Kaum etwas hat eine so große Anziehungskraft auf uns wie uralte Burgen, prachtvolle Schlösser oder auch geheimnisvolle Ruinen. In ihnen fühlen wir uns in der Zeit zurückversetzt, können selbst ein wenig in die Zeit der Kaiser, Könige und Ritter eintauchen, ein wenig Flair des Mittelalters schnuppern. In Unterfranken gibt es unzählige solcher historischen Anlagen, einige noch sehr gut erhalten, von anderen stehen lediglich noch ein paar Mauerreste.

Geschichten hinter den historischen Mauern
Atemberaubende architektonische Meisterwerke sind sie, die vielen uralten Gebäude, die ab dem 10. Jahrhundert zur Verwaltung und als wehrhafte Anlagen errichtet wurden. Sie sind allesamt Zeugen einer völlig anderen Zeitepoche, die wir uns heute als unheimlich romantisch und spannend vorstellen. Was allerdings wirklich alles so passiert ist und wie das Leben der Menschen auf diesen Burgen oder auch in den schicken Schlössern aussah, das erfahrt ihr vor Ort. Am besten bei einer Führung. Doch auch ohne eine Führung sind in den meisten Anlagen viele Informationen auf Schautafeln vorhanden, sodass ihr euch ein gutes Bild machen könnt.
Überblick
nach Landkreisen/kreisfreien Städten
Aschaffenburg – Bad Kissingen – Haßberge – Kitzingen – Main-Spessart – Miltenberg – Rhön-Grabfeld – Schweinfurt – Würzburg
Reihenfolge
Landkreis Bad Kissingen
Burg/Schloss Aschach
Bad Bocklet OT Aschach – Landkreis Bad Kissingen
Im 12. Jahrhundert ließen die Herren von Henneberg direkt an der Saale unweit von Bad Kissingen eine mittelalterliche Burg errichten. Im 16. Jahrhundert wurde die Anlage mehrfach zerstört und von den Würzburger Fürstbischöfen wieder aufgebaut, um dann daraus ein Jagdschloss und Verwaltungssitz zu machen. Im 19. Jahrhundert wurden hier sogar von dem Industriellen Wilhelm Sattler verschiedene Dinge aus Steingut produziert. Nachdem das Schloss dann als Sommerresidenz der Grafen von Luxburg ausgedient hatte, schenkten diese es dem Bezirk Unterfranken. Heute befinden sich hier mehrere Museen.
- Innenhof und Außenanlagen tagsüber frei zugänglich
- Museen von Ende März bis Ende Oktober geöffnet
Ruine Botenlauben
Bad Kissingen
Fernab von den Kurgästen, die sich in der Altstadt von Bad Kissingen tummeln, thront auf einer Anhöhe über dem Ortsteil Reiterswiesen eines der ältesten Wahrzeichen der Stadt: die Ruine der Burg Botenlauben. Sie stammt vermutlich von 1180, ist aber vor allem durch den Kreuzfahrer und Minnesänger Otto von Botenlauben und seine Gemahlin bekannt, die sich ab 1220 hier niederließen. Heute stechen vor allem die beiden runden Bergfriede im Nordwesten und Südosten der Anlage ins Auge, vom Rest der Burg sind nur noch Mauerreste vorhanden. Alle zwei Jahre im September lassen Minnesänger und Schwertkämpfer hier oben das Mittelalter wieder aufleben.
- frei zugänglich
- Eintritt frei
Neues Rathaus Bad Kissingen
Bad Kissingen
Man mag sich fragen, was ein Rathaus hier zu suchen hat. Ganz einfach! Das neue Rathaus der Stadt Kissingen wurde um 1710 für Heinrich Christoph Heußlein von Eußenheim als barockes Lochner-Heußleinsche Schloss errichtet. Als die Adelsfamilie 1927 ihren Wohnsitz verlegte, kaufte es die Stadt Bad Kissingen und beherbergt seit 1929 hier die zentrale Verwaltung.
