WIE GEHT TANKEN IN ANDEREN LÄNDERN?

Wer schon einmal mit dem Auto oder Wohnmobil im Ausland war, kennt bestimmt die Misere: andere Länder, andere Tanksitten. Es mag kaum vorstellbar sein, dass es auch irgendwo keine modernen Zapfsäulen gibt und eine Kartenzahlung nicht funktioniert. Wer seine Reise akribisch plant, wird sich irgendwann fragen, wie das Tanken in dem Reiseland geht. Wir haben hier ein paar Tipps für euch, wie ihr auch auf internationalen Straßen immer euren Tank füllen könnt.

So geht Tanken in der Welt – praktische Tipps

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Freust du dich schon auf deinen Urlaub in ein anderes Land? Dann solltest du dich ein wenig vorbereiten. Das gilt auch für die Tankstelle. Denn irgendwann ist jeder Tank leer, und dann muss neuer Treibstoff her für die Weiterfahrt. Das kann zu Problemen führen. Nicht nur bei der Wahl der richtigen Sorte, sondern auch bei der Bezahlung.

Das solltet ihr beim Tanken im Ausland beachten

Tipp 1:

Zuerst zahlen, dann tanken

In einigen Ländern bezahlt kaum noch jemand sein Benzin oder Diesel an der Kasse im Shop. Hier gibt es praktische Tankautomaten zur Selbstbedienung  – integriertes Zahlungssystem  inklusive. Die Automaten kommunizieren meist in mehreren Sprachen mit den Kunden. Die Devise lautet: Zuerst bezahlen, dann tanken.

Ihr fahrt also einfach an die Zapfsäule. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder der Kassenautomat ist gleich an der Zapfsäule. Oder ihr müsst in den Laden, um dort am Kassenautomaten oder auch an der Kasse zu bezahlen – und zwar, bevor ihr tankt!

Am Kassenautomaten wählt ihr die  gewünschte Sprache aus. Ihr zahlt bargeldlos, üblicherweise mit Kreditkarte. Einige Automaten, beispielsweise in Skandinavien, akzeptieren auch Bargeld (natürlich in Landeswährung). Anschließend wählt ihr die Kraftstoffart und eventuell die Nummer der Zapfsäule aus und der entsprechende Zapfhahn wird freigeschaltet.

Manchmal ist nur ein einziger Zapfhahn pro Zapfsäule vorhanden. Keine Sorge, in diesem Fall kommt der unterschiedliche Sprit nur aus einem Schlauch. Die entsprechende Sorte, die herausgepumpt wird, habt ihr vorher per Tastendruck gewählt. So schnell und einfach geht Tanken an vielen Tankstellen in:

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Durch erneutes Einführen der Karte kann man bei Bedarf eine Quittung erhalten. Zahlt ihr bargeldlos und wählt zuvor den gewünschten Höchstbetrag, wird unter Umständen der ganze Betrag abgebucht, auch wenn dieser nicht ganz in den Tank passt. Ihr müsst also im Vorfeld gut schätzen, wie viel Sprit in den Tank passt.

Tipp 2:

PIN für die Kreditkarte bereithalten

Anders als bei uns in Deutschland wird im Ausland, wie beispielsweise in Island oder auch in Nordamerika, oft die PIN-Nummer abgefragt, wenn ihr beim Tanken mit der Kreditkarte bezahlt. Es lohnt sich also, immer die PIN bereitzuhalten, wenn ihr zur Tankstelle fahrt.

Tipp 3:

Ohne Bargeld unterwegs?

Dann gibt es in so manchem Land keinen Sprit!

Vor allem in ländlichen Gegenden wie den nördlichen Highlands Schottlands, bietet sich nur selten eine Gelegenheit zum Tanken. Mit rund 100 Kilometer ohne Zapfsäule muss man dort häufig rechnen. Gut, wenn man weiß, dass Bargeld fürs Tanken notwendig ist. Der Reservekanister sowie eine Notration Bargeld gehört somit zur unbedingten Notfallausrüstung. Sprit gegen Bargeld ist in folgenden Ländern üblich:

  • Schottland (außerhalb der Großstädte)
  • Namibia
  • Kenia
  • Südafrika
  • China

In China wird überwiegend mit Bargeld bezahlt. Es gibt aber auch Prepaid-Karten fürs Tanken oder eine Zahlung per Kreditkarte. In den afrikanischen Ländern, die touristisch gut erschlossen sind, wäscht der Tankwart und seine Helfer auch die Scheiben, überprüft den Reifendruck und den Wasser- und Ölstand. Für die Leistungen zahlt man ein kleines Trinkgeld (etwa 5 Rand in Namibia und Südafrika).

Tipp 4:

Weite Entfernungen beachten

Weite Entfernungen zwischen den Tankstellen sind in Afrika genauso häufig wie in Kanada, den USA oder Südamerika. Die Qualität der Kraftstoffe ist in der Regel durchaus gut. Wichtig: Man sollte bei jeder – wirklich jeder – Gelegenheit volltanken. Zwar ist das Tankstellennetz in der Regel über das ganze Land verteilt, die Entfernungen zwischen den einzelnen Tankstellen sind mitunter aber sehr groß. So könnt ihr einige Hundert Kilometer unterwegs sein, bis ihr an die nächste Tankstelle gelangt. Nutzt also unbedingt die Chance, den Tank aufzufüllen, auch wenn er noch nicht ansatzweise leer ist.

