Rundwanderung auf den Moritzberg bei Leinburg (Landkreis Nürnberger Land)

Mit seinen 603 Metern Höhe ist der Moritzberg zwar nicht der höchste Berg in Franken, allerdings ist der markante Zeugenberg ein beliebtes Ausflugsziel bei Leinburg für Jung und Alt im Landkreis Nürnberger Land. Oben auf dem Plateau bilden das alte Berggasthaus, die Kapelle  Sankt Mauritius und der markante Aussichtsturm ein wunderschönes Ensemble, das sich perfekt für eine Rast und ein wenig Erholung eignet.

Die Einzelheiten zur Route (Karte, Höhenprofil etc.) findet ihr weiter unten

Im Buchenwald auf der Südseite des Moritzberges findet ihr überall Sandsteinfelsen

Schürfgrubenfeld am Moritzberg – Geotope in Bayern

Einige Teile des Moritzberges stehen unter Geotopschutz. Geologisch ist der Moritzberg nämlich etwas Besonderes, weil an dem Zeugenberg der Frankenalb von der Basis bis zum Gipfel eine Schichtfolge vom Keuper bis in den unteren Malm zu erkennen ist. Der Gipfel ist durch Steinbrüche und Schottergruben, von denen heute nicht mehr viel zu erkennen ist, stark durchwühlt worden.

Im Herbst ist es besonders schön auf dem Hausberg der Nürnberger, dem Moritzberg

Gipfelidylle auf dem Moritzberg

Der Moritzberg gehört zum Vorland der Nördlichen Frankenalb, allerdings wurde er im Laufe der Zeit durch Erosionsprozesse von der eigentlichen Alb getrennt. Mit seinen 603 Metern hebt er sich als sogenannter Zeugenberg deutlich über die Landschaft zwischen Leinburg und Lauf im Landkreis Nürnberger Land nur wenige Kilometer von der Frankenmetropole Nürnberg entfernt. Das Wahrzeichen des Moritzberges ist sicherlich der markante Aussichtsturm, von dem aus ihr weit über das Nürnberger Land und bei schönem Wetter auch bis Nürnberg sehen könnt.

Bismarckturm? Hindenburgturm? Moritzbergturm!

Auf dem Gipfel des Moritzbergs steht ein stattlicher Aussichtsturm

Aus über 600 Meter Höhe schaut er auf das Nürnberger Land herab: der Turm auf dem Moritzberg. Wäre es nach den anfänglichen Plänen des kunstbeseelten König Ludwig I. von Bayern gegangen, dann stünde jetzt die Walhalla dort oben. Aber ihre Finanzierung war genauso wenig realisierbar wie der spätere Gedanke, eine Ruhmeshalle mit Germania-Statue aufzustellen.

Als dann 1885 bei Hersbruck der Arzbergturm fertiggestellt wurde, wünschten sich einige auch für den Moritzberg ein solches Schmuckstück – und gründeten 1899 den Verschönerungsverein Moritzberg. Eifrig sammelte man Spenden und Zuschüsse, damit ein Bismarckturm den Hausberg der Röthenbacher – und auch der Nürnberger – zieren konnte. Das Unternehmen nahm erste Gestalt an, als die Familie Fürer aus Haimersdorf den Bauplatz für den Bismarckturm auf dem Moritzberg kostenlos zur Verfügung stellte.

Dann dauerte es aber doch noch fast ein Jahrzehnt, bis endlich der Grundstein gelegt werden konnte. 1913 waren alle Geldvorräte verbraucht, der Turm aber noch nicht fertig. Und da man nicht einfach mittendrin aufhören wollte, entschied man sich für Sparmaßnahmen. Diese sind heute noch sehr deutlich am markanten Turm zu erkennen. Auf halber Höhe reduzierte man einfach dem Umfang des Turmes, den teuren Fachwerkaufsatz ersetzte man durch ein einfaches Holzhäuschen. Und auch seine geplante Höhe erreichte der Bismarckturm auf dem Moritzberg damals noch nicht

Erst im Jahr 1964 konnte der Verschönerungsverein Moritzberg die Sanierung und endlich auch die Erhöhung des Turms auf rund 30 Meter feiern. In diesem Zuge konnte der marode Holzaufbau durch eine schicke Fachwerkkonstruktion ersetzt werden. Da das Wetter aber hier auf dem Moritzberg nicht optimal für das hübsche Fachwerk war, verkleidete man es in den 1970er Jahren tatsächlich mit Eternit.

