Leyk Lichthäuser – ein Wintermärchen

Wer kennt sie nicht: Die romantischen Fachwerkhäuser aus Keramik, die in dunklen Winternächten ein wenig Zauber in die eigenen vier Wände bringen. Die wunderschönen Unikate werden in Rothenburg ob der Tauber in reiner Handarbeit gefertigt. Heute haben die Manufaktur Leyk Lichthäuser besucht – und haben detaillierte Einblicke erhalten.

Von damals bis  heute

Was heute so professionell wirkt, begann vor über 35 Jahren aus der Not heraus. Noch im Mutterschaftsurlaub, fehlte es an einer Möglichkeit zur Kinderbetreuung. Zu Hause mit ihrer kleinen Tochter kam die Idee auf, die Spielsachen doch einfach selbst herzustellen. Nach einer Puppe aus alten T-Shirts modellierte Ursula Leyk ihr erstes Häuschen aus Ton, damals noch winzig und auch noch ohne Öffnungen für die Fenster.

Da ein Teelicht ein solches Häuschen noch viel spannender machten würde, entwarf sie ein hohles Exemplar mit offenen Fenstern und einer Türe. Das erste Lichthaus.

Keramik-Fachwerkhäuser im Shop der Manufaktur Leyk Lichthäuser

Aus dem einen Häuschen wurden viele, ein ganzes Dorf entstand. Und weil auch andere Menschen die hübschen Lichthäuser in ihren Wohnzimmern haben wollten, wuchs und wuchs die Produktion. Regelmäßig war sie mit ihren Lichthäusern auf den Weihnachtsmärkten der Renner. Aus dem Hobby wurde ein Beruf. Als sie an ihre Kapazitätsgrenzen stieß, stieg auch ihr Mann mit ein.

Inzwischen war auch die Pfarrscheune zu klein für die Produktion geworden, also entschied sich das Paar, ein Grundstück in Rothenburg zu kaufen.

Im Gebäude befindet sich die Manufaktur, der Shop und ein Café

Vom Schlicker zum Lichthaus

In der Manufaktur in Rothenburg ob der Tauber werden heute die beliebten und weltweit bekannten Leyk Keramik-Lichthäuser hergestellt – und immer noch in reiner Handarbeit.

Das Tongießen erleichtert Künstlern die Produktion von Keramiken enorm. Beim Schlickerguss wird nicht mehr jedes Einzelstück mit der Hand geformt, sondern in eine Gipsform gegossen, wo sie schließlich aushärten.

Rohling nach dem Gießen

Da alle Häuser selbst entworfen sind, muss also zunächst ein Prototyp hergestellt werden, davon wird dann eine Form angefertigt, die bis zu 40 Mal mit dem flüssigen Tonmaterial ausgegossen werden kann. Nach dem Aushärten wird die Form entfernt. Dabei muss man besonders vorsichtig vorgehen, damit die noch feuchte Keramik nicht beschädigt wird.

Die noch feuchte Lichthaus-Keramik kann jetzt noch einfach nachbearbeitet werden. Das überschüssiges Material wird entfernt, die Öffnungen für die Fenster und Türen ausgeschnitten und die Oberfläche geglättet. Sind die Rohlinge getrocknet, kommen sie das erste Mal in den Ofen. Dann geht es an die Glasur.

Ich kann den drei Damen, die heute in der Werkstatt sind, dabei zuschauen, wie sie mit einem weichen Pinsel mit Hingabe und viel Geschick die dickflüssige Glasur auftragen. Bei der neuen Kreation, der Töpferei, wird gerade das Dach mit brauner Glasur gestrichen. An einem anderen Tisch malt eine Mitarbeiterin die das filigrane Fachwerk auf die Fassade, ein Detail, das den besonderen Charme der hübschen Lichthäuser ausmacht. Jedes Haus ist ein echtes Unikat.

Selbst das Zuschauen macht schon richtig Spaß und neugierig auf das Ergebnis, das schließlich auf den Weihnachtsmärkten und im Shop zu bewundern ist. Dann muss das Häuschen noch einmal in den Ofen, damit die Glasur die glasartige Konsistenz annimmt und die Farbpigmente so richtig schön zum Vorschein kommen. Jetzt endlich darf das kleine Kunstwerk ins Regal und in den Verkauf.

Zwischen dem Gießen und dem endgültigen Glattbrand durchläuft jedes der wunderschönen Lichthäuser ganze 12 Stationen. Ein Abstecher in die Werkstatt ist ein ganz besonderes Erlebnis und nur zu Empfehlen.

