Premiumwanderweg Jurakante Thalmässing (Landkreis Roth)

Wandern in der Südlichen Frankenalb

Auf dem Jura im Naturpark Altmühltal, direkt an der Grenze zum Fränkischen Seenland und dem Naturpark Altmühltal findet ihr die Gemeinde Thalmässing mit einem ganz besonders gut ausgebauten Wanderwegenetz. Viele der Routen zwischen drei und 18 Kilometer Länge tragen das Prädikat Premiumwanderweg, so wie auch der 8 km lange Premiumweg Jurakante. Damit verspricht Thalmässing nicht zu viel, denn die Wanderwege sind nicht nur perfekt ausgeschildert, sondern führen auch fast durchgängig durch herrliche Buchenwälder und selten gewordene Magerwiesen über Berg und Tal.

Thalmässing

5000 Einwohner zählt der kleine Ort Thalmässing im nördlichen Randbereich des Fränkischen Jura an der Grenze zum Fränkischen Seenland. Die ersten neueren Siedlungen der Talschaft Mässing stammen vermutlich aus dem 5. Jahrhundert. Fast das gesamte Gemeindegebiet war bis Ende des 18. Jahrhunderts Teil des Markgrafentums Brandenburg-Ansbach und gehörte zum Oberamt Stauf-Landeck. Später gehörte es dann zum Königreich Preußen.

Im Schatten der Burg Stauf haben die Dörfer ganz individuelle Bräuche und Sitten entwickelt. Unten im Tal stellte sich das Leben der Menschen oft ganz anders dar als bei den Menschen oben auf dem Berg oder Thalmässing selbst. Diese unterschiedliche Lebenseinstellung ist auch heute noch ausgeprägt.

Überall auf dem Wanderweg gibt es Rastmöglichkeiten mit tollen Ausblicken

Frankens Schätze: Wanderweg Nr. 4 Jurakante

Ob nun Frühlingsboten wie Bärlauch und Krokus oder Schlüsselblumen im Sommer – die Schönheit der Natur begleitet euch auf Schritt und Tritt durch das raschelnde Laub unter dem hohen Kronendach alter Buchen. Ausgehend vom historischen Marktplatz in Thalmässing führt die Wanderung im stetigen Wechsel zwischen herrlichen Wäldern und offener Flur aus dem Tal hinauf zur Jurakante.

Zu den Highlights gehören die im Wald verborgenen Felsenkeller aus Buntsandstein. Zahlreiche Aussichtspunkte und idyllische Plätze laden immer wieder zum Rasten und Genießen ein.

Perfekte Wanderwege

Wenn das Deutsche Wanderinstitut sein Zertifikat Premiumwanderweg verleiht, darf man stolz auf sich sein. Nicht viele Orte bekommen ein solches Siegel. In Bayern gibt es nur ein paar in den bayerischen Alpen, im Allgäu und der Rhön. Aber in Mittelfranken darf sich nur eine einzige Region mit dem Qualitätssiegel rühmen: die Südliche Frankenalb im Landkreis Roth. Drei davon liegen bei Thalmässing, einer bei Heideck.

Hohlweg mit Sandsteinfelsen

Die drei Wanderrouten zeichnen sich nicht nur durch einen besonders naturnahen Streckenverlauf aus, sondern sind auch eng mit der Geschichte der Region verbunden. Die Touren verwöhnen mit einer perfekten Wegeausschilderung, die ihresgleichen sucht. Herrliche Landschaften mit heute selten gewordenen Misch- und Buchenwäldern wechseln mit bunten Wiesen und Feldern ab. Und mittendrin findet ihr immer wieder faszinierende Buntsandstein-Formationen

Neben den besonderen Sehenswürdigkeiten gibt es unterwegs so einige Stellen, von denen ihr beim Wandern eine tolle Aussicht ins Umland habt. Es gibt zahlreiche Rastmöglichkeiten unter freiem Himmel, aber auch feine Gaststätten mit regionalen Spezialitäten. Langweilig wird es bei einer Wanderung hier garantiert nicht.