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Tipp 5:

Andere Öffnungszeiten

In ländlichen Gegenden, egal ob in Europa, Australien, Amerika oder Afrika schließen die Tankstellen generell recht früh. So kann es passieren, dass ihr schon ab 17 oder 18 Uhr beziehungsweise bei Anbruch der Dunkelheit nirgendwo mehr einen Tropfen Sprit bekommt. Fahrt also niemals auf den letzten Drücker an die Zapfsäule, sondern nutzt jede Gelegenheit, den Tank wieder aufzufüllen. In Irland sind die Tankstellen beispielsweise meist am Sonntag geschlossen.

Tipp 6:

Full Service

Neben den Tankautomaten ist auch die Full-Service-Variante in vielen Ländern weit verbreitet. Man fährt einfach an die Zapfsäule, öffnet das Fenster und übergibt die Schlüssel oder öffnet den Tankdeckel. Selbst für die Bezahlung müsst ihr hier nicht aussteigen, dafür ist der Tankwart zuständig. Diese Service-Variante ist auch in Italien und Neuseeland weit verbreitet. Es gibt aber auch Länder, in denen das Tanken nahezu ausschließlich der Tankwart übernimmt:

Tipp 7:

Tankstellen für Touristen

Beispielsweise in Kuba muss man als Tourist aufpassen, wenn man den Leihwagen betanken möchte. Tanken kann man in Kuba an vielen Orten. Beachtet bitte, dass ihr keine Peso-Tankstelle für Einheimische auswählt. Als Tourist benötigt ihr eine Tankstelle, die den CUC, die Touristenwährung akzeptiert. Diese Tankstellen sind als solche gekennzeichnet.

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Andere Länder, andere Sitten – das gilt auch beim Tanken

Tipp 8:

Die richtige Kraftstoffart wählen

In anderen Ländern sind natürlich auch die Bezeichnungen für die einzelnen Kraftstoffarten anders. Erkundigt euch unbedingt im Vorfeld, als was der Sprit bezeichnet wird, den ihr tanken müsst,  und schaut an der Zapfsäule lieber dreimal als nur zweimal hin. Wer versehentlich Diesel statt Super tankt oder andersherum, ruiniert damit seinen Motor nachhaltig.

Falls es doch passiert ist: Nehmt lieber die hohen Kosten auf euch, den vollen Tank wieder leerzupumpen und entsorgen zu lassen, als die kostspielige Einspritzanlage eures Wagens zu riskieren!

LandSuper 95Diesel
DänemarkBlyfri 95Diesel
Frankreichsans plomb 95Gasoil / Gazole
Griechenland Amoliwdi WensinaDiesel
GroßbritannienPremium unleadedDerv / Diesel fuel
IrlandUnleaded petrolDiesel
IslandBlylaust bensinDiesel
ItalienBenzina senza piomboGasolio / carburante
KroatienEurosuper 95Dizel / Eurodiesel
NiederlandeSuper benzineDiezel
NorwegenBlyfri 95Diesel / Diesel avgiftsfrio
PolenBenzyna bezolowiowa 95ON (Olej Napedowy)
PortugalGasolina sem chumbo 95Diesel / Gasoleo
SchwedenBensin 95 / Blyfri 95DieselEurosuper
SpanienGasolina sin plomo 95Diesel / Aceite Diesel / Gasoleo

Benzinsorten in den USA

Im Englischen nennt man Benzin Gas. Die USA unterscheiden folgende Sorten an Gas:

  • Regular oder Unleaded (87 AON, entspricht unserem früheren Normalbenzin)
  • Mid-Grade oder Plus (88-90 AON, entspricht Superbenzin)
  • Premium bzw. Supreme (91-94 AON, mit Superplus vergleichbar)

Bei normalen Mietwagen reicht meist Regular aus, SUV oder VAN in der Regel PLUS. Frag aber lieber beim Mietwagenverleih nach. Oft steht die Variante auch auf dem Tankverschluss, ebenso wie bei uns in Deutschland.

Benzinsorten in Brasilien

Brasilien ist bekannt für seinen Zuckerrohranbau. Und Zuckerrohr landet nicht nur im Schnaps, man findet ihn auch beim Tanken an der Tankstelle. Über 90 Prozent der brasilianischen Autos sind mit einem sogenannten Flex Fuel Motor ausgestattet, die ein Gemisch mit 25 Prozent Ethanol (E25) gut vertragen. Für Biobenzin (E100) ist ein solcher Flex Fuel Motor zwingend erforderlich. Meist haben diese Fahrzeuge einen Zusatztank (reservatorio) für ein paar Liter normales Benzin, damit der Motor auch bei niedrigen Temperaturen anspringt.

Fazit

Wer andere Länder mit dem eigenen Auto oder einem Mietwagen bereist, sollte entweder eine Kreditkarte oder auch Bargeld dabeihaben. In der Regel gilt, dass ihr in Europa auch mit der EC-Karte zahlen könnt, während in den USA und Kanada die Vorauszahlung mit der Kreditkarte üblich, wenn nicht gar zwingend erforderlich ist. In Afrika hingegen ist Service beim Tanken und Barzahlung immer noch weit verbreitet.



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