Schlösser und Burgen üben eine ganz besondere Faszination auf uns aus. Wir fühlen uns gleich wieder in das dunkle Mittelalter zurückversetzt, können uns als Ritter oder Burgfräulein fühlen, an rauschenden Festen oder an säbelklingenden Turnieren teilnehmen. An manchen Tagen, vor allem, wenn es neblig oder wolkenverhangen ist, haben wir das Gefühl, gleich schleicht ein unruhiger Geist um die nächste Ecke. Im bezaubernden Altmühltal gibt es solche Zeitreisen in die Geschichte an jeder Ecke.

Historische Stätten im Altmühltal
Besiedelt ist das Altmühltal schon seit Menschengedenken. Neandertaler oder auch die Kelten und Römer haben ihre Spuren hier im Zentrum Bayerns hinterlassen. Hinzu kommen unzählige Zeugnisse aus dem Mittelalter. An den steinigen Berghängen befinden sich jede Menge Ruinen, Burgen, Schlösser und andere Überbleibsel aus den letzten 1000 Jahren Geschichte. Kommt mit uns auf die Reise der Könige, Kaiser und Ritter!
Inhalt
Mittelfranken
Lk Roth
Lk Weißenburg-Gunzenhausen
- Ruine Obere Veste Treuchtlingen
- Burg Pappenheim
- Neues Schloss Pappenheim
- Altes Schloss Pappenheim
- Festung Wülzburg
- Stadtbefestigung Weißenburg
Niederbayern
Lk Kelheim
Oberbayern
Lk Eichstätt
Schwaben
Lk Donau-Ries
Mittelfranken
Landkreis Roth
Ruine Hilpoltstein
Hilpoltstein – Lk Roth
Die Höhenburg in Hilpoltstein entstand im 11. Jahrhundert als Stammsitz der Herren von Stein, die als Reichsministeriale nur dem Kaiser unterstanden. Nach dem Aussterben des Geschlechts wechselten die Besitzer häufig. Bekannteste Bewohnerin ist sicherlich die Pfalzgräfin Dorothea Maria von Sulzbach. Die Witwe des Pfalzgrafen kam 1604 nach Hilpoltstein, denn schon bei der Hochzeit hatte man ihr die Burg als Wohnsitz im Sterbefall ihres Mannes zugesagt. Ende des 18. Jahrhunderts nutzte man die leerstehende Anlage als Steinbruch. Glücklicherweise wurde sie später gesichert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
- geöffnet von April bis Oktober
- täglich ca. 10 bis 17 Uhr
- Eintritt frei
Ehemaliges Fürstbischöfliches Schloss
Greding – Lk Roth
Auf dem Marktplatz dominiert optisch das hübsche Jagdschloss. Es diente nicht nur als Sitz der Verwaltungsbeamten, sondern war als bischöfliche Sommerresidenz außerdem Ausgangspunkt für Jagden in den umliegenden Wäldern. Heute ist das kurz vor 1700 erbaute Schloss in Privatbesitz und enthält eine Antiquitätenhandlung.
- Privatbesitz
- nur für Kunden des Antiquitätenladens zugänglich
Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
Burgruine Obere Veste Treuchtlingen
Bis ins 12. Jahrhundert wohnte die Adelsfamilie von Treuchtlingen noch in einem Steinhaus an der Altmühl. Dann bauten sie sich auf den Bergsporn oberhalb des Tals eine wehrhafte Anlage mit Wohnturm. Für viele Jahre waren sie die alleinigen Herren über die zum Markt erhobene Ortschaft. Als die Familie im 15. Jahrhundert ausstarb, wurde die Anlage nebst Ländereien an die Marschälle von Pappenheim verkauft, bevor der Markt an die Markgrafen von Ansbach fiel. Der Verfall kam aber schon früher, denn die Pappenheimer kümmerten sich schon länger nicht mehr gebührend um ihre Burg. Heute finden hier alle drei Jahre das historische Burgfest statt.