Es dauerte nicht lange und der ehemaliger Reichskanzler Bismarck war im fränkischen Lauf nicht mehr ganz so populär. Kurzerhand benannte man den Turm in Hindenburgturm um, um den neuen Reichspräsidenten zu ehren. Doch obwohl noch der Name Hindenburgturm über dem Türstock eingemeißelt ist, heißt der Turm heute bei jedermann nur noch Moritzbergturm.

Sankt Mauritius-Kapelle auf dem Moritzberg

Die Mauritius-Kapelle gab dem Moritzberg seinen Namen

Im Jahr 1419 veranlasste der Nürnberger Patrizier Herdegen Valzner den Bau einer Kapelle auf dem Moritzberg, die dem heiligen Mauritius, dem Schutzpatron des Heeres, gewidmet war. Vor dem Bau der Kapelle hieß der Berg, auf dem sie errichtet wurde, einfach nur Leinburg, nach der am Fuße des Berges liegenden Ortschaft. Als die Kapelle fertiggestellt war, taufte man den Berg dann nach dem Heiligen zum Moritzberg um.

Nach dem Tod des Bauherrn ging die Kapelle durch seine Enkelin in den Besitz der Tucher über und durch die Heirat von Anna Tucher in den Besitz der Fürer von Haimendorf, in deren Besitz sich die Kapelle noch heute befindet. Für die beispielhafte Generalsanierung hat die Familie übrigens nach der Fertigstellung 2015 eine Auszeichnung vom Denkmalschutzamt bekommen. Deshalb könnt ihr die Kapelle auf dem Moritzberg heute in neuem Glanz erleben.

Berggasthof Moritzberg

Mit einer traumhaften Lage und gutem Essen kann der Berggasthof Moritzberg aufwarten

Das 400 Jahre alte Gemäuer auf dem Gipfel des Moritzberges beherbergt einen Gasthof mit Biergarten, die praktisch zum Verweilen einladen. Egal, ob ihr draußen ein kühles Bier genießt, oder euch im Winter drinnen am Kamin aufwärmt, idyllisches Ambiente gibt es immer gratis dazu. Die Speisen sind nach alten Rezepten aus Omas Zeiten zubereitet. Der Teig für den Strudel ist selbstgemacht und das Fleisch und Gemüse stammt vom Bauernhof nebenan. Für Kinder gibt es direkt vor der Tür einen tollen Waldspielplatz zum auspowern, wenn die Wanderung allein noch nicht gereicht hat.

Neben dem Spielplatz beim Berggasthof ist auch ein kleiner Picknickplatz für Wanderer angelegt

Adresse

Berggasthof Moritzberg
Moritzberg 1
90552 Röthenbach

Öffnungszeiten

  • Di, Mi, Do: 10 bis 20 Uhr
  • Fr, Sa: 10 bis 21 Uhr
  • So: 10 bis 20 Uhr

Achtung: Ihr könnt mit dem Auto nicht bis zum Gasthof fahren. Ab dem Wanderparkplatz sind es noch rund 15 Minuten auf der kürzesten Strecke zu Fuß.

Rundwanderung Moritzberg

Wege auf den Gipfel des Moritzberges gibt es viele, ihr müsst immer nur bergauf wandern

Wir beginnen unsere Wanderung auf dem Parkplatz am Ende der Moritzbergstraße und gehen den Fahrweg zunächst weiter geradeaus den Berg hinauf. Nach kurzer Strecke geht links der Weg mit der Beschilderung PP ab, dem wir folgen. Wer einfach nur hinauf zum Aussichtsturm möchte, geht weiter geradeaus.

