Granitlabyrinth und Steinbruchwanderweg

In der unmittelbaren Umgebung von Kirchenlamitz im Landkreis Wunsiedel warten gleich mehrere Sehenswürdigkeiten auf Besucher. Da ist zum einen das markante Granitlabyrinth aus mächtigen Granitblöcken und zum anderen der Epprechtstein mit seinen 20 Steinbrüchen, gekrönt von der alten Burgruine mit herrlicher Aussichtkanzel aus Holz mit Rundumblick ins Fichtelgebirge. Das alles verbindet der etwa 5 Kilometer lange Steinbruchwanderweg, der als Lehrpfad mit Stationen Rund um das allgegenwärtige Thema Granit gestaltet ist.

Alle Infos zum Steinbruchwanderweg weiter unten (Karte, Wegbeschreibung, GPS-Daten uvm.)

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Vom Aussichtshügel hat man eine gute Übersicht über das Granitlabyrinth

Granitlabyrinth

Im Jahr 2009 ist auf dem ehemaligen Werkplatz eines Steinmetzbetriebes gegenüber der Gaststätte Waldschmiede an der Kreisstraße zwischen Kirchenlamitz und Weißenstadt etwas ganz Besonderes entstanden. Das einzigartige Granitlabyrinth aus unbearbeiteten Granitblöcken. Der quadratische Grundriss ist in vier Segmente unterteilt, die auf dem Weg zum Obelisken in der Mitte zu durchschreiten sind.

Der Haupteingang zum Granitlabyrinth liegt im Westen und zeigt zum Epprechtstein hin, an dessen Fuß es von der Stadt Kirchenlamitz angelegt wurde. Bis zur Mitte sind – man mag es kaum glauben – 400 Meter Strecke zurückzulegen. Die Stele im Zentrum belohnt auf jeder Seite mit einer Weisheit von Hermann Kern, dem Autor des Buches Labyrinthe. Doch statt in die Irre zu führen, soll das Kunstwerk, das mit Sitzbänken ausgestattet ist, eine Tankstelle für Geist und Seele darstellen.

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  • 180 Granitblöcke
  • mit je 4 Kubikmeter Größe
  • Gesamtfläche: 34 x 34 m
  • Obelisk in der Mitte: 5 m Höhe
  • Bodenfläche: Pflastersteine vom Ochsenkopf

Und damit das Kunstwerk auch von oben betrachtet werden kann, ist hinter dem Labyrinth ein kleiner Aussichtshügel aufgeschüttet. Rings um die Anlage erinnern noch absterbende Saalweiden an das damalige Gewerbegebiet. Inzwischen haben sich aber schon Pionierbäume wie Sandbirke und Vogelbeere breitgemacht. Und wer genau hinsieht, entdeckt auch die zukünftigen Baumarten, die die Pionierbäume ablösen werden: Bergahorn und Esche sind bereits im Unterwuchs vorhanden.

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Im Infozentrum erfahrt ihr jede Menge über den Geopark Bayern-Böhmen und das Fichtelgebirge

Infozentrum Epprechtstein

In unmittelbarer Nähe zum Granitlabyrinth entführt die Umwelt-Erlebnis Station in die Geheimnisse von Landschaft, Tieren und Pflanzen im Fichtelgebirge. Im Infozentrum sind zahlreiche Pilze der Region in Schaukästen ausgestellt, auf dem Bildschirm bezaubern herrliche Panoramen.

Naturpark Fichtelgebirge

Vor 300 Millionen Jahren erstarrte das flüssige Magma aus dem Erdinneren zu den Graniten des Fichtelgebirges. Sie geben bis heute der Landschaft hier im Nordosten Bayerns ein unverwechselbares Gesicht. Wuchtige Bergmassive umrahmen mal wilde, mal romantische Täler. Aus den Gipfeln ragen malerische Felsformationen, von denen viele einen Namen tragen.

