gibt es hier zuhauf, was fehlt, sind die Touristenmassen. Und genau deshalb sind wir hier unglaublich gerne unterwegs. Wandern kann man hier noch völlig entspannt – und zu entdecken gibt es eine Menge! Die schönsten Wanderungen in der Oberpfalz sind eine Herzensangelegenheit von uns für euch.

Touren im Überblick
Spannende Wandertouren in der Oberpfalz
Nach den ersten 10 spannenden Touren in der Oberpfalz möchten wir euch jetzt weitere 10 herrliche Rundwege ans Herz legen, die sich auf jeden Fall lohnen. Und es kommen schon bald weitere hinzu. Lasst euch überraschen!
Tour 11
Von der Ruine Weißenstein zum Oberpfalzturm
Waldershof – Landkreis Tirschenreuth

Eines der Wahrzeichen des Naturparks Steinwald ist die Ruine der Burg Weißenstein bei Waldershof. Zu ihr lohnt sich ein Aufstieg zu jeder Jahreszeit. Wer etwas mehr vom Naturpark erkunden möchte, dem empfehlen wir den Rundweg bis zum Oberpfalzturm, von dessen etwa 30 Meter hoher Plattform ein atemberaubender Rundumblick über die Baumwipfel bis hin ins Fichtelgebirge möglich ist. Den Aufstieg habt ihr bei der Burgruine bereits geschafft, sodass es bis zum Turm kaum noch Höhenmeter zu bewältigen gibt.
Details
- Start/Ziel: Wanderparkplatz am Hohenholz (Adresse fürs Navi: Kalvarienbergstraße, Waldershof)
- Länge: 9,6 km
- Dauer: 3,5 Stunden
- Markierung 1: Fränkischer Gebirgsweg bis hinter den Oberpfalzturm
- Markierung 2: Rückweg über unmarkierten, breiten Forstweg
- Aufstieg: 184 m
- Tauglich für Kinderwagen/Buggy: nein (bis zur Ruine ja, allerdings sehr grober Schotter)
Tour 12
Deininger Hohlweg
Deining – Landkreis Neumarkt

Hohlwege nennt man solche unbefestigten Wege, durch die sich Fuhrwerke und bewegt haben. Die lange Nutzung und Erosionsprozesse haben dazu geführt, dass sich der Weg immer tiefer in das Gelände eingeschnitten hat. Diese Hohlwege sind heute noch sichtbare Relikte historischer Straßen. Ganz anders als in einem Museum, kann man die Geschichte des Ortes hier noch hautnah gleich hinter dem Feuerwehrhaus erleben. In die Felsenwände sind außerdem zahlreiche Felsenkeller eingearbeitet worden, die früher zur Kühlung von Bier und Lebensmitteln verwendet wurden, weil es damals noch keine Kühlschränke gab.
ZUM RUNDWEG MIT DEN FELSENKELLERN IN DEINING
Details
- Start/Ziel: Parkplatz Feuerwehrhaus, Kreuzbergstraße
- Markierung: keine einheitliche Markierung
- Länge: 2 km
- Dauer: 1 Stunde
- Schwierigkeit: mäßig
- für Kinderwagen/Buggy geeignet: nein
- Aufstieg: 50 m
Tour 13
Dillberg Poesieweg
Postbauer-Heng – Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz

Einer der bekanntesten Berge an der Grenze von Mittelfranken und der Oberpfalz ist hohe Dillberg, ein Zeugenberg, der im Laufe der Zeit vom Fränkischen Juraplateau durch Erosion abgetrennt wurde. Auf dem 595 Meter hohen Gipfel des Dillberges befindet sich seit den 1950er Jahren eine Sendeanlage des Bayerischen Rundfunks. Weniger bekannt ist der kurzweilige Rundweg namens Weg der Poesie, der einmal um das Gipfelplateau herumführt. Der Name ist Programm, es gibt Infotafeln mit Gedichten, Sagen und vielem mehr. Ganz versteckt an der Flanke ist noch ein weiteres Highlight versteckt: die sogenannten Bucher Höhlen, aus denen früher Schleifsand abgebaut wurde und die heute zu einem kleinen Teil für abenteuerlustige Besucher begehbar gehalten wurden.
Details
- Start/Ziel: Dillberg, Wanderparkplatz
- Markierung: aufgeschlagenes Buch auf grünem Grund
- Länge: 4,7 km
- Dauer: rund 1,5 Stunden
- Aufstieg: 118 m
- Abstieg: 107 m
- Schwierigkeitsgrad: einfach bis mäßig (Weg zur Silberhöhle etwas steiler)
- mit Buggy befahrbar: ja (mit geländetauglichem Modell)
Tour 14
Auf dem Ewilpa-Lehrpfad zur Ruine Waldeck
Waldeck (Kemnath) – Landkreis Tirschenreuth