An der nächsten Kreuzung geht es nach rechts, die nächste Abzweigung wieder rechts. Wir laufen auf halber Höhe des Berghanges über den Südhang des Moritzberges. An der dritten Abzweigung wenden wir uns nach rechts und folgen an der nächsten Kreuzung dem grünen Punkt steil bergauf zum Gipfel mit dem Aussichtsturm und dem Berggasthof. Hier lohnt sich eine Besichtigung und eine kleine Rast im Gasthof oder dem idyllischen Biergarten.

Weiter geht es hinter dem Kinderspielplatz auf dem Promilleweg, den wir aber an der ersten Kreuzung nach links verlassen. Wir folgen dem Pfad einmal auf halber Hanghöhe und biegen an der ersten Abzweigung nach rechts in einen schmalen Pfad über den Nordhang des Moritzberges in den Nadelwald. Wenn wir den Berg fast umrundet haben, halten wir uns an der Spitzkehre steil bergauf und gelangen wieder zum Ausgangspunkt, dem Wanderparkplatz, zurück.

Route

Höhenprofil

Details

  • Start/Ziel: Wanderparkplatz am Ende der Moritzbergstraße
  • Distanz: 6,0 km
  • Dauer: 2 Stunden
  • Schwierigkeit: mäßig
  • für Buggy/Kinderwagen geeignet: nein
  • Anstieg: 451 m
  • Abstieg: 455 m
  • DOWNLOAD Karte als pdf: Wanderung-Moritzberg-Karte.pdf

So funktioniert´s: Auf den Link klicken, dann wird euch die Datei angezeigt. Mit der rechten Maustaste irgendwo in den Text klicken. „Speichern unter“ auswählen und an beliebiger Stelle (auf dem Smartphone, PC oder dem mobilen GPS-Gerät) speichern. 

Radiosender auf dem Moritzberg

In dem heutigen Privathaus war früher einer Station des amerikanischen Militärradiosenders AFN und des Bayerischen Rundfunks untergebracht. Für die Sendeleistung war neben dem Gebäude ein 30 Meter hoher Gittermast aufgestellt worden. Doch schon noch kurzer Zeit hieß es, die Signale störten den Luftverkehr. Und da der Moritzberg direkt in der Einflugschneise des Nürnberger Flughafens liegt, musste der Sender schon nach kürzester Zeit auf den Dillberg umziehen.

Anfahrt: Wie komme ich zum Moritzberg?

Wer von weiter weg zum Moritzberg möchte, fährt am besten über die A6. An der Ausfahrt 62 Altdorf/Leinburg fahrt ihr in Richtung Leinburg. Nach der Ortschaft Winn steigt die Straße etwas an. Auf halber Höhe der Steigung biegt ihr nach rechts in den Ort Unterhaidelbach ab. Hier ist der Moritzberg bereits ausgeschildert. In der Ortsmitte folgt ihr dem Hinweisschild nach rechts zum Weiler Moritzberg und fahrt die Moritzbergstraße immer weiter bergauf. Dort, wo die Straße endet und nur noch ein Anliegerweg weiter nach oben führt, liegt auf der linken Seite der Wanderparkplatz Moritzberg.

Romantische Wege schlängeln sich durch den Buchenmischwald auf der Südseite des Moritzberges

Fazit

Wer nur zum Aussichtsturm oder dem Berggasthof möchte, kann vom Wanderparkplatz den Moritzberg auf der Straße weiter hinauf gehen und erreicht den Gipfel in etwa 15 Minuten. Diese Straße ist auch mit dem Kinderwagen befahrbar. Alle anderen, die ein wenig mehr Natur und frische Luft erleben möchten, können auf den zahlreichen Wanderwegen auf kürzeren oder längeren Strecken auf das Gipfelplateau kommen. Wir haben uns für eine Umrundung auf halber Höhe entschieden, natürlich mit einem kleinem Abstecher zum Aussichtsturm.

 


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