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Geopark Bayern-Böhmen

Einer der größten Geoparks in Europa ist der grenzüberschreitende Geopark Bayern-Böhmen. Die westliche Grenze des Geoparks bildet die Fränkische Schweiz, östlich schließen sich das Oberfränkische und das Oberpfälzer Hügelland an. Weiter geht es über das Fichtelgebirge im Norden und den Steinwald und das Stiftland bei Tirschenreuth mit südlich anschließender Waldnaab-Wondreb-Senke bis in den Süden von Weiden und beinhaltet damit auch den Oberpfälzer Wald.

An der Grenze zu Tschechien macht der Geopark aber nicht Halt. Über das Egerbecken und das Westerzgebirge im Norden reicht es im Osten bis zum Kaiserwald und den Böhmerwald bis nach Stribo im Südosten.

Über 7.500 Quadratkilometer ist der Geopark Bayern-Böhmen groß und kann unendliche viele Geschichten über unsere Erde, die Entwicklung des Lebens und die engen Zusammenhänge zwischen dem geologischen Untergrund und dem Vorkommen von Bodenschätzen berichten.

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An manchen Stellen auf dem Gipfel ist es fast ein wenig wie im Urwald

Granit im Fichtelgebirge

Jahrhunderte prägte der Granitabbau das Fichtelgebirge. Seine Gewinnung reicht bis weit ins Mittelalter zurück. Fast alle Gipfel der Höhenzüge bestehen aus Granit, das aus den vor fast 600 Millionen Jahren abgelagerten Sedimenten im Urmeer stammen. Als sich dann später die Kontinentalplatte von Ur-Afrika auf die von Ur-Europa schob, wurde die Region zu einem Hochgebirge aufgefaltet.

Der Granit selbst entstand dann aber erst vor 300 Millionen Jahren, als unter diesen enormen Kräften heiße, zähflüssige Magma aus dem Erdinneren in riesigen Blasen aufstieg. An die Erdoberfläche kam er damals aber nicht, vielmehr erstarrte er in mehreren Kilometern Tiefe, und das sehr langsam.

Damals war das heutige Fichtelgebirge ähnlich hoch wie die Alpen. Dass das Gestein heute an der Oberfläche zu finden ist, ist den Verwitterungsprozessen zu verdanken, die vor rund 70 Millionen Jahren das Deckgebirge langsam aber sicher abgetragen haben. Aber erst seit der letzten Eiszeit sind die Blockmeere und Felsenlabyrinthe hier im Fichtelgebirge sichtbar an der Oberfläche.

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Am Luisentisch liegt unter drei stattlichen Buchen ein idyllischer Rastplatz

Der Luisentisch

An einem idyllischen Plätzchen unter drei hohen Buchen liegt der Luisentisch, der an den Besuch von Königin Luise im Jahr 1805 im Fichtelgebirge erinnert. Das Königspaar besuchte damals mit großem Gefolge auch den Epprechtstein.

Und damit die königlichen Hoheiten nicht über Stock und Stein stolpern mussten, sich die Königin Luise womöglich im Gestrüpp verfing, wurde bereits im Vorfeld ein moderater Weg, seitdem Königsweg genannt, sowie die Stufen zur Ruine hinauf angelegt.

Anscheinend ist der Königsbesuch genau deshalb in die Geschichte eingegangen, weil es genau hier gewesen sein soll, dass dem König die Nachricht überbracht wurde, Napoleon habe mit seinen Truppen den Rhein überquert.

Und weil Napoleon ein paar Jahre später dann auch das Fichtelgebirge besetzte, ja sogar in Berlin einzog, musste das preußische Königspaar nach Ostpreußen fliehen, wo Luise 1810 im zarten Alter von 34 Jahren starb. Im gleichen Jahr kam Kirchenlamitz nach Bayern. 40 Jahre später legte man an diesem Platz Bänke aus Stein zu ihren Ehren an und pflanzte drei Buchen. Der Tisch mit der Jahreszahl 1805, auf dem heute unzählige Steinmännchen stehen, kam erst später hinzu.