Die schönsten Wanderwege in der Oberpfalz führen natürlich auch zu mittelalterlichen Burganlagen. Eine ganz besondere, die auf einem ehemaligen Vulkankegel in der Nähe von Kemnath im mittelalter errichtet wurde, ist die Burg Waldeck in gleichnamiger Ortschaft. Sie alleine wäre schon einen Ausflug wert. Zusammen mit dem EWILPA-Lehrpfad mutiert das Ganze jedoch zu einer schönen Überraschung. EWILPA ist die Abkürzung für Essbarer Wildpflanzen Park, einer einzigartigen Idee der gleichnamigen Stiftung, in stadtnahen Gebieten Areale in parkähnliche Anlagen umzuwidmen in denen sich idyllische Erholungslandschaften mit artenreichen Biotopen entwickeln können. Und das alles unter dem Prinzip, möglichst viele Wildplanzen mit einzubeziehen, die essbar sind.
Details
- Start/Ziel: Parkplatz am Sportplatz, Am Sportplatz, Kemnath OT Waldeck
- Länge: 5,2 km
- Dauer: 2 Stunden
- Markierung: EWILPA
- Schwierigkeit: leicht (nur Auf- und Abstieg zur Burg etwas anstrengender)
- Höhendifferenz: 161 m
- geeignet für Kinderwagen/Buggy: ja, über Alternativroute (geht über den Abstieg der Tour hinauf und wieder hinunter)
Tour 15
Hackelstein
Fuchsmühl – Landkreis Tirschenreuth

Fast wie eine Burgruine wirkt auch der Hackelstein, eine natürlich entstandene Granitfelsenformation auf dem Gebirgszug des Steinwaldes am Ortsrand von Fuchsmühl. Ein nur drei Kilometer langer Rundweg führt vom Parkplatz an der Kapelle durch die atemberaubende Natur eines der kleinsten Naturparks in Bayern zu dem zerklüfteten Felsenmassiv. Auf dem Rückweg könnt ihr übrigens noch so einige Details über die berühmte Holzschlacht erfahren, die hier Ende des 19. Jahrhunderts stattfand, als man den Bewohnern des Ortes das Recht absprach, sich an dem Holz aus dem Wald zu bedienen, um dies als Baumaterial und Brennholz zu gewinnen.
Details
- Start/Ziel: Wanderparkplatz Kapelle Maria Frieden, Fuchsmühl (Nähe Steinwaldstraße 43)
- Länge: 3,3 km
- Dauer: 1,5 Stunden
- Markierung: R (plus roter Fuchs)
- Anstieg: 142 m
- Schwierigkeitsgrad: mäßig (langer, mäßiger Anstieg)
- Kinderwagen/Buggy-tauglich: ja (auf dem Rückweg unserer Tour hinauf und hinab)
Tour 16
Wiesauer Waldseen und Muckenthaler Teichpfanne
Wiesau – Landkreis Tirschenreuth

Neben der Tirschenreuther Teichpfanne mit der berühmten Himmelsleiter sind es die Wiesauer Waldseen, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Hier reihen sich in einem Waldstück unzählige kleine Seen und Weiher aneinander, die eine völlig andere Entstehungsgeschichte haben als die übrigen Teiche der Region. Sie sind nämlich ursprünglich eng mit dem Abbau von Ton rings um Wiesau verbunden, der ab dem späten 19. Jahrhundert zur Versorgung der Ziegeleien und in der Porzellanindustrie zu verwenden. Die Muckenthaler Teichpfanne hingegen ist das, was man im Stiftland erwartet, denn hier werden seit langer Zeit Karpfen gezüchtet.
Details
- Start/Ziel: Parkplatz am Sportplatz Wiesau
- Alternativer Startpunkt: Marktplatz Wiesau
- Länge: 12 km
- Dauer: 3,5 Stunden
- Markierung 1: Rundweg 4 (schwarze 4 auf gelbem Grund)
- Markierung 2: Rundweg 4A (ab der Eisenbahnschranke)
- Schwierigkeit: leicht
- Anstieg: 90 m
- Für Kinderwagen/Buggy geeignet: ja, für geländetaugliche Modelle (trotzdem kann es gelegentlich etwas holprig sein)
Tour 17
Weg des Granits Flossenbürg
Flossenbürg – Neustadt an der Waldnaab

Berühmt ist das ehemalige Pfarrdorf Flossenbürg am östlichen Rand der Oberpfalz für die gut erhaltene Burganlage, die in ihrer vollen Schönheit als Ruine den 732 Meter hohen Berg am Ortsrand ziert. Sie ist eines der Wahrzeichen des Oberpfälzer Waldes und weithin bekannt. Doch hat Flossenbürg auch eine unrühmlichen Part in der Geschichte. Im Nationalsozialismus ist hier wegen der reichen Granitvorkommen eine Flut von Steinbrüchen entstanden.
Und damit der sogenannte Flossenbürger Granit auch besonders günstig abgebaut werden konnte, mussten Häftlinge aus dem neu errichteten Konzentrationslager hier unter menschenunwürdigen Bedingungen bis zur völligen Erschöpfung arbeiten. Von den 100.000 Insassen sind über 30.000 gestorben. Um die Grausamkeit nicht zu vergessen, wurde auf dem Originalgelände eine Gedenkstätte errichtet, die das Leiden dieser Menschen dokumentiert. Der Weg des Granits verbindet die beiden geschichtsträchtigen Orte auf besonders anschauliche Art und Weise.
ALLE INFOS ZUM WEG DES GRANITS
Details
- Start/Ziel: Parkplatz vor der KZ-Gedenkstätte, Birkenstraße (nähe Hsnr. 21)
- Distanz: 5,5 km
- Dauer: 2 Stunden (ohne Besichtigungen der Ruine und Gedenkstätte)
- Schwierigkgeit: mäßig
- Markierung: Weg des Granits (Bild s.u.)
- Anstieg: 160 m
- Abstieg: 161 m
- nicht für Kinderwagen/Buggy geeignet
- Gedenkstätte: barrierearm
Tour 18
Phantastischer Karpfenweg
Kemnath – Landkreis Tirschenreuth