- frei zugänglich
- Eintritt frei
- Zugang über Parkplatz Hahnenkammstraße
Burg Pappenheim
Pappenheim – Lk Weißenburg-Gunzenhausen
Oberhalb einer der Altmühlschleifen sitzt hoch oben auf einem Bergsporn eine uralte Burganlage. Die Besitzer haben es zu einem weit verbreiteten Sinnspruch geschafft: seine Pappenheimer kennen. Der Spruch stammt eigentlich aus Schillers Drama Wallensteins Tod, in dem der Feldherr sagt: Daran erkenn‘ ich meine Pappenheimer! Damit sprach er ein Lob über die Treue der Grafen von Pappenheim aus. Die Burg stammt aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und ist in bemerkenswert gutem Zustand.
- Museum
- für Besucher geöffnet (Öffnungszeiten beachten)
Neues Schloss Pappenheim
Pappenheim – Lk Weißenburg-Gunzenhausen
Das zweite Schloss in Pappenheim ist nur einen Steinwurf vom Alten Schloss enfernt. Das Neue Schloss entstand um 1820. Die klassizistisch schlichte Frontseite des dreiflügeligen Baus erinnert ein wenig an ein Bahnhofsgebäude. Altes und Neues Schloss befinden sich heute im Besitz der Grafenfamilie von und zu Egloffstein und sind zu Wohnungen und Büros ausgebaut.
- Privatbesitz
- nicht öffentlich zugänglich
Altes Schloss Pappenheim
Pappenheim – Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
Die damalige Residenzstadt Pappenheim bekam ihr erstes Schloss im 16. Jahrhundert. Wolf Christoph zu Pappenheim erweiterte ein bereits bestehendes Gebäude, das damals schon eine Art Stadtschloss war. Der Hauptbau ist mit vier Ecktürmen verziert. Die säulengestützten Portaleinfassung zeigt Elemente aus der Renaissance. Das Schloss ist heute Wohnsitz der Grafenfamilie von Egloffstein und ist leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
- Privatbesitz
- nicht zugänglich
Hohenzollernfestung Wülzburg
Weißenburg
Schon von weitem ist die Hohenzollernfestung auf einer Anhöhe oberhalb von Weißenburg zu sehen. Die Anlage wurde an die Stelle, an der vorher ein Benediktinerkloster stand, im Jahr 1588 von Markgraf Georg Friedrich d.Ä. zum Schutz seiner Ländereien in pentagonaler Form errichtet.
- Innenhof und Außenanlagen ganzjährig begehbar
- Eintritt frei
- in den Sommermonaten an den WE Führungen
Stadtbefestigung Weißenburg
Weißenburg i. Bayern
Keine Burg, sondern ein prächtiges Stadttor, das Teil einer ab dem 14. Jahrhundert angelegten Stadtbefestigung ist, ist das Ellinger Tor in Weißenburg. Der fünfgeschossige Hauptturm bildet dabei den ältesten Teil des Tores. Um 1510 wurde der Vorbau sowie die zwei weitere Türme mit einer Kuppelhaube angebaut. Seit 1977 ist die Historische Ratsbibliothek im Ellinger Tor untergebracht.
- Stadt Weißenburg
- nur von außen zu besichtigen
Niederbayern
Landkreis Kelheim
Burgruine Randeck
Essing – Lk Kelheim
Bekannt wurde die Burg Randeck oberhalb von Essingen als Raubritternest der Babonen von Abensberg. Errichtet wurde sie im 12. Jahrhundert von einer Nebenlinie der Rottenecker. Nach dem Aussterben der Abensberger Linie ging die Anlage durch viele Hände, darunter auch Graf Alexius Fugger. 1672 kaufte der Jesuitenorden die im Krieg zerstörte Burg und setzte sie instand. Rund 100 Jahre später kam Randeck dann an die Malteser und ging 1803 an den bayerischen Staat über. Heute ist die Ruine hervorragend saniert und für die Öffentlichkeit zugänglich.