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Heidelandschaft kurz vor dem Schlossbrunnen-Bruch auf dem Epprechtstein

Steinbrüche auf dem Epprechtstein

Über den Ort Kirchenlamitz erhebt sich der markante Epprechtstein, der zusammen mit dem Waldstein und dem Kornberg zu einem der größten Komplexe aus dem sogenannten Fichtelgebirgs-Kerngranit aufgebaut ist. Sie stehen in der Tiefe in Verbindung mit dem Zentralmassiv Ochsenkopf und Schneeberg.

  • Akkord-Bruch
  • Alberts-Bruch
  • Blauer Bruch
  • Braunrangen-Bruch
  • Fuchsmühl-Bruch
  • Forstwiesen-Bruch
  • Geyers-Bruch
  • Henikels-Bruch
  • Hetschlar-Bruch
  • Königs-Bruch
  • Lenks-Bruch
  • Pflasterers-Bruch
  • Rondell-Bruch
  • Rupprechts-Bruch
  • Schindlers-Bruch
  • Schlossbrunnen-Bruch
  • Schoberts-Bruch
  • Steinglatzen-Bruch
  • Vögeles-Bruch
  • Wolfsfelsen-Bruch
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Inzwischen hat sich die Natur den Lenks-Bruch auf dem Epprechtstein zurückerobert

Lenks-Bruch

Die ersten Steinbrüche hier auf dem Epprechtstein stammen aus dem Jahr 1840. Sie waren einer der wichtigsten Erwerbszweige für Kirchenlamitz, denn hier oben fanden in den Hochzeiten bis zu 500 Beschäftigte Arbeit. Den Weg vom Dorf zur Arbeit legten die Menschen damals natürlich noch zu Fuß zurück. Das Mittagessen brachten die Frauen oder Kinder der Arbeiter in Suppentrögen. Eingenommen wurde die Mahlzeit im sogenannten Kabinettl, kleine Aufenthaltsräume am Rande des Bruchs.

Früher wurde der Granit etwas anders abgebaut als heute. Zunächst bearbeitete man die offenliegenden Findlinge, dann später die anliegenden Felspartien. Deshalb sieht man von den kleinen, nur oberirdischen Brüchen heute nicht mehr viel, zumal sie in der Zwischenzeit schon deutlich von Gestrüpp, teilweise auch von hohen Bäumen zugewachsen und überwuchert worden sind.

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Direkt unterhalb des Granitfelsens auf dem Gipfel liegt der ehemalige Alberts-Bruch mit Schutzstand

Alberts-Bruch

Mehr als 20 Steinbrüche sind auf dem Berg zu finden. Um 1900 verdiente die Hälfte der männlichen Kirchenlamitzer ihr Brot in einem dieser Steinbrüche oder einem der Steinmetzbetriebe. Der Alberts-Bruch ist einer der drei großen Granit-Steinbrüche am Epprechstein. Besitzer einer der ältesten Brüche war Johann Heinrich Grimm aus Kirchenlamit, Albert einer seiner Bruchmeister.

An der Bruchkante steht heute noch ein alter Kran aus Eisen, der per Hand betrieben wurde. Auf der anderen Seite des Aussichtspunktes liegt ein Mühlstein aus Granit mit einem Durchmesser von rund einem Meter.

Geyers-Bruch

18 der Steinbrüche am und rund um den Berg sind aufgelassen, also nicht mehr in Betrieb, aber auch nicht zugeschüttet. Einige wurden von Menschenhand renaturiert, bei anderen hat sich die Natur einfach ohne ein Zutun ihr Revier zurückerobert. Ehemalige Steinbrüche sind Heimat für Schlangen wie Kreuzotter und Blindschleiche und Eidechsen, die sich auf den Steinen wunderbar wärmen können. Aber keine Angst, die Schlangen sind mittlerweile sehr selten geworden.