Am frühen Morgen liegt noch der Reif auf den Gräsern

Echt cool – der Spaßwanderweg

Ein Teil des Premiumwanderweges Jurakante führt über den Spaßwanderweg. Wer Kinder im Grundschulalter hat, die schon lesen können, muss unbedingt einmal den Spaßwanderweg wandern. Eine ganz völlig neue Idee: Schöne Aussichten, alte Bäume, Natur und eben jede Menge Spaß bei Rätseln, Spielen und lustigen Klettereien erleben.

Der Spaßwanderweg beinhaltet drei unterschiedliche Routen mit 4 km, 6 km und 10 km Länge. Alle drei Wege sind Rundwege, an denen ihr nach bei der Wanderung immer wieder am Ausgangspunkt ankommt. Der ebene Verlauf ist perfekt für Buggys und Kinderwagen geeignet. Das eine oder andere Schlagloch und Grasbüschel schafft ihr mit einem geländegängigen Gefährt völlig problemlos.

Mehr Informationen und die Wanderkarte findet ihr unter:

spasswanderweg.de

Reinwarzhofen

Wegen seines Willy-Brandt-Zeltlagerplatzes erlangte Reinwarzhofen, das mit seinen  Einwohnern nur ein winziger Punkt auf der Landkarte ist, bundesweite Bekanntheit. Der 12 Hektar große Zeltlagerplatz liegt auf einem von Tannen- und Laubwäldern umgebenen Plateau am Ortsrand. Die Lage der Ortschaft dürfte aber auch begeisterten Wanderern bestens bekannt sein.

Ein weiteres markantes Merkmal von Reinwarzhofen ist auch der Fernmeldeturm, der sich westlich des Dorfes 61 Meter hoch über das Tal erhebt. Angeblich ist bei klarer Wetterlage ein Ausblick von Reinwarzhofen bis zu den Alpen möglich. Dafür braucht man aber schon sehr gute Augen. Neben verschiedenen Langlaufloipen gibt es bei Schnee auch einen kleinen Skilift.

Plateau zwischen Reinwarzhofen und dem Hohlweg zu den Felsenkellern

Felsenkeller bei Thalmässing

Im Untergrund des Fränkischen Jura hier bei Thalmässing befindet sich Buntsandstein, eine ganz besonders hübsch gestreifte Sandsteinart, die jedoch zum Häuserbau keine Verwendung findet. Dafür war sie aber umso besser für die Errichtung von Felsenkellern geeignet. Von wem sie wann erbaut wurden, ist nicht genau überliefert. Allerdings schätzt man, dass sie zwischen 1850 und 1900 in mühevoller Handarbeit aus dem Felsen gehöhlt wurden, um darin Bier und Kartoffeln zu lagern. Und bei den Bombenangriffen im Jahr 1945 boten sie sicherlich auch gute Zufluchtsorte für die Menschen.

Die Keller bei Thalmässing sind teilweise bis zu 100 Meter lang und sehr geräumig. Seitlich sind in die Gänge Sockel von bis zu 1,5 Meter Breite eingearbeitet, auf denen sich die Feldfrüchte und das Bier gut lagern ließen. In ganz Franken gibt es in zahlreichen Ortschaften solche Felsenkeller, wie beispielsweise auf dem Wallenstein-Rundwanderweg bei Altdorf oder in der Nähe von Spalt. Die meisten Keller werden heute nur noch von verschiedenen Fledermausarten genutzt. Vor allem als Winterquartiere. Deshalb sind in der kalten Jahreszeit viele der Felsenkeller und Höhlen gesperrt.

Nach dem großen Verlanden der Meeresfaunen vor rund 250 Millionen Jahren begann mit dem Buntsandstein ein völlig neuer Abschnitt der Erdgeschichte. Die Überreste des Meeres trockneten immer weiter aus. Weitläufige Flusssysteme und gelegentlich auftretende, besonders hohe Fluten lagerten mächtige Sand- und Tonschichten auf dem Festland ab. Rötlich braune, gelbe oder auch grünlich erscheinende Sandsteine wechseln in bunter Farbfolge mit Tonsteinen.