- Stadtverwaltung
- eingeschränkt öffentlich zugänglich
Schloss Saaleck
Hammelburg – Landkreis Bad Kissingen
Auf einem Bergsporn über der ältesten Weinstadt Frankens, Hammelburg, thront das Schloss Saaleck. Ihre Entstehung liegt weitestgehend im Dunklen, soll aber auf das 11. bis 12. Jahrhundert zurückgehen. Der älteste, heute noch sichtbare, Bestandteil der Anlage ist der Bergfried, der für eine kleine Spende heute Besucher auf eine Aussichtsplattform hinaufbringt, die eine wunderbare Rundumsicht gewährt. Heute gehört das Schloss zu einem Weingut.
- Innenhof und Turm für Besucher geöffnet
- April bis September: 8:30 bis 21 Uhr
- Oktober bis März: 8:30 bis 18 Uhr
Landkreis Haßberge
Altenstein
Maroldsweisach – Landkreis Haßberge
Eine der schönsten Ruinen im Landkreis Haßberge ist die Burg Altenstein. Während viele der anderen Burgruinen aus dem Geschlecht der Rotenhan entstanden sind, stammt die Burgruine Altenstein von den Herren von Stein. Allerdings wurde sie 1895 ebenfalls von der Familie Rotenhan übernommen. Inzwischen ist die Anlage von 1126 im Besitz des Landkreises Haßberge, der hier auch sein Burgeninformationszentrum errichtet hat. Die Vorburg der Ruine Altenstein ist noch weitestgehend erhalten und wunderschön hergerichtet. Ihr könnt sie zu den Öffnungszeiten besuchen oder sogar hier heiraten.
- Museum
Ruine Bramberg
Bramberg – Haßberge
Zum Schutz der Hochstraße, die über den Haßbergkamm verlief, wurde auf dem erloschenen Vulkankegel Bramberg im 11. Jahrhundert die gleichnamige Burganlage erbaut. Doch schon bald ließ sie der Kaiser wegen Raubrittertum zerstören. Eigentlich sollte an dieser Stelle nie wieder eine Burg stehen, doch schon Mitte des 13. Jahrhunderts ließ der Bischof von Würzburg eine neue wehrhafte Anlage errichten, die jedoch nach schwerer Beschädigung im Bauernkrieg dann schließlich dem Verfall überlassen.
- jederzeit frei zugänglich
- kostenlos
Schloss Gereuth
Untermerzbach OT Gereuth – Landkreis Haßberge
Im Herzen des Untermerzbacher Gemeindeteiles Gereuth liegt das barocke Schloss Gereuth von den Herren von Memmelsdorf um 1300 als Wasserschloss angelegt. Als Lehnsnehmer des Würzburger Hochstifts kamen Familien von Stein zu Lichtenstein, von Stein zu Altenstein, von Tünfeld und ab der Mitte des 16. Jahrhunderts die Herren von Schaumberg vor. Nach der Säkularisation erwarben es die Freiherren von Hirsch, die es in der Weltwirtschaftskrise jedoch wieder veräußern mussten. Im Jahr ist es an Privatpersonen verkauft worden, die das Anwesen teilweise saniert und ein Hotel mit Biergarten betrieb. 2025 hat das Schloss wiederum den Besitzer gewechselt. Zur Zeit wird es wohl von der Frankfurter Unternehmerfamilie Buck saniert und ist wahrscheinlich nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.
- Privatbesitz
- nur von der Straße aus zu besichtigen
Burgruine Lichtenstein
Pfarrweisach OT Lichtenstein – Landkreis Haßberge
Der Burgenwinkel im Naturpark Haßberge trägt seinen Namen nicht umsonst. Auf engstem Raum wimmelt es hier nördlich von Ebern nur so vor alten Gemäuern. Sie alle sind perfekt für einen Familienausflug mit Kindern. Die Burg Lichtenstein bietet aber noch mehr als eine geheimnisvolle Ruine, das Flair von mittelalterlichen Rittern und eine herrliche Aussicht ins Weisachtal und Baunachtal: Unterhalb der unterfränkischen Burgruine Lichtenstein gibt es sagenhaftes im Lichtensteiner Felsenlabyrinth zu entdecken.