Der Granit bietet Moosen, Flechten und Farnen einen perfekten Lebensraum. Auch wenn der Bewuchs zum Teil sehr spärlich aussieht, so sind Steinbrüche doch sehr wichtige Biotope. Sie liegen innerhalb der Schutzzone im Naturpark Fichtelgebirge und sind allesamt genauestens kartiert. Um die empfindliche Flora und Fauna nicht zu stören, dürfen die Steine nicht betreten werden.

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Rings um den Schoberts-Bruch sind noch viele Bauwerke erhalten

Schoberts-Bruch

Einer der größeren Steinbrüche ist der Schoberts-Bruch. Neben ein paar Infotafeln finden sich auch noch ein alter Hebekran und ein Unterstand mit Handwerkersilhouetten. Im Schoberts-Bruch wurden Granitsteine für Tür- und Fensterumrahmungen, Brücken, Gartensäulen, Treppen, Mühlsteine, Futtertröge und auch Grabplatten und Denkmäler gebrochen. Der Steinbruch liegt direkt unterhalb der eingestürzten Wand der Ruine Epprechtstein und ist inzwischen mit Wasser gefüllt.

Schwer und gefährlich war sie, die Arbeit in den Steinbrüchen. Nicht selten kam es zu Unfällen bei einer Sprengung oder auch dem Transport der großen Granitquader. Die Menschen waren bei ihrer Arbeit ständig mit dem feinen Steinstaub konfrontiert, den sie ununterbrochen einatmeten. Die sogenannte Steinhauerkrankheit, im Fachjargon Silikose genannt, führte bei vielen der Arbeiter zu einem sehr frühen Tod.

Blauer Bruch

Dieser Steinbruch ist ausnahmsweise einmal nicht nach seinem Betreiber benannt, sondern nach dem bläulich schimmernden Granit, der an dieser Stelle abgebaut wurde. Hier befindet sich noch ein Unterstand, in dem die Arbeiter Schutz fanden, denn man nutzte die Pausen für Sprengungen.

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Steinbruchsee am Rupprechtsbruch

Auf dem Weg nach oben zur Burgruine lohnt es sich, einen kleinen Abstecher zu machen. Unter einen Hochplateau liegt der Ruppertsbruch mit seinem dunklen Steinbruchsee.

Schlossbrunnen-Bruch

Ein der drei heute noch aktiven Steinbrüche ist der Steinbruch Schlossbrunnen. Seinen Namen hat der von der Schlossbrunnenquelle. 1721 wurde die markgräfliche Verordnung erlassen, die der wilden Gewinnung von Granit ein Ende setzte. Fortan berechtigten Lehensbriefe den Bruch des Gesteins. Drei Jahre später wurde ein solcher Lehensbrief erstmals an einen Kirchenlamitzer Steinmetzmeister ausgehändigt.

Über 150 Jahre später bestimmte dann das Bayerische Berggesetz, dass nur noch der Staat Steinbruchflächen ausweisen und ausschließlich nach Plan in die Tiefe abgebaut werden durfte.

schlossbrunnen-bruch auf dem epprechtstein
Einer der heute noch aktiven Steinbrüche ist der Schlossbrunnen-Bruch

Steinverladestelle

Ein Meilenstein im Abbau des Granits war sicherlich der Bau der Eisenbahnlinie, die für großen Aufschwung in der Region sorgte. Zur Verladung des begehrten Gesteins wurde sogar ein eigener Bahn-Haltepunkt namens Epprechtstein erstellt. Einer der größten Auftraggeber war damals die Bahn selbst, die solche Granitquader als Untergrund für die Gleise verwendete, sowie auch für Brücken und Gebäude. Der Granit aus Kirchenlamitz wurde selbst nach Übersee exportiert.