Keltenschanze

Früher dachte man, die Mauerreste wären Umfriedungen von Kultanlagen. Grabungen haben jedoch ergeben, dass im Inneren der Mauern landwirtschaftliche Gehöfte mit Vorratsbauten und Brunnen befanden. Sie stammen vermutlich aus dem 3. bis 1. Jahrhundert vor Christus.

Premiumweg Jurakante Keltenschanze mit Blick auf Thalmässing im Altmühltal

Keltenschanze mit Blick auf Thalmässing im Tal

Fundreich Thalmässing – Archäologisches Museum

Die Region um Thalmässig gehört zu einer uralten Siedlungslandschaft, in der schon in der Steinzeit Menschen sesshaft wurden. Das Fundreich Thalmässing umfasst nicht nur das archäologische Museum, sondern auch das lebendige Geschichtsdorf in Landersdorf und den archäologischen Wanderweg. Alles zusammen macht das Leben und die regionale Geschichte dieser Region besonders lebendig.

Archäologisches Museum

Marktplatz 1
91177 Thalmässing

Eintrittspreise

  • Erwachsene: 3,00 Euro
  • Kinder: 1,00 Euro
  • Familien: 5,00 Euro

Öffnungszeiten

  • 10 – 12 und 13 – 16 Uhr
  • April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag
  • November bis März: Freitag bis Sonntag

Wandern in Thalmässing – Premiumweg Nr. 4 Jurakante

Von Thalmässing wandert ihr hinauf zur Jurakante bis nach Reinwarzhofen. Von dort aus langsam wieder hinab an den Felsenkellern zurück zum Ausgangspunkt am archäologischen Museum auf dem Marktplatz. Je nach Kondition seid ihr für die 8 Kilometer etwa 2 bis 3 Stunden unterwegs. Teilweise sind die Steigungen sehr anstrengend, nehmt also genügend zu Trinken mit. Für ein Picknick eignet sich der Rastplatz am Spaßwanderweg kurz vor Reinwarzhofen. Wer richtig Hunger hat, kann in Reinwarzhofen oder bei der Rückkehr in Thalmässing einkehren.

Route

Höhenprofil

Details

  • Start/Ziel: Marktplatz in Thalmässing (Infotafel Museum)
  • Markierung: grüne 4 auf gelbem Grund
  • Länge: 8,3 km
  • Dauer: 2 bis 3 Stunden
  • Aufstieg: 242m
  • Abstieg: 241 m
  • Schwierigkeitsgrad: mittel bis schwierig (lange Anstiege)
  • DOWNLOAD Karte als pdf: Wanderkarte-Jurakante-Thalmaessing
  • DOWNLOAD Wegbeschreibung als pdf: Beschreibung-Jurakante-Thalmaessing

Jetzt neu: PLANDATEN FÜR GPS-GERÄTE

So funktioniert´s: Auf den Link klicken, dann wird euch die Datei angezeigt. Mit der rechten Maustaste irgendwo in den Text klicken. „Speichern unter“ auswählen und an beliebiger Stelle (auf dem Smartphone, PC oder dem mobilen GPS-Gerät) speichern. 

Fazit

Bärlauch Mitte März

Mit Abstand einer der am besten ausgeschilderten Wanderwege überhaupt! Und die Natur  geizt auch nicht mit ihrem Charme. Nehmt euch genügend Zeit, damit ihr alles ganz genau entdecken könnt, denn zu sehen, gibt es hier sehr viel. Vergesst nicht, euch Schuhe mit gutem Profil anzuziehen und ausreichend Getränke mitzunehmen. Auf der kurzen Strecke sind ganz schön viele Steigungen zu bewältigen, deshalb eignet er sich erst für Kinder ab dem Grundschulalter. Mit dem Buggy und Kinderwagen lässt es sich deutlich besser auf dem Spaßwanderweg wandern.


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