- tagsüber frei zugänglich
- Eintritt frei
Ruine Raueneck
bei Ebern OT Vorbach – Landkreis Haßberge
Versteckt auf einer Bergkuppe mitten im Nirgendwo liegt die Ruine Raueneck am Rande des Naturparks Haßberge bei Vorbach, einem Ortsteil von Ebern im unterfränkischen Landkreis Haßberge. Ein schmaler Weg führt hinauf auf das weite Plateau mit der hervorragend sanierten Anlage, die immer noch das Flair des Mittelalters versprüht. Inzwischen hat sich die Natur hier wieder die alten Gemäuer und den Gipfel des Berges zurückerobert, für mittelalterliche Zeiten war das nicht üblich, schließlich wollten die Burgherren schon von Weitem ihre Feinde kommen sehen.
- jederzeit frei zugänglich
- Eintritt frei
Burgruine Rotenhan
bei Ebern OT Eyrichshof – Landkreis Haßberge
Nördlich von Ebern in den fränkischen Haßbergen liegt ein seltenes Kleinod, das sowohl Geologen als auch Burgenliebhaber begeistert. Die Burg Rotenhan ist eine der seltenen Felsenburgen in Deutschland, die das Herz höherschlagen lässt. Versteckt im Wald am Hang über Eyrichshof fristet die Burgruine ein beschauliches Leben und erinnert mächtige Kaiser und Päpste, tapfere Ritter und legendäre Schätze. Ein Hauch von Geheimnis liegt immer noch in der Luft …
- jederzeit frei zugänglich
- Eintritt frei
Landkreis Kitzingen
Kirchenburg Mönchsondheim
Iphofen OT Mönchsondheim – Landkreis Kitzingen
Im Vorland des Steigerwaldes entführt heute ein Freilichtmuseum in das dörfliche Leben aus der Vergangenheit. Der winzige Ort besteht zu einem großen Teil aus der Museumsanlage, die in den Originalgebäuden rings um die Kirchenburg aus dem 15. Jahrhundert eingerichtet wurde. Der befestigte Kirchhof diente zum Schutz für die Bewohner des Ortes. Die Kirche sowie die angrenzenden Speichergebäude wurden immer wieder erneuert und erweitert. Die meisten Gebäude stammen aus dem 18. Jahrhundert. Zum Ensemble gehören auch das alte Schulhaus, das Rathaus, Gasthöfe und Bauernhöfe.
- Freilichtmuseum
Landkreis Miltenberg
Burg Mildenburg/Miltenburg
Miltenberg am Main
Hoch über dem Main wurde ab 1144 im Auftrag des staufischen Kaisers Konrad III. auf dem Vorsprung des Greinbergs errichtet. Erster Bewohner der Spornburg war einer der edelfreien Herren von Weinsberg eine Spornburg errichtet. Die Lage an der Welthandelsstraße zwischen Nürnberg und Frankfurt, die hier den Main überquert, war damals sehr günstig für den Bau, um von hier eine Zollstelle, die Verwaltung und einen Handelsplatz zu gründen. Entsprechend schnell entwickelte sich auch die Stadt zu ihren Füßen. Lange Zeit konnte man nur den Außenbereich dieses der Mildenburg besichtigen. Nach der Sanierung dürfen seit 2011 Besucher in das neu errichtete Museum Burg Miltenberg.