Bekannt ist das Stiftland – so nennt man die Region um das Kloster Waldsassen und damit den heutigen Landkreis Tirschenreuth – für seine historische Karpfenzucht. Im sogenannten Land der Tausend Teiche ist der Speisefisch allgegenwärtig und in den Monaten mit R auch in fast jedem Lokal in den verschiedensten Zubereitungsarten auf dem Teller. Hier in Kemnath hat man dem Karpfen sogar einen ganzen Rundweg gewidmet: den Phantastischen Karpfenweg. Bei einem der schönsten Wanderungen in der Oberpfalz geht es nicht nur um den Fisch, sondern auch um seine Bedeutung sowie die Geschichte der Stadt. Ein wirklich kurzweiliger und bunter Rundweg, der zwar nicht besonders lang, dafür aber sehr abwechslungsreich ist.
ALLE DETAILS ZUM PHANTASTISCHEN KARPFENWEG
Details
- Start/Ziel: Parkplatz am Seeleitenpark, Seeleitenstraße, Kemnath
- Länge: 3,3 km
- Dauer: 1,5 Stunden
- Markierung: Phantastischer Karpfenweg
- Schwierigkeit: sehr leicht
- Höhendifferenz: 15 m
- geeignet für Kinderwagen/Buggy: ja (allerdings ein paar Stufen vorhanden)
Tour 19
Rauher Kulm
Neustadt am Kulm – Neustadt an der Waldnaab

Rings um Kemnath herum hat die Erdgeschichte so manch einen Vulkankegel geschaffen, der an Schönheit kaum zu wünschen übrig lässt. Einer dieser ehemaligen Vulkane, von denen heute nur noch die Basaltkuppen übrig sind, ist der Rauhe Kulm bei Neustadt am Kulm im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Den Gipfel bildet ein riesiges Blockmeer aus Basaltgestein, das inzwischen mit seiner bemoosten Oberfläche ein Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen geworden ist.
Oben ragt ein Aussichtsturm noch ein paar Meter über die Baumwipfel hinaus und bietet eine herrliche Rundumsicht. Zu Füßen des Vulkankegels befinden sich mehrere Felsenkeller, die tief in den Hang hineinragen. Einer von ihnen ist tagsüber für Besucher frei zugänglich. Ebenfalls einen Abstecher wert ist das winzige Pendant zum Rauhen Kulm: der Kleine Kulm, der nur wenige Hundert Meter auf der anderen Seite des Ortes liegt.
Details
- Start/Ziel: Parkplatz am Ende der Rauher-Kulm-Straße
- Distanz: 6,7 km
- Dauer: 2,5 Stunden
- Schwierigkeit: bis auf den Aufstieg/Abstieg Blockhalde leicht, auf der Blockhalde ist gute Trittsicherheit gefragt
- Markierung 1: Ringsteig
- Markierung 2: Ringsteig
- Markierung 3: Jägersteig
- Anstieg: 187 m
Tour 20
Burgruine Schellenberg
Georgenberg – Neustadt an der Waldnaab

Im tiefsten Osten der Oberpfalz, gleich an der Grenze nach Tschechien liegt eine der vielen ehemaligen Burganlagen, die im Mittelalter zum Schutz vor den Böhmen errichtet wurde. Die Anlage ist über mehrere große Granitfelsen verteilt und von unten kaum zu erkennen. Lediglich ein schmaler Klettersteig führt hinauf zu den Ruinen, die heute mit einer Holzbrücke und einem Aussichtsturm ergänzt sind. Und weil wir eben nur einen Katzensprung von unserem Nachbarland entfernt sind, haben wir auf unserem Rundweg auch gleich den Aussichtsturm auf dem Havran besucht, denn eine Grenze erkennt man heute nur noch an den alten Grenzssteinen, sonst ist davon nichts mehr zu sehen. Ein Glück für alle Wanderer, die sich auch einmal die Highlights im Nachbarland ansehen möchten.
Details
- Start/Ziel: Wanderparkplatz Planer Höhe an der St2154 zw. Waldkirch und Georgenberg
- Länge: 9 km
- Dauer: 3 bis 3,5 Stunden
- Markierung 1: Wanderweg 2 (und Nurtschweg)
- Markierung 2 (Abstecher zum Aussichtsturm): Wanderweg 1
- Schwierigkeit: mittel
- Höhendifferenz: 245 m
- für Kinderwagen/Buggy geeignet: nein

