Natürlich führte nicht die Hauptstrecke der Bahn zur Verladestelle, sondern eine Nebenbahn von Weißenstadt nach Kirchenlamitz/Ost. Der Ladeplatz hatte neben dem Hauptgleis zwei Anschlussgleise mit jeweils einer Verladerampe, von denen die fertigen Werkstücke auf die Waggons gehoben wurden. Um die Blöcke zur Bahn zu bringen, baute das Granitwerk vom Schlossbrunnen sogar eine Drahtseilbahn.

wollsack verwitterung auf dem gipfel des epprechtsteins
Auf dem Gipfel kann man gut die Wollsack-Verwitterung erkennen

Naturdenkmal Gipfel des Epprechtsteins

Den Gipfel des Epprechtsteins ziert ein langgestrecktes Granitplateau in 798 Meter Höhe. Seitlich fallen die Felswände steil nach unten hin ab und es ist ganz deutlich die Matratzenverwitterung zu erkennen. Das ist eine spezielle Verwitterungsform des Granits, die wie übereinanderliegende Polster oder eben auch Matratzen aussieht.

Diese Verwitterung fand bereits statt, als der Granit noch unter der Erdoberfläche lag. Oben auf dem unbewaldeten Naturdenkmal befinden sich die Reste eine ehemaligen Burganlage. Dass der Gipfel des Epprechtsteins heute noch so gut erhalten ist, verdanken wir der Tatsache, dass er schon vor über 100 Jahren unter Schutz gestellt wurde.

Denn sonst hätte ihn mit Sicherheit schon längst ein wütiger Granitabbauerin kleine Stücke gespalten und verkauft. Seit einigen Jahren ist die Felsformation inklusive der Burganlage ebenfalls in die Liste der Geotope in Bayern aufgenommen worden.

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Mitten auf dem schmalen Gipfelgrat des Epprechtsteins steht die Ruine der ehemaligen Burg

Burg Epprechtstein

Erstmals 1248 als Eckebretstein urkundlich erwähnt, lehnt sich die Bezeichnung des Geschlechts an die örtlichen Begebenheiten. Eckebretstein bedeutet nämlich so etwas wie leuchtender vorspringender Fels. Die Endung Stein heißt Burg.

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Als die Burg etwa 100 Jahre später zum Raubritternest mutierte, wurde sie von den Burggrafen von Nürnberg eingenommen. Heinrich von Plauen zerstörte die Anlage in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Sie verfiel weiter, bis im Winter 1787 der Wand auf der Seite nach Kirchenlamitz einstürzte.

Was wir heute noch sehen können, ist der turmartige Hauptwohnbau, von dem man über eine Treppe zur hölzernen Aussichtsplattform mit herrlicher Rundumsicht ins Fichtelgebirge gelangt. Wie die Anlage damals ausgesehen hat, ist auf dem Burgplan, der an einer der Wände angebracht ist, aufgezeichnet.

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Oben auf der Ruine Epprechtstein ist eine hölzerne Aussichtsplattform angebracht

Das kleine Städtchen Kirchenlamitz

Die Anfänge

Schon zu Beginn des 7. Jahrhunderts kamen slawische Siedler in das Tal zwischen Epprechtstein und Kornberg. Die Sorben nannten den Ort damals schon Lomnitz, sumpfiger Wiesengrund. Die frühen Siedler lebten vor allem vom Ackerbau. Es ist auch bekannt, dass sie bereits Bienen züchteten.

Als rund 500 Jahre später dann fränkische Siedler ins Lomnitztal kamen, brachten sie auch das Christentum – und damit eine Kirche – in ihren Ort. Und weil sich das sumpfige Tal jetzt um eine Kirche herum erstreckte, benannten sie es in Kirchenlomnitz um.

see im albertsbruch epprechtstein

Die Siedler stammten vor allem aus der Region um Hof, das erklärt, warum hier vor allem Fränkisch gesprochen wird, wo nur wenige Kilometer südlich die Bayerische Sprache vorherrschte.