- Mitte März bis Ende Oktober
- tagsüber zugänglich
- Eintritt in Spendenbox zu entrichten
Schloss Rosenburg
Riedenburg – Lk Kelheim
In einem wirklich bemerkenswert guten Zustand befindet sich die ehemalige Höhenburg oberhalb von Riedenburg an der Altmühl. Erbaut im 12. Jahrhundert von den Grafen von Riedenburg ging sie schon bald an die Wittelsbacher über. Von ihren ersten Besitzern, deren Wappen eine Rose trug, hat sie ihren Namen. Als die Anlage im 16. Jahrhundert zerstört wurde, baute man sie in ihrer heutigen Form im Renaissance-Stil wieder auf. Bekannt ist die Rosenburg – oder Schloss Rosenburg – durch den Falkenhof, der in den Sommermonaten Flugvorführungen anbietet.
- Museum und Falkenhof
- geöffnet von Mitte März bis Ende Oktober
Ruine Rabenstein
Riedenburg – Lk Kelheim
Neben der Rosenburg gab es noch zwei weitere Burgen bei Riedenburg, von denen heute jedoch nur noch Ruinen zu sehen sind. Da ist zum einen die der Burg Rabenstein. Sie ist die Älteste der drei Burgen und wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert von den Burggrafen von Regensburg erbaut. Viel weiß man über die Anlage heute nicht mehr, da sie anscheinend schon bald nirgendwo mehr in irgendwelchen Unterlagen auftauchte. Heute kann man ihre Reste auf dem Drei-Burgen-Steig bewundern.
- jederzeit zugänglich
- Eintritt frei
Burgruine Tachenstein
Riedenburg – Lk Kelheim
Die Dritte im Bunde ist die Burg Tachenstein, auch Tahenstein oder Drachenstein genannt, die nur einen Katzensprung von den benachbarten Burgen entfernt über Riedenburg thront. Von der ehemaligen Anlage aus dem Jahr 1189 stehen heute nur noch die etwa 10 Meter hohen Reste des Bergfriedes und ein paar weiteren Mauern vorhanden. Erbaut hat die Burg wahrscheinlich Fridericus de Tahenstein aus dem Geschlecht der Herren von Prunn, der einem Zweig der Babonen entstammte.
- Ruine
- frei zugänglich
- Eintritt frei
Burg Prunn
Riedenburg – Lk Kelheim
In ebenfalls bemerkenswert gutem Zustand befindet sich die vierte Burg nahe Riedenburg. Burg Prunn steht auf der gegenüberliegenden Seite der Altmühl und ragt über einem 70 Meter hohen, steil abfallenden Kalksteinmassiv empor. Die Herren von Prunn sind in den Unterlagen zum ersten Mal 1037 erwähnt. Eine zweite Blütezeit erlebt die Burg unter den Herren von Frauenberg im 14. Jahrhundert, in der beispielsweise der Wohnturm im spätgotischen Stil aufgestockt wurde. Heute gehört die Anlage zur Bayerischen Schlösserverwaltung und ist im Rahmen einer Führung begehbar.
- Museum
- Innenhof frei zugänglich
- Innenräume nur bei Führungen zu besichtigen
Oberbayern
Landkreis Eichstätt
Burg Dollnstein
Dollnstein – Lk Eichstätt
Im frühen Mittelalter entstand hier am Nordufer der Altmühl – und heute am Übergang von Franken nach Bayern – eine stattliche Burganlage, von der heute leider nur noch die Stallungen und das Burgtor erhalten geblieben sind. Die Anfänge der Burg sind aus einer Siedlung entstanden, die zunächst mit einem Zaun aus Baumstämmen gesichert war. Im 11. Jahrhundert wurde eine Wehrmauer errichtet und im Inneren ein mächtiger Palas gebaut. Zu dieser sogenannten Niederburg wurde dann später auf den Felsen noch eine Höhenburg hinzugebaut und die erste Anlage mutierte zur Vorburg.