- Museum
Clingenburg
Klingenberg am Main – Landkreis Miltenberg
1177 wurde die Clingenburg in Klingenberg von Conradus Colbo, dem Mundschenk Kaiser Friedrich Barbarossas als staufische Höhenburg erbaut. Als Conradus starb, heiratete seine Frau Conrad von Bickenbach, mit dem sie ein neues Geschlecht gründete, das rund 250 Jahre hier herrschte. Als die Bickenbacher aussterben, erwirbt das Erzstift Mainz den Herrschaftsbereich und macht Klingenberg zum Verwaltungszentrum. Als der Amtmann sich Mitte des 16. Jahrhunderts lieber ein bequemes Stadtschloss baut, verwaist die Burganlage und verfällt. Seit 1870 gehört die Clingenburg der Stadt Klingenberg. Umgeben ist die Anlage seit Jahrhunderten von Weinbergen, die für ihren Rotwein berühmt sind.
- frei zugänglich
- Eintritt frei
- Festspiele im Sommer
- Restaurant Burgterrasse
Gotthardsruine
Weilbach/Amorbach – Landkreis Miltenberg
Auf einer Anhöhe zwischen den Ortschaften Amorbach und Weilbach liegt der Gotthard, früher Frankenberg genannt. Im 8. Jahrhundert soll hier einmal eine Burg errichtet worden sein, die 1138 auch eine dem heiligen Godehard geweihte Kapelle bekam. Und weil hier anscheinend ein Raubritternest war, fasste man wenig später den Beschluss, die Burg zu schleifen. Anstelle der Burg wurde ein Benediktinerinnenkloster gebaut, von der heute nur noch die Kirche übrig, die allerdings im 18. Jahrhundert nach einem Blitzschlag abbrannte. Um die Kirchenruine zu schützen, hat man ihr 1956 ein neues Dach aufgesetzt.
- frei zugänglich
- Eintritt frei
Henneburg
Stadt Prozelten – Landkreis Miltenberg
Die Henneburg wurde im 12. Jahrhundert von den Schenken von Clingenberg als Burg Prozelten gebaut. Aus dieser Zeit stammt noch der mächtige Bergfried. Der Palas wurde im 13. Jahrhundert zugefügt, bevor die Anlage an die Grafen von Hanau-Wertheim verkauft wurde. Zu einer Festung ausgebaut wurde sie im 14. und 15. Jahrhundert vom Deutschen Orden. Heute ist die Ruine für die Öffentlichkeit zugänglich.
- Burggaststätte vorhanden (Henneburg-Schänke)
- tagsüber frei zugänglich
- Eintritt frei
Landkreis Rhön-Grabfeld
Burg Salzburg
Bad Neustadt a.d. Saale – Landkreis Rhön-Grabfeld
Eine der größten Burgen in Unterfranken ist zweifelsfrei die Burg Salzburg bei Bad Neustadt an der Saale. Sie wurde um 1160 als Ganerbenburg errichtet. Neben dem Ansitz für den Vogt gab es bis zu sechs weitere Burgen in der Burg, die von weiteren Verwaltern der Besitztümer im Salzgau bewohnt wurde. Noch heute wohnen Familienmitglieder der Freiherren von Guttenberg in einem Teil der Anlage, weshalb dieser Teil nur bei einer Sonderführung begehbar ist.
- Innenhof und Außenanlagen frei zugänglich
- Eintritt frei
- Pizzeria und Café im Burghof
Landkreis Würzburg
Schloss Veitshöchheim
Veitshöchheim – Landkreis Würzburg
Das Schloss Veitshöchheim, das nur acht Kilometer mainaufwärts von Würzburg liegt, wurde als Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Würzburg um 1860 dort errichtet, wo es schon früher einen Jagdstützpunkt gab. Seit dem 19. Jahrhundert war das Schloss Veitshöchheim im Besitz der bayerischen Königsfamilie, die es ebenfalls als Sommerresidenz nutzte. Heute sind die restaurierten Räumlichkeiten als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich. Bemerkenswert ist vor allem der wunderschön gestaltete Rokokogarten um das Schloss herum.
- Hofgarten tagsüber frei zugänglich
- Museum bei einer Führung zu besichtigen
