Natürlich kamen die Siedler nicht einfach so hierher, sie waren wahrscheinlich das Gefolge der Herzöge von Andechs, die zu dieser Zeit einen kleinen Landstrich als Reichslehen erhielten. Deshalb ist die Entstehung des Ortes Kirchenlamitz nicht von der Burg Epprechtstein zu trennen.

Obwohl es nie eine wirkliche Stadt war, nur drei Stadttore und keine Stadtmauer besaß, wurden dem Ort – inzwischen unter der Herrschaft der Zollern – mit seinen 300 Einwohnern die Stadtrechte verliehen.

Krankheiten und Kriege

Schon 1356 gab es um Kirchenlamitz Zinnbergewerke, die den Bürgern im Ort ein gutes Auskommen sicherten. Deren Niedergang führte zusammen mit dem Einfall der Hussiten, die die Stadt zerstörten, zu einer sozialen Katastrophe.

Und auch die Pest forderte neben diversen Kriegen ihre Opfer in Kirchenlamitz. 42 Menschen ließen bei der Pandemie ihr Leben, sodass in der Mitte des 17. Jahrhunderts 60 Häuser leer standen oder eingestürzt waren. Bunte Handwerkshäuser schmückten den Marktplatz: Bäcker, Färber, Gerber, Schneider, Töpfer und viele andere Betriebe brachten über Jahrhunderte hinweg Farbe in den Ort.

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Einer der vielen kleinen Steinbrüche ist der Schindlers-Bruch

Die Geschichte des Porzellans in Kirchenlamitz

Von den heute unter Denkmalschutz stehenden Ruinen auf dem Berggipfel des Epprechtsteins blickt man hinunter auf das Städtchen Kirchenlamitz, das einige Jahrhunderte vom Granit gelebt hat, bis dann das Porzellan kam. Hoch über dem Ort steht noch heute – fast wie eine Festung – die Porzellanfabrik.

Als dann nach der Wende die Konkurrenz aus Tschechien und China übermächtig wurde, rettete sich die Firma zunächst durch Expansion. Jede Menge kleinerer Betriebe und Marken wurden übernommen. Und tatsächlich avancierte die Firma Winterling für kurze Zeit zum größten Porzellanhersteller in ganz Deutschland.

Standorte gab es natürlich in Kirchenlamitz, aber auch in Arzberg, Röslau oder auch in Schwarzenbach an der Saale. Und dann kam plötzlich das Ende: Konkurs. Doch statt die alten Fabriken abzureißen, haben sich die Gemeinden eine andere Alternative überlegt. Sie haben die Fabriken verkauft oder vermietet. Und man mag sich wundern, was man heute so alles in ihnen findet.

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Wanderung auf dem Steinbruchwanderweg vom Granitlabyrinth zur Ruine Epprechtstein

Wegbeschreibung

Vom Parkplatz aus können wir entweder zuerst oder als krönenden Abschluss das Infozentrum und das Granitlabyrinth besuchern.

Der Steinbruchwanderweg beginnt auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wo wir uns links halten und hinter dem Gasthaus auf den Fußgänger- und Fahrradweg wechseln, der rechts neben der Straße entlangführt. Nach guten 150 m biegt nach rechts ein schmaler Waldweg ab, dem wir folgen. (Achtung, das Zeichen s. Bild) ist nur auf dem Stein zu unseren Füßen, nicht aber auf den vielen Schildern enthalten). Ab hier ist der Wanderweg sehr gut ausgeschildert.

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Der Steinbruch-Rundwanderweg über den Epprechtstein ist sehr gut ausgeschildert

Er führt zunächst ein Stück duch den Wald und bringt uns zum Granitstein, auf den die Route skizziert ist. Vom Luisentisch geht es einmal um den Epprechtsberg herum, vorbei an einem knappen Dutzend Steinbrüche. Um auf den Gipfel mit der Ruine zu gelangen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Wir haben die Route gegen Ende der Runde ausgewählt. Die detaillierte Beschreibung findet ihr weiter unten bei den Details als pdf zum herunterladen und ausdrucken.