Leyk Lichthäuser und Lotosgarten

Erlbacher Str. 108
91541 Rothenburg o. d. T.

In den Ausstellungsräumen findet ihr aktuelle Modelle und auch Sammler-Raritäten

Öffnungszeiten

Lotos-Garten und Cafe:

  • ab April 2020
  • Mo. – So. von 10 – 18 Uhr

Manufaktur und Geschenke-Shop:

  • 07. Januar bis Ende März
  • Mo – Fr. von 10 bis 17 Uhr
  • ab April 2020
  • Mo. – So. von 10 bis 18 Uhr

Rundgang durch die Manufaktur

Das Schöne: Ihr braucht keinen Termin, um die Manufaktur zu besichtigen. Wenn ihr einen Blick hinter die Kulissen werfen möchtet, könnt ihr das jederzeit während eines Besuches im Laden oder dem Lotosgarten tun (natürlich nur während der Geschäftszeiten).

Café in der Manufaktur und dem Lotosgarten in Rothenburg

Frühstücken oder lieber einen Kaffee und Kuchen?

In der Saison könnt ihr jeden zweiten Sonntag im Monat am üppigen Frühstücksbuffet schlemmen. Meldet euch aber vorher an, denn das Buffet ist sehr beliebt! An allen anderen Tagen gibt es bis 12:00 ein süßes oder auch herzhaftes Frühstück für Besucher. Die Mittagsgerichte wechseln täglich, knackige Salate und Snacks gibt es aber immer. Wem der Sinn nach einem feinen Stückchen Kuchen oder Torte mit einem Kaffee steht, kommt auch hier auf seine Kosten.

Die Rote Brücke der Erleuchtung im winterlichen Lotosgarten

Raus in den Lotosgarten

Eine Keramik-Manufaktur direkt vor den Toren Rothenburgs ist heute das Ergebnis stetiger Weiterentwicklung. Doch damit nicht genug! Das Grundstück mit Südhang brachte Bernd Schulz-Leyk zum Träumen: Ein wunderbarer Garten mit ganz besonderen Pflanzen und phantasievoll angelegten Wegen, Brücken, Teichen und Bachläufen, ergänzt durch Skulpturen und idyllische Plätze zum Ausruhen und Genießen.

Er machte er sich also daran, das Grundstück unterhalb der Halle in einen wunderbaren asiatischen Garten umzuwandeln. Diesen Garten hat er aber nicht nur für sich alleine entworfen. Und deshalb ist er heute ein Anziehungspunkt für alle, die sich gerne ein wenig inmitten üppiger Vegetation gepaart mit asiatischer Gartenkultur entspannen möchten.

Als mir Frau Fetzer, die Geschäftsführerin der Leyk Lichthäuser GmbH, die Türe – einen 200 Jahre alten indischen Hauseingang mit Schnitzereien und Ornamenten –  zum Leyk Lotosgarten öffnet, bin ich voller Erwartung.

Winterliche Impressionen im asiatischen Garten

Zwar ist es jetzt nicht so grün und lebendig wie im Sommer und Frühling im Lotosgarten, aber auch im Dezember hat der asiatische Garten seinen ganz eigenen Charme. Es ist noch früh am Morgen, die ersten Fröste haben nun auch Rothenburg am Rand des Naturparks Frankenhöhe erreicht.

Typisch asiatische Pagode im winterlichen Lotos-Garten

Noch immer liegen die Temperaturen bei -5 Grad und Raureif überzieht die Pflanzen. Auf den Bohlen der hölzernen Brücken ist es ein wenig glatt und ich muss aufpassen, dass ich nicht ausrutsche, als ich mich langsam völlig allein durch den Lotosgarten bewege. Die Fische haben sich in bodennahe Regionen zurückgezogen und leuchten orange durch die dünne Eisschicht auf dem Teich. Ein paar Vögel suchen einsam nach etwas Essbarem.

Fazit

Egal ob du ein Garten- oder Kunstliebhaber bist, in der Manufaktur Leyk Lichthäuser und dem Lotosgarten vor den Toren Rothenburgs kannst du dich ganz deinen Träumen hingeben. Für alle, die auch einmal hinter die Kulissen schauen möchten, empfiehlt sich ein Rundgang durch die Räumlichkeiten der Keramik-Manufaktur, in der die wunderschönen Lichthäuser in Handarbeit hergestellt werden. Natürlich geht auch alles auf einmal – inklusive einer kleinen Stärkung im Café.


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