- Innenhof frei zugänglich
- Altmühlzentrum Burg Dollnstein (Infostelle und Museum)
- Öffnungszeiten und Preise
Ruine Wellheim
Wellheim – Lk Eichstätt
Die Wellheimer tauchen unter dem Eichstätter Lehen um 1121 als Ministeriale erstmalig auf. Aus dieser Zeit stammt wahrscheinlich auch die Burganlage. Sie wechselte unzählige Male den Besitz, war teilweise unter der Herrschaft der Grafen von Oettingen, die sie an die Herren von Heideck verkauften. Auch die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach haben hier mitgemischt. Im 18. Jahrhundert riss man die Burg, die aus einer Ober- und einer Unterburg besteht, wegen Bauschäden teilweise ab und überließ sie im Anschluss dem Verfall. In den 1960er Jahren hat sie der Freistaat Bayern in einer aufwendigen Aktion sichern lassen. Zur Zeit (ab 2025) finden weitere Sanierungsmaßnahmen statt.
- zur Zeit eventuell noch wegen Baumaßnahmen gesperrt
- ansonsten frei zugänglich
Drei Burgställe von Emmendorf
Kinding – Lk Eichstätt
Anscheinend sollen hier über dem heutigen Ort Emmendorf einmal drei Burgen auf engstem Raum gestanden haben. Auf drei Felsnasen platzierte man drei kleine Anlagen, von denen heute leider nicht mehr viel zu sehen ist. In Ermangelung schriftlicher Nachweise werden sie heute Hubertusfelsen, Torfelsen und Saufelsen genannt. Der Zugang zu einer von ihnen führte wohl durch den heute noch bestehenden, natürlich gewachsenen Torfelsen, neben dem sich eine 25 Meter tiefe, begehbare Höhle befindet, die wohl in die Burganlage mit einbezogen war.
- nur noch wenige Reste (Burgstall)
- frei begehbar
- Eintritt frei
Schloss Arnsberg
Kipfenberg – Lk Eichstätt
Die Burg auf dem Berg oberhalb von Arnsberg wurde durch die Edelfreien von Erlingshofen erbaut, die von 1156 bis 1265 als Herren von Arnsberg hier ihren Stammsitz hatten. Die Anlage setzt sich aus der Ruine der Hauptburg mit dem Rest des romanischen Bergfrieds und der Vorburg mit Burgtor zusammen. Das Hauptgebäude in der Vorburg stammt von 1578 und wurde 1972 zum Hotel umgebaut.
- Hotel in Privatbesitz, nicht öffentlich zugänglich
- Bergfried frei zugänglich (Zugang rechts auf dem Trampelpfad neben dem Hotel)
- Achtung: der Parkplatz direkt am Schloss ist nur für Hotelgäste!
Ruinenkirche Spindeltal
zwischen Konstein und Tagmersheim im Spindeltal – Landkreis Eichstätt
1458 erwarb Graf Conrad von Helfenstein vom Markgrafen von Ansbach die Burg und den Markt Wellheim als Lehen. Sein Sohn Jörg ließ 1478 im Spindeltal dort, wo eine baufällige Kapelle stand, die gotische Marienkirche errichten. Diese entwickelte sich bald zu einer Marienwallfahrtsstätte. Nach dem Aussterben der Linie ließ der Neuburger Pfalzgraf die Kirche entweihen und alle religiösen entfernen. 1727 stürzte Franz Ferdinand von Schwab nahe der Ruine und blieb unverletzt. Zum Dank ließ er ein Marienbildnis an der Kirche anbringen. 1984 wurde die Ruinenkirche auf Privatinitiative wiederbelebt.
- frei zugänglich
- Eintritt frei
Schwaben
Landkreis Donau-Ries
Schloss Harburg
Die Burganlage wurde im 11. und 12. Jahrhundert auf dem nach drei Seiten steil abfallenden Bergsporn oberhalb von Harburg an der Wörnitz errichtet, einem strategisch günstigen Ort, der schon in der Bronzezeit besiedelt war. Schon in der frühen Geschichte befand sich hier ein wichtiger Handelsweg. Die Ausmaße der heutigen Anlage stammen aus dem 18. Jahrhundert. Um 1500 gehörte die Anlage den fürstlichen Grafen von Oettingen, die es im Jahr 2000 zurückgewinnen konnten und es nach umfassender Sanierung heute für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben.
- Museum
- Vorburg und Hauptburg nur mit Eintrittskarte begehbar


