Route

steinbruchwanderweg karte

Vergrößerung Epprechtstein

Wegen der vielen Steinbrüche hier noch einmal eine Vergrößerung des Ausschnitts vom Epprechtsteingipfel.

wanderkarte vergrößerung epprechtstein

Höhenprofil

steinbruchwanderweg höhenprofil

Details

  • Start/Ziel: Parkplatz am Infozentrum Granitlabyrinth (Vorderes Buchhaus)
  • Alternative: Wanderparkplatz Hinteres Buchhaus oder Wanderparkplatz Epprechtstein
  • Markierung: Steinbruchwanderweg
  • Länge: 4,9 km
  • Dauer: 1,5 bis 2Stunden
  • Schwierigkeit: mäßig bis mittel
  • für Kinderwagen/Buggy geeignet: nein
  • Aufstieg: 151 m
  • DOWNLOAD Karte als pdf: Steinbruchwanderweg-Karte.pdf
  • DOWNLOAD Wegbeschreibung: Steinbruchwanderweg-Beschreibung.pdf

TOUREN-DATEN FÜR GPS-GERÄTE UND WANDER-APPS


So funktioniert´s: Anleitung zum Download und Importieren in eine Wander-App oder ein mobiles GPS-Gerät

gasthaus zur waldschmiede kirchenlamitz granitlabyrinth

Essen und trinken

Direkt am Parkplatz vor dem Granitlabyrinth liegt die Gaststätte

Zur Waldschmiede.

Vorderes Buchhaus 3
95158 Kirchenlamitz

Öffnungszeiten

  • Montag und Dienstag Ruhetag
  • Mittwoch ab 16:00 Uhr
  • Donnerstag nach Absprache
  • Freitag bis Sonntag ab 11:00 Uhr
  • aktuelle Öffnungszeiten
  • Telefon: 09285 9687808
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Anfahrt: Wie komme ich zum Steinbruchweg?

Parken

Parkmöglichkeiten gibt es sowohl am Granitlabyrinth (Vorderes Buchhaus), ein Stückchen weiter an der Straße Richtung Kleinschloppen den Wanderparkplatz Epprechtstein und den Wanderparkplatz Hinteres Buchhaus direkt an der Steintafel am Anfang des Steinbruchweges , der über die Straße vorbei am Wanderparkplatz Epprechtstein den Berg empor zu erreichen ist.

Der Steinbruchwanderweg und auch das Granitlabyrinth gehören zu den beliebtesten Ausflugs- und Wanderzielen im Fichtelgebirge. Deshalb kann es an Wochenenden auf dem Parkplatz am Infozentrum schon einmal etwas voll werden. Unter der Woche oder am früheren Morgen ist meist noch alles leer.

Fazit

Hat man den Anfang des Weges ab der Hauptstraße erst einmal gefunden, ist der weitere Verlauf des Steinbruchwanderweges sehr gut ausgeschildert. Er fängt auf einer breiten, geschotterten Staße an und endet auch wieder an einer solchen. Zwischendrin wird es aber spätestens ab dem Luisentisch und dem Abzweig zum Längsbruch deutlich idyllischer und wilder. Um den Epprechtstein herum und oben auf den Gipfel führen lediglich sehr schmale, teils durch Stufen gegliederte Pfade. Welchen Abzweig ihr zur Ruine hinauf nehmt, bleibt euch überlassen, es gibt verschiedene Möglichkeiten. Wir haben uns dazu entschlossen, erst gegen Ende einen solchen Abstecher zu machen, um möglichst alle Steinbrüche auf dem Weg anzuschauen. Der Rundweg ist nicht für Kinderwagen und Buggy geeignet.



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